easy-muug XT mit Tauros – gepfeffert und gesalzen.

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Nachdem der letzte Test den easy-muug nicht gerade glimpflich davonkommen ließ, wurde die Haube des easy-muug noch einmal aufgemacht und die Technik überarbeitet. Gleichzeitig ist bei diesem Prozess auch noch ein weiteres Plugin aufgetaucht: der Tauros. Zu dem Tauros komme ich etwas später. Nur eines vorweg: wenn man beide VST einsetzt, bekommt man schon langsam einen Holzgeschmack im Mund.

Auch wenn dem einen oder anderen User die Grafik der VST von easytoolz nicht gefällt, entscheidet doch am Ende der Sound und dieser hat sich im Vergleich zur Vorgängerversion klar verbessert.

Die Filter des easy-muug arbeiten jetzt schärfer und erzeugen auch einen hörbaren Regeleffekt, der bekanntlich in der Vorgängerversion nicht so vorhanden war. Dieser Punkt ist also schon mal abgeschlossen. Ob die Filtersektion nun wirklich exakt dem Original entsprechen muss, hängt davon ab, wie weit man seinen Perfektionismus treiben will. Gleichzeitig stellt sich auch die Frage, wie weit ein einzelner Programmierer überhaupt dazu bereit ist, falls er jemals etwas veröffentlichen will. So gilt es auch hier Kompromisse einzugehen.

Der neue Filter des easy-muug arbeitet jetzt in einem akzeptablen und brauchbaren Rahmen. Außerdem ist man jetzt damit in der Lage Klänge zu fabrizieren, die vorher mit dem easy-muug einfach noch nicht möglich waren. In Kombination mit der überarbeiteten Oszillator-Sektion kommt beim Spiel mit dem easy-muug schon mehr das Feeling auf, einen Synthesizer an den Fingern zu haben, als es vorher der Fall war.

Ich konnte mir in diesem Zusammenhang den direkten Vergleich mit Arturia wieder einmal nicht verkneifen und durfte dabei feststellen, dass der easy-muug in einigen Bereichen bei der Klanggestaltung schon durchaus an den Arturia herankommt. Nicht schlecht. Sicherlich bietet der Arturia mehr Sahne im Sound und auch die Möglichkeiten durch die eingebauten Effekte und Modulationen sind wesentlich beachtlicher, aber der Preis ist es eben auch.

easy muug xt und Arturia

Jetzt noch einmal direkt auf die Unterschiede zwischen den Beiden einzugehen halte ich für Überflüssig. Wer sich den Arturia leisten kann, der braucht sich keine anderen Minimoog-Emulationen mehr anschauen, weil er dann schon alles hat was man als Minimoog-Fan will (außer natürlich die echte Konsole mit Potis).

Mit dem Tuning kommt auch die Neugierde an den mitgelieferten Sounds. Hier kann ich auch klar behaupten, dass jetzt in den Soundbänken viel mehr brauchbare Sounds vorhanden sind, die auch durchsetzungsfähig bleiben. Hier wurde dem neuen Filter und den modifizierten Oszillatoren Respekt gezollt.

Die Optik des easy-muug wurde im Wesentlichen nicht weiter überarbeitet und bleibt auch so, wie sie schon war. Mir persönlich ist die Optik weitestgehend egal, denn wenn ich einen Sound gefunden habe, dann  wird das Plug-In eh wieder verkleinert um für andere Dinge auf dem Bildschirm Platz zu schaffen.

Hauptsache man findet sich auf der Oberfläche zurecht und bekommt auch ein erwartetes Ergebnis, wenn man an den Reglern dreht. An diesen Reglern wurden auch etliche Feintunings vorgenommen. Man bekommt jetzt wesentlich deutlich zu spüren, dass man etwas bewegt. Auch die Abstimmung der Keyboard-Control war ein heißes Thema und mit der neuesten Version wirkt jetzt hier auch der Filterverlauf über die Tastatur differenzierter.

easy muug und MiniMogueVA

Als direkten Konkurrenten in der gleichen Liga habe ich mir auch einmal den minimogueVA herangenommen und musste dabei folgende Unterschiede zum easy muug feststellen:

  • Die Optik des VA gefällt mir etwas besser, weil die Potis deutlicher zu lesen sind und die virtuelle Tastatur des easy-muug mir einfach zu „stereoskop“ ist  (auch wenn es mir hier eigentlich Egal ist, dann sollte das wenigstens erwähnt sein).
  • Die Oszillatoren des VA klingen mehr nach Digitaltechnik und wirken damit schärfer, als es beim easy-muug der Fall ist (das hatte mich überrascht, denn bisher hatte ich den VA für einen würdigen Vertreter in Sachen „Virtuell Analog“ in dieser Liga gehalten). Vor allem überzeugt in der neuen Version des easy-muug die modifizierte Sägezahn-Wellenform „mit dem Knick“. Der Sound des easy muug hat da mehr Bauch und klingt einfach voller und wirkt dadurch mehr in Richtung „Vokal“, „Bariton“ oder „Holzig“; was durchaus analoge Aspekte sind.
  • Der regelbare Overdrive des VA liefert einiges an Verzerrungen, die aber den Sound dadurch nicht wärmer werden lassen, sondern nur greller. Der easy-muug arbeitet intern mit einem ganz dezent eingesetzten Overdrive, der den Klang etwas dicker macht und nicht so zerrt.
  • Das Delay im VA lässt sich synchronisieren. Der easy muug hat diese Möglichkeit nicht, aber dafür kann der extrem lange Delayzeiten wiedergeben.
  • Der VA hat einen interessanten Arpeggiator.
  • Die Modulationsmöglichkeiten im easy-muug sind etwas erweitert durch die Ramp Generatoren auf der FX-Seite, die den zusätzlichen LFO in der Controllers-Sektion unterstützen.

Zusammengefasst kann man hier nur noch behaupten, dass sich beide VSTi auf einem Level bewegen. Wer es etwas greller haben will, weil der Sound sich besser durchsetzt, der nimmt den VA und wer es etwas wärmer und bauchiger haben will, der nimmt den easy-muug. Am Ende entscheidet der persönliche Geschmack. Ich persönlich finde den easy-muug klanglich besser, weil es mich dann doch eher an die alten Zeiten erinnert.

Wer also den easy-muug schon abgeschrieben hat, sollte sich die neue Version anhören. An dem Werdegang zum easy-muug erkennt man auch sehr schön, dass Entwickler ihre Ohren aufsperren und sich den Kritiken annehmen.

Kommen wir zum Tauros.

Als ich das Plug-In der erste Mal aufgemacht habe, dachte ich mir: „Was ist das denn? Eine Mischung aus Brotbackautomat und japanischer Schreibmaschine?“. So gesehen hatte easytoolz wieder zugeschlagen und präsentiert uns mit dem Tauros ein Bass-Synth in passender Optik.

Taurus von easytoolz

Was man hier nicht erwartet: wie das kleine Ding klingt. Was für ein böses Teil!

Die Erfahrung beim Update des easy muug müssen hier auf jeden Fall mit eingeflossen sein. Anders kann man das nicht erklären. Aber erst einmal zum Wesentlichen: der Tauros kommt sehr aufgeräumt daher.

Bestückung

2 Oszillatoren mit umschaltbarer Fußlage und 6 Wellenformen, ein Finetuning-Regler, einmal Unisono, einmal Detune, 2-mal Volume für den Mixer.

Neben der gewohnten Tastatur finden wir auch hier wieder die beiden Räder für Pitch und Modulation, ein Glide-Poti mit Ein/Aus-Schalter, den Decay-Schalter und zwei weitere Taster für den Midikanal und die Reichweite des Pitchbend.

Etwas lästig ist es schon, wenn man die Midikanäle umschalten will. Man muss dazu jedes Mal durch die 16 Kanäle steppen, wenn man nur einen Kanal zurückstellen will. Aber so oft macht man das auch nicht.

Mixer und Filter

Der Mixer kann noch ein Reverb zuschalten und das Mischungsverhältnis bestimmen. Direkt darunter finden wir dann auch noch die Hüllkurve für die Lautstärke mit Attack, Decay und Sustain. Die Filtersektion in der Mitte des Instruments liefert uns die gleichen Möglichkeiten wie die Hüllkurve des VCA plus der üblichen Verdächtigen Cutoff, Emphasis und Contour.

Release?

Wer aufgepasst hat, wird vielleicht feststellen, dass beide Hüllkurven kein Release anbieten. Dies ist so beabsichtigt, da es sich ja um ein Bass-Synth handeln soll, der nicht 10 Sekunden ausklingen soll. Wer dennoch seinen Bass so lange braucht, kann ja die Taste festhalten.

Sound

Man kann es gar nicht anders sagen: „was für ein kleines Mistding!“ Was aus dem Tauros an Sound herauskommt ist beeindruckend. Zum Einen rechnet man nicht damit, zum Anderen überrascht man sich selbst, wenn man an der spärlichen Ausstattung dreht. Hier zeigt sich wieder einmal, dass Weniger doch mehr sein kann. Der eingebaute Hall kommt auch passend zum Tauros. In kleinen Mengen bringt der die richtige Dosis Raum mit.

Auf jeden Fall sollte man sich dieses kleine Teil einmal zu Gemüte führen. (Es ist übrigens Freeware! Anmerkung von Andreas)

Weitere Informationen und den Downloadlink findet Ihr unter: n-e-k-update-des-easy-muug-neue-version-xt-v3-6

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