M Media Audio bietet mit Fifth Order ein kostenloses Effekt-Plugin an, das den Klangcharakter eines Class-A-Röhrenvorverstärkers in die DAW bringen soll. Zwei getrennt einstellbare Kanäle, einfache Bass- und Höhenregler sowie eine automatische Pegelanpassung machen das Plugin für schnelle Klangfärbungen interessant. Fifth Order ist für Windows, macOS und Linux erhältlich.
Zwei Kanäle für Gain und Klangfarbe
Der Aufbau ist übersichtlich gehalten: Pro Kanal gibt es einen Input-Regler, einen Output-Regler sowie Bass und Treble. Die beiden Klangregler arbeiten als Shelving-Filter. Laut Produktbeschreibung lassen sich die vier Bedienelemente jeweils im Bereich von ?12 bis +12 dB einstellen. Mit dem Eingangspegel wird bestimmt, wie stark das Signal die färbende Vorverstärkerstufe anfährt. Anschließend lässt sich der Ausgangspegel wieder passend einstellen.

Die Klangfärbung ist Teil des Signalwegs und laut Hersteller auch bei neutralen Reglerstellungen aktiv. Wer Fifth Order einsetzt, sollte das beim Vergleich mit dem unbearbeiteten Signal berücksichtigen. Das Plugin ist für eine bewusste Veränderung des Klangs gedacht: etwa um einer Stimme, einem Bass oder einem Synthesizer eine andere Kontur zu geben. Wie stark die Bearbeitung im jeweiligen Material hörbar wird, lässt sich nur im praktischen Vergleich beurteilen. Was technisch hinter harmonischer Klangfärbung steckt, erklärt Professor Pegel im Grundlagenartikel über Saturation.
Link-Schalter und Auto-Level erleichtern den Vergleich
Beide Kanäle können unabhängig voneinander eingestellt oder über den Link-Schalter gekoppelt werden. Das ist für Stereoquellen hilfreich, während getrennte Einstellungen auch unterschiedliche Bearbeitungen der linken und rechten Seite erlauben. Zwei beleuchtete VU-Meter zeigen den Ausgangspegel der Kanäle an.
Interessant ist die Auto-Level-Funktion. Sie vergleicht nach Herstellerangaben die RMS-Pegel am Ein- und Ausgang und gleicht Pegeländerungen aus, die beim Einstellen des Vorverstärkers entstehen. Das erleichtert einen faireren Vorher-Nachher-Vergleich: Ein lauter bearbeitetes Signal wird sonst schnell als klanglich besser empfunden, selbst wenn die eigentliche Färbung kaum Vorteile bringt. Für präzise Pegelvergleiche im Mix empfiehlt sich trotzdem ein Kontrollblick auf die Messwerte und das Hören im Zusammenhang mit dem gesamten Arrangement. Weshalb solche Vergleiche wichtig sind und wo automatische Korrekturen an Grenzen stoßen, zeigt unser Artikel über Level Matching in der Musikproduktion.
Für den Einstieg liefert M Media Audio 20 Werks-Presets. Sie reichen von zurückhaltenden Einstellungen bis zu stärker ausgeprägten Klangfarben und lassen sich über die sichtbaren Regler weiter anpassen. Ein Umschalter für die färbende Stufe wird nicht genannt; neben Link und Auto-Level ist ein Power-Schalter vorhanden.
Kostenlos für Windows, macOS und Linux
Fifth Order wird kostenlos angeboten. Laut Produktbeschreibung gibt es keine zeitlich begrenzte Testversion und keine Aktivierung. Das Plugin ist als VST3 verfügbar; auf macOS wird zusätzlich AU unterstützt. Als Plattformen werden Windows, macOS und Linux aufgeführt. Konkrete Angaben zu unterstützten Betriebssystemversionen sollten vor dem Download auf der Produktseite von M Media Audio geprüft werden.
Fifth Order richtet sich an Produzenten, die unkompliziert mit Vorverstärkerfärbung experimentieren möchten. Die Kombination aus separaten Stereokanälen und RMS-basierter Pegelkompensation ist gerade beim Vergleichen verschiedener Drive-Einstellungen praktisch. Ob der Klangcharakter zur Aufnahme passt, entscheidet das eigene Audiomaterial. Für eine kontrollierte Ansteuerung und ausreichend Reserven in der Signalkette bietet sich außerdem der Grundlagenartikel über Gain Staging in der Musikproduktion an.


