The Snail von IRCAM LABS Kurztest

Mit The Snail brachte IRCAM LABS 2016 einen sehr ungewöhnlichen Spectrum Analyzer und Tuner heraus. The Snail ermittelt die Obertöne eines Sounds und sortiert diese in ein Raster, das wie eine Spirale aufgebaut ist. Deshalb der Schnecken-Name. Zur Geschwindigkeit sagt das nichts aus, The Snail lief bei mir pfeilschnell und ohne Probleme.

The Snail von IRCAM LABS

Einerseits stellt The Snail das Spektrum eines Klangs in einer einmaligen Art und Weise dar und bietet damit einen sehr guten Überblick, wie Obertöne im Spektrum verteilt sind. Andererseits ist sein Hauptzweck der eines Tuners. Im Tuning-Modus wird der ermittelte Grundton des Klangs in einem Raster angezeigt. Gedacht ist The Snail hauptsächlich als Tuner für akustische Instrumente, funktioniert aber sicher auch auf verstimmten Vintage-Synths. In der Standalone-Version kann man den Audio Input des PCs auf das Programm routen und dann interaktiv stimmen.

The Snail von IRCAM LABS

The Snail bietet auch eine hervorragende Spektrogramm-Ansicht, die den Aufbau des Sounds noch ein mal von einer anderen Warte veranschaulicht.

The Snail von IRCAM LABS

Was mich aber hauptsächlich interessierte war, ob The Snail die Lösung für meine Tuning-Probleme mit verstimmten Samples sein könnte. Denn damit habe ich immer wieder zu kämpfen, entweder Field Recordings, die irgend eine Tonlage haben und so in einen Sampler gesteckt mit keinem anderen Instrumenten zusammenpassen. Oder auch Samples, die heftiges Sound Design erleiden mussten und dadurch verstimmt wurden.

Herkömmliche Tuning-Programme als Plugins zeigen nur den Grundton an und sind normalerweise auf Gitarren optimiert. Mit komplexeren Sounds funktioniert sie gar nicht. Ich versuchte immer mich mit herkömmlichen Spectrum Analyzern zu behelfen, merkte aber bald, dass sich die tatsächliche Verstimmung damit nicht ganz genau ermitteln lässt. Zudem zeigen die unterschiedlichen Programme leicht verschiedene Werte an. Außerdem verfügen sie über kein passendes Noten-Raster, an dem man sich interaktiv ausrichten könnte, sondern man muss immer tunen und dann nachmessen, wie das Ergebnis aussieht. Bei vielen Samples eine zeitraubende Angelegenheit.

Aber mit The Snail geht das flott und deutlich präziser. Es fehlt zwar auch hier eine Möglichkeit direkt in Cent-Einheiten auszumessen, das geht auch nur in Hertz. Das Tuning-Raster ist aber in Achtel eines Halbtons unterteilt und damit ausreichend genau, die Hälfte einer Einheit sind 6,5 Cent und das ist gut erkennbar.

In diesem Video zeige ich das Programm und wie man mit The Snail Samples korrekt stimmen kann.

Fazit

Für Produzenten, die viel mit selbst aufgenommenen Samples umgehen und diese immer mal wieder nachstimmen müssen oder mit Samples zu tun haben, die durch Sound Design aus dem vorher korrekten Tuning geraten sind ist The Snail in meinen Augen die beste Lösung, auf die ich bisher gestoßen bin. Und ich suche schon lange nach einem Plugin, das die Tonhöhe auch komplexerer Sounds genau und interaktiv ablesbar darstellen kann.

Produkt-Seite von The Snail: http://www.ircamlab.com/products/p2242-The-Snail/

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