Windows 10 auf dem Studio PC – lohnt sich das schon?! Geht das überhaupt?! Ein erster Eindruck… 7


Windows 10 ist ja jetzt bereits einige Wochen auf dem Markt, da wird es also Zeit, dass auch wir da endlich mal was zu schreiben. Natürlich insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Installation auf dem Studio Rechner. Wer nur an einer (natürlich nicht vollständigen) Kompatibilitätsliste interessiert ist: die gibt’s ganz am Ende des Berichts.

 

Der Reihe nach

Seit dem 24.07.15 wird Windows 10 kostenlos für alle Besitzer einer Windows 7 oder Windows 8 Installation als Update ausgerollt, insofern man sich bei Microsoft hierfür angemeldet hat. Da aber ein neues Betriebssystem ja immer mit einigen Risiken für die Funktionalität des bewährt laufenden Systems verbunden ist ( „never change a running system!“) sowie meist einige unvermeidliche Kinderkrankheiten mitbringt, schreckt der ein oder andere aber eventuell vor einer übereilten Installation des neuen Systems zurück.

Nun, nicht nur, dass ich neben meinem Musikerdasein auch noch zertifizierter Betriebssystemspezialist für Windowssysteme bin, sondern auch noch von einer gehörigen Portion Neugier getrieben werde, habe ich mir es natürlich nicht nehmen lassen, trotzdem direkt am Tag der Veröffentlichung mein „hochsensibles“ Studiosystem direkt erstmal voll auf Risiko auf Windows 10 zu aktualisieren.

Ob sich das gelohnt hat, was es für Hürden gab und eventuell sogar noch den ein oder anderen Tipp hierzu findet ihr in diesem Artikel. Vorweg, dieser Artikel ist kein „echter“ Test, sondern eher ein Erfahrungsbericht.

 

Vorbereitung ist alles

Ok ok, wollen wir mal das „voll auf Risiko“ ein wenig relativieren. Natürlich habe ich vorher ein komplettes Backup der Systempartition gemacht, um im Notfall mein System wiederherstellen zu können. Ich selbst nutze dazu die Backup and Restore Lösung von Paragon [4] mit der man auch Images von ganzen Partitionen oder Festplatten erstellen kann. So kann man im schlimmsten Fall das ganze System einfach wieder zurückspielen als wäre nie etwas geschehen. Für den Heimgebrauch gibt es auch eine kostenlose Version, die lediglich nicht alle Funktionen (wie z.B. geplante Backups) beinhaltet, aber für die hier benötigte Aufgabe des Systemimages völlig ausreicht. Ein Link auf die Herstellerseite findet ihr am Ende des Artikels. Da liste ich alle im Laufe des Artikels erwähnte Software mit ihren Bezugsquellen auf.

Ausgehend davon, dass man seine Daten eh nicht auf der eigentlichen Systempartition haben sollte, ist es eigentlich nicht nötig, diese einmal extra zu sichern. Solltet ihr eure Arbeitsdaten jedoch auf der Systempartition haben, so ist es unbedingt empfehlenswert, diese zusätzlich einmal extra zu sichern. Und für die Zukunft einmal zu überlegen, ob das wirklich eine so gute Strategie ist, Daten und System auf der gleichen Platte bzw. Partition zu haben. Befinden sich die Arbeitsdaten nämlich auf einer eigenen Partition, so ist die Systempartition jederzeit formatierbar, ohne dass man vorher Daten noch zusätzlich sichern muss. Zusätzlich?! Ja zusätzlich, weil ein regelmäßiges Backup eures wichtigsten Gutes, nämlich eurer Daten, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Und zwar auf eine zweite Festplatte!

Im Übrigen sollten natürlich auch die „Eigenen Dateien“ nicht auf der Systempartition liegen, sondern auf einer Datenpartition. Das geht übrigens ganz einfach, bietet doch jeder der Datenordner in eurem Benutzerverzeichnis die Möglichkeit, ihn zu „verschieben“. Und das sollte man unbedingt machen. Windows merkt sich dabei die neuen Pfade, so dass die Systemordner danach immer noch auf die „richtigen“ Ordner zugreifen.

Ok, ich schweife ab… 🙂

Kommen wir zurück zu Windows 10…

Windows 10

 

 

Die Installation – nicht nur ein Weg führt nach Rom

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten Windows 10 auf euer System zu bekommen. Zum einen die Möglichkeit, Windows Update zu verwenden und das Ganze automatisch laufen zu lassen. Möglichkeit 2: sich ein Installationsmedium zu erstellen und dieses zu nutzen. Mit der zweiten Möglichkeit hat man natürlich dann auch die Auswahl, sein existierendes System zu aktualisieren oder eben ein ganz neues System aufzusetzen. Wie gesagt, ich bin neugierig (s.o.). Ich habe beides ausprobiert 😉

Möglichkeit 1 – über Windows Update

Bei der Variante über Windows Update werden die benötigten Dateien wie bei einem „normalen“ Windows Update automatisch heruntergeladen. Anschließend befinden sich die Dateien in dem Verzeichnis C:/ $Windows.~BT Dieser Ordner ist allerdings versteckt und deswegen erst sichtbar, wenn man die Anzeigeoptionen für den Windows Explorer ändert [6]. Bei der anschließenden Updateinstallation bleiben alle Programme und Einstellungen erhalten. Zumindest theoretisch. Dazu später mehr. Diese Art des Updates dauert. Richtig lange! Bei meinem System hat das Ganze über 4 Stunden gedauert, bis ich endlich Windows 10 ausprobieren konnte. Da wirkt der Hinweis „Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie sich“ des Installationsprogramms schon fast ein wenig sarkastisch 😉

Möglichkeit 2 – mit einem Installationsmedium

Entgegen den Ankündigungen von Microsoft ist doch auch bereits seit Auslieferung von Windows 10 der Download von entsprechenden ISO Dateien möglich, um sich einen Installationsdatenträger zu installieren. Allerdings nur über den Umweg über Onlineportale [2]. Die von Microsoft präferierte Methode mittels „Media Creation Tool“ [1] sagte mir persönlich nicht so zu, da hier anschließend wieder kein „echtes“ Installationsmedium vorliegt, sondern die Dateien sich nur auf der Festplatte befinden. Also lieber die ISO Datei heruntergeladen und auf eine DVD gebrannt. Eine komplette Neuinstallation von DVD dauert übrigens dann nicht viel länger als eine Installation von Windows 7. Allerdings sind natürlich hinterher alle Programme, Software und Treiber neu zu installieren.

Windows 10 Info

Seriennummer

Stellt sich die Frage nach der Seriennummer? Ok. Windows erzeugt automatisch eine Seriennummer bei der Installation. Und zwar sowohl bei der Installation von DVD, als auch beim Update automatisch. Immer vorausgesetzt, ihr habt euch für das Windows 10 Update angemeldet. Dabei wurde nämlich eine Kennung für euren Computer erzeugt, mittels dessen euer System nach der Installation aktiviert wird. Fakt: ihr braucht keine Seriennummer einzugeben. Allerdings kam es bei mir zu einem kleinen Schluckauf bei der Aktivierung des Updatesystems: das ließ sich doch erst aktivieren, nachdem ich die Seriennummer erneut eingegeben hatte. Die Neuinstallation von DVD hat sich sofort selbst aktiviert gehabt.

Wie kommt man an seine Seriennummer? Braucht man die? Ich persönlich würde definitiv empfehlen, sich seine Seriennummer auszulesen und aufzubewahren. Diese ist nämlich nicht identisch mit eurer Windows 7 oder 8 Seriennummer. Und wenn sich eure Hardware ändert, passt auch die Computerkennung nicht mehr, so dass ihr dann auf eine Seriennummer für eine erneute Aktivierung angewiesen seid.

Wie komm ich an meine Seriennummer? Ganz einfach: mit dem kleinen Tool ProdKey [4].

Solltet ihr übrigens neu von DVD installieren, ist es wichtig zu wissen, welche Windows 10 Version ihr installieren dürft. Die DVD enthält nämlich sowohl die Home als auch die Pro Version. In der Regel ist das die Home Version. Auch das verrät euch ProdKey.

 

Erster Eindruck – alles so schön bunt hier

Nach der Installation begrüßt einen Windows 10 dann im derzeit angesagten „Material“ Design. Also alles schon flach und gefällig, nix mehr mit aufwendigen 3D Oberflächen und Fensterleisten.

Und: im Gegensatz zu allen vorherigen neuen Windows Versionen habe ich das erste Mal tatsächlich nicht den Eindruck, dass einfach nur alles bunter und überladener geworden ist. Das Design wirkt einfach relativ frisch und unverbraucht. Und für die Windows 8 Geschädigten: ja, es gibt auch endlich wieder ein „echtes“ Startmenü.

Was fällt sonst auf? Nun, für Windows 7 Umsteiger ist die Aufteilung der Systemsteuerung erstmal gänzlich ungewohnt.  Es gibt nur noch eine sehr gewöhnungsbedürftige Kategorieansicht.

Windows 10 Einstellungen

Aber nein, das stimmt eigentlich nicht. Leidglich der sehr präsente Button „Einstellungen“ führt per Schnellzugriff auf die wichtigsten Einstellungen. Im Startmenü unter “Windows System“ findet man auch die gute alte gewohnte Systemsteuerung mit all ihren bekannten Optionen.

Außerdem: alle Windows Konsolenbefehle funktionieren auch unter Windows 10 weiterhin. Wer es also gewohnt ist, mittels Windows-Taste + R Kurzbefehle und Managementkonsolen aufzurufen: hier hat sich glücklicherweise nichts geändert, das geht alles noch!

Vom Booten und der Systemgeschwindigkeit und –stabilität gefällt mir Windows 10 sehr gut. Microsoft scheint mit dem neuen System tatsächlich Mehrprozessorsysteme mit viel Speicher definitiv noch besser nutzen zu können, als das vorher schon mit Windows 7 der Fall war. Zumindest mein neuinstalliertes System bootet in einer Zeit von unter einer Minute komplett und bisher habe ich auch keinerlei Abstürze oder Probleme beobachten können.

Was mir auch sehr gut gefiel, auch Windows 10 scheint wieder sehr viele integrierte Treiber mitzubringen. Für mein ganzes System musste ich bei der Neuinstallation igerade mal einen einzigen Treiber von Hand nachinstallieren. Und das war der Treiber für meine uralte Soundkarte. Alle anderen Treiber, inklusive Motherboardchipsatz und Grafikkarte brachte Windows 10  bereits mit.

 

In der Praxis

Damit lässt sich schon gut arbeiten! Gerade mit der Mischung aus der gewohnten Windows Desktop Oberfläche mit der Integration von Apps lässt sich doch sehr gut, schnell und flüssig arbeiten. So wird der gewohnte Workflow eines Desktopsystems durch die kleinen, wesentlich schnelleren Apps eher unterstützt und dennoch ist man diesen nicht so ausgeliefert, wie bei Windows 8, insofern man dort nicht „Classic Shell“ installiert hatte. Eins der schönen Beispiele dafür ist z.B. die Dropbox App. Auch setzt Windows nicht mehr von sich aus standardmäßig auf die Windows Apps, sondern lässt jetzt dem User die Wahl, ohne erst tief ins System eintauchen zu müssen.

Windows 10 Dropbox App

Allerdings muss man auch zugeben, dass es gerade bei den Apps und insbesondere beim App Store doch z.T. noch gewaltig hakt. Z.T. müssen Apps mehrfach im Download angestoßen werden, bevor überhaupt etwas passiert. Aber schieben wir das mal darauf, dass im App Store wahrscheinlich derzeit noch einiges an Betrieb herrscht, da derzeit ja alle neuen User dort nach Apps stöbern und downloaden. Das Problem sollte sich also auf Dauer sicher geben. Gerade heute gab es ein weiteres Windows  10 Update, welches sich explizit um dieses Problem kümmern soll.

Im direkten Arbeiten mit meinen ganzen Studiotools und Softwares (s. Liste unten) bin ich bisher bei Windows 10 noch auf keine größeren Probleme gestoßen. Leidglich einige Softwares wollten neu aktiviert werden, z.B. Best Service Libraries, die meisten Softwares haben jedoch die Computer ID übernommen und liefen sofort einwandfrei. Und zwar sowohl in der Neuinstallation als auch der Upgradeinstallation.

Bei einigen Kollegen hat es, insbesondere in Zusammenhang mit einigen Licensern Probleme gegeben. So reagiert der Steinberg eLicenser bei Upgrade Installationen nicht immer wie erwartet. Dies soll jedoch mit einer kompletten Neuinstallation des eLicensers behoben werden können. Ähnliche Probleme machte wohl der eLicenser von BestService / YellowTools. Hier bringt es Abhilfe, alle installierte Lizenzen innerhalb des YellowTools Lizenz Ordner zu löschen und dann neu über den Licenser einzugeben. Beides jedoch Probleme, die nur bei Upgradeinstallationen aufgetreten sind. Bei einer kompletten Neuinstallation des Systems tauchen diese Probleme nicht auf.

Dazu: ich persönlich empfehle eh eine komplette Neuinstallation des Systems. Und nicht das Aktualisieren des bestehenden Systems. Das hat mehrere Gründe:

  1. eine reine Neuinstallation ist rein vom System her wesentlich schneller erledigt
  2. ein neu aufgesetztes System ist wesentlich schneller
  3. alter Treiber- und Systemmüll entfällt
  4. das neuinstallierte System bootet wesentlich schneller, als ein aktualisiertes System

Natürlich muss man nachher noch wieder einiges an Software und Libraries installieren, doch lohnt sich dies meines Erachtens. Danach hat mein sauberes neu aufgesetztes und (noch) nicht vermülltes System, von dem es dann gilt, wieder ein sauberes Image zu erstellen, mit dem man es jederzeit wieder aufsetzen kann. Schließlich müllt sich Windows auf Dauer doch zu und wird auch merklich langsamer. Mit einem sauberen Image kann man es jedoch jederzeit wieder „zurücksetzen“.

Ein weiterer Vorteil der kompletten Neuinstallation: man überdenkt eventuell mal wieder, welche Tools man wirklich braucht und welche man eh nie genutzt hat. Bei mir bleibt meistens die Hälfte der vorher installierten Plugins auf der Strecke, da ich sie eh nicht genutzt habe. Brauche ich sie dann doch irgendwann mal, kann ich sie ja später noch nachinstallieren 😉

Einzig: soll doch Windows 10 ein verbessertes Audiosystem mitbringen, so kann ich dies in der Praxis nicht bestätigen. Gerade im Zusammenhang mit meiner DAW verwende ich weiterhin ASIO, da hier ganz klar die geringeren Latenzen zu finden sind. Im Standalonebetrieb einiger Softwaresynths oder auch von Kontakt 5 oder Engine 2 lässt sich jetzt allerdings auch ganz gut mit dem Windows eigenen Audiosystem WDM arbeiten, da sind die Latenzen und der gleichzeitige Betrieb dann doch besser geworden, so dass man auch mit mehreren Softwaresynths parallel arbeiten kann, ohne dass es zu größeren Problemen kommt.

Der Haken, das Windows 10 anfangs noch Probleme mit etlichen Antivirensoftwares hatte, ist mittlerweile allem Anschein nach mit einem der letzten Updates übrigens bereits behoben worden. Ich selbst verwende das kostenlose 360 Internet Security [5], das anfangs nicht korrekt von Windows 10 erkannt wurde. Zumindest gab es beim Hochfahren immer eine Meldung im Info Center. Schaute man dann aber in den Einstellungen des Sicherheitscenters nach, wurde 360 Internet Security korrekt angezeigt. Das ist aber, wie gesagt, offensichtlich mittlerweile behoben.

 

Wichtige Tipps

Ihr habt es eventuell schon in anderen Publikationen mitbekommen: Windows 10 sammelt Daten. Aber, man ist dem nicht ganz hilflos ausgeliefert, sondern kann das weitestgehend unterbinden. Drückt dazu einfach mal die Windows Taste auf eurer Tastatur und tippt das Wort „Datenschutz“ dort ein. Damit landet ihr dann direkt auf der Seite mit allen Datenschutzeinstellungen, die Windows euch verwalten lässt. Passt das einfach euren eigenen Vorstellungen an, die Einstelllungen sind eigentlich alle selbsterklärend.

Windows 10 Datenschutz

Natürlich ist es auch möglich, ein rein lokales (Benutzer-)Konto anzulegen, welches nicht mit einer Windows ID verknüpft werden muss. Im Gegensatz zu Windows 8, wo das nur unter erschwerten Bedingungen möglich war. Auch damit umgeht man natürlich einiges an Datensammelei bzw. können die Daten nicht eurem Microsoft Userprofil direkt zugeordnet werden.

Außerdem zu empfehlen: mistet das Startmenü aus. Damit meine ich natürlich nicht das Startmenü selber, sondern die Kachelfläche mit den Apps. Schmeißt alle Kacheln, die ihr nicht unbedingt benötigt, raus. Und seht zu, dass ihr die verbleibenden Kacheln bzw. Apps per Rechtsklick deaktiviert. Ansonsten sind diese Kacheln aktiv und ziehen zwischendurch Aktualisierungen aus oder senden „stay-alive-pings“ ins Internet. Was im ungünstigsten Falle natürlich genau in dem Moment passiert, wo ihr gerade die gesamte Rechenpower eures Rechners benötigt und keine Audioaussetzer z.B. bei einer Aufnahme brauchen könnt. Also raus mit allem, was ihr nicht braucht!

 

Und, läufts?! – (m)eine Kompatibilitätsliste

So jetzt hab ich eigentlich eher eine ganze Menge allgemeine Informationen und Eindrücke gegeben, kommen wir nun doch nochmal zu den eigentlich wichtigeren Sachen an unserem Studio PC.  Nämlich der Kompatibilitätsliste mit der von mir mit Windows 10 getesteten Hard- und Software. In erster Linie sind das natürlich die von mir selbst verwendeten Tools und Hardware. Installiert ist hier die 64-bit Version von Windows 10 Home auf meinem PC mit einer AMD FX6300 CPU mit 8 GB RAM und einer 1 TB SATA III WD Green Festplatte.

Alle hier von mir gelistete Hard- und Software lief auf meinem System einwandfrei. 

 

getestete Hardware:

  • M-Audio Delta 1010LT PCI Soundkarte (läuft einwandfrei mit dem Windows 7 Treiber)
  • Lexicon MX200 per USB **
  • Behringer Xenyx Mixer als Soundkarte per USB Anbindung*
  • MotU Midi Express 128 per USB **
  • Akai LPD8 per USB **
  • Arturia SparkeLE per USB **

*Läuft mit Windows 7 oder 8 Treiber. Darauf basierend ist davon auszugehen, dass alle M-Audio Delta Soundkarten laufen dürften.
** USB Class compliant, keine weiteren Treiber notwendig

USB Class Compliant Geräte, die keine weitere eigene Treibersoftware benötigen dürften auf alle Fälle immer problemlos laufen.

 

getestete Software:

  • Native Instruments *
    Kontakt 5.x, Massive, Battery 3, Reaktor , Absynth, FM8, Guitar Rig
  • Arturia
    Spark, Arturia V Collection
  • Magix**
    Samplitude Pro X, Samplitude Pro X2
  • Steinberg***
    eLicenser, Cubase 8 AI Elements
  • Waves
    Waves Collection 9, Waves License Center
  • Korg
    Legacy Collection
  • Best Service****
    Engine 2 und Libraries
  • iLOK Software Licenser
  • Midi OX
  • Savihost

*Native Instruments garantiert volle Funktionalität [7]
**MAGIX garantiert volle Funktionalität
***Steinberg rät von Windows 10 derzeit noch ab, da es zu Midi Timing Problemen kommen könnte[8]. Ich hab jedoch keine Probleme feststellen können. Evtl. muss der eLicenser neu installiert werden.
****Libraries unter Engine2 müssen neu aktiviert werden

Prinzipiell ist davon auszugehen, dass alle VST und VSTi Plugins laufen, sofern der verwendete Host/DAW läuft.

 

Fazit

Also, ganz ehrlich, mir gefällt Windows 10. Und ich werde definitiv auch bei Windows 10 bleiben. Aber mal im Ernst: insgesamt lässt sich auf alle Fälle aus meiner Position heraus sagen, dass Microsoft mit Windows 10 nach der 8er Pleite wieder ein vernünftiges System, auch für den Studiobereich, gelungen ist. Und fast alle gängige Studiosoft- und Hardware scheint bereits problemlos zu laufen.

Sicherlich gibt es auch hier wieder Kritikpunkte, insbesondere den Drang des Systems zum Datensammeln. Aber jeder von euch, der ein Android Smartphone besitzt, gibt wesentlich mehr Daten von sich Preis, ohne das beeinflussen zu können. Und hier gibt es wenigstens die Möglichkeit, die von Haus aus vorkonfigurierte Sammelwut weitestgehend einzudämmen.

Im Studioalltag: aufgrund der Abwärtskompatibilität des Treibersystems , habe ich bei meinem Ersttest keinerlei Treiberprobleme mit egal welchen Geräten gehabt. Wo es noch keinen expliziten Windows 10 Treiber gibt, liefen entweder die Windows 7 oder aber die Windows 8 Treiber problemlos. Man braucht also eigentlich keine Angst wegen zu alter Hardware zu haben. Selbst meine ewig alte Delta 1010LT läuft einwandfrei.

Auch scheint es bei den meisten Standardsoftwares kaum Probleme zu geben. Und sollte es dennoch mal zu welchen kommen, so ist sicher davon auszugehen, dass gerade die großen und renommierten Hersteller innerhalb kurzer Zeit passende Fixes und Updates liefern dürften, immerhin ist Windows 10 das System für die Zukunft (oder zumindest die nächsten Jahre).

Wie also könnte eine Empfehlung lauten?

Nun, wer bisher mit Windows 8 gearbeitet hat und sich mit der Kacheloberfläche so gar nicht anfreunden mochte, dem kann ich nur zum Upgrade raten. Windows 10 ist sicherlich um genau die Punkte besser, die einem bei Windows 8 immer gestört haben. Noch dazu läuft es von meinem rein subjektiven Eindruck stabiler und schneller.

Wer bisher mit Windows 7 gearbeitet hat: überlegt es euch. Es ist sicher nicht verkehrt auf Windows 10 zu upgraden. Wenn ihr das noch nicht wollt, dann seht wenigstens zu, euch bereits jetzt eine Kopie von Windows 10 zu reservieren. Weil noch gibt es das Upgrade umsonst. Zumindest die folgenden 11 Monate noch. Danach wird es kostenpflichtig. Und der Support für Windows 7 läuft halt auch irgendwann mal aus.

Und wer noch Windows XP arbeitet…*hust*…, dem kann ich nur wünschen *hust*…, dass die Maschine isoliert vom Internet läuft!

Auf alle Fälle: wer sich jetzt einen neuen Rechner zulegt, der kann und sollte auf alle Fälle ruhig direkt auf Windows 10 gehen.

Und wer sich noch nicht schlüssig ist? Warum nicht ruhig einmal das Upgrade testen, im schlimmsten Fall hat man einen Monat Zeit für ein Rollback auf Tastendruck. Für den Dauerbetrieb empfehle ich allerdings unbedingt eine saubere Neuinstallation.

 

 

Bezugsquellen der im Artikel vorkommenden Software:

Windows 10 Installationsmedien

 [1] Microsoft Windows 10 Media Creation Tool
Tool zum Erstellen von Installationsmedien (nicht empfohlen)

https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10

[2] Windows 10 ISO Dateien
Leider nur über Zwischenlink und nicht direkt verfügbar (empfohlen)

http://www.drwindows.de/content/7072-windows-10-iso-dateien-stehen-oeffentlichen-download.html

Beide Wege sind legal! Allerdings empfehle ich, die ISO Dateien runterzuladen und als DVD zu brennen.

 

weitere Tools

[3] Paragon Backup and Restore 2014 Free Version
Software zur Datensicherung, es können Dateien, aber auch ganze Laufwerke als Image abgelegt werden. Inklusive Rescue DVD Image. Kostenlose Version für den Privatgebrauch.

https://www.paragon-software.de/de/home/br-free/

[4] ProdKey
Kleines Tool um Seriennummern von Windows (7, 8, 8.1 und 10) oder Office Installationen auszulesen.

http://www.nirsoft.net/utils/product_cd_key_viewer.html

[5] 360 Internet Security
Kostenlose Internet Security Suite der chinesischen Firma Qihu mit insgesamt 4 parallel laufenden Antivirus Engines (u.a. Bitdefender und Avira).

http://www.360totalsecurity.com/

 

weitere Quellenangaben und weiterführende Links

[6] ESD Decrypter und wie man eine ISO aus einer ESD erzeugt

http://downloads.netmediaeurope.de/76609/esd-decrypter/

[7] Native Instruments Stellungnahme zur Windows 10 Kompatibilität

https://www.native-instruments.com/de/support/knowledge-base/show/4230/kompatibilitat-von-native-instruments-produkten-mit-windows-10/

[8] Steinberg Stellungnahme zur Windows 10 Kompatibilität

https://www.steinberg.net/nc/de/support/knowledgebase_new/show_details/kb_show/product-compatibility-info-regarding-microsoft-windows-10.html

 

Klaus FeurichÜber Klaus:
Musiker und Techniker: Keyboards, Gitarre, Sounddesign, Ton- und Studiotechnik, Computertechnik
http://lunymarmusic.com

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7 Gedanken zu “Windows 10 auf dem Studio PC – lohnt sich das schon?! Geht das überhaupt?! Ein erster Eindruck…

  • Sylvio Pretsch, studio 6/49 Audio Design

    Mich hat von Anfang an stutzig gemacht, dass Windows 10 als kostenfreier Download angeboten wird. Mittlerweile ist auch klar warum. Man konnte es sich im Vorfeld auch denken. Windows 10 sammelt eine Menge an Daten, die dann an Microsoft gesendet und monetarisiert werden. Für mich ist dies ein Ausschlusskriterium, auf Windows 10 zu wechseln. Never touch a running system!

    Bei einem vernünftigen Betriebssystem für eine Audio-Workstation erwarte ich, dass dies so wenig wie möglich Ressourcen verbraucht und so wenig wie möglich Hintergrundprozesse laufen, die erforderlich für den Betrieb des Systems sind und nicht für – man kann hier schon von Spionagetätigkeiten sprechen. Denn was anderes ist es letztlich nicht.

    Welches normale Unternehmen würde sich eine solche Software freiwillig installieren? Jedes Unternehmen bzw. jeder Unternehmer sollte sich die Frage stellen, ob er nach Feierabend den Haustürschlüssel im Türschloss stecken lassen würde und zusätzlich dazu die Firmenkreditkartennummer mit dem dazugehörigen Passwort und allen Firmengeheimnissen draußen, in der Innenstadt an die Litfaßsäule schreiben würde. Nichts anderes ist es mit einer solchen Software.

    Damit ist Wirtschaftsspionage vorprogrammiert. Denn wer kann denn garantieren, welche Daten hierbei noch ausgelesen werden?

    Für mich kommt Windows 10 nicht in Frage, da ich als Unternehmer auch verantwortlich für die sensiblen Daten meiner / unserer Kunden bin / sind. Deshalb wird es auch Zeit, dass Deutschland mal aus seinem IT-Dornröschenschlaf erwacht und ein Pendant zu Microsoft und Windows hervorbringt, ohne irgendwelchen (amerikanischen) Schnüffelfirlefanz.

    • Martin Beurskens

      Was die Sammelwut von Windows 10 angeht, stimmen die Aussagen meines Vorredners nur teilweise. Nach der Installation von Windows 10 stehen alle Übertragungswege auf „on“ bzw. „ein“. Als Benutzer hat man allerdings die Möglichkeit, alle Übertragungswege auf „off“ bzw. aus „aus“ zu stellen. Zudem sollte man sich als Benutzer fragen, ob man den Edge Brower (Nachfolger des Internet Explorer), die MS Cloud, oder den Assistenten Cantana (so heißt er glaube ich) und andere Apps nutzt. Wer letzteres verneinen kann und Alternativen verwendet, wird wohl kaum in die Lage kommen, unnötige Daten an MS weiter zu geben. Ganz nebenbei gibt es mittlerweile auch schon Tools, die die entsprechenden Einstellungen bündeln und es dem Benutzer vereinfachen, diese abzuschalten.

      Ansonsten nutze ich Windows 10 jetzt seit etwa 3 Monaten und bin sehr zufrieden damit. Anfangs gab es beim Upgrade von Windows 7 ein paar kleine Probleme, die von älteren 32 BIT Anwendungen herrührten. Nach deren Deinstallation lief alles rund und das ist bis jetzt auch so geblieben.

      Grüße
      Martin

  • Andreas Bartsch

    So , lieber Namensvetter und liebe Besucher , Leser und Musiker

    HEUTE , am 30.09.2015 möchte ich diesem ganzen Kapitel hier einen vorläufigen Schlussstrich signalisieren ….

    seit den letzten 2 Wochen läuft die 10 nun auf meinem Produktions – PC und es gibt nicht das geringste Problem !!!

    Die Sound – Karte ist derzeit eine ESI JULI@xte , Hauptsoftware der REASON 8.3 , PRESONUS Studio One 3.0.2 , Kontakt Player Vollversion sei mal erwähnt , er läuft aber nahtlos im PRESONUS – wohlgemerkt ist letzterer für die “ meisten “ Libraries in VST BUZZ
    zwingend erforderlich . Was VST angeht , so muss aber ebenso die JBRIDGE Vollversion installiert sein , um 32bit – Plugins auf einem 64bit PC zu fahren … seit REASON 8.3 ist 64bit übrigens einzig die PFLICHT !!!

    Ich möchte abschliessend einfachj generell zu WIN10 sagen , es ist verdammt schnell , schont Resourcen – UND !!!! – die reguläre BOOTZEIT meines PC ist satt unter 25 Sekunden gerutscht ….

    ALSO , ich sage mal , wer noch wartet , den bestraft in spätestens einem Jahr das Leben . Ich möchte erwähnen !!! – das die derzeit in EBAY – wenn noch angebotnen – USB WIN 10 – STICKS schon ab heute Nacht , genauer 01.10.2015 nicht mehr für LAU mit Hilfe der vorhanden Serials der WIN 7 oder 8 installierbar sind !!!

    C est la vie , ich schreibe nicht oft , oder bisher gar noch nicht für BUENAS offizielle Artikel , ber der hier ist gewissermassern als Einstand zu sehen – Gelle , Andreas

    Gruß , Andreas

  • Perry Staltic

    Ein sehr informativer Bericht, Danke dafür!

    Aber mal etwas überspitzt und auch stellvertretend für die „Never-change-a running-horse“- Fraktion unter den Lesern gefragt: Warum sollte ich jetzt schon von Windows 7 auf 10 wechseln, wenn die DAW und die Hardware mit 7 rund läuft? Welche konkreten Vorteile beim Musizieren oder beim Sounddesign würde mir dies jetzt bringen?

    Mein DAW-Rechner darf nur mal ab und zu zum Aktivieren diverser Musiksoftware ins Zwischennetz, ansonsten überhaupt nicht. Auch läuft darauf keinerlei andere Software, als die zum Musizieren benötigte, und vom Drücken des Einschaltknopfes bis zum Erscheinen des Desktops vergeht auf meinem aktuellen Rechner noch nicht mal eine halbe Minute. Mein altes, aber nach wie vor voll funktionales CUBASE 5.5 dürfte mit Windows 10 vermutlich ins Stolpern geraten, wenn ich STEINBERGs Bemerkungen richtig deute…

    Also, welches Argument könnte tatsächlich einen Wechsel untermauern, wenn man wirklich nur einen halbwegs flotten und stabilen Unterbau für seine Musikprogramme benötigt und man auf den „geschenkten Gaul“ auch keinen sonderlichen Wert legt (den bezahlt man ja übrigens auch mit einer Lizenzknebelung an den aktuellen Rechner, bei einem Hardwarewechsel ist diese Gratis-Lizenz ja dann obsolet…)?

    • Klaus Feurich

      Du hast in sofern Recht, als dass es mit einem Windows 7 System derzeit noch keinen 100% triftigen Grund für einen Wechsel gibt.

      Aber auf drei Punkte möchte ich spezifisch eingehen:

      1. Die Lizenz ist nicht an den Computer spezifisch gebunden. Nur die automatische Aktivierung. Mittels des beschriebenen Wegs des Auslesens der spezifischen Seriennummer ist auch eine Neuinstallation / Aktivierung auf geänderter Hardware möglich. Also nix Hardwareknebelung 😉
      (btw …Windows 7 müsstest du bei einem Hardwarewechsel auch neu aktivieren.)

      2. Cubase 8 AI und 7 AI haben bei mir beide keine direkt nachvollziehbaren Probleme gemacht. Insbesondere nicht beim MIDI Timing, welches Steinberg ja explizit erwähnt. Ich könnte mir also vorstellen, dass dies tatsächlich nur in bestimmten Hardwarekonstellationen auftritt. Da es diese Timing Probleme insbesondere auch bei Steinberg Hardware auftritt, könnte es da einen Zusammenhang geben.

      3. Der einzig echte aktuelle nennenswerte Vorteil ist, dass mein PC unter Windows 10 schneller und stabiler zu laufen scheint, als unter Windows 7. Alleine das ist für mich ausreichend Grund, um auf 10 zu bleiben und nicht auf 7 zurück zugehen.

      In deiner Konstellation würde ich eventuell wirklich einfach hingehen und mir das Upgrade reservieren, so wie ich darf in der Empfehlung geschrieben habe. Du hast dann bis Juli 2016 Zeit für das Upgrade. Und bis dahin ist Steinberg dann vllt auch soweit 😉

      • Perry Staltic

        Und wieder was gelernt… 😉 Danke für Deine ausführliche Antwort! Wie gesagt, ich hatte meine Fragen absichtlich so konservativ eingestellt formuliert, da vermutlich nicht wenige unserer werten Leser eine ebensolche Upgrademüdigkeit und -scheu entwickelt haben dürften, wie das mittlerweile bei mir der Fall ist… 😉

        Irgendwann mal in der Zukunft kommen wir wohl alle nicht um ein Upgrade herum, einfach weil es immer so läuft. Ich persönlich habe meine aktuelle DAW nach rund 10 Jahren mit XP erst vor einem guten halben Jahr auf Win7 umgestellt (für mein Mainboard gibt es gar keine XP-Treiber…) und werde jetzt natürlich einen feuchten $#!“§/&% tun, wieder tagelang alles erneut zu installieren, zu aktivieren und auf meinen Workflow einzurichten.

        Wenn ich mal eine leere SSD über hab, dann mach ich sowas allenfalls parallel zu meinem laufenden System, das Umstöpseln geht noch etwas schneller, als Images zurückzuspielen… 😉