Gazillion Industries erweitert sein Angebot um drei Effekt-Plug-ins für kreative Klangbearbeitung. SKRUU trennt Tonhöhe und Abspielzeit voneinander, TRIPLE OG verbindet Kassettensättigung mit einem direkt spielbaren Transport und F(ilter)12 kombiniert Bit- und Sampleratenreduktion mit einem umfangreichen, modulierbaren Filter. Alle drei Produkte sind für Windows und macOS erhältlich.
Mit BEEFY und dem kostenlosen Drum-Kompressor DRUGS hat Gazillion Industries bereits gezeigt, dass technische Audiobearbeitung nicht zwangsläufig mit nüchternen Benutzeroberflächen präsentiert werden muss. Auch SKRUU, TRIPLE OG und F(ilter)12 folgen diesem Ansatz: Hinter eigenwilligen Namen, auffälliger Gestaltung und bewusst lockeren Produkttexten stecken drei ernst gemeinte Werkzeuge für Drums, Samples, Loops und experimentelles Sounddesign.
Die neuen Effekte überschneiden sich teilweise, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. SKRUU beschäftigt sich mit Tonhöhe und Zeit. TRIPLE OG simuliert nicht nur den Klang einer Kassette, sondern auch das Verhalten ihres Transports. F(ilter)12 verbindet digitale Lo-Fi-Verarbeitung mit einem Filter, das sich manuell zeichnen, zum Songtempo bewegen oder von einem Sidechain-Signal steuern lässt.
Gemeinsam ist den drei Plug-ins die Ausrichtung auf spielbare Klangveränderungen. Es geht weniger um die möglichst genaue Restaurierung problematischer Aufnahmen als um Effekte, die während eines Arrangements oder einer Performance gezielt bewegt werden können.

SKRUU: Tonhöhe und Zeit gehen getrennte Wege
Bei einer klassischen Bandmaschine, einem Plattenspieler oder einem einfachen Varispeed-Verfahren sind Tonhöhe und Abspielgeschwindigkeit fest miteinander verbunden. Wird das Medium langsamer abgespielt, sinkt gleichzeitig die Tonhöhe. SKRUU kann diese Kopplung übernehmen, erlaubt aber ebenso, beide Größen unabhängig voneinander zu bewegen.
Der PITCH-Regler verändert die Tonhöhe beziehungsweise die virtuelle Abspielgeschwindigkeit in einem Bereich von minus 20 bis plus 10 Prozent. Die Bedienoberfläche zeigt zusätzlich den daraus entstehenden Abstand in Halbtönen an. TIME beeinflusst dagegen ausschließlich die Länge des Signals und reicht von minus 50 bis plus 25 Prozent.
Dadurch sind Kombinationen möglich, die mit einer gewöhnlichen Varispeed-Steuerung nicht funktionieren würden. Ein Loop kann beschleunigt und gleichzeitig tiefer gestimmt werden. Umgekehrt lässt er sich verlängern, während seine Tonhöhe steigt. PITCH LOCK und TIME LOCK halten jeweils einen Bereich fest, wenn ausschließlich der andere verändert werden soll.
SKRUU eignet sich damit nicht nur für klassische Slowed- oder Sped-up-Effekte. Interessanter sind gezielte Übergänge, rhythmische Verformungen und bewusst widersprüchliche Bewegungen, bei denen sich die zeitliche und tonale Wahrnehmung voneinander lösen.
Elastische Regler mit 16 Bewegungsformen
Die Besonderheit von SKRUU liegt in den beiden Elastic-Bereichen für Tonhöhe und Zeit. Wird ein Regler bewegt und anschließend losgelassen, springt er nicht einfach sofort auf seinen Ausgangswert zurück. Stattdessen folgt die Rückkehr einer einstellbaren Kurve.
RETURN bestimmt die Dauer dieser Bewegung. Sie kann frei oder zum Takt quantisiert eingestellt werden. BITE legt fest, wie entschieden der Effekt der gewählten Bewegung folgt. Für den Verlauf stehen jeweils 16 Formen bereit: RAMP, GLIDE, SNAP, WHIP, HANG, CREEP, STAIRS, HALVES, RATCHET, DRUNK, LURCH, BOUNCE, WOBBLE, TREMOR, KICK und CLIFF.
Sechs dieser Kurven arbeiten laut Hersteller fließend, fünf erzeugen stufenartige Bewegungen und fünf schießen über den Zielwert hinaus, bevor sie sich stabilisieren. Pitch und Zeit besitzen jeweils eine eigene Auswahl. Damit lassen sich Tonhöhenbewegungen weich zurückführen, während die Länge des Materials in rhythmischen Stufen auf den Ausgangswert springt.
DRAG bestimmt, wie schnell eine neu eingestellte Geschwindigkeit erreicht wird. In Minimalstellung reagiert der Effekt unmittelbar. Höhere Werte simulieren eher die Trägheit einer Hand auf einem Plattenteller oder Bandtransport. Ein Dry/Wet-Regler erlaubt die Mischung mit dem unbearbeiteten Signal.
Vier Sampling Grades als digitale Lo-Fi-Stufen
Zusätzlich bietet SKRUU vier sogenannte Sampling Grades. Die internen Raster arbeiten mit 31,25, 15,62, 7,81 oder 3,91 kHz. Dabei handelt es sich laut Hersteller nicht lediglich um vier Equalizer-Abstimmungen. Das Signal wird tatsächlich auf ein zunehmend gröberes zeitliches Raster gesetzt.
Je niedriger die gewählte Stufe ausfällt, desto stärker gehen hohe Frequenzen verloren und desto deutlicher treten digitale Treppenbildung, Artefakte und zurückgefaltete Frequenzanteile hervor. Alle vier Varianten werden fortlaufend berechnet, sodass sich die Qualität auch während eines laufenden Signals wechseln lässt.
Genau an dieser Stelle wird SKRUU zum Sounddesign-Werkzeug. Die niedrigeren Stufen sollen nicht sauber oder originalgetreu klingen, sondern an frühe Sampler und bewusst überforderte Digitaltechnik erinnern. Warum solche zurückgefalteten Frequenzen entstehen, erklärt der BuenasIdeas-Grundlagenartikel „Aliasing – wenn hohe Frequenzen plötzlich falsch klingen“.
Eine Vergleichsanzeige stellt eingehende und ausgegebene Tonhöhe gegenüber. Zusätzlich werden Host-Tempo und Transportstatus angezeigt. SKRUU arbeitet laut Hersteller mit null Samples zusätzlicher Latenz.
TRIPLE OG: Kassette nicht nur hören, sondern anfassen
TRIPLE OG ist eine Kassettensimulation, möchte aber ausdrücklich mehr sein als eine weitere Kombination aus Rauschen, Höhenverlust und Gleichlaufschwankungen. Das Plug-in bildet einen virtuellen Transport ab, der gebremst, zurückgezogen und kurzzeitig aus dem Tritt gebracht werden kann.
Für den grundlegenden Kassettencharakter stehen TONE, HISS, AGE, DRIVE und MIX zur Verfügung. TONE kontrolliert die Helligkeit des Wiedergabesystems. Ein Wert von 50 soll einer musikalisch neutral abgestimmten Kassette entsprechen, ist aber kein Bypass.
HISS fügt ein kontinuierliches, breitbandiges Bandrauschen hinzu. Es wird über die beiden Stereokanäle teilweise unterschiedlich verteilt. Knacken, Staubgeräusche und einzelne Aussetzer gehören bewusst nicht zum Effekt, da diese Eigenschaften eher mit Vinyl oder beschädigten Medien verbunden sind.
Der AGE-Regler arbeitet mit einer Skala von null bis 60 Jahren. Mit zunehmendem Alter soll das Signal dunkler, rauschiger, stärker gesättigt, weniger laufstabil und zwischen den Stereokanälen etwas ungleichmäßiger werden. Mehrere Alterungsmerkmale werden somit über einen einzigen Parameter miteinander verbunden.
DRIVE erzeugt eine weich einsetzende asymmetrische Sättigung mit überwiegend geradzahligen Obertönen. Die Bearbeitung wird intern mit Oversampling berechnet. Nach Herstellerangaben bleibt der Ausgangspegel über den gesamten Reglerweg innerhalb einer Abweichung von einem halben Dezibel. Die Sättigung soll dadurch schmutziger werden, ohne den Vergleich allein durch deutlich mehr Lautstärke zu gewinnen.
Grundlagen zu harmonischer Verzerrung, Bandsättigung und zusätzlichen Obertönen vermittelt der BuenasIdeas-Beitrag „Saturation in der Musikproduktion“.
Wow, Flutter, Catch und Bend
WOW FLUT erzeugt kontinuierliche Geschwindigkeitsabweichungen. Gazillion Industries verwendet dafür mehrere überlagerte Bewegungen, damit der Effekt nicht lediglich wie ein regelmäßiger Chorus klingt.
CATCH simuliert einen Transport, der kurzzeitig langsamer wird, hängen bleibt und anschließend wieder zur korrekten Position aufschließt. Die Ereignisse können automatisch ausgelöst oder über eine Taste auf der Bedienoberfläche gezielt gestartet werden.
BEND ist als direkt spielbares Bedienelement ausgelegt. Eine Bewegung nach links lässt den Transport zurückfallen. Eine Bewegung nach rechts beschleunigt ihn vorübergehend über das aktuelle Signal hinaus. Nach dem Loslassen kehrt der virtuelle Mechanismus federnd in die Ausgangslage zurück. Während BEND bedient wird, hat die manuelle Bewegung Vorrang; ein laufender CATCH-Vorgang wird abgebrochen.
Die grafische Anzeige zeigt Band, Spulen und Köpfe. Kontur und Füllung visualisieren, was in das Plug-in hineingeht und zeitversetzt zurückkommt. Zwei VU-Meter helfen dabei, die Ansteuerung gegenüber der Referenz von 0 VU zu beurteilen.
Warum TRIPLE OG rund 128 Millisekunden Latenz benötigt
Für eine Vorwärtsbewegung muss das Plugin Audiodaten bereithalten, die im normalen Signalfluss eigentlich erst in der Zukunft eintreffen würden. TRIPLE OG legt dafür eine Reserve an und meldet dem Host rund 128 Millisekunden Latenz. Eine DAW mit funktionierender Plugin Delay Compensation gleicht diesen Versatz im Mix automatisch aus.
Beim Einspielen oder bei zeitkritischen Live-Anwendungen können 128 Millisekunden dennoch störend sein. Im Parameterbaum lässt sich RESERVE deshalb auf null setzen. TRIPLE OG arbeitet dann latenzfrei, verliert allerdings die Möglichkeit des Vorwärtswurfs. BEND kann das Signal in diesem Modus nur noch abbremsen beziehungsweise zurückziehen. Für Mixing und vorbereitete Übergänge dürfte die vollständige Variante sinnvoller sein; für Monitoring und Live-Spiel der latenzfreie Drag-Modus.
Ergänzung 06.10.2026: Es wurde uns von Gazillion Industries mitgeteilt, dass ein neues Update mit der Versionsnummer 1.1.0 die Latenz auf 4 ms (192 Samples) senkt. Somit dürfte das Problem der Latenz behoben sein.
Als interne Ergänzung bietet sich der kürzlich veröffentlichte Grundlagenartikel „Vierspurrecorder – als das Tonstudio auf eine Musikkassette passte“ an. Er erklärt, weshalb Kassette, Bandgeschwindigkeit, Rauschen und begrenzte Spurzahl einen so charakteristischen Klang erzeugten.
F(ilter)12: Bitcrusher, Filter und AURA in einem Plug-in
F(ilter)12 verfolgt den umfangreichsten Ansatz des Trios. Vor der Filtersektion befindet sich eine Lo-Fi-Stufe mit Sample-Rate- und Bit-Reduktion. Der BIT-Regler beginnt bei zwölf Bit und reduziert die Auflösung von dort weiter. Leise Details werden gröber quantisiert, während das Signal eine härtere digitale Kante erhält.
SAMPLE RATE verringert die interne Abtastrate. Hohe Frequenzen verschwinden dabei nicht nur, sondern können als neue, zurückgefaltete Spektralanteile wieder auftreten. Das Ergebnis ist keine Simulation von Band oder Kassette, sondern eine deutlich digitale Form der Klangzerstörung. Der Unterschied zwischen analoger Sättigung und einem Bitcrusher wird im Artikel „Distortion – warum Verzerrung manchmal besser klingt als Perfektion“ ausführlicher erklärt.
Hinter dieser Stufe folgt ein Filter mit fünf Betriebsarten:
- Tiefpass
- Hochpass
- Bandpass
- Bandsperre beziehungsweise Notch
- Morph-Modus
Der Morph-Modus fährt von einem sich schließenden Tiefpass über eine unbearbeitete Mittelstellung zu einem sich öffnenden Hochpass. POSITION legt den Arbeitsbereich im Frequenzspektrum fest. Je weiter der Filter bewegt wird, desto stärker sollen interne Ansteuerung und Eigenklang hervortreten.
SLOPE verändert die Flankensteilheit von 18 dB pro Oktave bis zu einer nahezu senkrechten Begrenzung. DIRTY führt die Verzerrung des Filters teilweise in dessen eigenen Signalweg zurück. RESO und Q steuern Resonanzstärke und Bandbreite, während DRIVE und MIX die Intensität beziehungsweise das Verhältnis zum Originalsignal regeln.
Vorgegebene und frei gezeichnete Resonanzformen
Über Q SHAPE ergänzt F(ilter)12 bewegliche Spitzen und Absenkungen, deren Position der Filterfrequenz folgt. WAH erzeugt eine deutliche Resonanz am Cutoff. VOWEL verwendet vier formantähnlich verteilte Spitzen. COMB kombiniert abwechselnde Verstärkungen und Auslöschungen, während SCOOP die Außenbereiche anhebt und den Bereich um die Grenzfrequenz absenkt. PLAIN verzichtet auf zusätzliche Formung.
Mit DRAW lassen sich eigene Resonanzstrukturen direkt in der grafischen Anzeige zeichnen. Punkte können in Pegel und Frequenz verschoben und über Griffe in ihrer Breite verändert werden. Per Rechtsklick entstehen Bell-, Notch-, Shelf- oder Cut-Formen. Die komplette Struktur wandert anschließend mit der Cutoff-Frequenz.
Gerade diese Funktion hebt F(ilter)12 von einfachen Auto-Filtern ab. Statt nur eine feste Resonanzspitze zu modulieren, kann eine komplexere Klangstruktur als zusammenhängende Form durch das Spektrum bewegt werden.
Auto Filter und Sidechain-Steuerung
Das Filter kann auf zwei Arten automatisiert werden. AUTO FILTER bewegt die Grenzfrequenz anhand einer wählbaren Kurve und rhythmischen Unterteilung. Grid, Swing und Phase bestimmen Timing, rhythmische Verschiebung und Startposition des Zyklus.
Alternativ folgt die Filterbewegung einem Sidechain-Signal. Dabei lassen sich Quelle, Bewegungsrichtung, Hub und Reaktionsverhalten einstellen. Eine Kickdrum kann ein Filter auf einem Bass, Pad oder Sample öffnen und schließen. Beide Modulationsarten sind nicht gleichzeitig aktiv, damit sie nicht um denselben Cutoff-Parameter konkurrieren.
Was macht AURA?
Über der Lo-Fi- und Filtersektion arbeitet eine adaptive Korrektur namens AURA. Der Hersteller beschreibt sie als Bearbeitung, die überfüllte Bereiche zurücknimmt, verdeckte Bestandteile hervorholt und dem Klang mehr Luft geben soll. Technische Einzelheiten zum Algorithmus werden bewusst nicht genannt.
In der Visualisierung erscheinen grüne Pixel dort, wo AURA Signalanteile hinzufügt, und rote Pixel an Stellen, die reduziert werden. Die Bearbeitung findet nur innerhalb des vom Filter durchgelassenen Bereichs statt. MAX AURA verstärkt denselben Prozess.
Mangels technischer Angaben lässt sich AURA derzeit nicht eindeutig als dynamischer Equalizer, spektraler Prozessor oder andere konkrete Verfahrensklasse einordnen. AURA ist eher eine adaptive Klangkorrektur, deren tatsächliche Wirkung im Hörtest beurteilt werden muss.
F(ilter)12 liegt inzwischen in Version 2.0 vor. Zu den Änderungen gehören der frei zeichnbare Q-Verlauf, ein stufenloser Slope-Regler, der separate DIRTY-Schalter, ein vollständiger Bypass, ein Phase-Parameter für das Auto Filter sowie eine reduzierte Prozessorlast der Visualisierung. Das Plug-in arbeitet laut Hersteller ohne zusätzliche Latenz.
Drei Effekte, drei unterschiedliche Aufgaben
| Plug-in | Schwerpunkt | Besondere Funktion | Latenz | Preis |
|---|---|---|---|---|
| SKRUU | Tonhöhe und Zeit | Zwei elastische Regler mit jeweils 16 Rückkehrformen | 0 Samples | 29 US-Dollar |
| TRIPLE OG | Kassette und Transport | Manuelles Bremsen, Vorwärtswerfen und automatische Transportfehler | etwa 128 ms, optional 0 ms ohne Vorwärtswurf | 29 US-Dollar |
| F(ilter)12 | Lo-Fi-Filter | Zeichnbare Resonanzformen, Auto Filter, Sidechain und AURA | 0 Samples | 49 US-Dollar |
SKRUU ist die passendste Wahl für Loops, Übergänge, Tonhöhenfahrten und rhythmische Zeitverformung. TRIPLE OG richtet sich an Produktionen, die nicht nur Bandsättigung, sondern ausdrücklich instabile Mechanik und spielbare Tape-Effekte benötigen. F(ilter)12 ist das flexibelste Sounddesign-Werkzeug des Trios und verbindet digitale Reduktion mit bewegter spektraler Formung.
Eine interessante Kombination ergibt sich aus der seriellen Verwendung. SKRUU kann zunächst Zeit und Tonhöhe eines Loops verbiegen. TRIPLE OG fügt anschließend Kassettensättigung und Transportbewegung hinzu. F(ilter)12 beschneidet oder moduliert das Ergebnis und ergänzt bei Bedarf digitale Artefakte. Eine solche Kette kann allerdings schnell sehr dominant werden. Die Dry/Wet-Regler und ein fairer Pegelvergleich sind deshalb wichtiger als möglichst extreme Einstellungen.
Formate und Systemvoraussetzungen
Alle drei Plug-ins unterstützen unter macOS Audio Units und VST3 sowie eine eigenständige Anwendung. Voraussetzung ist macOS 10.13 oder neuer. Die Programme liegen als Universal Binary für Intel- und Apple-Silicon-Prozessoren vor.
Unter Windows werden SKRUU, TRIPLE OG und F(ilter)12 als 64-Bit-VST3 für Windows 10 oder neuer angeboten. Die Dateien werden derzeit als ZIP-Archiv ausgeliefert und manuell in den VST3-Ordner kopiert. Für F(ilter)12 kündigt der Hersteller eine eigenständige Windows-Version für einen späteren signierten Installer an.
Nach der Aktivierung wird keine dauerhafte Internetverbindung benötigt. Alle drei Effekte unterstützen nach Herstellerangaben die Samplerate des jeweiligen Projekts. Die Benutzeroberflächen sind skalierbar und stehen in schwarzer sowie gebürsteter Aluminiumoptik zur Verfügung.
Weitere Gazillion-Industries-Plug-ins auf BuenasIdeas
Gazillion Industries verfolgt inzwischen eine gut erkennbare Linie: überschaubare Bedienoberflächen, eigenwillige Gestaltung und Effekte, die schnell deutlich hörbare Resultate erzeugen. BEEFY konzentriert sich auf Sättigung, Druck und Lautheit. Der kostenlose Kompressor DRUGS verdichtet vor allem Drums und Loops.
Weitere Informationen liefern die bereits veröffentlichten BuenasIdeas-Artikel:
- BEEFY – drei Regler für mehr Sättigung, Druck und Lautheit
- DRUGS – kostenloser Drum-Kompressor macht Drumloops dichter statt lauter
Mit SKRUU, TRIPLE OG und F(ilter)12 erweitert der Hersteller dieses Angebot in Richtung Zeitmanipulation, Kassettentransport und komplexe Filterbewegung. Die Produkte wirken dadurch nicht wie drei Varianten desselben Effekts, sondern decken klar getrennte Bereiche einer kreativen Bearbeitungskette ab.
Fazit: Gazillion Industries setzt auf spielbare Klangzerstörung
SKRUU, TRIPLE OG und F(ilter)12 eint weniger ein bestimmter Klang als eine gemeinsame Arbeitsweise. Alle drei Plug-ins machen technische Prozesse zu direkt spielbaren Effekten. Tonhöhe und Zeit federn in rhythmischen Kurven zurück, ein virtueller Kassettentransport gerät ins Rutschen und komplexe Filterstrukturen lassen sich durch das Spektrum bewegen.
SKRUU besitzt mit der unabhängigen Steuerung von Pitch und Länge sowie den elastischen Rückkehrbewegungen ein ungewöhnliches Konzept für Samples und Übergänge. TRIPLE OG geht über die übliche Tape-Simulation hinaus, weil der Transport selbst Teil der Performance wird. F(ilter)12 bietet mit Bitreduktion, fünf Filtertypen, gezeichneten Q-Strukturen, Sidechain-Steuerung und AURA den größten Funktionsumfang.
Die Preise liegen bei jeweils 29 US-Dollar für SKRUU und TRIPLE OG sowie 49 US-Dollar für F(ilter)12. Vor einem Kauf sollte insbesondere bei TRIPLE OG geprüft werden, ob die für Vorwärtsbewegungen notwendige Latenz zum eigenen Arbeitsablauf passt. Mit dem Update 1.10 wurde die Latenz auf 4 ms (192 Samples) gesenkt, was als nahezu latenzfrei gelten dürfte.
Wer kreative Klangverformung sucht und konventionelle Vintage-Nachbildungen bereits ausreichend besitzt, findet hier drei erfreulich eigenständige Ansätze.
Weitere Informationen und Klangbeispiele stehen auf den Produktseiten von SKRUU, TRIPLE OG und F(ilter)12 bereit.




