Nach dem Aus für die Musikmesse Frankfurt wurde jetzt auch bekannt gegeben, dass die Prolight+Sound Musikmesse nicht mehr in Europa stattfinden wird. Wer besuchen möchte, muss nach Asien reisen. Es ist meines Erachtens kein gutes Zeichen, dass es nun in Frankfurt keine Musikmessen mehr gibt. Ob der Grund dafür bei dem Musikfachhandel, welcher in letzter Zeit ins Internet abgewandert ist, liegt oder ob einfach nicht mehr genügend Interesse in Deutschland und Europa an einer Musikmesse vor Ort vorhanden ist, kann ich nicht beurteilen.

Die Messe Frankfurt hat bekannt gegeben, dass die Prolight+Sound künftig nicht mehr am traditionsreichen Standort Frankfurt ausgerichtet wird. Die Entscheidung folgt auf eine umfassende Analyse der Nachfrage und der strukturellen Voraussetzungen für ein eigenständiges Themenareal innerhalb der Light + Building 2026. Trotz intensiver Gespräche und Prüfungen erwies sich die Nachfrage nach einer klar abgegrenzten Prolight+Sound-Präsenz als nicht ausreichend, um die gewohnte Qualität und Relevanz der Veranstaltung sicherzustellen.
Über Jahrzehnte hinweg galt die Prolight+Sound als eine der wichtigsten internationalen Plattformen für Technologien aus den Bereichen Entertainment, Stage, Event, Medien- und Systemintegration. Mit der Entscheidung endet ein prägender Abschnitt in der deutschen Messegeschichte, während die Marke international weiter gestärkt und strategisch ausgebaut wird.
Hintergründe der Entscheidung
Im Rahmen der Planungen zur Light + Building 2026 wurde geprüft, ob ein dediziertes Prolight+Sound-Areal innerhalb der Leitmesse eine tragfähige Lösung für die kommenden Jahre darstellen könnte. Verantwortliche führten hierzu zahlreiche Gespräche mit Branchenteilnehmern, Ausstellern und potenziellen Partnern. Das Ergebnis zeigte jedoch, dass das Interesse an einem eigenständigen Themenareal nicht in dem Umfang vorhanden war, der für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig gewesen wäre.
Die Messe Frankfurt machte deutlich, dass die Qualität der Besucherströme, die themenspezifische Konzentration und der wirtschaftliche Nutzen für Aussteller zentrale Kriterien sind. Ohne ausreichende Nachfrage könnten weder die gewohnt hohe Wertschöpfung noch der für Aussteller und Fachbesucher erwartete Mehrwert garantiert werden. Als Konsequenz wurde beschlossen, dass die Prolight+Sound am Standort Frankfurt künftig nicht weitergeführt wird.
Integration einzelner Aussteller in die Light + Building
Trotz der Einstellung des Frankfurter Standorts bleibt die Verbindung zur Light + Building bestehen. Mehrere bisherige Prolight+Sound-Aussteller haben sich dafür entschieden, ihre Lösungen direkt in die passenden Produktbereiche der Light + Building zu integrieren. Diese Präsentationen richten sich vor allem an Zielgruppen wie Architektur- und Lichtplanungsbüros sowie Fachkräfte aus Gebäudetechnik, Elektroinstallation und Facility Management. Nur mit Musik und Showtechnik hat das wohl nicht mehr viel zu tun.
Die Messe Frankfurt sieht darin eine Möglichkeit, trotz Wegfalls einer eigenständigen Plattform den Austausch zwischen relevanten Fachdisziplinen zu stärken. Für Aussteller bietet die Integration zudem Zugang zu neuen Kundensegmenten und erweitertem internationalen Fachpublikum.
Internationale Zukunft der Marke Prolight+Sound
Obwohl die Prolight+Sound in Frankfurt endet, bleibt die Marke ein zentraler Bestandteil des globalen Messeportfolios. Ihr internationales Netzwerk ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert worden. Besonders hervorzuheben ist die neue Prolight+Sound Bangkok, die 2026 erstmals stattfinden wird und den dynamischen südostasiatischen Markt adressiert.
Die Region gilt als einer der Wachstumsschwerpunkte der Veranstaltungstechnikbranche, unterstützt durch steigende Investitionen in Entertainment-Infrastruktur, Live-Produktionen und Medientechnik. (Habe mal gegoogelt, wie weit wir denn dann reisen müssten um dort die Messe zu besuchen: „Die Entfernung zwischen Frankfurt am Main und Bangkok beträgt etwa 9.000 bis 9.881 Kilometer in der Luft, je nach Flugroute. Eine Autofahrt wäre rund 11.345 Kilometer lang. Die Flugzeit für einen Direktflug liegt bei etwa 10 bis 12 Stunden. „)
Aber es gibt ja Gott sei Dank noch eine Alternative!
Parallel dazu verzeichnet die Prolight+Sound Guangzhou anhaltendes Wachstum und zählt inzwischen zu den größten Veranstaltungen ihrer Art weltweit. Mit zuletzt über 2.200 Ausstellern und rund 110.000 Besuchern bleibt Guangzhou ein zentraler internationaler Treffpunkt der Branche. Die Messe Frankfurt sieht in diesem Format ein entscheidendes Fundament für die globale Weiterentwicklung der Marke.
Die internationale Ausrichtung spiegelt eine veränderte Marktlandschaft wider: Während klassische europäische Messeformate vor strukturellen Herausforderungen stehen, wachsen die Märkte in Asien dynamisch. Die Prolight+Sound folgt diesem Trend und richtet ihre Ressourcen verstärkt an Standorten aus, an denen die Branche deutliche Expansionspotenziale zeigt.
Und schauen wir auch hier einmal, was uns Google zur Entfernung sagt: „Die Luftentfernung zwischen Frankfurt am Main und Guangzhou beträgt etwa 8000 bis 8500 Kilometer, je nach genauer Flugroute. Ein Direktflug dauert normalerweise etwas mehr als 9 Stunden. Eine Straßenverbindung würde 9020 km betragen, ist aber nicht unbedingt empfehlenswert.“ Mensch, waren das noch Zeiten, in denen ich mit meinem ollen Opel Kadett von Essen aus nach Frankfurt zur Musikmesse geeiert bin (200 km etwa), später dann mit dem Flugzeug, da ich meinen Wohnort ja nach Spanien verlegt hatte (2000 km ungefähr).
Nach Bangkok oder nach Guangzhou im sicherlich schönen China werde ich aber nicht reisen.
Auswirkungen für die Branche
Die Einstellung des Frankfurter Standorts markiert einen Einschnitt für viele Unternehmen der Event-, Medien- und Bühnentechnik, die die Messe als jährlichen oder zweijährlichen Fixpunkt nutzten. Gleichzeitig betont die Messe Frankfurt, dass internationale Prolight+Sound-Formate weiterhin Plattformen bieten, um Innovationen, Technologien und Lösungen im globalen Umfeld zu präsentieren.
Für deutsche und europäische Unternehmen bedeutet dies eine stärkere internationale Ausrichtung ihrer Messeaktivitäten. Zwar entfällt ein logistischer Vorteil durch den Wegfall des Standorts Frankfurt, doch bieten die asiatischen Formate zusätzliche Möglichkeiten, sich in stark wachsenden Märkten zu positionieren.
Dank an die Partner und Ausblick
Die Messe Frankfurt bedankte sich ausdrücklich bei Ausstellern, Partnern und Unterstützern für die langjährige Zusammenarbeit rund um die Prolight+Sound am Standort Frankfurt. Die Verantwortlichen betonten, dass gerade in Übergangsphasen wie dieser die konstruktive und offene Kooperation von besonderem Wert sei.
Mit dem strategischen Fokus auf international wachsende Märkte soll die Marke Prolight+Sound auch künftig ein relevantes und innovationsstarkes Format der globalen Veranstaltungsbranche bleiben. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich die Entscheidung auf die Marktstrukturen in Europa auswirkt und welche Impulse von den neuen und bestehenden internationalen Formaten ausgehen werden.
Nun denn, das war es dann wohl erst einmal zum Thema Musikmesse, in Deutschland.

