Sugarbytes Guitarist Testbericht.

In den 80ziger Jahren waren es die Drummer die einen gehörigen Schrecken bekamen als die Drumcomputer bezahlbar wurden, nun schickt sich Sugarbytes an den Gitarristen einen kleinen Schreck einzujagen.

Nun ja zumindest den Rhythmus Gitarristen denn hier liegt die Spezialität des neuen Plugins von Sugarbytes, ich will hier schon einmal vorwegnehmen das Guitarist, so der Name des Plugins, verblüffend authentisch klingt und sehr fein einstellbar ist aber dazu später mehr.

Sugarbytes präsentiert Guitarist als die “umfangreichste Gitarrensoftware aller Zeiten” die absolut überzeugend klingende Gitarrenriffs erzeugen kann und die sich kinderleicht bedienen lassen soll.

Dem kann ich soweit zustimmen, allerdings muss man sich schon ein wenig Mühe geben, denn hier wird nicht nur auf vorgefertigte Rhythmen zugegriffen, wir können tatsächlich alles selbst einstellen, ob Deadnotes oder abgedämpfte Seiten, kleine Animationen im Rhythmusmuster oder sogar das stummschalten von einzelnen Saiten ist möglich.

Sugarbytes liefert zudem zwei gutklingende Amps mit, bei Model X handelt es sich um eine Emulation eines klassischen Röhrenamps die mit nur einem Klangregler auskommt, Model Q enthält eine 3bandige- Klangregelung, mit der sich vom warmen Nashville Sound bis hin zum beissenden Metalriff so ziemlich alles zaubern lässt. Ausserdem finden wir eine DI Box die dazu verwendet werden kann etwaige Amp Modelling Software anzusteuern, wie zum Beispiel GuitarRig 4 von NI oder der bei Steinbergs Cubase 5 mitgelieferte Amp Simulator aber auch nette Clean Sounds liefert.

Was ist drin im Paket?

Es wurden drei E-Gitarren aufwendig gesampelt, (2.200 Samples), wir finden hier die Fender Standards Stratocaster und Telecaster aber auch eine noch nicht so verbreitete Duesenberg Starplayer aus deutscher Produktion, die in den Varianten normal und “bright” zur Verfügung steht.

Auch an integrierten Effekten mangelt es in Sugarbytes Guitarist nicht, es stehen drei Effektkanäle bereit, bei Kanal Nummer eins finden wir Modulationseffekte und zwar:

  • Chous
  • Phaser
  • Boden Phaser
  • Phase Wha
  • Auto Wha

Effektkanal zwei bietet die Hall und Echo Effekte, Ähem Reverb und Delay natürlich :-) hier finden wir:

  • Delay
  • Stereo Delay
  • Reverse Delay (Rückwärts Echo)
  • Reverb
  • HQ (High Quality) Reverb

Der dritte im Bunde ist der Wah Wah Effekt, der über ein LFO angesteuert werden kann aber auch über Midi Learn einem Midi Controller zuweisbar ist und natürlich auch über die verwendete Host Softwareper Automation gesteuert werden kann, es stehen hier drei Modi bereit:

  • Modi Cry (Emulation eines berühmten Pedals)
  • Talk (Vokaleffekt)
  • Volume (Volume-Pedal bzw Tremolo)

Alle Effekte klingen sehr gut und können gerade durch die Kombinatsmöglichkeiten hervorragend zum Soundgeschehen beitragen.

Sugarbytes - Guitarist

Wir spielen Gitarre

Das spielen einer Rhythmusgitarre jenseits von einfachem rumgeschrammel ist eine komplexe Sache, Sugarbytes Guitarist bietet uns hier verschiedene Möglichkeiten einzelne Patterns, Actions und Songstrukturen zu erstellen, schauen wir uns das ganze einmal im einzelnen an:

Mittels des 16 Step Pattern Sequencer kann pro Step bestimmt werden ob ein Strum getriggert wird, welche Saiten getriggert werden und ob der Strum auf- oder abwärts ausgeführt wird. Die jeweilige Spielweise (normal, dead, damped) wird hier eingstellt, die Strum-Geschwindigkeit kann herabgesetzt oder ein Doppelschlag ausgeführt werden. Weiterhin lassen sich auch Slides, Vibratos oder Portamentos einfügen und die klingende Saiten können zu jeder Zeit gestoppt werden.

Der Chord Sequencer kann mittels 16 Steps sowohl Factory-Akkorde oder selbst erstellte Akkorde anwählen. Die Besonderheit des Chordsequencers ist, dass jeder Step bis zu 16mal wiederholt werden kann, somit werden länger dauernde Akkordfolgen und das Wechseln des Akkords zu jeder Zeit ermöglicht, was damit wiederum auch vorgezogene oder gehaltene Akkorde machbar werden lässt.

Sugarbytes - Guitarist - ActionEin ganz besonderes Feature in Sugarbytes Guitarist ist der Animation Sequencer, hier steht uns pro Gitarrensaite ein Sequencer zur Verfügung, mit diesem lassen sich die einzelnen Finger um bis zu 3 Töne auf- und ab schieben. Dadurch erreichen wir lebendige Abwechslung und authentisches Gitarrenspiel, ich will sagen man merkt es nicht, wenn man es nicht weiß, das hier eine Software die Rhythmusgitarre spielt.

Wiederum auf 16 Steps können alle verfügbaren 24 Patterns zu Songs oder komplizierteren Riffs kombiniert werden. Bedingt durch die Möglichkeit jeden Step des Songsequencers bis zu 16 mal wiederholen zu können, sind auch komplexe Songstrukturen und Patternwechsel auch zu ungeraden Zeiten einsetzbar.

Die Action Section bietet acht Effekte die auf Knopfdruck in die Sequenz eingreifen.
Wir finden hier einen Timestretcher, Looper, Halftime, Restart, und Slowdown, selbst Eingriffe in die Spielweise, wie das Setzen aller Noten auf Dead oder Damped oder das einfache Stoppen des Spiels sind verfügbar.

Das sich die Jungs von Sugarbytes bei der Entwicklung so richtig Mühe gegeben haben bemerkt man schon am liebevollen Design der als Audio Plugin aber auch als Standalone Programm fungierenden Software. Nicht nur das eine perfekt animierte Gitarre im Fußbereich des Software Instruments zu finden ist, nein selbst das Stimmen der einzelnen Saiten ist möglich, also wenn es dann mal hyperauthentisch sein soll kann man die Gitarre sogar leicht verstimmen, was die rechte Hand gerade so zaubert siehr man mit dem animierten Plektron rechts, very nice.

Es würde den Rahmen hier sprengen wenn ich auf die vielen weiteren Schmankerl von Guitarist eingehen würde, Ihr könnt aber auch selber testen denn Sugarbytes stellt Euch eine kostenlose Demo Version zur Verfügung.

Die mitgelieferten Presets laden zum direkten erforschen und probieren ein, vom Fingerpicking mit Lagerfeuercharme bis hin zum Arena Heavy Metal Konzert ist hier alles vorhanden, die in großer Menge vorliegenden Presets können durch das programmieren oder umstrukturieren der Patterns natürlich reichlich erweitert werden.

buenasideas-tippFAZIT: Ein tolles Programm das den Rhythmus Gitarristen zwar nicht ersetzt aber für viele Aufgaben gerade bei der Musikproduktion sehr schnell viele Freunde finden wird, je mehr Mühe man sich bei der Programmierung der Pattern gibt um so authentischer wird das Ergebnis, Sugarbytes Guitarist macht einfach einen Heidenspaß und ich glaube nicht das nur Keyboarder hier Ihre Freude finden denn auch Gitarristen können hier neue Songstrukturen aufbauen, vielleicht bietet Guitarist sogar die ein oder andere Inspiration an auf die der “echte” Saitenquäler so gar nicht gekommen wäre. Nun spätestens beim Solo ist dann wieder der echte Held mit dem elektrischen Eierschneider gefragt, das sieht ja auch viel viel besser aus!

Sugarbytes Guitarist kostet aktuell 199,- Euro und kann über die Website: https://sugar-bytes.de/content/products/Guitarist/index.php?lang=de direkt bestellt werden. Hier findet Ihr auch reichlich Klangbeispiele.

Guitarist wird von Sugarbytes als Plugin und Stanalone Version für Windows und Apple OS-X bereitgestellt.

Die Installation und die Freischaltung via Seriennummer war einfach zu bewerkstelligen, ein deutschsprachiges, (englisch ist auch verfügbar),Handbuch im PDF Format wird mitgeliefert.

Und auch hier haben wir wieder einen buenasideas.de TIPP!

Testumgebung:

Steinberg CUBASE 5.5

EMU TRACKER PRE Audiointerface

Yamaha NS10 M Abhöre (über REVOX A77 Verstärkermodul angesteuert)

Rechner: COMPAQ Dual Core 2.5 GHz, 4 GB RAM, Windows XP

Testzeitraum: 7 Tage

Abstürze oder sonstige Probleme während des Tests: keine

One Response to Sugarbytes Guitarist Testbericht.

  1. Geil, vor allem für mich als Keyboarder ist so ein Werkzeug Gold wert, denn zum Einen kann man richtig sehen, wie ein Gitarrist spielen würde und zum Anderen kann mit diesem Programm auch ein Gitarrist sehr viel über Techniken lernen.

    Der Sound ist in Ordnung und müsste mal per Midi auf mein Motif XS losgelassen werden, denn dort klingen die Gitarren schon richtig amtlich.

    Auch mit NI Kontakt und Guitar Rig dürften da sehr interessante Ergebnisse erzielt werden und mal ehrlich, wenn man dem Gitarristen nur noch zu sagen braucht, dass er Solos spielen soll, ist der doch der glücklichste Musiker im Raum.

    Grüße aus Berlin

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