Professor Pegel erklärt: AU – Das Audio-Plugin-Format von Apple

AU Plugin Format erklärt: AUv2 und AUv3 verstehen

Professor Pegel sitzt vor einem Mac und installiert einen neuen Synthesizer. Der Installer präsentiert eine erstaunlich lange Auswahl: VST3 – AU – AAX – CLAP – Standalone. Professor Pegel setzt seine Brille auf und betrachtet die Liste. „Fünf Dateien für einen Synthesizer“, murmelt er. „Früher bestand ein Instrument aus Holz, Metall und gelegentlich einer Katze im Klavier.

Da die aktuelle Produktion in Logic Pro entsteht, entscheidet sich Professor Pegel für die AU-Version. Denn Audio Units bilden die native Plugin-Schnittstelle innerhalb der Apple-Welt. Logic Pro, GarageBand, MainStage und zahlreiche weitere Anwendungen verwenden das von Apple entwickelte Format für Audioeffekte, virtuelle Instrumente und MIDI-Prozessoren.

Doch was bedeutet AU eigentlich? Was unterscheidet AUv2 von AUv3? Funktionieren Audio Units auch unter Windows? Und warum erscheint ein frisch installiertes Plugin manchmal nicht in Logic Pro? Zeit, das AU-Plugin-Format genauer zu untersuchen.

Professor Pegel - AU
Professor Pegel – AU

Was bedeutet AU?

Die Abkürzung AU steht für: Audio Unit. In der Mehrzahl wird häufig von Audio Units gesprochen. Dabei handelt es sich um eine von Apple entwickelte Plugin-Architektur für die Verarbeitung und Erzeugung von Audio- und MIDI-Daten.

Ein Audio Unit Plugin kann etwa sein:

Das AU-Format beschreibt nicht, wie ein Plugin klingen muss. Es stellt die technische Verbindung zwischen der Host-Anwendung und dem Plugin her.

Professor Pegel erklärt es mit einem einfachen Vergleich:

„Das Plugin ist das Studiogerät. Audio Unit ist die genormte Buchse, über die es mit dem Mac verbunden wird.“

Der Host übermittelt Audiodaten, MIDI-Informationen, Tempo, Automation und weitere Projektinformationen an das Plugin. Dieses verarbeitet die Daten und gibt das Ergebnis an den Host zurück.

Was ist ein Plugin-Host?

Eine Audio Unit kann normalerweise nicht allein arbeiten. Sie benötigt eine Anwendung, die das Plugin lädt und in ihren Signalweg integriert. Diese Anwendung wird als Host bezeichnet.

Typische AU-Hosts sind:

  • Logic Pro
  • GarageBand
  • MainStage
  • Final Cut Pro
  • Ableton Live für macOS
  • Studio One für macOS
  • Reaper für macOS
  • Digital Performer
  • verschiedene AUv3-Hosts auf dem iPad und iPhone

Nicht jede macOS-Audioanwendung muss automatisch Audio Units unterstützen. Die Entscheidung liegt beim jeweiligen Entwickler. Auf Apple-Systemen gehört AU jedoch zu den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Plugin-Formaten.

Wie eine solche Host-Anwendung grundsätzlich funktioniert, erklärt der BuenasIdeas-Artikel über Digital Audio Workstations.

Was regelt das Audio-Unit-Format?

Die Schnittstelle legt fest, wie Host und Plugin miteinander kommunizieren.

Dazu gehören unter anderem:

  • Audioeingänge und Audioausgänge
  • Anzahl und Anordnung der Audiokanäle
  • MIDI- und Event-Daten
  • Plugin-Parameter
  • Automation
  • Presets
  • grafische Benutzeroberflächen
  • Latenzinformationen
  • Samplerate
  • Verarbeitungspuffer
  • Host-Synchronisation
  • Tempo und Taktart
  • Mehrkanalverarbeitung
  • Sidechain-Eingänge
  • Speicherverwaltung

Das Plugin erhält einen kleinen Block mit Audiodaten, bearbeitet die enthaltenen Samples und gibt den Block zurück.

Ein vereinfachter Signalweg für einen AU-Audioeffekt lautet:

AUDIOSPUR > AU-EFFEKT > BEARBEITUNG > AUDIO OUT

Bei einem virtuellen Instrument sieht der Signalweg anders aus:

MIDI-NOTEN > AU-INSTRUMENT > KLANGERZEUGUNG > AUDIO OUT

Ein MIDI-Effekt bearbeitet dagegen zunächst die Steuerdaten:

MIDI-EINGABE > AU-MIDI-EFFEKT > AU-INSTRUMENT > AUDIO OUT

Audio Units können somit unterschiedliche Aufgaben innerhalb einer Musikproduktion übernehmen.

AU ist Teil der Apple-Audioumgebung

Audio Units sind eng mit den Audio-Technologien von macOS, iOS und iPadOS verbunden. Dazu gehört insbesondere Core Audio, Apples grundlegende Audioarchitektur.

Core Audio übernimmt auf Systemebene Aufgaben wie:

  • Kommunikation mit Audiogeräten
  • Verarbeitung digitaler Audiodaten
  • Verwaltung von Ein- und Ausgängen
  • MIDI-Kommunikation
  • Audio-Routing
  • Bereitstellung niedriger Latenzen
  • Integration von Audioanwendungen und Plugins

Audio Units bauen auf dieser Umgebung auf und stellen wiederverwendbare Module für die Klangbearbeitung oder Klangerzeugung bereit. Das erklärt auch, warum das Format stark an Apple-Betriebssysteme gebunden ist.

Funktionieren AU-Plugins unter Windows?

Audio Units sind für Apple-Plattformen vorgesehen. Reguläre AU-Plugins lassen sich unter Windows normalerweise nicht verwenden. Eine Windows-DAW kann nicht einfach auf eine macOS-AU-Komponente zugreifen. Selbst wenn ein Hersteller dasselbe Plugin für Windows und macOS anbietet, handelt es sich um unterschiedliche Programmdateien.

Ein typischer Multiformat-Installer kann folgende Ausgaben enthalten:

  • AU für kompatible Anwendungen unter macOS
  • VST3 für zahlreiche DAWs unter Windows und macOS
  • AAX für Pro Tools
  • CLAP für zunehmend mehr kompatible Hosts
  • Standalone als eigenständiges Programm

Der eigentliche DSP-Algorithmus kann in allen Varianten weitgehend identisch sein. Die technische Verpackung und Kommunikation mit dem Host unterscheiden sich jedoch.

Professor Pegel hält deshalb fest:

„Ein Plugin kann denselben Klang in mehreren Formaten anbieten. Trotzdem kann Logic mit einer Windows-Datei ungefähr so viel anfangen wie ein Plattenspieler mit einer Kassette.“

Klingt AU anders als VST3?

Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, dass AU-Plugins grundsätzlich anders oder sogar besser klingen als VST3-Versionen. Das Plugin-Format selbst bestimmt jedoch nicht den Klang. Wenn ein Hersteller für AU und VST3 denselben Algorithmus, dieselbe interne Auflösung und dieselben Einstellungen verwendet, sollten beide Varianten praktisch gleich klingen.

Mögliche Unterschiede können dennoch entstehen, wenn:

  • der Hersteller unterschiedliche Versionen verwendet
  • Funktionen in einem Format fehlen
  • Presets nicht identisch sind
  • Parameter unterschiedlich skaliert werden
  • der Host das Routing anders behandelt
  • Panorama- oder Lautstärkeregeln abweichen
  • eine Version fehlerhaft programmiert ist
  • MIDI- oder Automationseigenschaften anders umgesetzt wurden

Der reine Zusatz „AU“ macht ein Plugin also weder besser noch schlechter. Das passende Format wird in erster Linie durch die verwendete DAW bestimmt.

AUv2 – Der etablierte Desktop-Standard

Wenn auf einem Mac von einem klassischen Audio Unit Plugin gesprochen wird, ist häufig AUv2 gemeint. AUv2 ist seit vielen Jahren ein wichtiger Standard für professionelle Musiksoftware unter macOS. Zahlreiche bekannte Effekte und virtuelle Instrumente werden als AUv2-Komponenten angeboten.

Ein typisches AUv2-Plugin wird als Datei mit der Endung: .component installiert. Diese Komponente enthält den Programmcode und die Informationen, die ein kompatibler Host benötigt, um das Plugin zu erkennen und zu laden. AUv2 wird unter anderem von Logic Pro, GarageBand, MainStage und zahlreichen DAWs anderer Hersteller unterstützt. Obwohl inzwischen AUv3 existiert, ist AUv2 auf dem Mac weiterhin sehr verbreitet.

Apple unterscheidet in der aktuellen Logic-Pro-Dokumentation ausdrücklich zwischen klassischen Audio Units, also AUv2, und Audio Unit Extensions, also AUv3. Beide Varianten können in Logic Pro erscheinen und verwendet werden. Apple: Audio Units in Logic Pro

AUv3 – Audio Units als App Extension

Mit Audio Unit Version 3, kurz AUv3, führte Apple ein moderneres Erweiterungsmodell ein. AUv3 basiert auf dem Konzept der App Extensions. Das Plugin wird dabei nicht einfach nur als klassische Komponente in einen Systemordner kopiert. Es ist Bestandteil einer App beziehungsweise eines App-Pakets.

Das ist besonders für iPhone und iPad wichtig. Dort werden AUv3-Plugins üblicherweise über den App Store installiert. Nach der Installation kann die Audio Unit in verschiedenen kompatiblen Host-Anwendungen verwendet werden. Apple beschreibt AUv3 als aktuellen Standard für eigene Audioeffekte, Instrumente und andere Audiofunktionen unter iOS, iPadOS und macOS. Apple Developer: AUv3-Plugins

Ein vereinfachtes Modell lautet:

APP MIT AUv3-ERWEITERUNG > HOST ERKENNT EXTENSION > PLUGIN WIRD GELADEN

Auf einem iPad kann eine Synthesizer-App gleichzeitig:

  • eigenständig gestartet werden
  • eine AUv3-Erweiterung enthalten
  • innerhalb von Logic Pro für iPad geladen werden
  • in anderen kompatiblen AUv3-Hosts erscheinen

Die eigenständige App und die Plugin-Erweiterung gehören zum selben Produkt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

AUv2 und AUv3 im Vergleich

MerkmalAUv2AUv3
Typische PlattformmacOSmacOS, iOS und iPadOS
Installationsform.componentApp mit Audio Unit Extension
Typischer SpeicherortAudio-Plugin-OrdnerProgramme-Ordner beziehungsweise App-System
Verbreitung auf Desktop-MacsSehr hochZunehmend
Bedeutung auf iPhone und iPadPraktisch keineZentral
SicherheitsmodellKlassische Plugin-ArchitekturApp-Extension-Modell
Nutzung in Logic Pro für MacJaJa
Nutzung in Logic Pro für iPadNeinJa
Vertrieb über den App StoreNicht zwingendBesonders auf Mobilgeräten üblich

AUv3 ist nicht einfach nur „AUv2 mit einer höheren Versionsnummer“. Die Architektur und die Art der Bereitstellung unterscheiden sich deutlich.

Trotzdem werden beide Varianten aus Anwendersicht ähnlich verwendet. In Logic Pro erscheinen sie im Plugin-Menü und können als Effekt oder Instrument in einen Kanalzug geladen werden.

Ist AUv3 automatisch besser als AUv2?

AUv3 ist moderner aufgebaut und bietet insbesondere auf mobilen Apple-Geräten wichtige Vorteile. Daraus folgt jedoch nicht, dass jedes AUv3-Plugin automatisch besser klingt oder mehr Funktionen besitzt.

Ein etabliertes AUv2-Plugin kann weiterhin hervorragend funktionieren und vollständig für Apple Silicon optimiert sein. Umgekehrt kann ein AUv3-Plugin sehr einfach aufgebaut sein.

Entscheidend sind:

  • Qualität des Algorithmus
  • Stabilität
  • Pflege durch den Entwickler
  • Kompatibilität mit dem Betriebssystem
  • Prozessorunterstützung
  • Funktionsumfang
  • Integration in den verwendeten Host

AUv2 bleibt auf dem Mac relevant, während AUv3 vor allem die Verbindung zwischen macOS, iPadOS und iOS stärkt.

Audioeffekte, Instrumente und MIDI-Prozessoren

Audio Units werden abhängig von ihrer Aufgabe in verschiedene Typen eingeteilt.

Audioeffekte

Ein Audioeffekt erhält ein vorhandenes Audiosignal, verändert es und gibt das bearbeitete Ergebnis zurück.

Beispiele:

Signalweg:

AUDIO IN > AU-EFFEKT > AUDIO OUT

Virtuelle Instrumente

Ein Instrument empfängt MIDI- oder Notendaten und erzeugt daraus Audio.

Beispiele:

  • Synthesizer
  • Sampler
  • Drumcomputer
  • Piano
  • Orchesterinstrument

Signalweg:

MIDI > AU-INSTRUMENT > AUDIO OUT

Generatoren

Ein Generator kann Audio erzeugen, ohne zwingend wie ein klassisches Instrument mit MIDI-Noten gespielt zu werden. Dazu können Testsignalgeneratoren, Rauschgeneratoren oder bestimmte Sounddesign-Werkzeuge gehören.

MIDI-Effekte

Ein MIDI-Effekt verarbeitet keine Audiowellenform, sondern verändert MIDI- beziehungsweise Noteninformationen.

Beispiele:

  • Arpeggiator
  • Chord-Generator
  • Transposer
  • Velocity-Prozessor
  • Notenwiederholung
  • Tonleiterkorrektur

Signalweg:

MIDI IN > AU-MIDI-EFFEKT > VERÄNDERTE MIDI-DATEN

Die genaue Unterstützung hängt vom Host und von der jeweiligen Audio-Unit-Version ab.

AU und Logic Pro

Logic Pro ist wahrscheinlich die bekannteste AU-Host-Anwendung. Apples DAW verwendet Audio Units für Effekte und virtuelle Instrumente von Drittanbietern. Nach der Installation werden kompatible Plugins normalerweise automatisch erkannt. In Logic Pro erscheinen sie im Audio-Units-Untermenü des jeweiligen Plugin-Slots.

Apple-Logic-Pro
Apple-Logic-Pro

Effekte werden auf Audio-, Instrumenten-, Aux- oder Ausgangskanälen verwendet. Virtuelle Instrumente erscheinen in Instrumentenspuren. MIDI-Effekte besitzen einen eigenen Bereich oberhalb des Instrumenten-Slots.

Logic Pro verwaltet Audio Units zusätzlich im Plugin-Manager.

Dort lässt sich prüfen:

  • ob ein Plugin erkannt wurde
  • welche Version installiert ist
  • von welchem Hersteller es stammt
  • ob die Validierung erfolgreich war
  • ob das Plugin aktiviert wurde
  • ob es erneut geprüft werden muss
  • ob es sich um eine AUv3-Erweiterung handelt

AUv3-Erweiterungen werden im Plugin-Manager mit einem entsprechenden Hinweis gekennzeichnet.

AU in GarageBand und MainStage

GarageBand verwendet ebenfalls Audio Units. Dadurch lässt sich die mitgelieferte Plugin-Auswahl durch kompatible Instrumente und Effekte anderer Hersteller erweitern. MainStage setzt AU-Plugins vor allem bei Live-Auftritten ein. Virtuelle Instrumente, Amp-Simulationen und Effekte können dort in Concerts und Patches eingebunden werden.

Gerade im Live-Betrieb sind Stabilität und niedrige Latenz besonders wichtig. Ein Plugin, das im Studio gelegentlich Probleme verursacht, sollte deshalb nicht ungeprüft auf einer Bühne eingesetzt werden.

Professor Pegel formuliert dafür eine einfache Regel:

„Ein Plugin wird nicht dadurch bühnentauglich, dass man während des Soundchecks besonders fest daran glaubt.“

AUv3 auf iPhone und iPad

AUv3 besitzt auf mobilen Apple-Geräten eine besonders große Bedeutung. iOS und iPadOS unterstützen keine klassischen Desktop-AUv2-Komponenten. Drittanbieter-Plugins werden dort als Audio Unit Extensions bereitgestellt. Nach der Installation erscheint das Produkt häufig als App auf dem Home-Bildschirm. Die eigentliche AUv3-Erweiterung kann anschließend in einem kompatiblen Host geladen werden.

Logic Pro für iPad zeigt installierte Audio Unit Extensions in den Bereichen für Instrumente und Audioeffekte an. Apple weist darauf hin, dass im App Store gezielt nach „AUv3“ gesucht werden kann. Apple: Audio Unit Extensions in Logic Pro für iPad

Auch andere iPad-Anwendungen können als AUv3-Host dienen. Dadurch lässt sich ein mobiles Setup aus Plugins unterschiedlicher Hersteller zusammenstellen.

Ein möglicher Signalweg lautet:

MIDI-CONTROLLER > IPAD-HOST > AUv3-SYNTHESIZER > AUv3-EFFEKT > AUDIOINTERFACE

Damit wird das iPad zu einer modularen Produktions- und Performance-Umgebung.

Kann ein AUv3-Plugin auf Mac und iPad verwendet werden?

Grundsätzlich kann ein Entwickler eine AUv3-Erweiterung für mehrere Apple-Plattformen anbieten. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede gekaufte iPad-Version automatisch auch auf jedem Mac verfügbar ist oder umgekehrt.

Entscheidend sind:

  • unterstützte Betriebssysteme
  • Vertriebsmodell des Herstellers
  • Prozessorarchitektur
  • App-Store-Freigabe
  • Lizenzmodell
  • Funktionsumfang der jeweiligen Version
  • Kompatibilität des Hosts

Manche AUv3-Produkte funktionieren unter iOS, iPadOS und macOS. Andere werden nur für eine einzelne Plattform angeboten.

Auch Presets und Projekte sind nicht zwangsläufig vollständig austauschbar. Wird ein Logic-Pro-Projekt vom Mac auf das iPad übertragen, müssen die darin verwendeten Plugins auch auf dem iPad als kompatible Audio Unit Extension installiert sein.

Fehlt die benötigte Erweiterung, kann das Plugin dort nicht vollständig bearbeitet werden. Apple empfiehlt in solchen Situationen unter anderem, betroffene Spuren vor dem Austausch zu bouncen oder einzufrieren. Apple: Logic-Pro-Projekte zwischen Mac und iPad

Mehr über das Festschreiben virtueller Instrumente und Effekte erklärt Professor Pegel im Artikel über Bouncing.

Wo werden AUv2-Plugins installiert?

Klassische AUv2-Plugins befinden sich auf dem Mac normalerweise in einem von zwei Verzeichnissen.

Für alle Benutzer des Computers

/Library/Audio/Plug-Ins/Components

Nur für den aktuell angemeldeten Benutzer

~/Library/Audio/Plug-Ins/Components

Das Zeichen ~ steht für den persönlichen Benutzerordner.

In diesen Verzeichnissen liegen die AUv2-Plugins üblicherweise als Dateien mit der Endung:

.component

Apple bestätigt beide Installationsorte in der offiziellen Dokumentation zu Audio-Unit-Speicherorten.

Die mit Logic Pro, GarageBand oder MainStage gelieferten Apple-Plugins erscheinen nicht zwangsläufig als manuell entfernbare Komponenten in diesen Ordnern. Sie sind Bestandteil der jeweiligen Anwendung beziehungsweise des Systems.

Wo werden AUv3-Plugins installiert?

AUv3-Erweiterungen werden anders verwaltet. Auf dem Mac befindet sich die zugehörige Anwendung normalerweise im Programme-Ordner. Die Audio Unit Extension ist Bestandteil dieses App-Pakets.

Auf iPhone oder iPad wird die Anwendung wie jede andere App installiert und erscheint normalerweise auf dem Home-Bildschirm oder in der App-Mediathek.

Daraus ergibt sich ein wichtiger Unterschied:

AUv2 > COMPONENT-DATEI IM PLUGIN-ORDNER

AUv3 > ERWEITERUNG INNERHALB EINER APP

Ein AUv3-Produkt sollte deshalb nicht manuell aus seinem App-Paket herauskopiert werden.

Warum überprüft Logic Pro Audio Units?

Logic Pro führt für Audio Units eine Validierung durch. Dabei wird geprüft, ob ein Plugin grundlegende technische Anforderungen erfüllt und korrekt geladen werden kann.

Die Überprüfung kann unter anderem nach folgenden Ereignissen stattfinden:

  • erste Installation eines Plugins
  • Aktualisierung des Plugins
  • Aktualisierung von Logic Pro
  • Aktualisierung von macOS
  • Veränderung des Plugin-Caches
  • vollständiges Zurücksetzen der Audio Units

Besteht ein Plugin die Prüfung nicht, kann es im Plugin-Manager als fehlgeschlagen, inkompatibel oder nicht autorisiert erscheinen.

Eine bestandene Validierung garantiert allerdings nicht, dass ein Plugin unter allen Umständen fehlerfrei arbeitet. Sie ist eine grundlegende technische Prüfung und kein vollständiger Dauertest.

Warum erscheint ein AU-Plugin nicht in Logic Pro?

Wenn ein installiertes Plugin nicht angezeigt wird, kommen mehrere Ursachen infrage.

Die AU-Version wurde nicht installiert

Viele Installer bieten mehrere Formate zur Auswahl. Wurde nur VST3 oder AAX eingerichtet, kann Logic Pro das Plugin nicht als Audio Unit laden.

Das Plugin liegt im falschen Ordner

Eine AUv2-Komponente muss sich in einem vorgesehenen Components-Verzeichnis befinden.

Das Plugin wurde noch nicht neu eingelesen

Logic Pro muss neue oder aktualisierte Plugins prüfen. Ein Neustart der Anwendung kann erforderlich sein.

Die Validierung ist fehlgeschlagen

Im Plugin-Manager kann das betroffene Plugin ausgewählt und erneut geprüft werden.

Die Lizenz wurde nicht aktiviert

Einige Plugins erscheinen zwar im Manager, werden aber als nicht autorisiert gekennzeichnet.

Das Plugin ist nicht mit der macOS-Version kompatibel

Ältere Software kann nach einem Betriebssystem-Update Probleme verursachen.

Die Prozessorarchitektur passt nicht

Auf einem Apple-Silicon-Mac muss das Plugin entweder nativ kompatibel sein oder über eine unterstützte Intel-Kompatibilitätslösung laufen.

Das Plugin wurde deaktiviert

Der Plugin-Manager kann Audio Units ausblenden oder deaktivieren.

Apple empfiehlt bei einem fehlenden Plugin zunächst die Kontrolle im Plugin-Manager, anschließend Reset & Rescan Selection und bei Bedarf einen vollständigen Audio-Unit-Reset. Apple: Fehlende Audio Units erneut prüfen

Audio Units verstehen
Audio Units verstehen

Audio Units und Apple Silicon

Mit dem Wechsel von Intel-Prozessoren zu Apple Silicon änderte sich auch die Plugin-Kompatibilität.

Ein aktuelles AU-Plugin kann als native Version für Apple Silicon vorliegen. Manche Hersteller liefern eine Universal Binary, die sowohl Intel- als auch Apple-Silicon-Code enthält.

Mögliche Varianten sind:

  • Intel-Version
  • native Apple-Silicon-Version
  • Universal Binary mit beiden Architekturen

Native Plugins sind grundsätzlich zu bevorzugen. Sie nutzen die aktuelle Prozessorarchitektur direkt und benötigen keine Übersetzungsschicht.

Viele ältere Intel-Audio-Units lassen sich mithilfe von Rosetta weiterhin verwenden. Apple erklärt, dass Logic Pro und Final Cut Pro die meisten AUv2- und AUv3-Plugins auf Apple-Silicon-Macs unterstützen. Für reine Intel-Audio-Units muss Rosetta installiert sein, damit das Plugin erkannt werden kann. Logic Pro selbst muss dafür in vielen Fällen nicht vollständig im Rosetta-Modus laufen. Apple: Audio Units und Apple Silicon

Eine Besonderheit können Plugins mit zusätzlicher ARA-Integration darstellen. Hier kann abhängig vom Produkt weiterhin der Rosetta-Betrieb der gesamten DAW erforderlich sein.

Vor einem Systemupdate sollten daher die Kompatibilitätsinformationen aller wichtigen Hersteller geprüft werden.

Audio Unit ist nicht dasselbe wie ARA

AU beschreibt das Plugin-Format. ARA, also Audio Random Access, ist dagegen eine Erweiterung der Kommunikation zwischen Host und Plugin.

Ein Plugin kann gleichzeitig:

  • als Audio Unit installiert sein
  • ARA unterstützen
  • eine eigenständige Anwendung enthalten

Diese Begriffe beschreiben unterschiedliche technische Ebenen.

Ein Melodyne-ähnlicher Editor kann beispielsweise als AU-Plugin geladen werden und zusätzlich ARA verwenden, um umfassender auf das Audiomaterial der DAW zuzugreifen.

Die Unterschiede erläutert der BuenasIdeas-Grundlagenartikel über Audio Random Access.

Audio Units und Session-Austausch

Beim Austausch von Projekten reicht es nicht, dass beide Beteiligten Logic Pro verwenden. Auf dem Zielsystem müssen auch kompatible Versionen der benötigten Audio Units installiert und autorisiert sein.

Die Projektdatei speichert normalerweise:

  • Name und Identifikation des Plugins
  • Parameterwerte
  • Automation
  • Plugin-Zustand
  • Presetinformationen
  • Routinginformationen

Der eigentliche Programmcode des Plugins wird jedoch nicht vollständig in das Projekt eingebettet.

Fehlt eine Audio Unit, kann Logic Pro das Plugin nicht berechnen. Die gespeicherten Einstellungen bleiben möglicherweise im Projekt erhalten, sind aber erst wieder nutzbar, wenn eine kompatible Version installiert wurde.

Für einen sicheren Projektaustausch sind deshalb sinnvoll:

  • verwendete Plugins dokumentieren
  • Versionsnummern notieren
  • Presets separat sichern
  • benötigte Sample-Libraries übertragen
  • Lizenzen prüfen
  • wichtige Spuren bouncen
  • virtuelle Instrumente bei Bedarf einfrieren
  • unbearbeitete Originalspuren behalten

Gerade beim Wechsel zwischen Mac und iPad ist zu beachten, dass eine klassische AUv2-Version nicht automatisch als AUv3-Erweiterung auf dem iPad existiert.

AU, VST3, AAX und CLAP im Vergleich

FormatHauptplattformTypische HostsBesonderheit
AUmacOS, iOS, iPadOSLogic Pro, GarageBand, MainStage und weitereApples natives Plugin-System
VST3Windows und macOS, teilweise LinuxCubase, Studio One, Reaper, Ableton Live und viele weitereSehr weit verbreitet
AAXWindows und macOSPro Tools und Avid-SystemeNative- und Avid-DSP-Integration
CLAPWindows, macOS und LinuxZunehmend mehr moderne DAWsOffenes und erweiterbares Format
LV2Besonders LinuxArdour, Carla und weitereOffen und modular

Der passende Standard richtet sich in erster Linie nach dem verwendeten Host.

Logic Pro benötigt normalerweise AU. Pro Tools verlangt AAX. Cubase verwendet vor allem VST3. Einige DAWs unterstützen gleichzeitig mehrere Formate.

Weitere Hintergründe bieten die Professor-Pegel-Artikel über VST3 und CLAP.

Vorteile des AU-Plugin-Formats

Enge Integration in Apple-Systeme

Audio Units sind auf die Audioarchitektur von macOS, iOS und iPadOS abgestimmt.

Breite Unterstützung auf dem Mac

Viele professionelle Plugins werden neben VST3 und AAX auch als AU angeboten.

Standardformat für Logic Pro

Wer Logic Pro verwendet, benötigt für Drittanbieter-Plugins normalerweise die AU-Version.

Unterstützung verschiedener Plugin-Arten

AU kann Effekte, Instrumente, Generatoren und MIDI-Prozessoren bereitstellen.

Validierung durch den Host

Logic Pro prüft Audio Units vor der Verwendung auf grundlegende technische Kompatibilität.

Mobile Nutzung über AUv3

AUv3 ermöglicht modulare Plugin-Systeme auf iPhone und iPad.

Verbindung zwischen Desktop und Mobilgerät

Entwickler können AUv3-Produkte für mehrere Apple-Plattformen anbieten.

Nachteile des AU-Plugin-Formats

Auf Apple-Plattformen beschränkt

Unter Windows ist AU normalerweise nicht nutzbar.

Zwei parallel verwendete Generationen

AUv2 und AUv3 unterscheiden sich technisch und bei der Installation. Das kann für Verwirrung sorgen.

Nicht jede Mac-DAW unterstützt AU

Die Unterstützung hängt vom jeweiligen Host ab.

Probleme nach Systemupdates möglich

Neue macOS-Versionen oder Prozessorarchitekturen können ältere Plugins inkompatibel machen.

Validierung kann Plugins blockieren

Ein fehlerhaftes, nicht autorisiertes oder veraltetes Plugin erscheint möglicherweise nicht im Host.

Kein automatischer Austausch zwischen Mac und iPad

Eine AUv2-Desktop-Version ist nicht automatisch auf dem iPad verfügbar.

Für wen ist das AU-Format wichtig?

Audio Units sind besonders relevant für:

  • Logic-Pro-Anwender
  • GarageBand-Anwender
  • MainStage-Musiker
  • Musikproduzenten mit macOS
  • Nutzer von Logic Pro für iPad
  • mobile Musiker mit iPhone oder iPad
  • Sounddesigner
  • Film- und Videoproduzenten
  • Plugin-Entwickler für Apple-Plattformen

Wer ausschließlich unter Windows mit Cubase arbeitet, benötigt normalerweise keine AU-Version. Wer dagegen Logic Pro einsetzt, sollte beim Kauf eines Plugins immer prüfen, ob eine aktuelle Audio-Unit-Version enthalten ist.

Bei älteren Produkten sind zusätzlich folgende Fragen wichtig:

  • Unterstützt das Plugin die aktuelle macOS-Version?
  • Ist es mit Apple Silicon kompatibel?
  • Handelt es sich um AUv2 oder AUv3?
  • Benötigt es Rosetta?
  • Existiert auch eine Version für das iPad?
  • Lassen sich Presets zwischen den Plattformen austauschen?

Fazit: AU ist die Plugin-Sprache der Apple-Welt

Audio Units bilden die wichtigste Plugin-Schnittstelle innerhalb der Apple-Audioumgebung. Sie ermöglichen es Host-Anwendungen, Effekte, virtuelle Instrumente, Generatoren und MIDI-Prozessoren verschiedener Hersteller zu laden.

AUv2 ist auf dem Mac weiterhin weit verbreitet und wird üblicherweise als .component-Datei installiert. AUv3 verwendet das modernere App-Extension-Modell und spielt besonders auf iPhone und iPad eine zentrale Rolle. Logic Pro für Mac unterstützt beide Generationen.

Klanglich ist eine AU-Version nicht grundsätzlich besser als VST3, AAX oder CLAP. Entscheidend sind der verwendete Algorithmus, die technische Umsetzung und die Kompatibilität mit dem jeweiligen Host.

Professor Pegel schließt den Installer. AU, VST3 und AAX sind erfolgreich eingerichtet. „Drei Formate desselben Synthesizers“, stellt er fest. „Jetzt brauche ich nur noch eine musikalische Idee.“ Er öffnet Logic Pro und spielt drei Minuten lang denselben C-Moll-Akkord. „Die Technik funktioniert jedenfalls.

Kurz zusammengefasst

  • AU steht für Audio Unit.
  • Das Format wurde von Apple entwickelt.
  • Logic Pro, GarageBand und MainStage verwenden Audio Units.
  • AU-Plugins funktionieren normalerweise nicht unter Windows.
  • AUv2 wird auf dem Mac meist als .component installiert.
  • AUv3 basiert auf App Extensions.
  • iPhone und iPad verwenden AUv3.
  • Logic Pro für Mac unterstützt AUv2 und AUv3.
  • AU bestimmt nicht die Klangqualität eines Plugins.
  • Auf Apple-Silicon-Macs sollten native oder universelle Versionen bevorzugt werden.
  • Fehlende Plugins können im Logic-Pro-Plugin-Manager erneut geprüft werden.

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