Celemony erhält am 11. Februar für Melodyne einen Grammy

Ehre wem Ehre gebührt kann ich hier nur sagen, das Peter Neubäcker mit Melodyne die Welt der Musikproduktion erheblich aufgemischt hat steht wohl außer Frage, nun ist man auch in Los Angeles auf die deutsche Software aufmerksam geworden und ehrt die Innovation von Celemony mit der höchsten Auszeichnung der Musikbranche dem Grammy.

Die Münchner Firma wird als erster deutscher Softwarehersteller von der Recording Academy mit dem Technical Grammy ausgezeichnet. Die höchste Ehrung der Musikbranche würdigt „Verdienste von außergewöhnlicher technischer Bedeutung im Recording-Bereich“ und ist vergleichbar mit dem Oscar der Filmindustrie.

Die Software Melodyne
Die kleine Softwareschmiede Celemony revolutioniert mit ihrer Software Melodyne vor rund zehn Jahren die Tonstudiotechnik, denn sie bietet einen ganz neuen und besonders musikalischen Ansatz zur Musikbearbeitung. Über die Jahre verfeinert, erweitert und vielfach ausgezeichnet, zählen heute fast alle namhaften Musiker und Produzenten zum Melodyne-Kundenstamm.
So hält The-Who-Gitarrist Pete Townshend die Software für ein Wunder, Ultravox-Sänger Midge Ure für schwarze Magie, Katy-Perry-Produzent Dr. Luke und Multimedia-Visionär Peter Gabriel lieben sie, Jazz-Legende Herbie Hancock nennt sie ein Must-Have für Musiker.

Die Stärke und Einzigartigkeit von Melodyne liegt darin, digitale Aufnahmen als Musik zu verstehen und die Noten darin zu erkennen und anzuzeigen. Melodyne spricht also die Sprache der Musiker und bietet ihnen musikalische Elemente zur Bearbeitung an und nicht etwa technische Daten. So kann man mit Melodyne wie ein Komponist die Noten einer Aufnahme neu arrangieren, verändern, erfinden. Wie ein Musiker Töne zum Leben erwecken und Musik und Emotion formen. Wie ein Dirigent Tempo, Lautstärke, Gestaltung bestimmen.

Nachdem anfangs nur das Bearbeiten von melodischem und rhythmischem Material möglich ist, entwickelt Celemony 2008 auch einen Algorithmus für mehrstimmige Instrumente. Die patentierte Technologie DNA Direct Note Access erlaubt es mit Melodyne erstmalig, einzelne Noten innerhalb von Akkorden zu bearbeiten. Diese Entwicklung gilt als Meilenstein in der Tonstudiotechnik und findet über die Branchengrenzen hinaus weltweit Beachtung. Der Spiegel titelt 2008 seinen Melodyne-Artikel „Photoshop für Klänge“, die New York Times hält die Technik für „groundbreaking“.

Wer steckt hinter Celemony?
Melodyne-Erfinder Peter Neubäcker geht seinen ganz eigenen Weg. Seine Ideen als Musiker, aber auch als Mathematik-Liebhaber, Gitarrenbauer und Harmonik-Spezialist scheinen einzigartig. Er findet Ansätze weitab von klassischer Signaltechnik, spürt der Musik nach, der Emotion einer Aufnahme und nicht dem technischen Pegel. Seine Algorithmen sind es, die Melodyne so musikalisch, so klangtreu, so einzigartig machen. Unterstützt wird er dabei von einem erfahrenen Ingenieur-Team, das seine Ideen mit modernster Signal- und Programmiertechnik umsetzt und professionelle Software entwickelt.

Eine gewisse Andersartigkeit geht bei Celemony quer durch die Firmenkultur: Die gut zwanzig Mitarbeiter sind über ganz Deutschland verstreut, einzelne sitzen auch in den USA und in Japan. Jeder bestimmt seine Arbeitszeiten selbst, kommuniziert wird über das Internet, die Hierarchien sind flach. In Persona trifft man sich gelegentlich zu Meetings, ansonsten eher zum ausgiebigen Feiern. Fast alle Mitarbeiter sind selbst Musiker, die Bandbreite reicht von elektronischer über mittelalterliche Musik bis hin zu Punk und Metal.

„Wir freuen uns über diese große Ehre und sind sehr stolz, dass wir als kleines Münchner Unternehmen mit unserer Software eine so wichtige internationale Anerkennung für unsere Arbeit bekommen“, so Firmengründer und Melodyne-Erfinder Peter Neubäcker, der gemeinsam mit seinen drei Mitgesellschaftern den Preis in Los Angeles entgegennehmen wird.

Melodyne editor 2.0

Hintergrundinformationen:

Der Grammy
Auszug aus Wikipedia: Die Grammy Awards sind Musikpreise, die seit 1959 von der National Academy of Recording Arts and Sciences in Los Angeles … an Sänger, Komponisten, Musiker sowie Produktionsleiter und die Tontechnik verliehen werden. Der Grammy gilt als die höchste internationale Auszeichnung für Künstler und Aufnahmeteams. Der Preis ist von der Bedeutung vergleichbar mit dem Oscar in der Filmindustrie. Die zugehörige Trophäe ist eine Grammophonskulptur in teils goldglänzendem Design.

Während die Hauptpreise immer auf das vergangene Jahr bezogen sind, gehört der Technical Grammy zu den „Special Merit Awards“, mit denen das Lebenswerk einer Person oder Firma ausgezeichnet wird (2012 sind das z. B. die Allman Brothers, Diana Ross, Steve Jobs u. a.). Die Liste der bisherigen Technical-Grammy-Preisträger liest sich mit Sony, Apple, Digidesign, Yamaha, JBL und vielen anderen wie das Who-is-Who der professionellen Tonstudiotechnik. Bisher einziger deutscher Preisträger ist der renommierte Berliner Mikrofon-Hersteller Neumann. Mit der kleinen Münchner Software-Schmiede Celemony wird nun erstmals eine deutsche Software-Firma für ihre „Verdienste von außergewöhnlicher technischer Bedeutung im Recording-Bereich“ ausgezeichnet, so die offizielle Begründung.

Wie funktioniert Melodyne?
Wenn wir Musik hören, ist das physikalisch gesehen zunächst ein Schallwellensalat und erst unser Gehirn erkennt die einzelnen Instrumente, die Noten, den Rhythmus und die musikalische Struktur. Auch wenn wir heutzutage Musik mit dem Computer aufnehmen, ändert sich daran wenig. Es bleibt Wellensalat, nur eben digital. Man kann ihn abspielen, schneiden, lauter machen, aber die musikalischen Parameter wie Noten, Rhythmus oder Akkorde in den Aufnahmen bleiben den üblichen Musikprogrammen verborgen.

Erst Melodyne analysiert den Wellensalat ähnlich wie unser Gehirn, erkennt dadurch die Musik und bietet die Tonhöhe, Position und Dauer der Noten, ihre Lautstärke und viele andere musikalische Parameter zur Bearbeitung an. Typische Anwendungen sind die Korrektur von Sängern und Instrumentalisten, das Erstellen von Chören und zweiten Stimmen, feine Phrasierungs- und Tonhöhen-Bearbeitungen oder auch die Anpassung verschiedenster Musikschnipsel in Tempo und Tonart für Remixe.

Melodyne ist ein Programm für Windows oder Mac OS, gedacht für professionelle Tonstudios, für alle Musikstile und Instrumentierungen von Klassik über Rock bis hin zu Techno. Vertrieben wird die Software über den Musikalienfachhandel und übers Internet.

Celemony gehört Melodyne-Erfinder Peter Neubäcker, seiner Frau Hildegard Sourgens, dem Technischen Direktor Carsten Gehle und Geschäftsführer Anselm Rößler. Die Firma ist eigenfinanziert und daher unabhängig.

Weitere interessante Informationen und Videos zu Celemony und Melodyne:

Neue Celemony Melodyne-Tutorials und Artist-Filme

Video-Porträt über Firmengründer und Melodyne-Erfinder Peter Neubäcker

Neue Celemony-Tutorials zeigen Melodyne editor in der Praxis.

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