Blackmagic Fairlight Live vorgestellt: Neue Digitalmixer App für Live-Audio, Broadcast und SMPTE 2110

Mit Fairlight Live erweitert Blackmagic Design sein Audio-Ökosystem um eine eigenständige Lösung für Live-Produktionen. Die neue Software versteht sich nicht als klassischer Hardware-Mixer, sondern als vollständig virtuelle Audio-Konsole für Broadcast, Streaming, Podcasts und komplexe Live-Events. Besonders interessant: Die Digitalmixer App wird aktuell noch kostenlos angeboten und richtet sich sowohl an kleinere Produktionen als auch an professionelle Broadcast-Umgebungen mit hunderten oder sogar tausenden Audiokanälen.

Mit Fairlight Live baut Blackmagic die bekannte Fairlight-Technologie aus DaVinci Resolve zu einer eigenständigen Plattform aus. Im Fokus stehen flexible Audio-Workflows, SMPTE-2110-Unterstützung, immersive Audioformate sowie die enge Integration mit ATEM-Produktionssystemen. Damit positioniert sich die Software klar im professionellen Live- und Broadcast-Bereich.

Blackmagic Design Fairlight Live
Blackmagic Design Fairlight Live

Digitalmixer App statt klassisches Mischpult

Der auffälligste Unterschied zu traditionellen Live-Mixern liegt im Konzept selbst. Fairlight Live arbeitet vollständig softwarebasiert und läuft direkt auf Windows- oder macOS-Systemen. Statt eines fest definierten Hardware-Mixers können Anwender ihre Konfiguration flexibel anpassen und bei Bedarf erweitern.

Die Software unterstützt laut Blackmagic Design Hunderte bis Tausende Audiokanäle, abhängig von der eingesetzten Hardware. Neben klassischen Mono- und Stereoquellen werden auch LCR-, 5.1- sowie immersive Ambisonics-Formate unterstützt. Dadurch eignet sich die Digitalmixer App nicht nur für einfache Podcast-Produktionen, sondern auch für umfangreiche TV-Produktionen oder Live-Sportübertragungen.

Interessant ist dabei die vollständig modulare Struktur. Eingänge, Busse, Matrix-Ausgänge oder Aux-Wege lassen sich dynamisch hinzufügen oder ändern. Das erinnert eher an moderne Audio-Engines im Broadcast-Bereich als an klassische digitale Mischpulte mit fester Kanalarchitektur.

Fairlight Live Audio Slots
Fairlight Live Audio Slots

Für Podcasts, Livestreams und Broadcast-Produktionen

Blackmagic positioniert Fairlight Live bewusst breit. Die Software soll gleichermaßen für kleine Podcast-Setups wie auch für komplexe Broadcast-Infrastrukturen geeignet sein.

Bei klassischen Podcast-Produktionen profitieren Anwender vor allem von niedriger Latenz und einfacher Bedienung. Selbst ein Laptop genügt laut Hersteller bereits für den Einstieg. Für Videopodcasts mit mehreren Kameras, Remote-Gästen und N-1-Signalen bietet die Software deutlich umfangreichere Routing-Optionen.

Spannend wird es vor allem im Broadcast-Bereich. Dort unterstützt Fairlight Live IFB-Systeme, Intercom-Kommunikation, Matrix-Routing sowie umfangreiche Monitoring-Strukturen. Besonders bei Live-Sportproduktionen mit vielen Mikrofonen und Kommentatoren dürfte die flexible Signalverwaltung interessant sein.

SMPTE 2110 und moderne IP-Workflows

Ein zentrales Merkmal der neuen Digitalmixer App ist die native Ausrichtung auf SMPTE 2110. Dieser Standard spielt im modernen Broadcast zunehmend eine wichtige Rolle, da Audio-, Video- und Metadaten über IP-Netzwerke transportiert werden können.

Fairlight Live unterstützt laut Hersteller primäre und sekundäre 2110-Verbindungen sowie PTP-Synchronisation zur präzisen Zeitsteuerung innerhalb komplexer Produktionsumgebungen. Zusätzlich integriert die Software Verzögerungskompensation, um Audio und Video synchron zu halten.

Digitalmixer App Fairlight Live Settings
Digitalmixer App Fairlight Live Settings

Gerade in größeren Produktionshäusern oder Ü-Wagen-Umgebungen könnte das interessant werden. Blackmagic versucht hier offensichtlich, den Schritt weg von klassischen SDI-Strukturen hin zu IP-basierten Produktionsnetzwerken weiter voranzutreiben.

Auch in der Community wird dieser Ansatz bereits diskutiert. Mehrere Anwender sehen Fairlight Live als potenziell günstige Alternative zu deutlich teureren Broadcast-Audiokonsolen. Gleichzeitig wird aber auch über Themen wie Dante-Kompatibilität und Latenz debattiert.

VST-Plugins und integrierte Effekte

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die umfangreiche Effektsektion. Jeder Kanal verfügt über integrierte Dynamik- und EQ-Bearbeitung inklusive Kompressor, Gate, Limiter und sechsbändiger Equalizer-Sektion. Zusätzlich liefert Fairlight Live mehr als 30 native Effekte mit. Dazu gehören unter anderem Reverb, Delay oder De-Esser.

Zudem unterstützt die Software VST– und AU-Plugins von Drittanbietern. Pro Kanal stehen dabei mehrere Effekt-Slots zur Verfügung. Laut Blackmagic können bis zu 24 Plugins pro Kanal genutzt werden. Damit bewegt sich die Software funktional eher in Richtung moderner DAW-Umgebungen als klassischer Live-Mixer.

Fairlight Live Plugins
Fairlight Live Plugins

Gerade Produzenten, die bereits umfangreiche Plugin-Sammlungen besitzen, dürften diesen Ansatz interessant finden. Die Möglichkeit, bekannte Studio-Plugins direkt in einer Live-Umgebung einzusetzen, könnte Fairlight Live von vielen klassischen Digitalmischpulten unterscheiden.

Enge Integration mit ATEM-Systemen

Besonders eng verzahnt ist Fairlight Live mit den bekannten ATEM-Live-Produktionssystemen von Blackmagic Design. Die Verbindung erfolgt über USB-C und ermöglicht direkten Zugriff auf Audiosignale sowie automatisierte AFV-Funktionen (Audio Follow Video).

Bei Kameraschnitten wird automatisch das passende Audiosignal aktiviert. Zusätzlich können Intercom- und Monitoring-Funktionen direkt innerhalb der Produktionsumgebung verwaltet werden. Für kleinere Streaming-Studios oder Content-Creator könnte das den Aufbau eines kompletten Produktionssystems erheblich vereinfachen.

Blackmagic liefert hierfür auch fertige Templates und Routing-Voreinstellungen für kompatible ATEM-Systeme mit. Das dürfte besonders für Anwender interessant sein, die ohne lange Einrichtung schnell arbeitsfähige Setups benötigen.

Eigene Hardware-Controller angekündigt

Neben der Software präsentiert Blackmagic auch neue Fairlight Live Audio Panels. Diese Hardware-Controller sind in Varianten mit 10, 20 oder 40 motorisierten Fadern erhältlich und bieten große Touchscreens zur Steuerung der Software.

Die Panels erinnern funktional an klassische Broadcast-Controller, arbeiten aber als Steueroberfläche für die Software-Engine. Neben Kanalzügen stehen Funktionen für Aux-Wege, Matrix-Routing, VCA-Gruppen oder Snapshots zur Verfügung. Preislich starten die Controller laut Hersteller bei rund 1.895 Euro für das kleinste Modell. Die größere 40-Fader-Version liegt bei etwa 6.455 Euro.

Fairlight Live Controller
Fairlight Live Controller

In Community-Diskussionen wird dabei häufig hervorgehoben, dass die Kombination aus kostenloser Software und vergleichsweise günstigen Controllern erheblich preiswerter ausfallen könnte als klassische Broadcast-Konsolen etablierter Hersteller.

Remote-Steuerung und Mehrbenutzerbetrieb

Fairlight Live unterstützt zudem Remote-Workflows. Mehrere Rechner können gleichzeitig auf unterschiedliche Bereiche der Mischung zugreifen. Dadurch lassen sich bestimmte Aufgaben an separate Operatoren auslagern. Gerade bei größeren Produktionen mit mehreren Audio-Operatoren könnte das hilfreich sein. Beispielsweise könnte ein Nutzer ausschließlich die Publikums-Mikrofone verwalten, während ein anderer die Hauptmischung steuert.

Zusätzlich unterstützt die Software externe Steuerprotokolle wie Mackie Control oder OSC. Dadurch lassen sich auch Tablets oder Drittanbieter-Controller integrieren. Interessant ist zudem, dass bereits erste Entwickler begonnen haben, die API der Software zu analysieren. Dadurch könnten künftig weitere Steuerungsmöglichkeiten über Stream Decks oder Companion-Systeme entstehen.

Virtuelle Live-Audiokonsole mit ungewöhnlichem Ansatz

Fairlight Live verfolgt insgesamt einen anderen Ansatz als viele klassische Mischpult-Hersteller. Statt proprietärer Hardware steht eine skalierbare Software-Plattform im Mittelpunkt. Hardware wird optional ergänzt, nicht vorausgesetzt.

Gerade kleinere Produktionsfirmen, Streaming-Studios oder Content-Creator könnten dadurch Zugang zu Funktionen erhalten, die bislang vor allem im High-End-Broadcast-Bereich zu finden waren. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die Software in realen Live-Produktionen bewährt.

In ersten Diskussionen wird vor allem die Kombination aus kostenfreier Software, VST-Unterstützung, immersivem Audio und SMPTE-2110-Integration hervorgehoben. Kritische Stimmen verweisen dagegen auf die generelle Abhängigkeit von Rechner-Hardware und die langfristige Stabilität softwarebasierter Mischsysteme.

Fest steht jedoch: Mit Fairlight Live bringt Blackmagic Design eine ungewöhnlich umfangreiche Digitalmixer App auf den Markt, die das Thema Live-Audio stärker in Richtung softwaredefinierter Broadcast-Workflows verschiebt.

Behringer X AIR 18 kompatibel?

Das wird wohl eine der preisgünstigsten Lösungen sein, ausreichend Eingangskanäle für die Blackmagic Design Fairlight Live Digitalmixer App zu bekommen.

Mit dem XR18 brachte Behringer einen kompakten Digitalmixer auf den Markt, der bis heute sowohl im Live- als auch im Studioeinsatz eine wichtige Rolle spielt. Das rackfähige Mischpult kombiniert 18 Eingänge, umfangreiche DSP-Funktionen und drahtlose Steuerung in einem kompakten Stagebox-Format. Besonders interessant bleibt dabei die Kombination aus Mobilität, Recording-Funktionen und integriertem WLAN.

Behringer Digitalmixer XAir 18
Behringer Digitalmixer XAir 18

Im Zentrum des XR18 stehen 16 von Midas entwickelte Mikrofonvorverstärker, die sowohl für Live-Auftritte als auch für Recording-Anwendungen ausgelegt sind. Die bekannte Midas-Technologie stammt ursprünglich aus dem professionellen Touring- und Broadcast-Bereich und gehört seit Jahren zu den etablierten Namen im Bereich hochwertiger Mischpulte.

Der Mixer selbst verzichtet vollständig auf klassische Hardware-Fader. Stattdessen erfolgt die Steuerung per iPad, Android-Tablet, PC, Mac oder Linux-System. Dafür integriert Behringer direkt einen Tri-Mode-WLAN-Router in das Gerät. Nutzer können den XR18 entweder als eigenen Access Point betreiben oder ihn in bestehende Netzwerke integrieren. Gerade bei Live-Auftritten ermöglicht das die Kontrolle des Mixes direkt aus dem Zuschauerraum oder von der Bühne aus.

Auch im Studio bleibt der XR18 interessant. Das integrierte 18×18 USB-Audiointerface erlaubt Mehrspuraufnahmen direkt in die DAW. Gleichzeitig lassen sich Monitor-Mischungen latenzarm erstellen. Besonders praktisch: Die integrierten Effekte entlasten dabei den Rechner, da viele Bearbeitungen direkt innerhalb des Mixers stattfinden.

Ein großer Schwerpunkt liegt auf den internen Effekten. Der XR18 nutzt dieselben Effekt-Engines wie der bekannte Behringer X32 Digitalmixer. Zur Verfügung stehen unter anderem Emulationen klassischer Studiohardware wie LA-2A-, 1176- oder Fairchild-Kompressoren sowie verschiedene Lexicon-, EMT- und Quantec-Reverbs. Insgesamt bietet das virtuelle FX-Rack vier Stereo-Multieffektprozessoren gleichzeitig.

Hinzu kommen umfangreiche EQ- und Dynamikfunktionen. Jeder Kanal verfügt über parametrische Equalizer, Gate und Kompressor. Zusätzlich integriert der XR18 einen hochauflösenden 100-Band-Echtzeitanalysator, der direkt in die Kanal- und Bus-EQs eingebunden ist. Dadurch lassen sich Frequenzprobleme deutlich schneller erkennen und bearbeiten.

Interessant bleibt zudem die automatische Mikrofonverwaltung. Die sogenannte X AIR Gain Sharing Technologie basiert auf dem bekannten Dan-Dugan-Automix-Prinzip und kann Pegel mehrerer offener Mikrofone automatisch verwalten. Gerade bei Konferenzen, Podcasts oder Panel-Diskussionen reduziert das Rückkopplungen und störende Nebengeräusche deutlich.

Trotz seines vergleichsweise günstigen Preises von aktuell 375,– Euro bietet der Behringer XR18 einen ungewöhnlich großen Funktionsumfang. Besonders kleinere Bands, Streaming-Studios, Proberäume und mobile Recording-Setups profitieren von der Kombination aus Stagebox, Audiointerface und digitalem Mischpult in einem einzigen Gerät.

Hier ist der Link: https://www.blackmagicdesign.com/products/fairlightlive

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Andreas

Musiker und Musikproduzent: Gitarre, Keyboards, Drums und Gesang, Tonstudio, Songwriter, Qualitätsmanager, Hobbyfotograf und Online-Redakteur.