Morphoice EightyTen: Kostenloser Roland JX-8P- und Super JX-10-Klassiker als Circuit-Modeling-Synth

Morphoice EightyTen vorgestellt – Kostenloser Roland JX-8P & Super JX-10 Synth

Der Entwickler Morphoice erweitert sein stetig wachsendes Portfolio hochwertiger Vintage-Emulationen um einen weiteren vielversprechenden Synthesizer. Nach den bereits veröffentlichten Projekten UNSTABLE (Yamaha CS-80), EightySix (Roland Juno-6) und EightyEight (Roland Jupiter-8) folgt nun EightyTen – eine detailreiche Emulation der legendären Roland-Synthesizer JX-8P, Super JX-10 sowie des Rack-Pendants MKS-70. Das Plug-in befindet sich derzeit in einer kostenlosen Beta-Phase und richtet sich an Produzenten, die den charakteristischen DCO-Sound der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre in ihrer DAW nutzen möchten.

Morphoice - EIGHTYten
Morphoice – EIGHTYten

Drei Roland-Klassiker in einem Instrument

EightyTen orientiert sich nicht nur am Roland JX-8P, sondern integriert gleichzeitig die Architektur des Super JX-10 und des MKS-70. Während der JX-8P bereits als vielseitiger analoger Polysynth bekannt wurde, kombinierte der Super JX-10 im Original zwei vollständige JX-8P-Klangerzeugungen in einem Instrument und verdoppelte dadurch die Polyfonie sowie die Möglichkeiten für Layer- und Split-Sounds. Genau dieses Konzept übernimmt Morphoice auch in seiner Software-Version.

Das Plug-in besitzt zwei vollständig unabhängige Tone-Module mit jeweils zwei DCOs. Dadurch lassen sich breite Layer-Sounds, Splits oder komplexe Kombinationen realisieren, die den Charakter der originalen Hardware überzeugend nachbilden.

Morphoice EightyTen Circuit Modeling statt einfacher Nachbildung

Wie bereits bei den vorherigen Morphoice-Projekten setzt auch EightyTen auf ein aufwendiges Circuit Modeling. Statt lediglich den Klang der Originalinstrumente nachzuahmen, wurden die Schaltungen der historischen Roland-Synthesizer modelliert. Ziel ist es, das Verhalten der Oszillatoren, Filter und Modulationswege möglichst authentisch zu reproduzieren.

Zu den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen gehören:

  • zwei DCOs pro Layer
  • Cross-Modulation für FM-ähnliche Klangfarben
  • zwei Sync-Modi
  • resonanzfähiges Tiefpassfilter
  • nichtresonantes Hochpassfilter
  • zwei ADSR-Hüllkurven
  • LFO mit Delay-Funktion
  • Velocity- und Aftertouch-Unterstützung
  • klassischer Roland-Stereo-Chorus

Damit deckt EightyTen sowohl warme Pads und breite Flächen als auch brillante Synth-Brass-, Bass- und Lead-Sounds ab.

Moderne Erweiterungen gegenüber der Hardware

Obwohl sich Morphoice eng an den historischen Vorbildern orientiert, erweitert der Entwickler das Konzept sinnvoll um moderne Funktionen. Neben dem bekannten Roland-Chorus stehen zusätzliche Effekte wie Tape-Delay, Drive sowie ein hochwertiger Hall zur Verfügung. Dadurch lässt sich der Klang direkt im Plugin weiterveredeln, ohne auf zusätzliche Effektketten angewiesen zu sein.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Unterstützung historischer Presets. Laut Entwickler können Sounds der Originalinstrumente geladen werden, wodurch sich zahlreiche klassische Klangbibliotheken weiterverwenden lassen.

Morphoice - EIGHTYten Presetverwaltung
Morphoice – EIGHTYten Presetverwaltung

Kostenlose Beta mit späterer Lifetime-Option

Aktuell befindet sich EightyTen noch in einer frühen Beta-Version und kann kostenlos heruntergeladen werden. Wie bereits bei früheren Morphoice-Veröffentlichungen gilt allerdings: Ältere Beta-Versionen können später deaktiviert werden, sobald neue Versionen erscheinen. Wer den Entwickler mit mindestens 10 US-Dollar unterstützt, erhält eine lebenslange Lizenz, falls das Plugin künftig kostenpflichtig angeboten wird.

Unterstützt werden:

  • Windows
  • macOS (Intel und Apple Silicon)
  • Linux

Als Plugin-Formate stehen VST3 sowie AU (macOS) zur Verfügung.

Erste Einschätzung

Morphoice entwickelt sich derzeit zu einem der spannendsten unabhängigen Entwickler im Bereich hochwertiger Vintage-Synthesizer. Innerhalb kurzer Zeit sind bereits mehrere außergewöhnlich aufwendige Emulationen entstanden, die sich konsequent auf authentisches Circuit Modeling konzentrieren. EightyTen setzt diesen Weg fort und dürfte besonders Produzenten von Synthwave, Retrowave, Pop, Ambient und elektronischer Filmmusik ansprechen.

Dass gleich drei eng verwandte Roland-Klassiker in einem einzigen Instrument kombiniert werden, macht EightyTen besonders interessant. Die kostenlose Beta bietet bereits jetzt eine gute Gelegenheit, den charakteristischen DCO-Sound der legendären JX-Serie kennenzulernen und in eigene Produktionen einzubinden.

Es fällt auf, dass bei der Beta-Version noch viel Luft nach oben ist, der Bereich Effects ist noch komplett leer, die Presetverwaltung ist noch recht sparsam mit Presets ausgestattet. Spaß macht der Sound, den EightyTen liefert. Ich bin gespannt, wie die Entwicklung weitergeht. Das Unstable-Plugin (auch von Morphoice), welches den Yamaha CS-80 emuliert, befindet sich auch in meinem Plugin-Ordner, auch dieses Plugin klingt fantastisch. An der GUI sollte der Entwickler noch ein wenig feilen, da geht sicherlich noch was.

Hier ist der Link: https://www.morphoice.com/eightyten Nein. Euer Monitor ist nicht defekt, der Entwickler hat seine Webseite extra so gestaltet.

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Andreas

Musiker und Musikproduzent: Gitarre, Keyboards, Drums und Gesang, Tonstudio, Songwriter, Qualitätsmanager, Hobbyfotograf und Online-Redakteur.