HOFA IQ-Reverb Das Raumwunder – Testbericht

Von HOFA darf erwartet werden, das neue Produkte innovativ und mit speziellen Bearbeitungsmöglichkeiten gespickt sind. So geschehen beim IQ-EQ einem Hybrid-Plugin bestehend aus Equalizer und Kompressor, welches wir hier bereits getestet haben.

Auch das neueste Produkt von HOFA das IQ-Reverb bietet wieder die von HOFA zu recht erwartete Bedienfreundlichkeit, hier stellt sich diese hauptsächlich in der grafischen Gestaltung dar, so habe ich zumindest bisher noch kein Reverb-Plugin gesehen.

In einer 3D Ansicht wird die Impulsantwort grafisch dargestellt und kann auch direkt in diesem grafischen Modus umfangreich und detailliert bearbeitet werden. Das HOFA IQ-Reverb basiert auf Impulsantworten, zahlreiche edle Hardware Reverbs wurden gesampelt und stehen genauso wie einige echte Räume in zweikanaligen und / oder in vierkanaligen Truestereo Impulsantworten bereit, sehr schön ist dabei das auch eigne oder Impulsantworten von Drittanbeitern genutzt werden können, zudem ist es auch möglich eine Audiodatei als Impulsantwort zu nutzen, was zu seltsamen bis zu interessanten Ergebnissen führen kann.

Installation

HOFA-Plugin-Manager
HOFA-Plugin-Manager

Die Installation erfolgt über den HOFA Plugins Manager, welcher vorab heruntergeladen werden muss, aus diesem Plugin Manager können nun die von HOFA hergestellten Plugins installiert werden, die Plugins liegen sowohl im 32 wie auch im 64 bit Format vor. Von allen HOFA Plugins gibt es zudem Demo Versionen die erst auf Herz und Nieren getestet werden können bevor dann die Lizenz erworben werden kann. Auch Freeware Plugin in Form eines Projekt Zeit Messers, einem Goniometer und Korrelations Messplugins sowie einem Meter Fader mit integriertem Mid/ Side Fader sind hier downloadbar. Wenn eines der kommerziellen Plugins installiert wird, installiert der HOFA Plugin Manager diese Freeware Plugins direkt mit. Nach der Installation wird dann die Lizenz auf einem Rechner Eurer Wahl aktiviert, wollt Ihr das Plugin auf einem anderen Rechner nutzen müsst Ihr dieses im Plugin Manager deaktivieren und auf dem anderen Rechner aktivieren.

Insgesamt ging die Installation und Aktivierung unkompliziert und zügig vonstatten, das Einzige was mich gestört hat ist die automatische Installation der Freeware Plugins, ich brauche sie eigentlich nicht.

Der Aufbau

Bedingt durch die grafische Benutzeroberfläche ist das IQ-Reverb recht groß geraten, zwar ist das Plugin skalierbar aber um vernünftig damit arbeiten zu können sollte ein ausreichend großer Bildschirm vorhanden sein, da gerade die grafische Darstellung der Impulsantworten das Highlight des IQ-Reverbs darstellt.

Hofa-IQ-Reverb
Hofa-IQ-Reverb

Oben finden wir die Undo/Redo Funktionen, einen A/B Vergleich und die Grund-Einstellungen über den Button „Settings“. Rechts daneben können wir über einen Button selbst erstellte oder von Drittanbietern hergestellte Impulsantworten in das IQ-Reverb laden (Tipp: Hier findet Ihr IR vom Bricasti M7 einem sehr begehrtem und edlem Hardware Reverb: http://www.samplicity.com/bricasti-m7-impulse-responses/ und hier gibt es IR von Quantec, TC, Lexicon und einigen anderen Hardware Klassikern auch gratis: http://www.echochamber.ch/index.php/tipps-a-freebies/impulseresponses ), interessant ist hier das es sich bei den Impulsantworten (IR = Impulse Response) nicht zwingend um gesampelte Räume oder Hallgeräte handeln muss auch andere Audiosignale können hier verwendet werden, die Ergebnisse klingen dann aber eher experimentell. Ich könnte mir vorstellen das auch Impulsantworten von vintage Geräten hier ihren Einsatz finden, zum Beispiel ein Mischpultkanal oder die IR einer edlen Bandmaschine. Schön ist das bereits beim anwählen einer externen IR diese in das IQ-Reverb vorgeladen wird, so ist es einfach eine passende externe IR auszuwählen.

Weiter rechts wird dann der Name der gewählten IR Datei angezeigt, daneben finden wir noch zwei Buttons die dazu dienen das Preset Browser Fenster des IQ-Reverbs zu verstecken (hide) oder anzudocken (dock).

Der Preset Browser des IQ-Reverb

Dies hat HOFA sehr schön gelöst, der Browser kann als einzelnes Fenster oder an das IQ-Reverb angedockt genutzt werden.

HOFA-iQ-Reverb-Browser
HOFA-iQ-Reverb-Browser

Im Browser können die bereits enthaltenen zahlreichen Presets nach Einsatzart (Vox, Drums, Gitarre usw.) oder nach Anzahl der verwendeten Kanäle, der Hallzeit und einer eigenen Bewertung sortiert werden. Dies erlaubt extrem schnellen Zugriff auf das passende Preset, was die Arbeit im Studioalltag sicherlich erleichtern dürfte.

Selbstverständlich finden wir auch eine Suchfunktion. Die Presets teilen sich auf in die reinen von HOFA mitgelieferten Impulse Responses und in bereits mit den Parametren des IQ-Reverb bearbeitete Presets. Etwas gestört hat mich hier das, wenn der Browser als Einzelfenster geöffnet wird, alles andere verdeckt, er schwebt also über allen anderen Fenstern, selbst beim Wechsel in ein anderes Programm, um zum Beispiel wie gerade in meinem Fall, einen Testbericht zu verfassen, wechselt das Browserfenster nicht in den Hintergrund.

Dies kann durchaus so von HOFA gewollt sein und ist auch nicht wirklich schlimm, ich fände es besser, wenn dieses Fenster sich nicht so hartnäckig in den Vordergrund drängen würde.

Die Bedienungsanleitung

Die Anleitung zum Umgang mit dem IQ-Reverb liegt als PDF Datei vor, hier wird sehr ausführlich erklärt welche Funktion, wie zu bedienen ist, selbst eine kurze Abhandlung über die Funktionsweise der Impulse Responses wurde der Bedienungsanleitung (Handbuch ist irgendwie Quatsch obwohl, wer sich das PDF auf seinem Tablet reinzieht, hält das „Buch“ ja wieder in der Hand…. egal) Schön ist das der Inahlt in deutscher Sprache verfügbar ist und noch schöner ist das es sich hier nicht um knochentrockene Materie handelt, sondern locker flockig interessant und lesenswert geschrieben wurde, klasse!

Und da ich das Rad nicht zweimal erfinden möchte, stelle ich Euch hier den Link zum Handbuch zur Verfügung, besser kann ich die einzelnen Parameter auch nicht beschreiben, daher spare ich mir die Details und verweise auf das Handbuch zum IQ-Reverb. http://hofa-plugins.de/media/HOFA_Plugins/manuals/hofa_iq_reverb_manual_de.pdf

Daher erlaube ich mir hier direkt zu den Klangbeispielen und zum Fazit zu kommen, das daher etwas länger ausfallen wird.

FAZIT:

Das HOFA IQ-Reverb bietet neben der sehr intuitiven grafischen Benutzeroberfläche auch einen amtlichen Klang. Die mitgelieferten Impulsantworten sind reichhaltig und gut gewählt, wer eigene IR einsetzen will der kann dies ohne weiteres tun, Schön ist das bei Einsatz dieser IR-Files selbige im Host Projekt der eingesetzten DAW mitgespeichert werden können, diese Funktion kann in den Settings vom IQ-Reverb aktiviert oder deaktiviert werden.

Hier ist wieder einmal mehr zu merken das HOFA sehr praxis orientiert ist, kein Wunder denn HOFA ist bereits seit 25 Jahren im Recording Geschäft und bietet zudem staatlich geförderte Kurse im Bereich Tontechnik an, die wissen also wie blöd es sein könnte wenn du ein Projekt wieder öffnest weil der Kunde doch noch „schnell“ vor der äußerst dringenden Veröffentlichung eine „kleine“ Änderung vornehmen möchte, und keiner mehr weiss wo das verdammte IR-File das der Gitarrist aus den Staaten mitgebracht hatte, zu finden ist.

War wohl auf dem USB-Stick? Hmm den hat der sicherlich wieder mitgenommen, warte wir rufen da kurz an, wie der wollte 6 Wochen chillen in der Arktis…? OK, ich verbeisse mich hier gerade aber es sind halt diese Kleinigkeiten, IR-File mit dem Cubase 7 Projekt (oder LOGIC oder Samplitude usw.) gespeichert und die Probleme können garnicht erst auftreten. That`s HOFA!

HOFA-iQ-Reverb-Positioner
HOFA-iQ-Reverb-Positioner

Nicht so ganz optimal fand ich die Ladezeiten einiger Impulse Resonses, da das IQ-Reverb bei jeder Parameter Veränderung die IR wieder neu laden muss, kann das hier und da schon mal gewaltig nerven. Sehr schön finde ich den Positionierer, hier kann recht einfach das Signal im Stereobild verteilt werden und zwar nicht nur rechts und links, sondern auch vorne und hinten.

Die Bearbeitung direkt in der 3D Ansicht der IR finde ich genial. Die Qualität des Halls ist sehr gut, wer sich selbst überzeugen möchte der kann das IQ-Reverb 2 Wochen kostenfrei testen, erst danach wird eine Aktivierung erforderlich. Der Preis von 149,90 Euro ist sehr fair und wer sich beeilt bekommt das IQ-Reverb aktuell noch zum Einführungspreis von 129,90 Euro.

Was mir sehr gut gefallen hat:

  • Sehr gut klingender Hall
  • Hervorragende Auswahl an mitgelieferten Presets
  • Sehr schöne Raumsimulation
  • Der Positioner
  • Die grafische Darstellung der Impulsantworten
  • Die Nutzung externer Impulse Antworten ist möglich

Was mich nicht so begeistert hat

  • Teilweise lange Ladezeiten der Impuls Responses
  • Das Browserfenster drängt sich zu sehr in den Vordergrund

Mein subjektives Testurteil

buenasideas-tippGut + und ein wohlverdienter buenasideas.de Tipp!

Wer sich die kostenlose Demo Version ziehen will oder direkt zum Kauf des HOFA IQ-Reverb schreiten möchte ist hier richtig: http://hofa-plugins.de/pages/start_de/hofa-iq-reverb.php

Die Features des HOFA IQ-Reverb

  • Faltungshall mit vielen innovativen Bearbeitungsmöglichkeiten
  • Unkomplizierte Bedienung, klar aufgebaute Benutzeroberfläche
  • Grafisches 3D User Interface
  • Hallzeit in 3 Frequenzbereichen justierbar
  • Cut- & Vintage Gated Reverb
  • Reverse Reverb
  • Modulationen für lebendige Hallstrukturen
  • Positionierung der Schallquellen im virtuellen Raum (Positioner)
  • True Stereo fähig
  • Umfangreiche IR und Preset-Library
  • (Vintage & High-End Studio-Gear, „echte“ Räume, gelayerte Reverb-Kombinationen)
  • Erstellung von User-Presets möglich
  • Import von eigenen Impulsantworten und 3rd Party Libraries möglich
  • Veränderbare Plugin-Fenstergröße
  • „Set as Default“-Preset
  • Unterstützt alle gängigen Sample-Frequenzen
  • Für PC und Mac, 32 und 64 Bit DAWs

Alternativen

Kommerziell:

  • Knuffinke SIR 2  (148.75 Euro)

Freeware:

  • Knuffinke SIR 1 (gratis)

 

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