Das wohl umfangreichste Software-Paket für Musikproduzenten?
Wer sich so wie ich seit vielen Jahren mit Musikproduktion beschäftigt, kommt an Native Instruments kaum vorbei. Das Berliner Unternehmen gehört zu den bekanntesten Herstellern von virtuellen Instrumenten, Effekten und Produktionswerkzeugen. Produkte wie Kontakt, Massive, Reaktor oder Guitar Rig haben die Entwicklung moderner Musikproduktion über Jahrzehnte geprägt und finden sich heute in zahllosen professionellen Studios wieder.
Wir konnten gerade erst mit Spannung den nahenden Konkurs von Native Instruments beobachten, es ist aber noch einmal gut gegangen und Native Instruments ist jetzt ein Teil von inMusic, einem großen Konzern, zu dem auch AKAI, MOOG, AIR und viele weitere große Firmen gehören, die sich der Herstellung von Hard- und Software für die Musikproduktion widmen.
Mit der KOMPLETE-Serie bündelt Native Instruments seit vielen Jahren einen großen Teil des eigenen Portfolios in einem einzigen Paket. Was ursprünglich als Sammlung einiger weniger Instrumente begann, hat sich inzwischen zu einem gewaltigen Software-Ökosystem entwickelt. Die aktuelle KOMPLETE 26 Collectors Edition markiert dabei den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Noch nie zuvor war der Umfang größer, die Anzahl der enthaltenen Instrumente höher und die Bandbreite der kreativen Möglichkeiten umfangreicher.

Bereits beim ersten Blick auf die Produktbeschreibung wird deutlich, dass es sich hier nicht um ein gewöhnliches Plug-in-Bundle handelt. Die KOMPLETE 26 Collectors Edition richtet sich nicht an Anwender, die lediglich einen Synthesizer oder einige Effekte suchen. Vielmehr handelt es sich um eine vollständige Produktionsumgebung, die nahezu jeden Bereich moderner Musikproduktion abdeckt.
Von elektronischer Musik über Filmmusik bis hin zu Pop-, Rock-, Ambient- oder Orchesterproduktionen bietet das Paket Werkzeuge für nahezu jedes Genre. Dabei stehen nicht nur Synthesizer und Sampler im Mittelpunkt. Auch Mixing-, Mastering- und Sounddesign-Werkzeuge gehören mittlerweile zum festen Bestandteil des Pakets.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die KOMPLETE 26 Collectors Edition viel Inhalt bietet. Das steht außer Zweifel. Interessanter ist die Frage, ob dieser enorme Umfang im Produktionsalltag tatsächlich einen Mehrwert liefert oder ob die schiere Menge an Instrumenten und Effekten eher zur Reizüberflutung führt. Genau dieser Frage geht dieser Testbericht nach.
Da wir so ziemlich zu jedem Update von KOMPLETE einen Testbericht verfasst haben, möchte ich hier auf unseren letzten Test der Version KOMPLETE 15 verweisen. Klar, jetzt kommt die Frage auf, warum 15, das müsste doch die Version 25 sein? Die Antwort darauf ist, dass Native Instruments eine Änderung in der Versionsnummerierung durchgeführt hat. Ab sofort wird die Versionsnummer an das aktuelle Jahr angepasst, das nächste Update dürfte dann die Version KOMPLETE 27 oder 28 sein. Je nachdem, ob die Updates jetzt jährlich kommen oder so wie gehabt alle zwei Jahre, warten wir es ab.
Was ist die KOMPLETE 26 Collectors Edition?
Die Collectors Edition stellt die größte und umfangreichste Ausbaustufe innerhalb der KOMPLETE-Familie dar. Während die Standard-Version bereits eine beeindruckende Sammlung an Instrumenten und Effekten enthält und die Ultimate-Version den professionellen Bereich adressiert, richtet sich die Collectors Edition an Anwender, die möglichst das gesamte Native-Instruments-Ökosystem nutzen möchten. Im Kern handelt es sich um eine Sammlung von mehreren hundert Software-Produkten, die gemeinsam installiert und verwaltet werden können.
Dazu gehören:
- Software-Instrumente
- Sampler
- Synthesizer
- Effekt-Plug-ins
- Mixing-Werkzeuge
- Mastering-Tools
- Orchester-Libraries
- Cinematic-Instrumente
- Drum-Libraries
- Gitarren- und Bass-Tools
- Expansions
- Sounddesign-Werkzeuge
Der Umfang ist mittlerweile so groß geworden, dass man kaum noch von einem einzelnen Produkt sprechen kann. Vielmehr ähnelt die KOMPLETE 26 Collectors Edition einer kompletten Produktionsplattform. Viele Produzenten könnten theoretisch mehrere Jahre ausschließlich mit den enthaltenen Werkzeugen arbeiten, ohne zusätzliche Instrumente oder Plug-ins erwerben zu müssen.
Der erste Eindruck
Bereits die Installation vermittelt einen Eindruck davon, welche Dimensionen dieses Paket inzwischen erreicht hat. Nach der Aktivierung über Native Access präsentiert sich eine gewaltige Produktliste. Kontakt-Libraries, Synthesizer, Effekte und Erweiterungen füllen mehrere Bildschirmseiten. An dieser Stelle wird schnell klar, dass eine vollständige Installation nicht für jeden Anwender sinnvoll sein dürfte.

Selbst moderne SSD-Systeme geraten bei der kompletten Installation schnell an ihre Grenzen. Native Instruments gibt zwar unterschiedliche Installationsoptionen vor, dennoch sollte ausreichend Speicherplatz vorhanden sein. Positiv fällt auf, dass sich die Installation inzwischen deutlich komfortabler gestaltet als noch vor einigen Jahren.
Native Access hat sich zu einer stabilen Verwaltungszentrale entwickelt. Updates lassen sich zentral verwalten und Installationen können gezielt ausgewählt werden. Besonders Anwender mit mehreren Rechnern profitieren von dieser Lösung. Im Test verliefen Installation und Aktivierung problemlos. Auch größere Libraries wurden zuverlässig erkannt und in Kontakt eingebunden. Nur bei den Updates treten Probleme auf, siehe hier: https://www.buenasideas.de/2026/native-instruments-probleme-mit-updates-via-native-access/
Kontakt 8 als Herzstück des Systems
Wer über KOMPLETE spricht, spricht zwangsläufig auch über Kontakt. Der Sampler ist seit Jahren das Herzstück des Native-Instruments-Universums und fungiert gleichzeitig als Plattform für zahllose Drittanbieter. Kontakt 8 bildet auch in der KOMPLETE 26 Collectors Edition das zentrale Element.
Viele der enthaltenen Instrumente basieren auf dieser Engine. Dabei handelt es sich längst nicht mehr nur um einen klassischen Sampler. Kontakt hat sich zu einer komplexen Instrumentenplattform entwickelt, die weit über das reine Abspielen von Samples hinausgeht.
Kontakt-Instrumente bieten:
- intelligente Performance-Funktionen
- umfangreiche Effektketten
- ausgefeilte Modulationssysteme
- Pattern-Generatoren
- Artikulationssteuerungen
- komplexe Skript-Systeme

Gerade im Bereich Filmmusik und Orchesterproduktion spielt Kontakt eine dominierende Rolle. Viele der weltweit erfolgreichsten Sample-Libraries basieren auf dieser Plattform. Die aktuelle Version arbeitet spürbar flüssiger als frühere Generationen und bietet zahlreiche Workflow-Verbesserungen. Besonders die Suchfunktion erleichtert das Auffinden passender Sounds erheblich. Wer hunderte Instrumente besitzt, wird diese Funktion schnell zu schätzen wissen.
Die Welt der Synthesizer
Ein wesentlicher Bestandteil der KOMPLETE 26 Collectors Edition sind die enthaltenen Synthesizer. Hier zeigt sich die enorme Bandbreite des Pakets besonders deutlich. Statt sich auf eine einzelne Syntheseform zu konzentrieren, deckt Native Instruments nahezu sämtliche Bereiche moderner Klangerzeugung ab.
Massive X
Massive X gilt als Nachfolger des legendären Massive-Synthesizers. Während der ursprüngliche Massive zahlreiche EDM- und Dubstep-Produktionen geprägt hat, verfolgt Massive X einen deutlich flexibleren Ansatz. Die Klangqualität bewegt sich auf sehr hohem Niveau.
Besonders beeindruckend ist die Kombination aus komplexen Wavetables, flexiblen Modulatoren, und vielseitigen Filtern sowie den umfangreichen Routing-Möglichkeiten. Im Test überzeugte Massive X vor allem bei modernen elektronischen Sounds. Bässe, Leads und atmosphärische Flächen lassen sich mit bemerkenswerter Klangtiefe erzeugen. Dabei bleibt der Klang stets druckvoll und präsent.
FM8
Obwohl FM8 mittlerweile zu den älteren Produkten gehört, besitzt der Synthesizer nach wie vor eine treue Fangemeinde. Die FM-Synthese gilt als vergleichsweise komplex. FM8 schafft jedoch den Spagat zwischen Tiefe und Bedienbarkeit erstaunlich gut. Typische Einsatzbereiche sind E-Pianos, Glockenklänge, digitale Pads sowie experimentelle Sounds und moderne Basssounds.
Gerade für Sounddesigner bleibt FM8 ein faszinierendes Werkzeug. Viele aktuelle Software-Synthesizer bieten zwar modernere Oberflächen, die klanglichen Möglichkeiten von FM8 sind jedoch nach wie vor beeindruckend.
Reaktor 6
Reaktor nimmt innerhalb des Pakets eine Sonderstellung ein. Es handelt sich nicht nur um einen Synthesizer, sondern um eine komplette Entwicklungsumgebung für elektronische Klangerzeugung. Viele bekannte Native-Instruments-Produkte basieren ursprünglich auf Reaktor-Technologien. Für Einsteiger kann die Oberfläche zunächst überwältigend wirken.
Wer sich jedoch intensiver mit dem System beschäftigt, entdeckt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Von modularen Synthesizern über Stepsequenzer bis hin zu experimentellen Effektprozessoren bietet Reaktor eine Spielwiese, die ihresgleichen sucht. Besonders spannend ist die große Community, die seit Jahren neue Ensembles und Erweiterungen entwickelt. Dadurch wächst der Funktionsumfang praktisch kontinuierlich weiter.
Absynth ist zurück
Eine der interessantesten Neuerungen innerhalb der KOMPLETE 26 Generation ist die Rückkehr von Absynth. Viele Produzenten hatten den Synthesizer bereits abgeschrieben. Umso größer war die Überraschung, als Native Instruments eine modernisierte Version präsentierte. Absynth galt schon immer als Spezialist für atmosphärische Klanglandschaften, Ambient-Sounds, Soundtracks, experimentelle Texturen und organische Bewegungen.
Im Test zeigte sich schnell, warum dieser Synthesizer bis heute Kultstatus genießt. Kaum ein anderes Instrument erzeugt derart lebendige und organische Klangwelten. Besonders Filmkomponisten dürften sich über die Rückkehr freuen. Viele der typischen Absynth-Klänge besitzen auch heute noch einen unverwechselbaren Charakter.
Die Expansions
Ein oft unterschätzter Bestandteil der KOMPLETE Collectors Edition sind die zahlreichen Expansions. Hierbei handelt es sich nicht einfach nur um Preset-Pakete. Vielmehr liefern sie komplette Produktionsumgebungen für unterschiedliche Musikstile.
Zu finden sind unter anderem Inhalte für:
- Hip-Hop
- Trap
- House
- Techno
- Drum & Bass
- Ambient
- Pop
- Cinematic Music
Die Qualität dieser Erweiterungen fällt erfreulich hoch aus. Viele Sounds sind sofort produktionsfähig und benötigen nur minimale Nachbearbeitung. Gerade Produzenten mit engen Deadlines profitieren davon erheblich. Statt stundenlang Sounds zu programmieren, können passende Ausgangspunkte innerhalb weniger Minuten gefunden werden.
Erste Zwischenbilanz
Nach den ersten Tagen mit der KOMPLETE 26 Collectors Edition entsteht ein sehr klares Bild. Dieses Paket verfolgt nicht das Ziel, einzelne Spezialwerkzeuge anzubieten. Vielmehr möchte Native Instruments eine vollständige Produktionsumgebung schaffen, die nahezu jeden kreativen Bereich abdeckt.
Bereits die Synthesizer-Sektion zeigt eindrucksvoll, wie breit das Spektrum mittlerweile geworden ist. Von klassischer FM-Synthese über Wavetable-Technologien bis hin zu modularen Experimenten und atmosphärischen Soundscapes ist praktisch alles vertreten. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass die schiere Menge an Möglichkeiten eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert.
Die KOMPLETE 26 Collectors Edition ist kein Produkt, das man an einem Wochenende vollständig erkundet. Vielmehr handelt es sich um eine langfristige Investition in ein kreatives Ökosystem.
Die Kontakt-Libraries als eigentliche Stärke der Collectors Edition
Während viele Produzenten bei Native Instruments zunächst an Massive, Kontakt oder Guitar Rig denken, liegt die eigentliche Stärke der KOMPLETE 26 Collectors Edition inzwischen in einem anderen Bereich. Die enthaltenen Kontakt-Libraries machen einen erheblichen Teil des Gesamtumfangs aus und sorgen dafür, dass sich das Paket weit über die klassische elektronische Musikproduktion hinaus entwickelt hat.
Vor einigen Jahren bestand KOMPLETE vor allem aus Synthesizern, Samplern und Effekten. Die Sammlung richtet sich aber immer mehr an Komponisten, Sounddesigner, Medienproduzenten und Filmmusiker. Dabei fällt auf, dass Native Instruments mittlerweile zahlreiche Instrumente anbietet, die sich deutlich realistischer und lebendiger spielen als frühere Generationen von Sample-Libraries.
Moderne Skript-Technologien, intelligente Artikulationswechsel und ausgefeilte Performance-Funktionen sorgen dafür, dass sich viele Instrumente beinahe wie echte Musiker verhalten. Gerade bei orchestralen Produktionen wird dieser Fortschritt besonders deutlich.
Die Symphony Series
Ein zentraler Bestandteil der Collectors Edition bleibt die Symphony Series. Diese Bibliotheken decken die klassischen Bereiche eines Orchesters ab und umfassen Streicher, Holzbläser, Blechbläser und Percussion. Die Instrumente richten sich sowohl an Einsteiger als auch an erfahrene Komponisten. Im Test überzeugte vor allem die einfache Bedienung.
Viele Konkurrenzprodukte bieten zwar teilweise noch mehr Artikulationen oder tiefere Einstellmöglichkeiten, verlangen dafür aber häufig deutlich längere Einarbeitungszeiten. Die Symphony Series verfolgt einen praxisorientierten Ansatz. Bereits nach wenigen Minuten lassen sich überzeugende Arrangements erstellen.
Besonders positiv fällt dabei die Klangbalance auf. Die Instrumente wirken homogen und fügen sich problemlos in größere Arrangements ein. Dadurch eignen sie sich hervorragend für Filmmusik, Trailer-Musik, Games-Soundtracks sowie für TV-Produktionen und moderne Pop-Produktionen. Wer regelmäßig orchestrale Elemente einsetzt, erhält hier ein sehr leistungsfähiges Werkzeug.
Action Strings 2
Eine der bekanntesten Libraries aus dem Native-Instruments-Katalog ist Action Strings. Die zweite Generation wurde speziell für moderne Film- und Trailer-Kompositionen entwickelt. Anstatt einzelne Noten manuell programmieren zu müssen, stehen zahlreiche vorgefertigte Phrasen und Bewegungen zur Verfügung. Diese lassen sich flexibel kombinieren und an das jeweilige Projekt anpassen.
Im Test entstanden bereits nach kurzer Zeit beeindruckende Ergebnisse. Gerade rhythmische Streicherpassagen, die normalerweise viel Programmierarbeit erfordern würden, lassen sich innerhalb weniger Minuten realisieren. Natürlich ersetzt dies keinen echten Orchesterkomponisten.
Für viele Produktionen stellt die Library jedoch eine enorme Zeitersparnis dar. Besonders Medienkomponisten mit engen Fristen dürften diese Arbeitsweise zu schätzen wissen.
Action Strikes
Neben den Streichern gehören auch große Percussion-Ensembles zu den wichtigsten Zutaten moderner Soundtracks. Action Strikes konzentriert sich genau auf diesen Bereich. Die Library liefert neben orchestrale Trommeln auch die japanischen Taikos sowie eine Ensemble-Percussion. Auch Trailer-Drums und Impact-Sounds sind enthalten.
Die Aufnahmen besitzen eine beeindruckende Räumlichkeit. Bereits ohne zusätzliche Effekte entsteht ein sehr cineastischer Eindruck. Im Test überzeugte vor allem die Dynamik. Selbst einfache Patterns wirken kraftvoll und lebendig. Wer regelmäßig Trailer-Musik oder epische Soundtracks produziert, wird Action Strikes schnell in seinen Workflow integrieren.
Die Claire Pianos
Zu den spannendsten Neuerungen der KOMPLETE-26-Generation gehören die neuen Claire-Pianos. Pianos gehören seit Jahren zu den wichtigsten Bestandteilen jeder großen Sample-Sammlung. Der Markt ist allerdings stark umkämpft.
Umso interessanter ist die Frage, ob Native Instruments hier tatsächlich neue Akzente setzen kann. Bereits die ersten Töne hinterlassen einen positiven Eindruck. Die Instrumente wirken modern, detailreich und ausgesprochen musikalisch. Besonders die Dynamik fällt auf. Von sehr leisen Passagen bis hin zu kraftvollen Anschlägen reagieren die Instrumente ausgesprochen natürlich.
Im Mix setzen sich die Klänge hervorragend durch, ohne aufdringlich zu wirken. Je nach Produktionsstil lassen sich die Pianos sowohl als Soloinstrument als auch innerhalb komplexer Arrangements einsetzen. Besonders überzeugend ist die Balance zwischen Realismus und musikalischer Einsetzbarkeit.
Viele extrem detaillierte Piano-Libraries klingen zwar beeindruckend, lassen sich aber oft schwer in Produktionen integrieren. Die Claire-Serie scheint genau diesen Mittelweg anzustreben. Im Test funktionierte das hervorragend.
Session Guitarist
Gitarren gehören traditionell zu den schwierigsten Instrumenten im Bereich virtueller Instrumente. Während einfache Akkorde noch relativ problemlos reproduziert werden können, scheitern viele Libraries an authentischen Spielweisen. Die Session-Guitarist-Reihe verfolgt einen anderen Ansatz. Hier stehen nicht einzelne Samples im Mittelpunkt, sondern komplette Spieltechniken und Performance-Patterns. Die Instrumente reagieren intelligent auf die gespielten Akkorde und erzeugen daraus realistische Gitarrenbegleitungen.
Im Test erwies sich dies als äußerst praxisnah. Bereits ohne tiefere Programmierkenntnisse entstanden glaubwürdige Ergebnisse. Natürlich ersetzt dies keinen professionellen Gitarristen. Für Demos, Songwriting oder schnelle Produktionen bietet das System jedoch enorme Vorteile. Besonders Pop-Produzenten dürften hiervon profitieren.
Session Bassist
Ein ähnliches Konzept verfolgt Native Instruments bei den Bass-Libraries. Auch hier stehen realistische Spielweisen im Vordergrund. Die enthaltenen Instrumente decken unterschiedliche Stilrichtungen ab. Von klassischen E-Bässen bis hin zu modernen Produktionen ist vieles vertreten.
Im Test überzeugten vor allem die Artikulationen. Slides, Ghost Notes und dynamische Übergänge sorgen dafür, dass die Basslinien deutlich lebendiger wirken als bei vielen Konkurrenzprodukten. Insbesondere Produzenten ohne Zugang zu echten Bassisten erhalten hier eine überzeugende Alternative.
Electric Keys
Vintage-Keyboards gehören seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Bestandteilen moderner Musikproduktionen. Die Electric-Keys-Serie widmet sich genau diesem Bereich. Enthalten sind verschiedene klassische E-Piano-Konzepte, die sich stilistisch zwischen Jazz, Soul, Funk und Pop befinden.
Die Klangqualität ist auf sehr hohem Niveau. Besonders die Nebengeräusche und mechanischen Details tragen erheblich zur Authentizität bei. Im Test wirkten die Instrumente angenehm lebendig. Viele moderne Produktionen profitieren von genau dieser Mischung aus Wärme und Charakter.
Die Cinematic Collection
Ein Bereich, in dem die Collectors Edition besonders glänzt, sind die zahlreichen Cinematic-Libraries. In den vergangenen Jahren hat Native Instruments diesen Bereich kontinuierlich ausgebaut. Heute umfasst die Sammlung eine beeindruckende Auswahl an Instrumenten für Film-, TV- und Game-Produktionen.
Dazu gehören unter anderem:
- atmosphärische Texturen
- Hybrid-Instrumente
- Sounddesign-Werkzeuge
- Trailer-Sounds
- experimentelle Klangquellen
Hier zeigt sich die moderne Ausrichtung von KOMPLETE besonders deutlich. Viele aktuelle Produktionen benötigen keine klassischen Orchesterklänge mehr, sondern hybride Klangwelten zwischen Elektronik und Akustik. Genau hierfür wurden viele dieser Libraries entwickelt.
Arkhis
Arkhis gehört zu den interessantesten Vertretern dieser Kategorie. Die Library kombiniert unterschiedliche Klangquellen zu komplexen Layer-Sounds. Dadurch entstehen atmosphärische Flächen, die sich hervorragend für Ambient, Filmmusik sowie Game-Audio und moderne Pop-Produktionen.
Im Test überzeugte vor allem die Inspirationskraft. Bereits wenige gespielte Akkorde erzeugen beeindruckende Klanglandschaften. Viele Presets laden unmittelbar zum Komponieren ein.
Sequis
Sequis verfolgt einen etwas anderen Ansatz. Hier stehen rhythmische Bewegungen im Mittelpunkt. Verschiedene Klangschichten werden automatisch animiert und erzeugen komplexe Pattern. Das Ergebnis erinnert teilweise an moderne Sequencer-Systeme, bleibt dabei aber sehr musikalisch. Gerade für Trailer-Musik und elektronische Soundtracks bietet Sequis zahlreiche kreative Möglichkeiten.
Playbox
Playbox zählt zu den ungewöhnlichsten Instrumenten innerhalb der Sammlung. Das Instrument arbeitet mit intelligenten Zufallsmechanismen und erzeugt aus wenigen Eingaben überraschend komplexe musikalische Strukturen. Im Test entstanden häufig Ideen, die man auf herkömmlichem Wege vermutlich nie entwickelt hätte. Gerade für Produzenten, die gelegentlich kreative Blockaden überwinden möchten, stellt Playbox ein faszinierendes Werkzeug dar.
Die Qualität der Samples
Eine Frage stellt sich bei einer Sammlung dieser Größenordnung zwangsläufig. Kann bei hunderten Instrumenten überhaupt eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet werden? Die Antwort fällt überraschend positiv aus. Natürlich existieren Unterschiede zwischen älteren und neueren Libraries.
Viele aktuelle Produkte profitieren von modernen Aufnahmeverfahren und neuen Kontakt-Technologien. Dennoch wirken selbst ältere Instrumente erstaunlich konkurrenzfähig.Besonders positiv fällt auf, dass die meisten Libraries auch heute noch problemlos in aktuelle Produktionen integriert werden können. Klanglich zeigt sich die Sammlung insgesamt auf einem sehr hohen Niveau.
Speicherbedarf und Organisation
Die Kehrseite dieser enormen Vielfalt wird allerdings ebenfalls deutlich. Die Anzahl der Instrumente kann schnell überwältigend wirken. Selbst erfahrene Produzenten benötigen Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen. Hier hilft die Suchfunktion von Kontakt erheblich. Auch Native Access trägt dazu bei, die Installation übersichtlich zu halten.
Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass die Collectors Edition kein Produkt für Anwender ist, die lediglich einige wenige Instrumente benötigen. Der wahre Wert entfaltet sich erst dann, wenn man bereit ist, die enorme Vielfalt aktiv zu nutzen. Und ich darf mir demnächst eine neue SSD zulegen, die letzte Investition war eine 2-Terabyte-SSD samt Kühlkörper, jetzt reicht mir diese nicht mehr aus. Zwar umfasst KOMPLETE 26 „nur“ 1,6 Terabyte, allerdings habe ich auch viele weitere KONTAKT-Librarys von anderen Herstellern im Einsatz. Ich muss schauen, ob sich mein Rechner mit einer 4-TB-SSD verträgt, und mal schauen, was mein Konto dazu sagt …
Zwischenfazit zu den Instrumenten
Nach intensiver Beschäftigung mit den Kontakt-Libraries entsteht ein klarer Eindruck. Die KOMPLETE 26 Collectors Edition ist eine komplette umfassende Produktionsbibliothek für die Musikproduktion, welche nahezu jeden Instrumentenbereich abdeckt. Besonders die modernen Orchester-, Cinematic- und Performance-Libraries gehören zu den stärksten Bestandteilen der Sammlung. Viele Instrumente liefern sofort inspirierende Ergebnisse und fördern kreatives Arbeiten. Gerade Komponisten, Produzenten und Sounddesigner erhalten hier ein außergewöhnlich umfangreiches Werkzeugset.
Effekte, Mixing und Mastering
Während viele Anwender KOMPLETE traditionell wegen der Instrumente kaufen, hat sich in den vergangenen Jahren ein weiterer Bereich immer stärker entwickelt. Seit der Übernahme von iZotope durch die Soundwide-Gruppe und der späteren Zusammenführung unter dem Native-Instruments-Dach profitieren KOMPLETE-Nutzer zunehmend von professionellen Mixing- und Mastering-Werkzeugen.
Dieser Bereich war früher nicht unbedingt die größte Stärke von Native Instruments. Zwar existierten immer wieder hochwertige Effekte, doch im direkten Vergleich mit spezialisierten Herstellern waren andere Anbieter häufig besser aufgestellt. Mit KOMPLETE 26 hat sich dieses Bild deutlich verändert. Heute enthält die Collectors Edition zahlreiche Werkzeuge, die problemlos in professionellen Produktionen eingesetzt werden können.
Guitar Rig 7 Pro
Kaum ein Effektpaket ist so eng mit Native Instruments verbunden wie Guitar Rig. Bereits die ersten Versionen gehörten zu den beliebtesten Software-Lösungen für Gitarristen. Mittlerweile hat sich Guitar Rig jedoch weit über klassische Gitarrenanwendungen hinaus entwickelt.
Die aktuelle Version bietet eine umfangreiche Sammlung aus:
- Verstärkern
- Lautsprechersimulationen
- Studioeffekten
- Modulationseffekten
- Delays
- Reverbs
- Dynamikprozessoren
- Kreativwerkzeugen
Im Test fiel besonders die Vielseitigkeit auf. Zwar bleibt die Gitarrenbearbeitung weiterhin das Hauptanwendungsgebiet, doch inzwischen eignet sich Guitar Rig ebenso für Synthesizer, Vocals und Drums wie für das Sounddesign und natürlich auch für die Produktion von elektronischer Musik. Die Benutzeroberfläche wirkt aufgeräumt und modern. Effektketten lassen sich unkompliziert zusammenstellen und flexibel anpassen. Besonders Produzenten elektronischer Musik profitieren von den kreativen Möglichkeiten. Viele Klangexperimente entstehen bereits durch das einfache Kombinieren verschiedener Module.
Die Verstärkersimulationen
Gitarristen dürften sich besonders für die Verstärkersimulationen interessieren. Hier bietet Guitar Rig eine große Auswahl unterschiedlicher Klangcharaktere. Von glasklaren Clean-Sounds bis hin zu aggressiven High-Gain-Sounds ist nahezu alles vertreten. Im direkten Vergleich mit spezialisierten Produkten wie Neural DSP oder einigen aktuellen Modeling-Systemen erreicht Guitar Rig nicht immer deren absolute Detailtiefe. Dennoch bewegen sich die Ergebnisse auf einem hohen Niveau.
Vor allem die große Flexibilität spricht für das System. Viele Gitarristen werden bereits innerhalb des Pakets sämtliche benötigten Sounds finden.
Raum- und Modulationseffekte
Ein Bereich, in dem Guitar Rig besonders glänzt, sind die enthaltenen Effekte. Die Qualität der Delays, Reverbs und Modulationen überzeugt durchweg. Vor allem atmosphärische Produktionen profitieren von diesen Werkzeugen. Viele Presets wirken inspirierend und laden zum Experimentieren ein. Besonders Ambient-Produzenten dürften hier auf ihre Kosten kommen. Mit wenigen Handgriffen entstehen komplexe Effektlandschaften, die weit über klassische Gitarrenbearbeitung hinausgehen.
Solid Mix Series
Die Solid Mix Series gehört seit vielen Jahren zum KOMPLETE-Paket. Obwohl diese Effekte inzwischen zu den älteren Bestandteilen zählen, haben sie nichts von ihrer Praxistauglichkeit verloren. Die Serie umfasst Kompressor, Equalizer und einen Bus-Kompressor. Im Test überzeugten die Werkzeuge durch ihre unkomplizierte Bedienung.
Wer schnell zu musikalischen Ergebnissen gelangen möchte, findet hier zuverlässige Helfer. Besonders der Bus-Kompressor eignet sich hervorragend für Drumgruppen und Mix-Busse. Die Bearbeitung wirkt angenehm musikalisch und vermeidet übertriebene Artefakte.
Supercharger GT
Supercharger GT gehört zu den charakterstärkeren Dynamikprozessoren innerhalb der Sammlung. Anstatt maximale Transparenz anzustreben, verfolgt das Plug-in einen deutlich musikalischeren Ansatz. Im Test zeigte sich schnell, dass insbesondere Vocals und Bassspuren von diesem Charakter profitieren können.
Bereits moderate Einstellungen erzeugen hörbare Verdichtung und zusätzliche Präsenz. Wer einen eher analytischen Kompressor sucht, wird möglicherweise andere Werkzeuge bevorzugen. Für musikalische Produktionen liefert Supercharger GT jedoch häufig sehr überzeugende Ergebnisse.
Replika XT
Replika XT zählt seit Jahren zu den beliebtesten Effekten aus dem Native-Instruments-Katalog. Das Delay bietet verschiedene Algorithmen und lässt sich flexibel an unterschiedliche Produktionsstile anpassen. Im Test überzeugten besonders die Analog-Delays und die Tape-Delays aber auch die moderne digitale Delays und die experimentellen Delay-Varianten sind hochinteressant. Die Bedienung bleibt trotz des großen Funktionsumfangs erfreulich übersichtlich. Gerade Produzenten elektronischer Musik finden hier zahlreiche kreative Möglichkeiten.
Raumklang und Hall
Reverbs gehören zu den wichtigsten Werkzeugen moderner Produktionen. KOMPLETE 26 bietet mehrere unterschiedliche Ansätze. Von klassischen algorithmischen Hallräumen bis hin zu experimentellen Klangwelten ist vieles vorhanden. Besonders die neueren Effektlösungen profitieren von den Entwicklungen der letzten Jahre. Die Qualität bewegt sich insgesamt auf professionellem Niveau. Selbst anspruchsvolle Produktionen lassen sich problemlos realisieren.
Die Integration von iZotope
Eine der bedeutendsten Entwicklungen der letzten Jahre ist die stärkere Verzahnung zwischen Native Instruments und iZotope. Dadurch profitieren KOMPLETE-Nutzer von Technologien, die früher separat erworben werden mussten. Insbesondere im Bereich Mixing und Mastering eröffnet dies interessante Möglichkeiten. Viele Produzenten nutzen iZotope-Produkte seit Jahren als feste Bestandteile ihres Workflows. Die Integration innerhalb der Collectors Edition steigert den Gesamtwert des Pakets erheblich.
Intelligente Assistenzfunktionen
Moderne Audioproduktion wird zunehmend von intelligenten Analysefunktionen unterstützt. Auch in diesem Bereich haben die iZotope-Technologien einen erheblichen Einfluss. Die Werkzeuge analysieren Audiomaterial und schlagen passende Bearbeitungsschritte vor. Im Test erwiesen sich diese Funktionen als hilfreiche Ausgangspunkte.
Besonders Einsteiger erhalten dadurch einen leichteren Zugang zu komplexen Themen wie:
- Equalizing
- Dynamikbearbeitung
- Stereobearbeitung
- Mastering
Erfahrene Toningenieure werden die Vorschläge häufig manuell anpassen. Dennoch spart die automatische Analyse oftmals wertvolle Zeit.
Der Workflow mit Native Kontrol Standard
Ein oft unterschätzter Vorteil des Native-Instruments-Ökosystems ist die NKS-Technologie. NKS steht für Native Kontrol Standard und ermöglicht eine enge Verzahnung zwischen Hardware und Software.
Im Alltag bedeutet dies:
- automatische Preset-Verwaltung
- intelligente Kategorisierung
- direkte Hardware-Steuerung
- einheitliche Bedienkonzepte
Gerade bei einer Sammlung der Größe von KOMPLETE wird dieser Vorteil deutlich. Die Suche nach passenden Sounds erfolgt erheblich schneller als bei vielen konkurrierenden Lösungen.
Zusammenarbeit mit Kontrol-Keyboards
Besitzer aktueller Kontrol-Keyboards profitieren besonders stark. Die Hardware erkennt Instrumente automatisch und stellt wichtige Parameter unmittelbar zur Verfügung. Im Test funktionierte diese Integration ausgesprochen komfortabel. Anstatt Maus und Tastatur zu verwenden, können viele Funktionen direkt über die Hardware gesteuert werden. Dies sorgt für einen deutlich flüssigeren Workflow.
Zusammenarbeit mit Maschine
Auch Anwender von Maschine profitieren von der engen Integration. Instrumente, Effekte und Expansions lassen sich nahtlos in Projekte einbinden. Vor allem Beat-Produzenten erhalten dadurch einen rasanten Zugang zu den umfangreichen Soundbibliotheken. Die Kombination aus Maschine und KOMPLETE zählt nach wie vor zu den stärksten Produktionsumgebungen im Bereich moderner Musikproduktion.
CPU-Belastung und Performance
Bei einem Paket dieser Größenordnung spielt die Systemleistung eine wichtige Rolle. Die gute Nachricht lautet: Die meisten Instrumente arbeiten sehr effizient. Natürlich existieren Unterschiede zwischen einzelnen Produkten. Aufwendige Orchester-Libraries und moderne Synthesizer benötigen mehr Ressourcen als einfache Instrumente. Dennoch verlief der Test insgesamt erfreulich positiv. Auch größere Projekte ließen sich stabil betreiben.
Speicherbedarf
Weniger erfreulich fällt der Speicherbedarf aus. Hier zeigt die Collectors Edition ihre einzige wirklich gravierende Schwäche. Wer sämtliche Inhalte installieren möchte, benötigt eine riesige SSD. Je nach Auswahl der Instrumente kann der Platzbedarf schnell in Bereiche vorstoßen, die vor wenigen Jahren noch komplette Studio-Rechner gefüllt hätten.
Eine durchdachte Speicherstrategie wird daher nahezu unverzichtbar. Viele Anwender werden sich auf ausgewählte Instrumente beschränken oder zusätzliche SSD-Lösungen einsetzen.
Updates und Verwaltung
Positiv hervorzuheben ist die inzwischen sehr ausgereifte Verwaltungssoftware Native Access. Frühere Versionen wurden nicht selten kritisiert. Die aktuelle Generation arbeitet deutlich stabiler. Installationen, und Lizenzverwaltung funktionieren zuverlässig. Allerdings zickt Native ACCESS bei den Updates. Wir hatten ja bereits darüber berichtet, dass Native Access gerade bei den Updates von KONTAKT und/oder den Effekten und Synths öfter mal streikt. Gerade bei hunderten installierten Produkten ist eine funktionierende Verwaltung essenziell. Ich werde beim nächsten Update darüber berichten, ob die Fehler inzwischen behoben wurden.
Der kreative Faktor
Ein technischer Test allein würde der KOMPLETE 26 Collectors Edition allerdings nicht gerecht werden. Die eigentliche Stärke dieses Pakets liegt an anderer Stelle. Es geht um Inspiration. Viele Instrumente laden unmittelbar zum Komponieren ein und bereits beim Durchstöbern der Presets entstehen neue Ideen.
Dieser kreative Aspekt ist schwer messbar, spielt im Produktionsalltag jedoch eine enorme Rolle. Genau hier gelingt Native Instruments seit vielen Jahren etwas, das nicht selbstverständlich ist. Die Instrumente wirken nicht wie sterile Werkzeuge. Sie regen dazu an, Musik zu machen.
Zwischenfazit nach dem Praxistest
Nach mehreren Wochen intensiver Nutzung entsteht ein sehr klares Bild. Die KOMPLETE 26 Collectors Edition ist weit mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Natürlich enthält das Paket hervorragende Synthesizer, hochwertige Kontakt-Libraries und professionelle Effekte. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch durch das Zusammenspiel aller Komponenten.
Vom ersten Songentwurf über Sounddesign und Arrangement bis hin zum finalen Mix lässt sich ein großer Teil des Produktionsprozesses innerhalb eines einzigen Ökosystems realisieren. Genau darin liegt die besondere Stärke der Collectors Edition.
Für wen eignet sich die KOMPLETE 26 Collectors Edition?
Welche Zielgruppe möchte Native Instruments mit der KOMPLETE 26 Collectors Edition eigentlich ansprechen? Die Antwort fällt überraschend differenziert aus. Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass sich ein Paket dieser Größenordnung ausschließlich an professionelle Studios richtet. Tatsächlich profitieren jedoch deutlich mehr Anwendergruppen von der Sammlung. Dennoch ist die Collectors Edition keineswegs für jeden Musiker die ideale Lösung.
Songwriter und Produzenten
Songwriter gehören zu den größten Profiteuren des Pakets. Der Grund liegt in der enormen Bandbreite der enthaltenen Instrumente. Von akustischen Pianos über Gitarren bis hin zu modernen Synthesizern und orchestralen Klangfarben ist praktisch alles vorhanden, was für die Entwicklung neuer Songs benötigt wird. Im Test zeigte sich immer wieder, wie schnell Ideen umgesetzt werden können. Statt zusätzliche Plug-ins kaufen oder nach passenden Sounds suchen zu müssen, steht bereits eine riesige Auswahl zur Verfügung. Gerade Produzenten, die in unterschiedlichen Genres arbeiten, profitieren erheblich von dieser Vielfalt.
Filmkomponisten
Für Filmkomponisten dürfte die KOMPLETE 26 Collectors Edition besonders interessant sein.
Die Kombination aus:
- Symphony Series
- Action Strings
- Action Strikes
- Claire Pianos
- Cinematic Libraries
- Arkhis
- Sequis
- Playbox
liefert eine beeindruckende Werkzeugpalette. Zahlreiche Klangfarben lassen sich unmittelbar in Soundtracks integrieren. Viele Instrumente wirken bereits ohne aufwendige Nachbearbeitung ausgesprochen professionell. Besonders kleinere Produktionsstudios erhalten hier eine Ausstattung, die vor einigen Jahren noch Investitionen im fünfstelligen Bereich erfordert hätte.
Sounddesigner
Auch Sounddesigner finden in der KOMPLETE 26 Collectors Edition ein nahezu unerschöpfliches Kreativfeld. Massive X, Reaktor, Absynth und zahlreiche Cinematic-Instrumente bieten enorme Möglichkeiten für individuelle Klanggestaltung. Im Test entstanden selbst nach mehreren Wochen immer wieder neue Klangideen. Genau darin liegt eine der größten Stärken des Pakets. Selbst erfahrene Produzenten stoßen regelmäßig auf Instrumente oder Funktionen, die bisher unentdeckt geblieben sind.
Beatmaker und elektronische Produzenten
Hip-Hop-, Trap-, House- und Techno-Produzenten profitieren ebenfalls stark von der Sammlung. Massive X, Battery, die zahlreichen Expansions sowie die enge Integration mit Maschine bilden eine leistungsfähige Produktionsumgebung. Besonders die Expansions liefern viele sofort einsetzbare Sounds. Wer regelmäßig neue Produktionen erstellt, spart dadurch erheblich Zeit.
Einsteiger
Hier wird die Bewertung etwas schwieriger. Grundsätzlich bietet KOMPLETE 26 auch für Einsteiger einen enormen Gegenwert. Allerdings kann die schiere Menge an Instrumenten und Effekten schnell überwältigend wirken. Wer gerade erst mit Musikproduktion beginnt, dürfte vermutlich bereits mit KOMPLETE Standard oder Ultimate mehr als ausreichend ausgestattet sein. Die Collectors Edition entfaltet ihren größten Nutzen bei Anwendern, die bereits Erfahrung besitzen und die Vielfalt tatsächlich ausnutzen können.
Die größte Stärke: Das Ökosystem
Während des gesamten Tests kristallisierte sich ein Aspekt immer wieder heraus. Die wahre Stärke der KOMPLETE 26 Collectors Edition liegt nicht in einzelnen Produkten. Massive X, Kontakt 8, Guitar Rig 7 Pro und auch die Cinematic-Libraries sind hervorragend.
Doch viele Konkurrenzprodukte erreichen in einzelnen Disziplinen ähnliche Ergebnisse. Der entscheidende Unterschied entsteht durch die Kombination aller Werkzeuge innerhalb eines gemeinsamen Systems. Native Instruments hat über viele Jahre hinweg ein Ökosystem geschaffen, das erstaunlich gut zusammenarbeitet. Presets lassen sich zentral verwalten. Sounds werden intelligent kategorisiert. Hardware und Software greifen ineinander. Libraries nutzen gemeinsame Technologien. Dieser Gesamteindruck macht einen erheblichen Teil des Produktwertes aus.
Die größte Schwäche: Der Umfang
Paradoxerweise stellt gleichzeitig der größte Vorteil auch die größte Schwäche dar. Der Umfang kann überwältigend wirken. Selbst erfahrene Produzenten benötigen Zeit, um die Sammlung vollständig zu erfassen. Viele Anwender werden vermutlich niemals sämtliche Instrumente nutzen.
Was ist insgesamt alles enthalten in Native Instruments KOMPLETE 26 Collectors Edition? https://www.native-instruments.com/de/products/komplete/bundles/komplete-26-collectors-edition/included-products/
Einige Inhalte dürften über Jahre hinweg unangetastet bleiben. Das ist keineswegs ungewöhnlich. Bei einem Paket dieser Größenordnung ist dies praktisch unvermeidbar. Dennoch sollte man sich vor dem Kauf bewusst machen, dass KOMPLETE 26 Collectors Edition kein Produkt für Minimalisten ist.
Konkurrenzvergleich
Die Frage nach vergleichbaren Produkten ist nicht einfach zu beantworten. Es existieren einige weitere hochwertige Instrumentensammlungen auf dem Markt.
Allerdings bietet kaum ein anderer Hersteller eine ähnlich breite Kombination aus:
- Synthesizern
- Samplern
- Effekten
- Orchester-Libraries
- Cinematic-Instrumenten
- Expansions
- Mixing-Werkzeugen
- Mastering-Tools
Ein direkter Vergleich mit einzelnen Konkurrenzprodukten greift deshalb häufig zu kurz. KOMPLETE funktioniert eher wie eine komplette Werkzeugkiste. Man kauft nicht nur einen Hammer oder einen Schraubendreher. Man erhält praktisch die gesamte Werkstatt.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Bei Produkten dieser Größenordnung spielt das Preis-Leistungs-Verhältnis eine entscheidende Rolle. Die Collectors Edition gehört zweifellos nicht zu den günstigsten Software-Paketen auf dem Markt. Betrachtet man jedoch den tatsächlichen Gegenwert, ergibt sich ein anderes Bild.
Viele der enthaltenen Instrumente kosten einzeln bereits erhebliche Summen. Würde man sämtliche Inhalte separat erwerben, lägen die Gesamtkosten um ein Vielfaches höher. Natürlich wird niemand jedes einzelne Produkt benötigen. Trotzdem bleibt die Preisgestaltung bemerkenswert attraktiv. Gerade während der regelmäßigen Rabattaktionen von Native Instruments wird die Collectors Edition besonders interessant.
Für bestehende KOMPLETE-Nutzer können Upgrades oftmals ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Alltagstauglichkeit im Studio
Ein Testbericht sollte sich nicht ausschließlich auf technische Daten konzentrieren. Entscheidend ist letztlich die Frage, wie sich ein Produkt im täglichen Einsatz bewährt. Hier hinterließ die KOMPLETE 26 Collectors Edition einen ausgesprochen positiven Eindruck. Während des Tests kamen immer wieder unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz.
An einem Tag stand Sounddesign mit Massive X im Mittelpunkt. Am nächsten Tag wurden Orchesterarrangements erstellt. Anschließend kamen Guitar Rig und verschiedene Mixing-Effekte zum Einsatz. Bemerkenswert war dabei, wie selten externe Plug-ins benötigt wurden. In den meisten Fällen ließ sich der komplette Produktionsprozess ausschließlich mit den Werkzeugen der Collectors Edition realisieren. Das spricht für die enorme Breite und Qualität der Sammlung.
Langfristige Investition
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Zukunftssicherheit. Viele Software-Produkte verlieren nach kurzer Zeit an Relevanz. KOMPLETE verfolgt einen anderen Ansatz. Native Instruments entwickelt die Plattform seit Jahrzehnten kontinuierlich weiter. Kontakt, Reaktor, Massive und zahlreiche weitere Produkte besitzen eine lange Entwicklungsgeschichte.
Dadurch entsteht eine gewisse Investitionssicherheit. Wer heute in die Collectors Edition investiert, kauft nicht nur aktuelle Instrumente. Man steigt gleichzeitig in ein etabliertes Ökosystem ein, das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden Jahren weiterentwickelt wird.
Da Native Instruments nun unter das Dach von inMusic geschlüpft ist, dürfte keine weitere Gefahr mehr bestehen, dass dieses geniale Unternehmen für die Musikproduktion, noch einmal anfängt zu schlingern.
Was hat im Test besonders überzeugt?
Besonders positiv fielen folgende Punkte auf:
- Die enorme Bandbreite der Instrumente
- Die hohe Klangqualität der aktuellen Libraries
- Kontakt 8 als leistungsfähige Plattform
- Massive X und Absynth für Sounddesign
- Die modernen Cinematic-Libraries
- Die neuen Claire Pianos
- Guitar Rig 7 Pro
- Die Integration von iZotope-Technologien
- Die NKS-Unterstützung
- Die enge Verzahnung mit Kontrol und Maschine
- Das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis gemessen am Gesamtumfang
Wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Trotz der insgesamt sehr positiven Bewertung existieren einige Punkte, die erwähnt werden sollten. Der Speicherbedarf fällt enorm aus. Nicht jeder Rechner ist für eine vollständige Installation geeignet. Auch die Einarbeitungszeit sollte nicht unterschätzt werden.
Viele Instrumente erschließen ihre Möglichkeiten erst nach intensiver Beschäftigung. Zudem wirken einige ältere Produkte inzwischen optisch etwas in die Jahre gekommen. Klanglich bleiben sie weiterhin konkurrenzfähig, bei den Benutzeroberflächen wären jedoch teilweise Modernisierungen wünschenswert.
Fazit
Die KOMPLETE 26 Collectors Edition ist nicht einfach nur eine Sammlung virtueller Instrumente. Sie stellt vielmehr eine der umfassendsten Produktionsplattformen dar, die derzeit für Musiker, Produzenten, Komponisten und Sounddesigner verfügbar sind.
Native Instruments hat über viele Jahre hinweg ein Ökosystem aufgebaut, das heute eine beeindruckende Reife erreicht hat. Die Kombination aus Kontakt 8, Massive X, Reaktor, den zahlreichen Cinematic- und Orchester-Libraries, Guitar Rig 7 Pro, modernen Mixing-Werkzeugen und hunderten weiterer Inhalte bietet kreative Möglichkeiten, die ihresgleichen suchen.
Besonders beeindruckend ist dabei die enorme stilistische Bandbreite. Von elektronischer Musik über Pop, Rock und Hip-Hop bis hin zu Filmmusik, Game Audio und experimentellem Sounddesign deckt die Collectors Edition nahezu jeden denkbaren Produktionsbereich ab.
Natürlich ist nicht jeder Anwender auf einen derart großen Umfang angewiesen. Wer lediglich einige Synthesizer oder wenige Instrumente sucht, wird vermutlich bereits mit kleineren KOMPLETE-Versionen glücklich werden.
Wer jedoch eine möglichst vollständige Produktionsumgebung sucht und langfristig in ein professionelles Musiksoftware-Ökosystem investieren möchte, findet in der KOMPLETE 26 Collectors Edition eines der beeindruckendsten Gesamtpakete der gesamten Musikproduktionsbranche.
Bewertung: 9,2 von 10 Punkten
Pluspunkte
- Enormer Lieferumfang
- Herausragende Klangqualität
- Kontakt 8 als zentrale Plattform
- Moderne Cinematic- und Orchester-Libraries
- Starke Synthesizer-Auswahl
- Hochwertige Effekte
- Guitar Rig 7 Pro inklusive
- Umfangreiche Expansions
- Ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Hervorragende Integration mit Native-Hardware
Minuspunkte
- Sehr hoher Speicherbedarf
- Umfang kann Einsteiger überfordern
- Einige ältere Produkte wirken optisch nicht mehr ganz zeitgemäß
- Native Access hat gelegentlich mal Probleme mit den Updates (das steht allerdings unter meiner Beobachtung, sobald es keine Probleme mehr gibt mit den Updates, streiche ich diesen Satz.)

Weitere Informationen sowie die Bestellmöglichkeit findet ihr unter: https://www.native-instruments.com/de/specials/komplete/komplete-26/



















