Kostenloser Dynamic-EQ in neuer Version, Jeesonic EQ Pro 1.2
Mit EQ Pro 1.2 veröffentlicht Jeesonic ein umfangreiches Update seines kostenlosen parametrischen Equalizers für macOS und Windows. Der Dynamic-EQ setzt weiterhin konsequent auf transparente, phasenbewusste Audiobearbeitung ohne analoge Klangfärbung. Statt klanglicher „Magie“ oder Emulationen verfolgt EQ Pro den Ansatz, dass die grafisch dargestellte Filterkurve exakt dem tatsächlich bearbeiteten Audiosignal entspricht. Die neue Version erweitert das Plugin um mehrere praxisnahe Funktionen, die insbesondere das Arbeiten im Mixing und Mastering deutlich komfortabler gestalten sollen.
Frequenzlandmarken
Eine der auffälligsten Neuerungen nennt sich Frequency Landmarks. Der integrierte Spektrumanalysator markiert dabei nicht einfach kurzfristige Pegelspitzen, sondern hebt diejenigen Frequenzen hervor, die sich über einen längeren Zeitraum konstant im Signal bemerkbar machen. Dadurch lassen sich störende Resonanzen oder charakteristische Frequenzbereiche schneller identifizieren.
Ein Klick auf einen Marker zeigt sowohl die exakte Frequenz als auch die zugehörige musikalische Note an und ermöglicht das isolierte Anhören. Per Doppelklick wird unmittelbar ein neues EQ-Band an dieser Position angelegt. Die Software trifft dabei bewusst keine automatischen Korrekturentscheidungen – die eigentliche Bearbeitung bleibt vollständig dem Anwender überlassen.
Preset-Verwaltung
Ebenfalls neu ist ein vollständig integrierter Preset-Browser. Neben verschiedenen Werkpresets für typische Anwendungen wie De-Esser, Notch-Filter oder Dynamic-EQ-Konfigurationen lassen sich nun auch eigene Presets speichern und komfortabel über die Pfeiltasten durchschalten. Das erleichtert hauptsächlich den Vergleich verschiedener Bearbeitungsansätze innerhalb eines Projekts.
Ergänzend dazu besitzt EQ Pro jetzt eine zuschaltbare Keyboard-View. Am unteren Fensterrand wird eine Klaviatur eingeblendet, wodurch Frequenzen nicht nur numerisch, sondern auch direkt als musikalische Tonhöhen dargestellt werden. Wer diese Darstellung nicht benötigt, kann sie jederzeit deaktivieren.
Dynamiksektion
Auch die Dynamiksektion wurde überarbeitet. Die automatischen Dynamic-Bänder reagieren jetzt deutlich musikalischer auf Pegeländerungen. Während frühere Versionen den eingestellten Threshold vergleichsweise abrupt erreichten, erfolgt die Dynamikregelung jetzt proportional zur eingestellten Gain-Range. Dadurch wirken dynamische Eingriffe natürlicher und weniger auffällig. Bereits bestehende Projekte bleiben dabei vollständig kompatibel und verwenden weiterhin das bisherige Regelverhalten, sodass ältere Mischungen unverändert klingen.
Optik
Optisch präsentiert sich EQ Pro 1.2 ebenfalls modernisiert. Die Benutzeroberfläche orientiert sich jetzt stärker an klassischer Hardware und folgt einem klaren Signalfluss von links nach rechts – vom Eingang bis zum Ausgang. Zusätzlich besitzt jedes EQ-Band jetzt seine eigene feine Darstellung unterhalb der Hauptkurve. Dadurch lässt sich jederzeit erkennen, welchen Beitrag ein einzelnes Filter zum Gesamtfrequenzgang leistet, ohne das betreffende Band zuvor auswählen zu müssen.
Funktionsumfang
Unverändert bleibt der technische Funktionsumfang des Plugins beeindruckend. EQ Pro bietet bis zu 24 frei platzierbare und vollständig automatisierbare Filterbänder, darunter Bell-, Shelf-, Low-Cut-, High-Cut-, Notch– und Tilt-Filter. Die Flankensteilheiten reichen von 6 bis 96 dB pro Oktave.
Jedes einzelne Band kann zusätzlich als vollständiger Kompressor mit Threshold, Ratio, Knee, Attack und Release arbeiten. Zudem unterstützt das Plugin internes sowie externes Sidechaining, Mid/Side– und Left/Right-Bearbeitung pro Band sowie verschiedene Phasenmodi einschließlich Linear Phase. Optional stehen außerdem Oversampling-Modi mit 2-facher und 4-facher Abtastrate zur Verfügung.
Autogain
Ein weiteres Merkmal bleibt die intelligente Auto-Gain-Funktion. Sie gleicht Pegeländerungen automatisch aus und berücksichtigt dabei auch sämtliche dynamischen Eingriffe der einzelnen EQ-Bänder. Dadurch können Klangveränderungen objektiver beurteilt werden, ohne dass unterschiedliche Lautstärken den Höreindruck verfälschen. Ergänzt wird dies durch einen integrierten Vorher-/Nachher-Vergleich sowie Stereo-Pegelanzeigen für Ein- und Ausgang.
EQ Pro 1.2 steht weiterhin kostenlos für Windows (VST3) sowie macOS (VST3 und AU) zur Verfügung. Eine Registrierung oder die Angabe einer E-Mail-Adresse ist laut Hersteller nicht erforderlich.
Fazit
Mit Version 1.2 entwickelt sich EQ Pro konsequent weiter. Besonders die neuen Frequency-Landmarks, der integrierte Preset-Browser und die musikalischere Dynamikregelung erhöhen den praktischen Nutzen im Studioalltag. Angesichts des umfangreichen Funktionsumfangs mit bis zu 24 dynamischen Bändern, Mid/Side-Bearbeitung und verschiedenen Phasenmodi bleibt EQ Pro einer der interessantesten kostenlosen parametrischen Equalizer, die derzeit für macOS und Windows verfügbar sind.
Hier ist der Link: https://jeesonic.de/




