Mit Fabric Vintage Synths stellt AIR Music Tech eine neue virtuelle Instrumentensammlung vor, die sich gezielt dem Klang klassischer analoger Polysynthesizer widmet und diesen in eine moderne Produktionsumgebung überführt. Unter dem Titel Fabric Vintage Synths Vol. 1 vereint der Hersteller drei ikonisch inspirierte Synthesizer in einer gemeinsamen Plattform und richtet sich damit an Produzenten, die Vintage-Charakter ohne die Einschränkungen historischer Hardware nutzen möchten.

Die Veröffentlichung erfolgte bereits am 9. April 2026 und ist ab sofort für MPC-Systeme sowie alle gängigen DAWs verfügbar. Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass AIR hier nicht nur auf reine Emulation setzt, sondern einen hybriden Ansatz verfolgt, der klassische Klangquellen mit zeitgemäßer Bedienung und erweiterten Funktionen kombiniert.
Klassische Polysynths als Ausgangspunkt
Im Zentrum von Fabric Vintage Synths stehen drei virtuelle Instrumente: Fabric Vintage Pro, Fabric Vintage Jup und Fabric Vintage Memorymoog. Diese orientieren sich klanglich an bekannten analogen Polysynthesizern, die über Jahrzehnte hinweg den Sound elektronischer Musik geprägt haben. Ich denke, hier handelt es sich um folgende Synthesizer:
Der Fokus liegt dabei nicht auf der exakten Nachbildung einzelner Geräte bis ins kleinste Detail, sondern auf der Übertragung ihrer klanglichen Charakteristik in eine flexible Softwareumgebung. Dadurch entsteht ein Instrument, das sich weniger als Sammlung einzelner Emulationen versteht, sondern als konsistentes Produktionswerkzeug mit klarer Ausrichtung auf den praktischen Einsatz.
Multisampling statt klassischem Modeling
Technische Grundlage von Fabric Vintage Synths ist die sogenannte Fabric Engine, die auf Multisample-Synthese basiert. Anstelle von reinem Modeling setzt AIR Music Tech auf gesampelte Hardwarequellen, die anschließend mit modernen Funktionen erweitert werden.
Jeder der enthaltenen Synthesizer nutzt zwei Multisample-Oszillatoren, ergänzt durch eine zusätzliche percussive Layer-Struktur. Hinzu kommen Sub-Oszillator und Noise-Generator, die für zusätzliche klangliche Tiefe sorgen. Diese Architektur ermöglicht sowohl klassische Synthesizer-Sounds als auch komplexere Klangschichtungen, die über die Möglichkeiten vieler Originalgeräte hinausgehen.
Die erweiterte Polyfonie stellt sicher, dass auch dichte Arrangements ohne Einschränkungen realisiert werden können, was insbesondere in modernen Produktionen eine wichtige Rolle spielt.
Modulation und Klanggestaltung
Ein zentraler Bestandteil von Fabric Vintage Synths ist das umfangreiche Modulationssystem. Jeder Layer verfügt über eigene Filter, Hüllkurven und LFOs, wodurch sich Klangparameter unabhängig voneinander steuern lassen.
Zusätzlich stehen globale Modulationsquellen zur Verfügung, darunter tempo-synchronisierbare LFOs, die eine präzise Integration in rhythmische Strukturen ermöglichen. Diese Kombination eröffnet vielfältige Möglichkeiten für dynamische Klangverläufe und bewegte Sounds.
Gerade im Zusammenspiel mit den Multisample-Oszillatoren entsteht eine flexible Klangumgebung, die sowohl für klassische Synth-Flächen als auch für moderne Sounddesign-Ansätze geeignet ist.
Einheitlicher Workflow und Benutzeroberfläche
Ein wesentliches Merkmal von Fabric Vintage Synths ist die einheitliche Benutzeroberfläche über alle enthaltenen Instrumente hinweg. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, sich bei jedem Synth neu einzuarbeiten, was den Workflow deutlich beschleunigt.
Die Oberfläche ist auf direkte Bedienbarkeit ausgelegt. Makro-Regler, Oszillator-Schalter und Effektmodule ermöglichen schnelle Eingriffe in den Klang, ohne dass tiefgehende Menüstrukturen notwendig sind. Gleichzeitig bleibt der Zugriff auf detaillierte Parameter erhalten, sodass auch komplexe Sounddesign-Aufgaben umgesetzt werden können.
Diese Kombination aus Übersichtlichkeit und Tiefe entspricht den Anforderungen moderner Produktionsumgebungen, in denen Effizienz und Flexibilität entscheidend sind.
Performance und moderne Steuerung
Neben klassischem Sounddesign unterstützt Fabric Vintage Synths auch aktuelle Performance-Standards. Die vollständige MPE-Kompatibilität ermöglicht eine differenzierte Spielweise mit entsprechenden Controllern, wodurch sich insbesondere expressive Sounds realisieren lassen.
Zudem lassen sich Modulationsparameter frei zuweisen, was eine individuelle Anpassung an unterschiedliche Setups ermöglicht. Ein integrierter Arpeggiator ergänzt die Funktionalität und bietet Optionen wie Swing, Ratcheting und Zufallsmodulation, die für zusätzliche rhythmische Variation sorgen.
Diese Features unterstreichen den Anspruch, nicht nur ein Klangwerkzeug, sondern auch ein Performance-Instrument bereitzustellen.
Integrierte Effekte und Preset-Bibliothek
Jeder Synth innerhalb von Fabric Vintage Synths verfügt über eine integrierte Effektsektion mit fünf Modulen. Dazu gehören unter anderem Distortion, Delay und Reverb, die sich direkt im Signalfluss einsetzen und modulieren lassen.
Die Effekte sind so ausgelegt, dass sie sowohl zur klanglichen Veredelung als auch als kreatives Werkzeug genutzt werden können. Dadurch entfällt in vielen Fällen der Einsatz zusätzlicher Plugins im Produktionsprozess.
Ergänzt wird das Gesamtpaket durch eine umfangreiche Preset-Bibliothek, die verschiedene Klangkategorien abdeckt. Dazu zählen klassische Bässe, Pads und Leads ebenso wie Sequenzen und cineastische Texturen. Diese Presets bieten einen schnellen Einstieg und lassen sich flexibel anpassen.
Integration in MPC und DAW-Umgebungen
Ein weiterer zentraler Aspekt von Fabric Vintage Synths ist die plattformübergreifende Integration. Die Instrumente sind sowohl für MPC Standalone- und Desktop-Systeme als auch für alle gängigen DAWs verfügbar.
Diese breite Unterstützung ermöglicht es, das Instrument in unterschiedlichsten Produktionsumgebungen einzusetzen, sei es im Studio oder im Live-Kontext. Besonders die enge Verzahnung mit der MPC-Plattform dürfte für Anwender interessant sein, die hybride Setups bevorzugen.
Verfügbarkeit und Preis
Fabric Vintage Synths Vol. 1 ist ab sofort erhältlich. Zum Marktstart wird die Sammlung zu einem Einführungspreis von 119,– US-Dollar angeboten. Nach dem 10. Mai 2026 steigt der reguläre Preis auf 299,– US-Dollar. Damit positioniert sich das Instrument im mittleren Preissegment und spricht sowohl ambitionierte Einsteiger als auch professionelle Produzenten an.
Einordnung
Mit Fabric Vintage Synths verfolgt AIR Music Tech einen Ansatz, der sich bewusst zwischen klassischer Emulation und moderner Synthese positioniert. Der Fokus liegt nicht auf maximaler Detailtreue einzelner Hardwaregeräte, sondern auf einem praxisorientierten Gesamtpaket, das sich schnell und effizient in Produktionen integrieren lässt.
Gerade diese Ausrichtung könnte für viele Anwender entscheidend sein, da sie den kreativen Prozess in den Vordergrund stellt und technische Hürden reduziert.
Das Besondere an den neuen Synthesizer-Plugins von AIR Musictech ist, dass diese auch in der gerade erschienenen AKAI MPC funktionieren.
Fabric Vintage Synths bietet eine moderne Interpretation klassischer Polysynthesizer und verbindet deren charakteristischen Klang mit zeitgemäßen Produktionsmöglichkeiten. Die Kombination aus Multisampling, flexibler Modulation, intuitiver Bedienung und integrierten Effekten macht die Sammlung zu einem vielseitigen Werkzeug für die Musikproduktion.
Die klare Struktur und der einheitliche Workflow sorgen dafür, dass sich die Instrumente schnell in bestehende Setups integrieren lassen. Gleichzeitig eröffnet die Engine genügend Tiefe, um auch anspruchsvolle Sounddesign-Aufgaben umzusetzen.
Hier ist der Link: https://www.airmusictech.com/virtual-instruments/fabric-vintage-synths-vol-1/




