Riffer von Audiomodern

Diesmal handelt es sich nicht um ein MIDI-Tool, dass dabei unterstützt Akkord-Progressionen zu generieren oder eine Spielhilfe, die die spielbaren Töne auf den aktuellen Akkord beschränkt, sondern um einen Melodiegenerator. Das gibt es mittlerweile in verschiedenen Fassungen, aktuell sehr beliebt die Captain Cords, die gleich komplette Tracks auswerfen oder für Filmmusiker ganz neu Orb Composer. Riffer ist eine Nummer kleiner und dankenswerterweise auch etwas günstiger und fällt sehr kompakt und übersichtlich aus. 

Am ehesten damit vergleichbar ist Midi Madness, dass es schon länger gibt und etwas ausgebauter ist. Im Hintergrund werkelt offenbar auch bei Riffer ein Regelbasierter Zufallsgenerator, der auf Knopfdruck möglichst sinnvolle und nicht völlig zufällig klingende Melodien erzeugt.

In die DAW wird Riffer wie ein Synth eingebunden und sendet dann MIDI-Noten.

Der Charme von Riffer scheint darin zu liegen, dass alles auf das eine Fenster konzentriert ist und die Bedienelemente klar darum herum angeordnet sind, was eine einfache Handhabung verspricht.

Nur was man in dem Ausschnitt des Fensters sieht dient als Arbeitsfläche für die Notenerzeugung. Dabei kann man vertikal herauszoomen und der Algorithmus kann sich dann auf zwei oder mehr Oktaven austoben und die Sequenzlänge kann auf bis zu 64 Steps erhöht werden.

Für die Notenlänge innerhalb eines Steps gibt es eine Ansicht, die in dem Fenster dann überlagert wird und so eine einfache optische Zuordnung ähnlich einer herkömmlichen Pianoroll ermöglicht.

Das Volumen einer Note wird mit feinen Slidern überblendet. Alle drei Noteneigenschaften Pitch, Duration und Volume können unabhängig voneinander von der Wirkung des Zufallgenerators ausgeschlossen werden. Man kann also z. B. Tonhöhen und Notenlänge variieren, aber die rhythmische Lautstärkenänderung beibehalten.

Der tonale Arbeitsraum wird mit einer Auswahl an über fünfzig Tonarten und einer Root-Note für diese Skala bestimmt.
Feinheiten wie Shuffle und Shift bringen bei Bedarf noch etwas an simulierter menschlicher Ungenauigkeit hinein.

Wie viele Noten innerhalb des Fensters erzeugt werden kann man einschränken, wenn bei einer Stepanzahl von 16 nur 10 ausgewählt wird, dann führt das dazu, dass 6 der erzeugten Noten ausgegraut werden und nun Pausen darstellen.

Von dem Prinzip, dass Noten immer einen Step lang sind kann man zumindest insofern abweichen, dass man zwei gleiche aufeinanderfolgende Noten zusammenschweissen kann. Hier kommt auch die manuelle Korrekturmöglichkeit zu Hilfe, denn man kann auch selbst eingreifen und Noten setzen und ein erzeugtes Muster anpassen und korrigieren.

Ungewöhnlich ist der Infinity-Button, der wenn der Transport der DAW läuft immer wenn der Abspielbalken das Fenster durchlaufen hat ständig eine nächste neue Melodie generiert.

Wenn das erzeugte Melodie-Riff gefällt kann man es dann einfach per Drag and Drop in die DAW exportieren.

Ein Übersichtsvideo von Audiomodern:

Mich spricht der simple und direkte Workflow von Riffer an, das scheint das passende Werkzeug für die schnelle Melodie zwischendurch zu sein.

Produktseite von Riffer: https://audiomodern.com/shop/plugins/riffer

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