Neue kostenlose Mastering-Lösung kombiniert LUFS-Metering, automatisches Gain-Matching und True-Peak-Limiter
Heute habe ich für euch einen True Peak Limiter gratis von M Media Audio, die neben interessanten kommerziellen Audio Produkten auch kostenlose Plugins anbieten. Nachdem wir gestern über den Stereo Channel Strip Violet Crown berichtet haben, stellen wir euch heute den Volume Dealer vor.
Das Erreichen eines definierten Lautheitsziels gehört zu den wiederkehrenden Aufgaben im Mastering-Prozess. Egal ob Musik für Spotify, Apple Music, YouTube oder Podcasts vorbereitet wird – die Ziel-Lautheit muss stimmen. In der Praxis bedeutet das häufig: Pegel anheben, messen, korrigieren, erneut messen und gegebenenfalls weitere Anpassungen vornehmen. Genau an diesem Punkt setzt Volume Dealer an. Das kostenlose Plugin verspricht, den oft zeitaufwendigen Prozess deutlich zu vereinfachen.
Mit integriertem LUFS-Metering, automatischer Pegelkorrektur und einem eingebauten True-Peak-Limiter soll das Erreichen eines gewünschten Lautheitswertes künftig mit einem einzigen Mausklick möglich sein. Besonders interessant ist dabei, dass die Software vollständig kostenlos angeboten wird – ohne Benutzerkonto, Aktivierung oder zeitliche Einschränkungen.
Lautheitsanpassung per Knopfdruck
Der zentrale Ansatz von Volume Dealer ist denkbar einfach. Das Plugin wird als letztes Glied in die Mastering-Kette geladen und misst während der Wiedergabe kontinuierlich die integrierte Lautheit des Audiosignals. Sobald genügend Material analysiert wurde und der integrierte LUFS-Wert stabil erscheint, kann ein Zielwert definiert werden. Typische Werte wären beispielsweise -14 LUFS für viele Streaming-Plattformen oder -16 LUFS für Podcasts. Nach dem Klick auf „Set Level“ berechnet das Plugin automatisch die notwendige Pegelanpassung und setzt diese unmittelbar um.
Der sonst übliche Kreislauf aus Pegeländerung, erneuter Messung und weiterer Korrektur entfällt damit weitgehend. Das Plugin zeigt zusätzlich exakt an, wie viele Dezibel Anpassungen vorgenommen wurden, sodass jederzeit nachvollziehbar bleibt, welche Veränderungen durchgeführt wurden. Gerade Produzenten, die regelmäßig Inhalte für unterschiedliche Plattformen erstellen, könnten von diesem vereinfachten Workflow profitieren.
Umfangreiches LUFS-Metering in Echtzeit
Eine der Stärken von Volume Dealer liegt im integrierten Metering-System. Während viele kostenlose Lösungen lediglich grundlegende Lautheitsinformationen bereitstellen, bietet das Plugin eine vollständige LUFS-Messung nach dem internationalen BS.1770-Standard.
Während der Wiedergabe werden verschiedene Lautheitswerte gleichzeitig dargestellt:
- Der integrierte LUFS-Wert dient als langfristiger Durchschnittswert und bildet die Grundlage für die automatische Pegelanpassung.
- Zusätzlich steht ein Momentary-LUFS-Meter zur Verfügung, das kurzfristige Lautheitsschwankungen sichtbar macht. Ergänzt wird dies durch einen Short-Term-LUFS-Wert, der die Lautheit über einen Zeitraum von drei Sekunden mittelt und dadurch ein ruhigeres Bild des Programmpegels liefert.
- Interessant ist außerdem die Unterstützung von BS.1770-3 und BS.1770-4. Letztere Variante berücksichtigt ein Gate-System, das sehr leise Passagen von der Berechnung ausschließt. Besonders bei Produktionen mit langen Intros, Outros oder dynamischen Übergängen kann dies zu realistischeren Ergebnissen führen.
True Peak Limiter gratis mit Inter-Sample-Peak-Erkennung
Neben dem automatisierten Loudness-Matching integriert Volume Dealer von M Media Audio auch einen vollwertigen True-Peak-Limiter. Normale Peak-Limiter arbeiten ausschließlich auf Basis der vorhandenen Samples. Dabei kann es vorkommen, dass zwischen den einzelnen Samples sogenannte Inter-Sample-Peaks entstehen. Diese sind in der digitalen Audiodatei nicht sichtbar, können aber bei der Wiedergabe auf bestimmten Systemen zu Verzerrungen oder Clipping führen.
Um dieses Problem zu vermeiden, bietet Volume Dealer einen speziellen High-Quality-Modus. In diesem Modus arbeitet der Limiter mit zweifacher Oversampling-Rate und erkennt dadurch auch Pegelspitzen zwischen den eigentlichen Samples. Nach Angaben der Entwickler kommt hierfür ein IIR-Half-Band-Polyphase-Filter zum Einsatz. Dadurch werden Inter-Sample-Peaks bereits vor dem Export erkannt und kontrolliert. Anschließend erfolgt eine erneute Begrenzung des Signals, um die definierte Brickwall-Grenze zuverlässig einzuhalten. Für finale Exporte kann diese Funktion besonders interessant sein, da Streaming-Plattformen zunehmend auf True-Peak-Werte achten.
Standard- und High-Quality-Modus für unterschiedliche Einsatzbereiche
Volume Dealer bietet zwei Betriebsmodi. Im Standard-Modus arbeitet der Limiter mit der nativen Projekt-Samplerate. Dies reduziert die Latenz und eignet sich daher für Monitoring oder schnelle Arbeitsabläufe während der Produktion.
Für den finalen Export steht der High-Quality-Modus zur Verfügung. Hier wird das Audiosignal intern mit doppelter Samplerate verarbeitet, um Inter-Sample-Peaks zuverlässiger zu erfassen. Die entstehende Verzögerung wird direkt an die Host-Software gemeldet, sodass moderne DAWs eine automatische Latenzkompensation durchführen können. Zusätzlich informiert eine eigene Anzeige über die aktuell entstehende Latenz.
Anpassbarer Limiter mit Edge Rounding
Neben der automatischen Lautheitsanpassung bietet Volume Dealer weitere Eingriffsmöglichkeiten. Mit dem Regler „Edge Rounding“ lässt sich die Charakteristik des Limiters verändern. Während bei 0 Prozent eine klassische Brickwall-Begrenzung aktiv ist, beginnt der Limiter bei höheren Einstellungen bereits einige Dezibel vor Erreichen der Maximalgrenze mit der Gain-Reduktion.
Dadurch kann insbesondere dichtes Programmmaterial etwas weicher und musikalischer verarbeitet werden. Für viele Mastering-Anwendungen dürfte ein Bereich zwischen 0 und 30 Prozent ausreichend sein. Zudem steht ein Input-Trim-Regler mit einem Einstellbereich von minus zwölf bis plus zwölf Dezibel zur Verfügung.
Integriertes Dithering für den Export
Auch das Thema Dithering wurde berücksichtigt. Beim Export auf geringere Bit-Tiefen kann direkt innerhalb des Plugins zwischen 24-Bit- und 16-Bit-Dithering gewählt werden. Die Entwickler empfehlen, diese Funktion ausschließlich dann zu aktivieren, wenn tatsächlich eine Reduktion der Bit-Tiefe erfolgt. Wer beispielsweise von einem 24-Bit-Projekt auf ein 16-Bit-Master exportiert, kann die notwendige Rauschformung direkt innerhalb des Plugins vornehmen.
Analoge VU-Meter ergänzen die digitale Analyse
Neben den modernen Loudness-Werkzeugen integriert Volume Dealer auch klassische VU-Meter. Die beiden analogen Pegelanzeigen arbeiten mit den traditionellen 300-Millisekunden-Ballistics und liefern einen zusätzlichen visuellen Eindruck über die wahrgenommene Lautheit des Signals. Gerade Produzenten, die neben numerischen LUFS-Werten auch klassische Pegelanzeigen schätzen, erhalten dadurch eine zusätzliche Orientierung während des Mastering-Prozesses.
Kostenlose Alternative für modernes Loudness-Mastering
Der Markt für Mastering-Plugins bietet inzwischen zahlreiche Lösungen für Loudness-Messung und True-Peak-Limiting. Viele professionelle Werkzeuge bewegen sich jedoch im Bereich von mehreren Dutzend bis hin zu mehreren Hundert Euro. Volume Dealer verfolgt einen anderen Ansatz. Die Software kombiniert Lautheitsmessung, automatisches Gain-Matching, True-Peak-Limiting, Dithering und VU-Metering in einem einzigen kostenlosen Plugin.
Besonders die Möglichkeit, einen gewünschten LUFS-Wert automatisch zu erreichen, könnte den Workflow vieler Produzenten vereinfachen und gleichzeitig Fehlerquellen reduzieren. Für Anwender, die auf der Suche nach einem True Peak Limiter gratis sind und gleichzeitig ein komfortables Loudness-Management wünschen, dürfte Volume Dealer daher einen genaueren Blick wert sein.
Mit Volume Dealer erscheint ein ungewöhnlicher Neuzugang im Bereich der kostenlosen Mastering-Tools. Statt lediglich einen weiteren Limiter bereitzustellen, kombiniert die Software automatisches Loudness-Matching mit umfassendem LUFS-Metering und True-Peak-Begrenzung. Besonders interessant ist die Ein-Klick-Funktion zur Anpassung auf einen gewünschten LUFS-Wert. In Verbindung mit der Inter-Sample-Peak-Erkennung, den Oversampling-Funktionen und dem integrierten Dithering entsteht ein Werkzeug, das sowohl für Musikproduktionen als auch für Podcasts und Content-Creator relevant sein kann.
Angesichts des kostenlosen Angebots ohne Registrierung oder Aktivierung könnte Volume Dealer für viele Produzenten zu einem praktischen Helfer im täglichen Mastering-Alltag werden.
Volume Dealer ist für Windows als VST3, macOS als VST3 und AU (Universal Binary) sowie auch (Hurra!!) für Linux als VST3 verfügbar.
Hier ist der Link: https://www.mmediaaudio.com/plugins/volume-dealer






Sehr interessant! Hatte mir neulich mal HoRNet ZeroLoud im 90%-Sale gekauft, das ein ähnliches Loudness-Matching, aber weniger Funktionen als Volume Dealer anbietet. Muss die beiden mal gegeneinander antreten lassen.