MAGIX Music Maker Premium 2017 – Testbericht

Da liegt sie nun vor mir die neueste Version 2017 der DAW Music Maker Premium vom Audio Software Hersteller MAGIX aus Berlin, eine weitere DAW aus deutschen Landen, auffallend ist der Preis denn anders als beiden Platzhirschen CUBASE, ABLETON, LOGIC, Pro Tools und REASON fällt hier der doch recht angenehme Kurs von nur gerademal 129,- Euro ins Auge. Dies dürfte für Viele ein Anreiz sein, sich den Music Maker Premium 2017 einmal näher zu betrachten. Insbesondere deshalb da hier sehr viele technische Finessen, wie zum Beispiel VST3 Unterstützung oder Pitch Correction alá Autotune bereits in der DAW integriert sind.

Wir haben uns den Music Maker Premium 2017 einmal genauer angesehen und berichten hier, welche Möglichkeiten diese DAW bietet.

Wem die 129,- Euro noch zu teuer erscheinen, der kann bereits ab 59,99 Euro für den Music Maker oder für 99,99 Euro mit dem Music Maker Live einsteigen, beides sind abgespeckte Versionen, die weniger Möglichkeiten bieten.

Die Installation

Der Download ging erstaunlich flott vonstatten, was aber damit zusammenhängt, dass nach dem Start des Installationsprogramms erst die wichtigen Dateien aus dem Internet heruntergeladen werden, MAGIX bietet die Option die heruntergeladenen Installationsdatein zu sichern, sodass bei einer erneuten Installation nicht wieder Wartezeiten aufgrund der Downloads nötig werden. Ich habe den Music Maker Premium 2017 auf einem 64 bit System unter 64 bit Windows 10 installiert, der Installationsordner wurde seltsamerweise aber im X86 Programmordner angelegt und leider kann ich auch keine externen 64 bit Audio Plugins laden. Den Punkt habe ich bereits bei MAGIX angesprochen und ich denke, dass es in naher Zukunft ein Update geben wird, welches dieses Verhalten der Installation beheben wird.

Der Arbeitsplatz von Music Maker Premium 2017

Magix-MusikMaker 2017-Premium-GUI
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Arbeitsbereich

Durchaus aufgeräumt und aufgrund des Neuen Media Pools sehr leicht und intuitiv bedienbar zeigt sich der Arbeitsbereich, welcher auch über mehrere Bildschirme erweitert werden kann. Erfreulich ist das mit dem Music Maker Premium 2017 auch Video Objekte in das Projekt mit eingebunden werden können, hier hat wohl die MAGIX Video Pro X Video Software Pate gestanden.

Die Erstellung eines Arrangements ist so wie bei vielen anderen DAW`s (Audio Sequenzer Software oderDigitalAudioWorkstation) gehalten, die Loops werden in den Sequenzerbereich via Drag und Drop abgelegt und können auf unterschiedlichen Spuren kombiniert und bearbeitet werden.

Music Maker Premium 2017 Loops
Music Maker Premium 2017 Loops

Der Music Maker 17 bringt dazu schon einige Loops mit, insgesamt 6.000 an der Zahl, das hört sich zwar viel an, resultiert aber daraus das alle Loops in sieben verschiedenen Tonhöhen vorliegen: C-Dur, D-Moll, E-Moll, F-Dur, G-Dur, A-Moll und B-Dur. Insgesamt werden 12 Song Construction Sets mitgeliefert, die von Techno über Pop bis hin zu Latin und Jazz so ziemlich alle Musikstile abdecken, wer weitere Song Construction Sets benötigt der kann diese bei Magix dazukaufen.

Dazu steht der online Markt Catooh zur Verfügung auf dem nicht nur gekauft werden kann es ist auch möglich eigene Loops dort zu verkaufen, nach einer Registrierung kann der Catooh Service direkt aus der Programmoberfläche vom Music Maker Premium 2017 gestartet werden.

Die enthaltenen virtuellen Instrumente

Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt war mein erster Gedanke, als ich mir die Produktseite von MAGIX Music Maker Premium 2017 angeschaut habe. Alles, was den Musikanten und Komponisten interessieren könnte, ist hier aufgezählt, verschiedene Drum Sets, einige Synthesizer, ein gemischter Chor, ein Konzertflügel, eine Kirchenorgel, cineastische Klänge für die Erstellung von Filmmusik sowie eine große Anzahl klassischer Instrumente wie Geige, Bläser und vieles mehr.

Schauen wir uns das Gebotene einmal etwas genauer an:

Magix-MusikMaker 2017-Premium-Choir
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Choir

Der Chor ist wirklich gut gelungen, wir finden einen Männerchor, einen Damenchor und einen gemischten Chor, es sind die Vokale A,E, I,O, U und ein Hmmm über die Tastatur im rechten Bereich auswählbar, dies erlaubt es bereits während des Spiels zwischen den Vokalen umzuschalten und so dem Chor ordentlich Leben einzuhauchen. Es sind mehrere Presets enthalten welche auf unterschiedlichen Effekteinstellungen basieren.

Magix-MusikMaker 2017-Premium-Church Organ
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Church Organ

Die Kirchenorgel ( Church Organ) klingt gut und basiert auf den fünf Registern, Reed, Flute, Bassoon, Oboe und Tutti, diese Register sind alle stufenlos regelbar sodass der Klang der Kirchenorgel von „kleine Kapelle im stillen Wald“ bis hin zu „riesiger Kathedrale“ eingestellt werden kann.

Auch hier finden wir wieder einige Presets die zum Teil auf recht kreativen Effekteinstellungen basieren, ich sage nur Kirchenorgel durch einen Phaser gejagt, der Pastor würde wohl von der Kanzel kippen, wenn das der Organist einer Kirche im richtigen Leben wagen würde 🙂

Magix-MusikMaker 2017-Premium-Cinematic-Soundscapes
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Cinematic-Soundscapes

Cinematic Soundscapes ist eine Sammlung von filmreifen Soundcollagen die aufgeteilt in die Presetgruppen Bells, Drones, Pads und Winds sehr interessante Klänge zur Untermalung von Filmszenen liefern können aber auch zur Erstellung von spannenden Intros bestens geeignet sind. Wie alle anderen Instrumente die im Music Maker Premium 2017 enthaltenen sind, wird auch hier zur Anpassung der Klänge eine entsprechende Sammlung an Parametern geboten.

Magix-MusikMaker 2017-Premium-Concert-Grand
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Concert-Grand

Der als Concert Grand bezeichnete, in Music Maker Premium 2017 enthaltene, Konzertflügel hat mich ehrlich gesagt nicht wirklich überzeugen können, er klingt zwar durchaus nach Konzertflügel und das über alle Oktaven, erlaubt sich aber beim Spiel (angespielt mit einem 88 Tasten Masterkeyboard mit Hammermechanik) ungewollte Dynamiksprünge und spielt sich meines Erachtens auch etwas zäh.

Dies ist aber absolut kein Problem denn im Music Maker Premium 2017 ist ja der VITA Sampler enthalten und der hat unter anderem auch einen ganz hervorragende Klavierklänge mit im Sortiment aber dazu später mehr.

Magix-MusikMaker 2017-Premium-DN-e1
Magix-MusikMaker 2017-Premium-DN-e1

Der DN-e1 Synthesizer kommt mit reichlich Presets und modernen Sounds, insgesamt sind 249 belegte und noch 128 freie Presets enthalten, der einfach aufgebaute Synthesizer bietet sage und schreibe 18 verschiedene Filtertypen und Filterkombinationen, ob Lowpass, Highpass, Ladder Filter oder Bandpass hier ist alles vorhanden.

Da der DN-e1 auch eine ganze Menge Arpeggien bietet habe ich die Funktion gesucht diese auch selbst einzustellen, leider bin ich da (noch?) nicht fündig geworden.

Magix-MusikMaker 2017-Premium-Jazz-Drums
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Jazz-Drums

Die enthaltenen Drums basieren auf den Pop Drums, der Drum Engine und den Jazz Drums, wobei es sich bei den Dreien um eigenständige virtuelle Schlaginstrumente handelt, die auf unterschiedlichen gesampelten Drumsets basieren.

Alle drei klingen recht gut und bieten die erwarteten Sounds, die dann auch wieder über zahlreiche Parameter einstellbar sind. Ich hätte es gut gefunden, wenn auch einige Drum-Pattern in den jeweiligen Drum Instrumenten enthalten wären, welche man sich dann via Drag und Drop in den Arbeitsbereich ziehen könnte.

Ich möchte auch hier noch einmal den VITA-Sampler erwähnen, welcher auch in Music Maker Premium 2017 enthalten ist, denn der bringt auch noch mal ordentliche amtliche Drumsounds mit.

Magix-MusikMaker-2017-Premium-Lead Synth
Magix-MusikMaker-2017-Premium-Lead Synth

Der Lead Synthesizer basiert auf einer virtuellen VCA-Schaltung mit 9 unterschiedlichen Filtertypen, es sind die Effekte: Reverb, Delay, Chorus, Flanger und Paser integriert, auch Hüllkurven und LFO sind enthalten.

Der Leadsynth klingt recht prägnant und kann sich sehr gut im Arrangement durchsetzen. Die Frage, die sich mir stellt: Ist ein Leadsynth noch notwendig wenn ich doch schon den DN-e1 Synth und auch den REVOLTA Synthesizer im Sortiment von Music Maker Premium 2017 zur Verfügung habe? Hmpff… sorry MAGIX ich halte diesen Lead Synth für nicht so wirklich notwendig, aber was soll`s, er ist dabei und wird sicher dem einen oder anderen Freunde bereiten.

Magix-MusikMaker 2017-Premium-Revolta-2
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Revolta-2

Der Revolta 2 Synthesizer ist ein echtes Highlight im Music Maker Premium 2017, dieser virtuelle Synth alleine ist den Kauf wert, Ihr seht der Verfasser dieser Zeilen übt sich in Begeisterung, zu Recht den was dieser virtuelle Synthesizer aus den Boxen pustet ist spektakulär, rotzig und frech oder samtweich und zartumspülend, der Revolta 2 kann das alles mit Bravour.

Unterstützt wird das Klanggeschehen im Revolta 2 von einem Stepsequenzer. Es sind reichlich Presets enthalten und wer mag, darf gerne selber Klänge erstellen.

Magix-MusikMaker 2017-Premium-VITA-2
Magix-MusikMaker 2017-Premium-VITA-2

Ein weiteres Schmankerl ist der VITA, ein Sampleplayer mit einer großen Menge an Sounds, die sich hauptsächlich dem klassischen Genre widmen, es sind sowohl Blech wie auch Holzblasinstrumente und Ensemble enthalten wie auch Streicher Solo Instrumente und Gruppen. Auch die orchestrale Perkussion wurde nicht vergessen. Die im VITA gebotenen Pianos sind meines Erachtens um Längen besser als das „Concert Grand“ Instrument aber das kann auch Geschmackssache sein.

Wir finden im VITA auch akustische und elektrische Gitarren, E-Pianos und Schlagzeuge. Ein absolut brauchbares Instrument mit sehr guten Sounds.

Weiterhin finden wir noch den VITASampler, dieser bietet uns die Möglichkeit ein Musikstück oder einen Loop zu laden und Teilbereiche aus dieser geladenen Aufnahme über die Tastatur oder die enthaltenen Pads zu spielen, einige gute Beispiele werden mitgeliefert.

Die Effekte

Magix-MusikMaker 2017-Premium-FX-Rack
Magix-MusikMaker 2017-Premium-FX-Rack

Kurz gesagt es ist im Music Maker Premium 2017 alles enthalten, was zur Produktion von Musik notwendig ist. Magix geht hier einen sehr eigenen aber absolut gut durchdachten Weg, es wurde so ziemlich auf jede Art von Firlefanz verzichtet, um sich nur auf das wesentlich konzentrieren zu können. Ob der Hall Effekt (Reverb) oder Echo (Delay) die Kompressor Effekte (auch Multiband) und vieles mehr, alle Effekte sind auf einfachste und innovative Bedienung ausgelegt. Dies kommt dem Produktionsprozess absolut zugute und macht die Arbeit einfacher.

Es sind zudem viele brauchbare Effektketten als Presets hinterlegt, auf die man schnell zurückgreifen kann, die einzelnen Parameter sind anpassbar.

Eine Ausnahme ist der virtuelle Gitarrenamp VANDAL SE, der sieht nicht nur aus wie ein echter Amp, sondern auch die Bedienung geschieht über die virtuellen Drehregler und Schalter, zudem klingt dieser virtuelle Gitarrenamp absolut brachial und überzeugend echt.

Auch eine Masteringkette (unter anderem sogar mit an jeweilige Musikgenres angepassten Presets) ist enthalten und Surround beherrscht der Music Maker Premium 2017 auch noch!

Magix-MusikMaker 2017-Premium-WAVES-Trueverb
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Einbindung externer Plugins: WAVES-Trueverb

Wer mag, kann auch externe VST und VST3 Plugins anderer Hersteller mit einbinden, ich habe es mit Plugins unterschiedlicher Hersteller ausprobiert und es hat problemlos funktioniert.

Magix-MusikMaker 2017-Premium-Vandal-SE
Magix-MusikMaker 2017-Premium-Vandal-SE

FAZIT:

Music Maker Premium 2017 ist eine nicht nur für Einsteiger in die Musikproduktion am Computer geeignete DAW, für wenig Geld bietet MAGIX mit dem Music Maker Premium 2017 eine Vielzahl professioneller Möglichkeiten.

Neben den wirklich hervorragendem Synthesizer REVOLTA 2 und dem Sampleplayer VITA finden sich im Music Maker Premium 2017 weitere Highlights wie das an Melodyne oder Autotune erinnernde Vocal Tune oder der virtuelle Gitarren Amp VANDAL SE.

Die Produktion von Musik geht bedingt durch die intelligent aufgeteilte Benutzeroberfläche und die unkompliziert bedienbaren Effekteinstellungen einfach von der Hand und mittels Timestrech und Tonhöhenanpassung ist es einfach die Aufnahmen der einzelnen Spuren aneinander anzupassen, falls beim Recording mal etwas nicht 100% geklappt hat.

Music Maker Premium 2017 ist für alle Altersklassen ab 10 Jahren aufwärts zu empfehlen, wer erst einmal in die computerbasierte Musikproduktion hereinriechen möchte, der findet hier eine Möglichkeit zu einem angenehmen Preis bei sehr guter Leistung.

Weitere Informationen, kostenlose Lernvideos, eine kostenlose 30 Tage Probierversion und die Bestellmöglichkeit gibt es hier: www.magix.com/de/music-maker/premium/

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