Excalibur Multi-Effekt im Angebot

Exponential Audio ist als Firma für hochprofessionelle Hall-Plugins bekannt, den Multi-Effekt Excalibur kannte ich bisher jedoch noch nicht. Das Plugin hat schon einige Jahre auf dem Buckel, ist von 2015 und mittlerweile in Versionsnummer 5. Wenn das Teil je ein Insider-Tipp war, ist mir das entgangen. Mittlerweile kann ich mir aber vorstellen, dass das der Fall war.

Excalibur GUI
Excalibur GUI

Der Original-Preis war recht hoch, bei ca. 150 $, Exponential Audio wurde jedoch kürzlich von Izotope übernommen, da läuft schon länger ein 50% Sale der Hall-Plugins, das kleinste davon Phoenix hatte ich mir mal angeschaut. In den Testberichten dazu schnitt es aber so viel schlechter ab als die größeren Brüder, die auch um die Hälfte immer noch sehr teuer sind, dass ich darauf keine Lust hatte. Das Reverb-Bundle mit Nimbus und R4, Phoenix und eben Excalibur ist jedoch interessant, wenn man noch kein hochwertiges Reverb hat. Bei Izotope ist Excalibur auch offiziell zur Hälfte des Normalpreises mit 69 $ im Angebot, bei Plugin Boutique jedoch noch bis zum 03. Mai für knapp 10 € zu bekommen.

Nachdem ich hektisch in zwei Videos reingeschaut hatte (keine Zeit) und das ganz interessant klang, kaufte ich es kurz entschlossen, ohne eine rechte Vorstellung davon zu haben, weil für 10 Euro kann man jetzt nicht sooo viel falsch machen. Fix installiert, wobei für mich jetzt der iLok-Zwang keine Hürde war, man kann auch auf den Prozessor registrieren und braucht keinen physischen iLok-Dongle, nur die Verwaltungssoftware, die bei mir wegen vieler anderer Plugins sowieso installiert ist.

Ein paar Presets angespielt, versucht aus der Oberfläche schlau zu werden und festgestellt, dass das Ding auf jeden Fall deutlich komplexer ist, als ich es so annahm.
Dann nahm ich spontan quick & dirty das Video zu den Presets von Excalibur auf, weil im Moment meine knappe Studio-Zeit völlig mit anderen Projekten belegt ist, ich aber später unterwegs Gelegenheit haben würde darüber zu schreiben.

Ich las also erst später das Handbuch und weiß nun, dass das nur ein kleiner Teil der Presets war – es sind ca. 700 mit allen Variationen.

Excalibur ist als Multi-Effekt nicht ein kleines Schweizer Taschenmesser wie vermutet, sondern ein Faustdickes mit etlichen Werkzeugen, die man in allen möglichen Winkeln ausklappen kann. Wobei es nicht nur um die Liste der enthaltenen Effekte geht, darunter Delay, Reverb, Flanger, Phaser, Chorus, Pitch Shifter, Ring Modulator, Distortion, Bit Crusher und vor allem ein Resonator, sondern dass man über Ausklapp-Menüs verschiedene Inputs darauf routen kann, auch aus verschiedenen Punkten des Signalwegs. Das Ganze stellt eigentlich eine gewaltige semi-modulare Patch-Bay dar, auf der Basis von vier getrennten Signalwegen, hier Voices genannt, wovon jeder einen Effekt laden kann, meist auch noch einen Post-Effekt, der Chorus, Flanger oder Phaser sein kann. Eine Feedback-Schleife vervollständigt das Routing.

Was außergewöhnlich ist sind die Modulations-Generatoren, im Prinzip komplexe LFOs, die aufgeteilt sind in vier Frequenz-Quellen und LFO-Wellenformen, die diesen Quellen zugeordnet werden und des weiteren kann der Input als Modulationsquelle dienen, als eine Art Envelope-Follower. Bei den vielen Parametern, die moduliert werden können ploppt dann ein Fenster hoch, in dem man festlegen kann, wie die Modulation wirkt. Das alles kann mit vier Signalwegen mit je einem ganzen Parameter-Satz ganz schön frickelig werden. Kein Wunder, dass schon die Demo- Presets ziemlich unterschiedlich klingen. Das kann von subtilen Post-Effekten bis zu sehr brachialem Sound Design reichen.

Verglichen mit aktuellen Multi-Effekten wie dem modularen Triad oder den Snap-Ins von Kilohearts in Multipass ist das Konzept von Excalibur schon etwas weniger eingängig und übersichtlich, die Presets sind primär auf Mono-Tracks ausgerichtet, es gibt aber auch Stereo-Presets. Doch das Handbuch legt schon nahe, dass man sich mit etwas Auseinandersetzung da durch finden kann und man es mit einem sehr mächtigen Werkzeug mit vielen Presets zu tun hat, das eine Menge Raum für eigene Anpassungen und kreative Entwicklungen bietet. Auch wenn es Anfangs etwas schwer fallen mag ein Schwert aus einem Stein zu ziehen, am Ende hat man ein Schwert. Spontan gelang es mir nach dem Handbuchstudium zumindest ganz gut vorhandene Presets zu modifizieren.

Zu dem Angebotspreis bei Plugin Boutique ist Excalibur ein No Brainer, was heisst, dass man sich vom Preis-Leistungsverhältnis her gesehen eigentlich nicht überlegen muss, ob man hier zuschlägt.

Angebotsseite bei Plugin Boutique, Angebot gültig bis zum 03. Mai 2020:

https://www.pluginboutique.com/product/2-Effects/53-Multi-Effect-/5226-Excalibur

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