fBox Audio fMeter kostenlos: VST3-Meter und Offline-Analyse für komplette Alben

Mit fMeter stellt fBox Audio ein kostenloses Messwerkzeug für Windows vor, das gleich zwei unterschiedliche Aufgaben abdeckt. Im Download befinden sich sowohl ein VST3-Plugin für die laufende Analyse innerhalb einer DAW als auch die eigenständige Anwendung fMeter Offline. Letztere untersucht bereits fertige Audiodateien ohne Wiedergabe und soll bei Bedarf bis zu 100 Titel in einem Durchgang auswerten.

Das Paket kombiniert klassische VU- und PPM-Anzeigen mit Sample Peak, True Peak, Lautheitsmessung und Werkzeugen zur Kontrolle der Stereophase. Hinzu kommen ausdruckbare beziehungsweise exportierbare Messberichte. Eine Lizenz, Registrierung oder Aktivierung ist nach Angaben des Entwicklers nicht erforderlich. fMeter soll dauerhaft kostenlos bleiben und darf auf beliebig vielen Rechnern installiert werden.

Damit richtet sich die Software nicht nur an Anwender, die während des Mixings gelegentlich einen genaueren Blick auf Pegel und Lautheit werfen möchten. Vor allem die Offline-Anwendung könnte für Mastering, Albumabgleiche und technische Auslieferungskontrollen interessant sein.

FMeter
FMeter

Zwei Messwerkzeuge in einem Download

fMeter besteht aus zwei Programmen, die dieselbe Mess-Engine verwenden. Das VST3-Plugin wird wie ein gewöhnliches Meter in einen Kanal, Bus oder den Masterkanal der DAW geladen. Dort analysiert es das Audiosignal während der Wiedergabe.

fMeter Offline arbeitet dagegen unabhängig von einer DAW. Audiodateien werden in die Anwendung geladen und anschließend schneller als in Echtzeit untersucht. Da keine Wiedergabe über ein Audiogerät stattfindet, muss ein einstündiges Programm nicht eine Stunde lang abgespielt werden, um vollständige Messwerte zu erhalten.

Beide Varianten sollen bei identischem Material dieselben Ergebnisse liefern. Ein fertiger Export kann somit offline ausgewertet werden, während das Plugin bei der Wiedergabe in der DAW als Vergleich dient.

VU, PPM, Levels und Loudness

Die Plugin-Version von fMeter gliedert sich in vier Messbereiche. Jeder davon beantwortet eine andere Frage, denn ein einzelner Pegelwert kann weder Lautheit noch Dynamik, Spitzenpegel und Monokompatibilität gleichzeitig sinnvoll beschreiben.

VU-Meter für die empfundene Balance

Die VU-Ansicht verwendet zwei klassische Zeigerinstrumente. Durch ihre vergleichsweise träge Reaktion von ungefähr 300 Millisekunden werden sehr kurze Signalspitzen weniger stark dargestellt. Dadurch eignet sich das Verfahren vor allem zur Einschätzung des durchschnittlichen Signalpegels und zur Balance zwischen linkem und rechtem Kanal.

VU-Meter gehören zu den ältesten Messinstrumenten im Tonstudio, sind aber keineswegs überflüssig. Gerade beim Einpegeln mehrerer Instrumente kann eine ruhige Anzeige oft besser lesbar sein als ein ständig springendes Peak-Meter.

PPM für schnelle Pegelspitzen

PPM steht für Peak Programme Meter. Diese Anzeige reagiert deutlich schneller auf kurze Spitzen als ein VU-Meter und fällt anschließend langsamer zurück. Dadurch bleibt ein kurz erreichter Höchstwert lange genug sichtbar, um sinnvoll abgelesen zu werden.

Die Kombination aus VU und PPM liefert zwei verschiedene Perspektiven auf dasselbe Signal: Das VU-Meter zeigt eher dessen kontinuierliche Energie, während das PPM kurze Ausschläge stärker berücksichtigt.

Levels mit Sample Peak, True Peak und Phase

Die Levels-Seite richtet sich stärker an die technische Endkontrolle. Sie zeigt Balkenanzeigen mit Over-Markierungen sowie Zahlenwerte für Sample Peak und True Peak. Ergänzt wird dieser Bereich durch ein Goniometer und eine Phasenanzeige.

FMeter Digital
FMeter Digital

Ein gewöhnliches Sample-Peak-Meter betrachtet ausschließlich die in einer digitalen Audiodatei gespeicherten Abtastwerte. Bei der späteren Rekonstruktion der kontinuierlichen Wellenform können zwischen diesen Punkten jedoch höhere Pegel entstehen. Genau diese sogenannten Inter-Sample Peaks berücksichtigt die True-Peak-Messung. Der Grundlagenartikel True Peak – warum ein Master trotz 0 dBFS verzerren kann erklärt den Unterschied ausführlich.

Goniometer und Korrelationsanzeige helfen zusätzlich bei der Kontrolle der Stereobreite und Phasenlage. Wird ein sehr breiter Mix in Mono zusammengeführt, können sich gegenphasige Anteile teilweise auslöschen. Besonders Bass, zentrale Instrumente oder räumliche Effekte verlieren dann unter Umständen deutlich an Kraft. Weitere Hintergründe liefert der Beitrag Stereo-Korrelation – Phasenprobleme erkennen.

Loudness zeigt die Lautheit im zeitlichen Verlauf

Auf der Loudness-Seite zeichnet fMeter den Lautheitsverlauf während der Wiedergabe als Kurve auf. Eine gestrichelte Linie markiert den eingestellten Zielwert. Unterhalb der Grafik befinden sich fünf Messwerte, die gleichzeitig als Schalter für die jeweils dargestellte Kurve dienen.

Damit lässt sich nicht nur der integrierte Wert eines gesamten Songs ablesen. Die Grafik zeigt ebenfalls, in welchen Abschnitten sich die Lautheit verändert und ob Strophe, Refrain und ruhige Zwischenteile in einem sinnvollen Verhältnis stehen.

Wie immer sollte ein LUFS-Ziel als Orientierung und nicht als musikalisches Gesetz verstanden werden. Streaming-Dienste normalisieren die Wiedergabelautstärke, verlangen aber nicht automatisch, dass jede Produktion exakt denselben LUFS-Wert erreicht. Grundlagen dazu liefern die Artikel LUFS im Mastering und Loudness-Normalisierung bei Spotify, YouTube und Apple Music.

FMeter Loudness
FMeter Loudness

fMeter verändert das Audiosignal nicht

Nach Angaben von fBox Audio arbeitet das Plugin vollständig transparent. Eine durch fMeter gerenderte Datei soll Bit für Bit mit dem Eingangssignal identisch bleiben. Es existieren weder ein Wet/Dry-Regler noch eine Pegelkorrektur oder ein bearbeiteter Signalpfad.

Das Plugin verursacht laut Hersteller außerdem keine Latenz und greift nicht in die Verzögerungskompensation der DAW ein. Dadurch kann es bei Bedarf auf mehreren Kanälen eingesetzt werden, ohne Spuren zeitlich gegeneinander zu verschieben.

Diese Aussage klingt bei einem Meter zunächst selbstverständlich, ist aber für den praktischen Einsatz wichtig. fMeter soll ausschließlich beobachten und anzeigen. Klangfärbung, Sättigung oder eine automatische Pegelanpassung gehören ausdrücklich nicht zum Konzept.

fMeter Offline analysiert fertige Audiodateien

Die eigenständige Anwendung erweitert das Konzept deutlich. Sie kann einzelne Titel, komplette Alben oder größere Dateigruppen analysieren. Unterstützt werden laut Hersteller WAV, AIFF, FLAC, Ogg, MP3 und Windows Media.

Für jede Datei erscheint eine eigene Tabellenzeile mit folgenden Werten:

  • integrierte Lautheit,
  • Lautheitsbereich,
  • True Peak,
  • höchster Sample Peak,
  • Anzahl der Überschreitungen.

Abweichungen von mehr als einem Dezibel gegenüber dem eingestellten Lautheitsziel werden rot markiert. Dasselbe gilt für True-Peak-Werte oberhalb des festgelegten Grenzwerts. Dadurch lassen sich auffällige Titel innerhalb eines Albums oder einer Lieferung schnell erkennen, ohne jede Datei einzeln in Echtzeit abzuspielen.

fMeter offline
fMeter offline

Die Dateiliste ist sortierbar. Wird ein Album in der vorgesehenen Reihenfolge geladen, kann die Spalte mit der integrierten Lautheit von oben nach unten geprüft werden. Deutliche Sprünge zwischen benachbarten Songs werden auf diese Weise schnell sichtbar. Eine abschließende Hörkontrolle bleibt natürlich notwendig, doch das Meter hilft dabei, verdächtige Stellen gezielt zu finden.

Vollständige Kurven statt kurzer Momentaufnahme

In der Offline-Anwendung steht der gesamte Titel nach der Analyse als Messverlauf zur Verfügung. Die Loudness-Ansicht zeigt die Datei vom ersten bis zum letzten Sample und kann gescrollt oder vergrößert werden.

Die Levels-Ansicht stellt die Peak-Verläufe beider Kanäle dar. Eine eingezeichnete True-Peak-Grenze und rote Markierungen kennzeichnen jede Überschreitung an der betreffenden zeitlichen Position. Darunter befinden sich Korrelationsanzeige, Stereobild und die spezielle Auswertung „IN MONO“.

Ein virtueller Abspielkopf kann die bereits berechnete Messung mit einfacher, vierfacher oder 16-facher Geschwindigkeit durchlaufen. Dabei wird kein Ton wiedergegeben. Die Funktion dient dazu, auffällige Zeitpunkte innerhalb eines langen Messverlaufs schnell aufzuspüren.

fMeter Offline Loudness Kurve
fMeter Offline Loudness Kurve

„IN MONO“ bewertet mögliche Auslöschungen

Die Mono-Prüfung gehört zu den ungewöhnlicheren Funktionen von fMeter Offline. Die Anwendung summiert die Datei intern zu Mono, misst deren Lautheit und vergleicht das Ergebnis mit dem Stereo-Original. Die Differenz soll zeigen, wie viel Energie bei der Monosummierung verloren geht.

Das Resultat wird zusätzlich mit drei leicht verständlichen Bewertungen versehen:

  • HOLDS UP: Es treten keine bedeutenden Auslöschungen auf.
  • THINS OUT: Breite Signalanteile arbeiten teilweise gegeneinander und sollten in Mono kontrolliert werden.
  • COLLAPSES: Deutliche Phasenprobleme oder invertierte Signalanteile verursachen einen erheblichen Verlust.

Laut Entwickler ist ein geringer Unterschied bei breiten Mischungen normal. Werte unter etwa 1,5 LU werden noch nicht als auffällig betrachtet. Entscheidend ist außerdem, dass diese Bewertung den gesamten Titel beschreibt und nicht ausschließlich den schlechtesten kurzen Moment herausgreift.

Damit ersetzt die Anzeige nicht das Abhören in Mono, bietet aber einen schnellen Hinweis darauf, welche Dateien oder Songabschnitte genauer kontrolliert werden sollten.

Messberichte für Kunden und Projektordner

Sowohl Plugin als auch Offline-Anwendung können Berichte erzeugen. Im Plugin steht die Druckfunktion auf der Loudness-Seite zur Verfügung. Die Offline-Version kann Berichte aus sämtlichen Bereichen einschließlich der Dateiliste erstellen.

Zur Auswahl stehen unter anderem:

  • vollständiger Bericht,
  • Loudness-Zusammenfassung,
  • Dynamikbericht,
  • Peak-Zusammenfassung,
  • Phasenbericht,
  • True-Peak-Protokoll,
  • technische Auslieferungskontrolle.

Die Ergebnisse lassen sich als Bild sichern und anschließend einer Nachricht oder einer Projektübergabe beilegen. Zusätzlich steht eine reine Textausgabe zur Verfügung. Diese eignet sich für den Projektordner, weil sie durchsuchbar bleibt und keine spezielle Software zum Öffnen benötigt.

Gerade bei externen Mastering-Aufträgen, Podcast-Produktionen oder der Übergabe mehrerer Versionen kann ein dokumentierter Messbericht Missverständnisse vermeiden. Er hält fest, welche Datei mit welchen Werten tatsächlich ausgeliefert wurde.

FMeter Report
FMeter Report

Kostenlos ohne Lizenzschlüssel oder Rechnerlimit

fMeter soll dauerhaft kostenlos angeboten werden. Nach Angaben von fBox Audio gibt es keine zeitliche Begrenzung, keine funktional eingeschränkte Version, keine versteckte Bezahlstufe und kein Rechnerlimit. Auch ein Lizenzschlüssel wird nicht benötigt.

Der Download enthält das VST3-Plugin, die eigenständige Offline-Anwendung, eine kurze Einstiegshilfe und ausführliche PDF-Handbücher für beide Programme.

Damit unterscheidet sich fMeter von den übrigen kommerziellen Produkten des Herstellers, für die Test- und Kaufmodelle angeboten werden. Der auf der Bedienoberfläche angezeigte Seriencode ist beim Meter laut Entwickler lediglich Bestandteil der optischen Gestaltung und hat keinen Einfluss auf die Messung.

Systemanforderungen und unterstützte Formate

Aktuell steht fMeter ausschließlich für Windows zur Verfügung. Das Plugin wird als VST3 angeboten, die Offline-Auswertung als eigenständige Windows-Anwendung. Als Mindestanforderung nennt der Hersteller Windows 10 in der 64-Bit-Version. Empfohlen werden ein vollständig aktualisiertes Windows 10 oder Windows 11.

Der VST3-Teil sollte in jeder Windows-DAW funktionieren, die VST3-Plugins unterstützt. fBox Audio nennt unter anderem Reaper, Cubase, Nuendo, Ableton Live, Studio One, Bitwig Studio, FL Studio, Cakewalk, Ardour, Mixbus und Waveform.

Versionen für macOS sowie die Plugin-Formate AU und AAX sind angekündigt, derzeit aber noch nicht verfügbar. Nutzer von Logic Pro oder Pro Tools können fMeter damit aktuell nicht direkt als Plugin einsetzen. Auch eine Linux-Version wird auf der Herstellerseite nicht genannt.

Einordnung: Viel Metering ohne aufgeblähte Bearbeitungskette

Kostenlose Metering-Plugins gibt es inzwischen einige. fMeter fällt vor allem durch die Kombination aus klassischem Live-Metering, schneller Stapelanalyse und exportierbaren Berichten auf. Während der ebenfalls kostenlose Reference Player zusätzlich Equalizer, Kompressor und Limiter enthält, bleibt fMeter bewusst ein reines Messwerkzeug.

Dieser Verzicht auf Klangbearbeitung ist kein Nachteil, sondern Teil des Konzepts. Das Plugin zeigt, was durch den Kanal läuft, ohne selbst an Pegel, Phase oder Dynamik einzugreifen. Die Offline-Anwendung übernimmt anschließend die technische Kontrolle der fertigen Dateien.

Besonders praktisch erscheint die Möglichkeit, komplette Alben oder umfangreiche Lieferungen tabellarisch zu vergleichen. True-Peak-Überschreitungen, abweichende Loudness-Werte und mögliche Monoprobleme können dadurch schneller gefunden werden als bei einer rein manuellen Einzelkontrolle.

Fazit

fBox Audio fMeter verbindet mehrere vertraute Messverfahren mit einer ungewöhnlich umfangreichen Offline-Auswertung. Das VST3-Plugin liefert VU, PPM, Sample Peak, True Peak, Loudness, Goniometer und Phasenkontrolle direkt in der DAW. Die eigenständige Anwendung analysiert fertige Dateien schneller als in Echtzeit, vergleicht komplette Alben und erzeugt dokumentierbare Berichte.

Dass das Paket ohne Registrierung, Lizenzschlüssel, Ablaufdatum oder Rechnerlimit kostenlos erhältlich ist, macht es insbesondere für Windows-Anwender interessant. Die derzeitige Beschränkung auf Windows und VST3 grenzt den Nutzerkreis allerdings deutlich ein. Sollten die angekündigten macOS-, AU- und AAX-Versionen folgen, könnte fMeter auch plattformübergreifend zu einem ausgesprochen vielseitigen Kontrollwerkzeug werden.

Weitere Informationen und den kostenlosen Download gibt es auf der Produktseite von fBox Audio.

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Andreas

Musiker und Musikproduzent: Gitarre, Keyboards, Drums und Gesang, Tonstudio, Songwriter, Qualitätsmanager, Hobbyfotograf und Online-Redakteur.