Native Instruments The Mouth, die Macht der Stimme.

Wie einfach könnte das produzieren von Musik sein wenn man nur das Mikrofon nehmen würde und mal eben die Melody samt Synthbegleitung und Bassspur einsingt, geht nicht? Klar geht das! Mit The Mouth von Native Instruments.

The Mouth entstand durch eine Zusammenarbeit von NI und Tim Exile, einem bekannten Live Performer der schon in Kooperation mit NI das Instrument The Finger konzipiert hat. Wir haben uns The Mouth einmal näher angesehen und ich kann soviel schon vorwegnehmen, die Möglichkeiten sind fantastisch.

Wer jetzt meint das nur intonationsfeste Vocalisten etwas mit The Mouth anfangen können der irrt, denn Intonationsprobleme reguliert The Mouth, auf Wunsch, automatisch.

The Mouth kann sowohl mit REAKTOR 5 in der kostenlosen Player Version wie auch mit der kostenpflichtigen Vollversion REAKTOR 5.5 genutzt werden.

Die Installation und Registrierung ist schnell erledigt, der Download ist für das gebotene mit gerade einmal ca. 9 Megabyte für die PC Version und nur 4,3 Megabyte für die MAC Version erstaunlich schmal. Zur Freischaltung als Vollversion wird ein Registrierungscode benötigt, dieser wird über das Native Instruments Service Center eingetragen.

Da The Mouth nur dann etwas wiedergeben kann wenn am Audioeingang ein Signal anliegt benötigen wir entweder ein anderes Instrumenten Plugin, wie zum Beispiel den KORE Player, KONTAKT oder was immer Ihr auf dem Rechner habt, oder wir nutzen einen Audio Kanal. Auch wenn The Voice hauptsächlich darauf ausgelegt ist aus der menschlichen Stimme musikalische Ereignisse zu formen kann es auch ganz hervorragend dazu dienen Drum Beats oder Gitarrensolos und ähnliches klanglich zu verändern und zu ergänzen.

Wie funktioniert das Ganze?

Es gibt zwei Modes in The Mouth, der Pitch Mode und der Beats Mode, im Pitch Mode werden Tonhöhen Artefakte analysiert um das eingehende Signal automatisch an die gewählte Tonart anzupassen oder aber ein eingehendes Midi Signal, von einem Keyboard oder aus einer Midi Sequenzer Spur, zu berücksichtigen. Dieses so geregelte Signal wird dann verwendet um die in The Mouth integrierten Klangerzeuger wie Synthesizer, Bass und Vocoder anzusteuern um zusätzliche Melodien oder Harmonien zu erzeugen.

Im Beats Mode, der für die Bearbeitung von Drumloops gedacht ist, werden die eingehenden Frequenzen und Transienten berücksichtigt, eine tonale Korrektur wird hier nicht vorgenommen.

Da wir es ja bei The Mouth mit einem Effekt Plugin zu tun haben, ist die Erzeugung zusätzlicher klanglicher Ereignisse abhängig vom eingehenden Pegel des Audiosignals, ist dieser nicht ausreichend hoch können die Vocoder, Synthesizer und Bass Sounds nicht richtig getriggert werden.

NI - The Mouth
NI – The Mouth Benutzeroberfläche in REAKTOR 5 Player

Im linken Bereich von The Mouth finden wir acht Performance Controls, der Brightness Regler dient zur Einstellung des Filters ähnlich wie bei einem Cuttoff Regler, daneben finden wir, wie zu erwarten, den Resonance Regler. Mittels des Thickness Reglers kann die Dicke des Audiosignals bestimmt werden wobei hier von Unisono bis zu weitem Stereo Bild alles abgedeckt wird, der Harmony Regler verändert die Intervalle zwischen den verschiedenen Synthesizer Stimmen.

Weiter geht es mit den bekannten Hüllkurven Einstellungen Attack, Sustain und Release, als letzter im Bunde der Performance Controls finden wir einen als Nonsense bezeichneten Regler, der dazu dient die Komplexität des von The Mouth bearbeiteten Signals zu verändern.

Rechts neben der Performance Section befindet sich ein kleines Mischpult mit dem die unterschiedlichen Bestandteile des neuen Sounds in Ihrer Lautstärke angepasst werden. Der erste Fader in diesem Bereich regelt das per Auto Tune Funktion und Performance Controls bereits bearbeitete Eingangssignal, der daneben liegenden Fader erlaubt es Uns ein Synthesizer Signal, das abhängig von der durch The Mouth analisierten Tonhöhe, dem Klangeschehen beizumischen, dieser Synthesizer Sound kann aus insgesamt 16 Presets gewählt werden.

Der Anteil des Vocoders wird über den nächsten Fader geregelt auch hier finden wir wieder 16 verschiedene Voreinstellungen, mit nur vier Presets kommt hingegen die Bass Spur aus, diese liefert dem Gesamtsignal einen zusätzlichen tiefrequenten Anteil, der letzte Fader regelt den Effekt Anteil und ist abhängig von den ersten vier Signalwegen, ist keiner von diesen 4 Fadern aufgezogen kann der Effektkanal auch nichts wiedergeben. Auch bei den Effekten finden wir wieder 16 unterschiedliche Voreinstellungen.

The Mouth ist wie oben bereits erwähnt über Midi Signale steuerbar, um dies zum Beispiel in Cubase 5.5 zu realisieren muss eine neue Midi Spur angelegt werden deren Ausgang auf den Insert oder Send Kanal weist, der REAKTOR 5 mit dem geladenen NI – The Mouth geladen hat, nun kann mittels der Midi Steuerung auch Einfluss auf die Tonhöhen des von The Mouth bearbeiteten Materials genommen werden.

NI - TheMouth Hormonie Sektion

Hinter einem eher unscheinbaren Notensymbol verbirgt sich die Harmony Section, hier kan eingestellt werden wie The Mouth das eingehende Audiosignal bearbeitet, wir finden hier einen Detune Regler der das Eingangssignal verstimmt und so einen Chorus ähnlichen Klang liefert, rechts daneben finden wir die 3 Gate Einstellungen, Hold, Retrigger und Repeat.

In der Input Sektion kann der harmonische Intervall des Eingangssignal eingestellt werden, in der Synth Sektion stellen wir den Synthesizer Modus ein, auch hier können wieder Angaben zum harmonischen Intervall gemacht werden, genauso können wir die Intervall Einstellungen auch für den Vocoder vornehmen.

Jetzt soll es erst einmal genug der vielen Worte sein, schauen wir uns ein Video zu Native Instruments The Mouth an:

FAZIT: Eine tolle Idee von NI und Tim Exile, den kreativen Möglichkeiten sind hier kaum Grenzen gesetzt und ich behaupte das The Mouth sicherlich nicht nur mit Gesang und Drumloops arbeitet, das ganze funktioniert auch mit anderen Audio Signalen. Das experimentieren mit The Mouth macht einen Riesenspaß und hat mich einige Stunden an den Audio Rechner gefesselt. Ich behaupte das ich aber in der kurzen Zeit nur an der Oberfläche der vielfältigen Möglichkeiten dieses erfrischend neuen Klangerzeugers made by Native Instruments gekratzt habe.

Eine ganze Menge Presets werden bereit mitgeliefert, diese bieten einen guten Überblick über die klanglichen Möglichkeiten von NI – The Mouth.

The Mouth ist ab sofort für aktuell 69,- Euro verfügbar. Mehr Informationen, Videos und Klangbeispiele findet ihr bei: www.native-instruments.com

NI - TheMouth - Signalfluß
NI – TheMouth – Signalfluß

NI-TheMouth-CPULast auf Dual Core 4GBCPU Last gemessen unter EaReckon BloXpander

Auf einem Compaq Pentium Dual Core System mit

4 GB Arbeitsspeicher unter Windows XP

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Testumgebung:

Rechner: COMPAQ Dual Core 2.5 GHz, 4 GB RAM, Windows XP SP II

Steinberg CUBASE 5.5

EMU TRACKER PRE Audiointerface

TEUFEL OMNITON 202 Abhöre (über Pioneer Amp angesteuert)

Testzeitraum: 1 Tag

Abstürze oder sonstige Probleme während des Tests: Keine

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