Nach dem ABSYNTH mit dem Erscheinen von KOMPLETE 14 verschwand, präsentiert Native Instruments jetzt die Rückkehr von Absynth 6. Eines softwarebasierten Synthesizers, welcher seit Jahrzehnten als Meilenstein für experimentelle Musikproduktion galt. Der halbmodulare Soft-Synth, der einst Ambient, elektronische Musik und zahllose Filmsoundtracks prägte, wurde umfassend überarbeitet und für die nächste Generation fit gemacht. Mit einem hybriden Sound-Engine-Konzept, voller MPE-Unterstützung, Surround-Funktionen, einem KI-basierten Preset-Explorer sowie neuen Künstler-Presets positioniert sich Absynth 6 als zukunftsorientiertes Werkzeug für Klanggestaltung und musikalische Exploration.

Die Wiedergeburt eines Originals
Der ursprüngliche Entwickler Brian Clevinger war maßgeblich an der Neuauflage beteiligt. Für ihn und Native Instruments bedeutet die Weiterentwicklung einen bewussten Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln. Absynth galt schon lange als eines der charaktervollsten Instrumente im Bereich digitaler Klanggestaltung. Seine Fähigkeit, organische, schwebende und fast lebendige Texturen zu erzeugen, machte ihn zu einem Werkzeug der Sounddesigner, die Grenzen der elektronischen Musik ausloteten.
Simon Cross, Chief Product and Technical Officer bei Native Instruments, beschreibt Absynth als „eines der singulärsten Instrumente in der elektronischen Musik“, dessen Wiederbelebung nur gemeinsam mit Brian Clevinger denkbar gewesen sei. Für Clevinger wiederum ist Absynth 6 die Fortsetzung einer Vision: ein Instrument, das Musiker dazu einlädt, sich in Klangwelten zu verlieren.
Hybrider Sound-Engine-Kern für maximale Vielfalt
Absynth 6 kombiniert unterschiedliche Syntheseformen, um eine außergewöhnliche Bandbreite an Klangformationen zu ermöglichen. Der hybride semi-modulare Ansatz integriert:
- Subtraktive Synthese für klassische Klangstrukturen
- FM-Synthese für komplexe, metallische und harmonisch spannende Töne
- Granularsynthese für organisch bewegte Texturen
- Sample-basierte Elemente für experimentelle Rohmaterialien
- Wavetable-Synthese für moderne elektronische Klanggestaltung
Diese Kombination erlaubt Soundscapes, die weit über typische Presets hinausgehen und oft ganze Klanguniversen statt einzelner Patches kreieren. Besonders der 68-Punkte-Envelope-Generator ist dabei zentral. Er ermöglicht hyperdetaillierte Modulationen, die Geräusche, Pads und Effekte „atmen“ und sich kontinuierlich transformieren lassen.
MPE, Poly-Aftertouch und moderne Performance-Funktionen
Absynth 6 ist vollständig kompatibel mit aktuellen MPE-Controllern und unterstützt polyfonen Aftertouch. Damit lassen sich einzelne Noten unabhängig voneinander modulieren – ein technischer Sprung, der besonders bei expressiven Ambient-Klängen oder organischen Pads zur Geltung kommt.
Ferner integriert Absynth 6 einen Surround-Workflow, der über reines Panning hinausgeht. Jedes einzelne Effektmodul kann im Raum positioniert werden, sodass insbesondere Film- und Game-Komponisten profitieren. Mit Unterstützung von MTS-ESP ist zudem globales Microtuning möglich, wodurch alternative harmonische Systeme oder mikrotonale Kompositionen unkompliziert realisierbar werden.
Mind-Bending Effekte und die Rückkehr klassischer Tools
Zum ikonischen Klangcharakter von Absynth gehören seine Effekte – darunter der Aetherizer oder der Cloud Filter. Diese wurden in Absynth 6 überarbeitet und erweitert. Die Mischung aus granularem Delay, spektralen Transformationen und atmosphärischen Räumen ist eines der Elemente, das Absynth schon immer einzigartig machte.
Für langjährige Nutzer bleibt die Abwärtskompatibilität entscheidend: Patches aus Absynth 4 und 5 können weiterhin geladen werden, zusätzlich sind Vintage-Presets aus früheren Versionen verfügbar. Damit ist Absynth 6 sowohl ein nostalgisches Werkzeug als auch eine moderne Weiterentwicklung.
Der neue KI-basierte Preset Explorer
Ein zentrales neues Feature ist der Preset Explorer, ein KI-gestütztes Browsing-System, das den kompletten Preset-Katalog analysiert und auf einer visuellen Karte anordnet. Die KI untersucht die timbralen Eigenschaften jedes Sounds und gruppiert diese nach klanglicher Nähe. Statt linear durch Listen zu scrollen, navigieren Nutzer durch ein visuelles Feld, das ein intuitives „Klanggefühl“ vermittelt.
Ausgangspunkt der Entwicklung war laut Andy Sarroff, Head of Applied AI bei Native Instruments, der Gedanke, künstliche Intelligenz als Werkzeug zu verstehen, das Kreativität erweitert statt ersetzt.
Die Kombination aus KI-Unterstützung und klarer Benutzerkontrolle unterstreicht die Philosophie hinter Absynth 6: Exploration statt Automatisierung, Inspiration statt Austauschbarkeit.
Neue Künstler-Presets von Brian Eno, Kaitlyn Aurelia Smith und Richard Devine
Zum Start bringt Absynth 6 eine Auswahl neuer Presets renommierter Klangkünstler, die die DNA des Instruments repräsentieren. Dazu gehören:
- Brian Eno – Pionier der Ambient-Musik
- Kaitlyn Aurelia Smith – bekannt für organische Synthese-Experimente
- Richard Devine – Sounddesign-Legende der digitalen Avantgarde
Künftige Updates sollen weitere Artists und Presets einführen.
Visuelle Erweiterung durch Weirdcore und Swarmm
Parallel zum Release entstand eine visuelle Kampagne, gestaltet von Weirdcore und Swarmm, die Absynths KI-Matrix und dessen Weltbau-Charakter in digitale Ästhetik übersetzen. Weirdcore, bekannt durch Arbeiten für Aphex Twin und Radiohead, entwickelt darüber hinaus eine Serie von Visualizer-Artworks, die mit neuen Kompositionen internationaler Produzenten gekoppelt werden. Das Projekt unterstreicht Absynths Rolle als kreatives Gesamtkunstwerk – von Klang bis Bild.
Preis und Verfügbarkeit
Absynth 6 ist ab sofort für 199,– Euro für Neukunden erhältlich, das Upgrade für Absynth 2–5 kostet 99,– Euro, so soll der Zugang für bestehende Nutzer fair kalkuliert bleiben, während Neueinsteiger Zugriff auf ein umfassend modernisiertes Instrument erhalten.
Weitere Informationen findet Ihr hier: https://www.native-instruments.com/de/products/komplete/synths/absynth-6/



