inMusic: Der Konzern hinter AKAI, Moog, M-Audio und vielen weiteren Musiktechnik-Marken

Nach den spektakulären News von Native Instruments, die nach ihrem drohenden Konkurs fortan zu inMusic gehören, ist es sicherlich interessant, zu wissen, um welchen Konzern es sich hier eigentlich handelt, schaun wa ma….

Wer sich mit Musikproduktion, DJ-Equipment, Synthesizern oder Studiohardware beschäftigt, begegnet früher oder später Produkten von inMusic – oftmals sogar, ohne es direkt zu bemerken. Denn hinter zahlreichen bekannten Marken der Musikindustrie steckt inzwischen derselbe Konzern. AKAI Professional, M-Audio, Alesis, Denon DJ, Numark, RANE oder seit einigen Jahren sogar Moog gehören mittlerweile alle zur Unternehmensgruppe.

Wie sich aus Numark einer der größten Konzerne der Musiktechnik-Branche entwickelte

In den letzten Jahren hat sich inMusic zu einem der einflussreichsten Unternehmen der Musiktechnik-Branche entwickelt. Besonders auffällig ist dabei die Strategie, etablierte Marken mit langer Historie zu übernehmen und unter einem gemeinsamen Dach weiterzuführen. Gleichzeitig sorgt genau dieser Ansatz regelmäßig für Diskussionen innerhalb der Musiker- und Produzenten-Community.

Während manche Anwender die technologische Vernetzung der Marken und die zunehmende Integration von Hard- und Software begrüßen, sehen andere die Gefahr, dass traditionsreiche Unternehmen ihre Eigenständigkeit verlieren könnten. Gerade die Übernahme von Moog sorgte 2023 weltweit für intensive Debatten in der Synthesizer-Szene.

inMusic + Native Instruments
inMusic + Native Instruments

Doch wer oder was ist inMusic eigentlich genau? Wie entstand der Konzern, welche Firmen gehören dazu und warum spielt das Unternehmen heute eine so große Rolle im Bereich moderner Musikproduktion?

Die Geschichte von inMusic beginnt mit Numark

Die Wurzeln von inMusic reichen bis in die frühen 1990er-Jahre zurück. Gründer Jack O’Donnell arbeitete ursprünglich bei Stanton Magnetics und erkannte damals das Potenzial der DJ-Technikbranche. Als Numark Electronics Anfang der 1990er übernommen werden konnte, entschied sich O’Donnell schließlich zum Kauf der Marke.

Numark gehörte bereits damals zu den Pionieren im DJ-Bereich und war unter anderem für frühe DJ-Mixer und CD-Systeme bekannt. Unter O’Donnell entwickelte sich das Unternehmen weiter und legte den Grundstein für spätere Expansionen.

In den folgenden Jahren begann der systematische Ausbau der Firmengruppe. Schritt für Schritt kaufte Jack O’Donnell weitere Unternehmen aus den Bereichen Musikproduktion, DJ-Technik und Pro Audio auf. Aus dieser Sammlung einzelner Marken entstand schließlich das heutige inMusic-Imperium.

Welche Marken gehören zu inMusic?

Heute umfasst inMusic eine große Anzahl bekannter Marken aus nahezu allen Bereichen der Musikproduktion. Dazu gehören unter anderem:

  • AKAI Professional
  • M-Audio
  • Alesis
  • Numark
  • Denon DJ
  • RANE
  • AIR Music Technology
  • Alto Professional
  • HeadRush
  • Marantz Professional
  • Stanton
  • Sonivox
  • BFD
  • SoundSwitch
  • Engine DJ
  • Moog Music
  • Native Instruments
    • iZotope
    • BrainWorx
    • Plugin Alliance

Mittlerweile zählt der Konzern zu den größten Anbietern im Bereich Musiktechnologie weltweit. Laut Unternehmensangaben konzentriert sich inMusic auf DJ-Equipment, Musikproduktion, Musikinstrumente, Live-Sound und kreative Softwarelösungen.

inMusic-Native Instruments Übernahme
inMusic-Native Instruments Übernahme

Besonders interessant ist dabei, wie unterschiedlich die einzelnen Marken positioniert sind. Während AKAI Professional vor allem für MPC-Systeme, Grooveboxen und MIDI-Controller bekannt ist, konzentriert sich M-Audio stärker auf Audiointerfaces und Studiotechnik. Denon DJ und Numark bedienen den DJ-Markt, während RANE vor allem im professionellen Club- und Battle-DJ-Bereich aktiv ist.

Dadurch deckt inMusic inzwischen nahezu alle Bereiche moderner Musikproduktion ab – vom Einsteiger-Keyboard bis hin zum professionellen DJ-System oder High-End-Synthesizer.

AKAI Professional und die Renaissance der MPC

Eine der bekanntesten Marken innerhalb von inMusic dürfte neben Native Instruments AKAI Professional sein. Das Unternehmen besitzt seit den 1980er-Jahren Kultstatus in der Hip-Hop- und Produzenten-Szene. Besonders die MPC-Serie entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem Standardwerkzeug für Beat-Produzenten. Nachdem AKAI zeitweise an Bedeutung verloren hatte, gelang unter dem Dach von inMusic eine erfolgreiche Neuausrichtung.

AKAI MPC XL
AKAI MPC XL

Moderne MPC-Systeme verbinden heute klassische Sampling-Workflows mit Touchscreens, DAW-Funktionen und Standalone-Betrieb. Gerade die Kombination aus Hardware und Software gehört mittlerweile zu den wichtigsten Strategien des Konzerns. Zudem arbeitet inMusic zunehmend daran, verschiedene Produkte und Plattformen miteinander zu verknüpfen. Ein Beispiel dafür ist die Integration von Native-Instruments-Technologien in AKAI- und M-Audio-Produkte, die 2025 angekündigt wurde.

M-Audio und die Demokratisierung des Home-Recordings

Auch M-Audio spielte eine wichtige Rolle beim Wachstum von inMusic. Die Marke wurde 2012 gemeinsam mit AIR Music Technology von Avid übernommen. Vor allem im Bereich Home-Recording war M-Audio über viele Jahre hinweg eine der wichtigsten Marken überhaupt. Zahlreiche Musiker machten ihre ersten Aufnahmen mit Fast-Track-Interfaces, MIDI-Keyboards oder Studiomonitoren von M-Audio.

Die Strategie von inMusic war dabei häufig klar erkennbar: professionelle Musiktechnik möglichst vielen Anwendern zugänglich machen. Gerade bezahlbare Controller, Audiointerfaces und Produktionslösungen gehören bis heute zu den wichtigsten Produkten innerhalb des Konzerns.

Die Übernahme von Moog sorgte weltweit für Diskussionen

Für besonders große Aufmerksamkeit sorgte 2023 die Übernahme von Moog Music durch inMusic.

Moog gilt als eine der wichtigsten Synthesizer-Marken der Musikgeschichte. Der Name steht bis heute für analoge Synthese, modulare Systeme und legendäre Instrumente wie den Minimoog. Entsprechend emotional reagierte die Synthesizer-Community auf die Nachricht. Viele Musiker befürchteten, dass Moog unter einem großen Konzern an Identität verlieren könnte.

inMusic betonte hingegen, dass Entwicklung und Produktdesign weiterhin in Asheville stattfinden sollten und die Marke ihre kreative Ausrichtung behalten werde. Tatsächlich erschienen nach der Übernahme weiterhin neue Synthesizer-Modelle, darunter der Muse oder der Messenger. Gleichzeitig gab es jedoch auch Kritik, nachdem Produktionsumstellungen und Stellenabbau bekannt wurden.

Gerade diese Entwicklung zeigt exemplarisch, wie kontrovers große Übernahmen in der Musiktechnik-Branche diskutiert werden.

Hardware und Software wachsen immer stärker zusammen

Ein zentrales Merkmal von inMusic ist die enge Verzahnung von Hardware und Software. Während früher viele Hersteller entweder Instrumente oder Programme entwickelten, verfolgt der Konzern zunehmend ein kombiniertes Ökosystem.

Ein gutes Beispiel dafür ist AIR Music Technology. Die Software-Schmiede entwickelt virtuelle Instrumente und Plugins, die direkt mit AKAI-Hardware oder MPC-Systemen verbunden werden können. Auch die Engine-DJ-Plattform von Denon DJ zeigt diesen Ansatz deutlich. Hier verschmelzen DJ-Hardware, Betriebssystem und Musikverwaltung zunehmend zu einem gemeinsamen System.

Die Zukunft vieler Musiktechnik-Unternehmen scheint ohnehin immer stärker in Richtung integrierter Plattformen zu gehen. Genau hier positioniert sich inMusic mittlerweile sehr offensiv.

Kritische Stimmen innerhalb der Community

Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs steht inMusic nicht ausschließlich positiv da. In Musikerforen und sozialen Netzwerken wird regelmäßig diskutiert, wie sich einzelne Marken seit den Übernahmen verändert haben. Besonders langjährige Nutzer nostalgischer Marken wie Alesis oder M-Audio sehen manche Entwicklungen kritisch. Teilweise wird argumentiert, dass frühere Innovationskraft verloren gegangen sei oder bestimmte Produktlinien nicht mehr denselben Stellenwert hätten wie früher.

Andere Anwender loben dagegen die moderne Ausrichtung vieler Geräte und die stärkere Integration verschiedener Systeme. Gerade im Bereich DJ-Technologie und Standalone-Workflows gilt inMusic heute als einer der innovativsten Anbieter. Wie so oft liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo dazwischen. Fest steht jedoch, dass der Konzern den Markt für Musiktechnik in den letzten Jahren massiv beeinflusst hat.

Die Bedeutung von inMusic für moderne Musikproduktion

Heute ist inMusic weit mehr als nur eine Holding für verschiedene Marken. Der Konzern prägt zahlreiche Trends innerhalb moderner Musikproduktion.

Dazu gehören unter anderem:

  • Standalone-Produktionssysteme
  • Hardware-Software-Integration
  • Touchscreen-Workflows
  • DJ-Streaming-Technologien
  • hybride Produktionsumgebungen
  • mobile Musikproduktion

Gerade jüngere Produzenten arbeiten heute oft nicht mehr ausschließlich mit klassischer DAW-Software am Computer. Systeme wie MPC oder moderne Standalone-DJ-Controller ermöglichen zunehmend eigenständige Produktions- und Performance-Workflows. Hier investiert inMusic seit Jahren massiv.

Native Instruments der nächste große Schritt

Gnz aktuell wurde gestern bekannt gegeben, dass auch Native Instruments Teil von inMusic geworden ist.

Damit wird der Konzern nicht nur seine Hardware-Kompetenz weiter ausbauen, sondern gleichzeitig Zugang zu einigen der wichtigsten Softwareplattformen der Branche erhalten – darunter Kontakt, Traktor, iZotope oder Plugin Alliance. Sollte die Integration langfristig erfolgreich verlaufen, könnte daraus eines der größten zusammenhängenden Musikproduktions-Ökosysteme überhaupt entstehen.

Gleichzeitig dürfte auch diese Übernahme erneut intensive Diskussionen auslösen. Denn Native Instruments gehört seit Jahrzehnten zu den prägendsten Unternehmen im Bereich Software-Instrumente und digitale Musikproduktion.

Zwischen Innovation und Marktkonzentration

Die Entwicklung von inMusic zeigt exemplarisch, wie stark sich die Musiktechnik-Branche verändert hat. Viele traditionsreiche Einzelunternehmen wurden in den letzten Jahren Teil größerer Konzerne. Einerseits entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Forschung, Entwicklung, Vertrieb und Softwareintegration lassen sich deutlich effizienter organisieren. Gleichzeitig wachsen jedoch auch die Sorgen vor zunehmender Marktkonzentration.

Gerade im Bereich kreativer Werkzeuge spielt Markenidentität für viele Musiker eine große Rolle. Hersteller wie Moog, AKAI oder RANE stehen nicht nur für Produkte, sondern oft auch für bestimmte musikalische Kulturen und Arbeitsweisen. Wie gut es inMusic gelingt, diese Eigenständigkeit langfristig zu erhalten, dürfte entscheidend für die Zukunft vieler Marken innerhalb des Konzerns sein.

inMusic hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einem einzelnen DJ-Technik-Unternehmen zu einem der größten Konzerne der Musiktechnologie entwickelt. Mit Marken wie AKAI Professional, M-Audio, Denon DJ, RANE, Alesis, Moog und jetzt auch Native Instruments beeinflusst das Unternehmen heute große Teile der modernen Musikproduktion.

Besonders die Verbindung aus Hardware, Software und integrierten Produktionsplattformen gehört zu den wichtigsten Strategien des Konzerns. Gleichzeitig sorgen die zahlreichen Übernahmen immer wieder für Diskussionen innerhalb der Musiker-Community.

Fest steht jedoch: Kaum ein anderes Unternehmen prägt die aktuelle Entwicklung im Bereich Musiktechnik derzeit so stark wie inMusic. Ob DJ-Controller, MPC-Systeme, Audiointerfaces, Software-Instrumente oder analoge Synthesizer – der Einfluss des Konzerns ist inzwischen nahezu überall spürbar.

Weitere Informationen: https://www.inmusicbrands.com/

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Andreas

Musiker und Musikproduzent: Gitarre, Keyboards, Drums und Gesang, Tonstudio, Songwriter, Qualitätsmanager, Hobbyfotograf und Online-Redakteur.