Epic World von Best Service – Testbericht

Epic World ist ja schon etwas länger auf dem Markt, bedingt durch die Aktualisierung der Best Service SamplePlayer Engine auf die Version 2.1 die nun auch vollen 64bit Support beinhaltet, haben wir uns eines der zahlreichen für die ENGINE verfügbaren Produkte von Best Service herausgesucht. Unsere Wahl fiel also auf Epic World, eine Library, die zur Vertonung von Filmen oder einfach zur Gestaltung von Klangwelten dient.

Satte 7 GB an Samples und Loops bringt Epic World auf die Festplatte, die sieben Gigabyte verteilen sich auf insgesamt 350 Patches bestehend aus Drones, Pads, Instruments, Voices, Whooshes, SFX und gut 1000 Loops sowie Vocal und Instrumenten – Phrasen.

Erfreulich ist die wirklich gute Klangqualität und Fülle an Möglichkeiten mit denen die eingesetzten Sounds noch mit dem Engine Player nachbearbeite werden können. Ich habe Engine 2.1 auf meinem 64bit Windows 7 Audiorechner installiert. Im direkten Vergleich mit der vorherigen Version von Engine konnte ich feststellen das die einzelnen Soundlayer nun um einiges schneller geladen werden. Mir erschienen die Ladezeiten auch vorher schon als ausreichend fix, allerdings schneller ist ja immer etwas besser, insbesondere dann, wenn durch verschiedene Sounds, gehört werden muss, um die jeweils passenden Klänge zu finden.

Was mich nach wie vor am Engine Player stört, ist, dass dieser in seiner Größe auf dem Bildschirm festgelegt ist. Es ist zwar möglich mit der Maus den Rahmen des Engine Fensters zu berühren und es erscheint dabei sogar der Doppelpfeil, welcher eigentlich vermuten lässt, dass das Fenster nun auch in die Breite gezogen werden könnte, dem ist aber leider nicht so. Vielleicht sollte sich der Hersteller von Engine 2.1, vormals Yellow Tools der jetzt aber zu MAGIX gehört, dazumal ein paar Gedanken machen. Denn was nützt mir mein Riesen-Bildschirm, wenn ich die darauf befindlichen Fenster nicht an die Größe anpassen kann?

Best Service epic-world
Best Service Engine 2.1 – Epic-World

Aber zurück zur Soundlibrary Epic World – Cinematic landscapes von Eduardo Tarilonte.

Epic World teilt sich auf in zwei Hauptbereiche, Ambiences sowie Instrument+Voices.

Jeder dieser Hauptbereiche hat nun wiederum verschiedene Unterbereiche, dies sind bei den Ambiences die Drones, die Pads, die Changelogs und die SFXs also Effekte.

Die Drones sind sicherlich der interessanteste Bestandteil von Epic World, hier reicht dann tatsächlich auch nur eine Taste (C3) aus um beeindruckende Klanglandschaften zu formen, jede der Drones baut auf zwei bis zu acht Layern auf, die wiederum einzeln in der Lautstärke geregelt werden können. Dadurch sind unzählbare Variationen möglich.

So richtig Spaß macht das Arbeiten mit den Drones aber erst dann, wenn ein Hardware Midi Controller eingesetzt wird. Ich habe dazu einmal den DJ2GO Dj Controller von Numark zweckentfremdet.

Best Service engine -midi learn
Best Service Engine – midi learn

Im Engine Player 2.1 ist es sehr einfach die auf der Benutzeroberfläche befindlichen Bedienelemente an echte Hardware-Controller Elemente, wie Buttons, Drehregler oder Fader, zuzuweisen.

Dazu muss nur mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Bedienelement geklickt werden, danach öffnet sich ein Kontextmenü, in welchem dann die Funktion Midi Learn ausgewählt wird, dann muss nur noch der entsprechende Hardwareregler am Midi Controller betätigt werden und fertig!

So sollte es auch bei Produkten anderer Hersteller sein, wirklich lobenswert was der Engine Player hier ermöglicht, klasse!

Wenn dann also alle Bedienelemente des jeweiligen Layers dem Midi Hardware Controller zugewiesen sind, muss nur noch die Automation in der DAW (Cubase 7, Samplitude, Mixcraft 6, usw.) scharf geschaltet werden und jede Änderung, die während der Aufnahme mit den Hardware Reglern an der Drone getätigt werden wird mit aufgezeichnet.

Natürlich können auch mehrere Layer im Engine 2.1 Player übereinander geschichtet werden, (also gelayerte Layer….) dazu wird einfach im linken Bereich des Players ein oder mehrere weitere Layer hinzugefügt. Diese weiteren Layer können auf unterschiedlichen Midi Kanälen angesprochen werden oder wenn es richtig komplex werden soll, können auch mehrere Layer auf nur einen Midi Kanal geroutet werden. Wie sinnvoll das dann für die Produktion ist bleibt dahingestellt, ich habe mit bis zu drei Layern die zueinanderpassen recht gute Erfahrungen gemacht, es sollte nur darauf geachtet werden, dass es nicht zu einem Soundbrei wird.

Die Drones sind wirklich hervorragend zusammengestellt, von Science-Fiction Soundtracks bis hin zu epochalen Fantasy- oder Mittelalter- Klanglandschaften ist hier alles zu finden.

Die Pads stellen den zweiten Hauptbereich von Epic World dar, hier sind zahlreiche Flächensounds zu finden, welche hervorragend zu den Drones passen, die aber auch alleine gespielt für die richtige Untermalung einer Filmszene sorgen können. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind hier genau so umfangreich wie bei den Drones.

Was bei fast allen Sound von Epic World auffällt, ist der sehr starke Einsatz von Reverb also Nachhall, wenn das Reverb abgeschaltet wird, klingt es sofort nicht mehr so bombastisch. Ich habe einmal den in fast allen standardmäßigen Halleffekt abgeschaltet und durch den auch im Engine 2.1 Player enthaltenen Faltungshall Origami „Cathedral Stereo“ mit einem etwas moderateren Effektanteil ersetzt, das Ergebnis war verblüffend, aber hört selber.

Klangbeispiel Best Service Epic World – Standard Hall, ohne Hall und mit Origami „Cathedal Stereo“ Faltungshall

Deep Space Nine lässt grüßen jetzt kommen die Formwandler, zumindest würde ich Changelings mit dem Begriff Wechselbalg übersetzen, und das ist ja ODO, ok wer jetzt Deep Space Nine nicht kennt ist im Nachteil also vertiefen wir das hier auch nicht weiter. Bei den Changelings Sounds kommt es also zu einem Wechsel im Ablauf des Klangs, dieser fällt je nach gewähltem Preset mehr oder weniger stark aus.

Die richtige Stimmung finden mit den SFX Sounds dürfte nicht allzu schwer sein, zur Untermalung von Filmszenen oder für die Bereicherung der Klanglandschaften sind zahlreiche Hintergrundgeräusche wie das Rauschen eines Wasserfalls, das Grollen eines Drachens oder aber auch das plätschern eines Flusses vorhanden. Alle Klänge sind auch hier von sehr guter Qualität und abwechslungsreich gestaltet.

Im Bereich Ambiences und Voices finden wir wie zu erwarten verschiedene mono oder polyphon spielbare Instrumente, wie Flöten und perkussive Instrumente sowie Stimmen von Elfen oder afrikanischen Naturvölkern.

Die Qualität ist auch hier sehr gut, die Auswahl ist allerdings nicht wirklich groß, bei den Instrumenten will ich ja nicht meckern, die Auswahl der Stimmen ist allerdings recht schmal geraten.

Zudem fände ich es extrem wichtig zu wissen was denn die Stimme da, sofern sie fremdsprachige Worte formt, an textlichen Inhalt weitergibt. Stellt euch vor das eine spannende und aktionsreiche Kampfszene mit den afrikanischen Worten „Mama, ich muss mal ganz schnell Pipi machen, sonst geht es ins Bambusröckchen“ unterlegt wird. Klar wir wissen das nicht, da wir dieser Sprache eben nicht mächtig sind, aber der Nordafrikaner im Publikum kugelt sich auf einmal vor Lachen, ihr versteht, was ich meine? Genau, es wäre schön etwas vom Inhalt der jeweiligen fremdsprachigen Textphrase zu verstehen, also in Form einer Übersetzung.

Die Bedienoberfläche von Epic World teilt sich auf in den Quick Edit Bereich und in den Pro Edit Bereich. Im Quick Edit Modus können die Lautstärke, das Panorama, die Tonhöhe und die Klangfarbe eingestellt werden.

Zudem finden wir hier die schon angesprochenen Lautstärkeregler der einzelnen Layers in den Drones und Pads. Im rechten Bereich sind die Einstellungen für die ADSR-Hüllkurve zu finden, also Attack, Decay, Sustain und Release.

Unterhalb dieses Bereichs findet sich der Schalter für das Omnipräsente Reverb sowie ein Regler um den Hallanteil einzustellen, dieser weist in den meisten Fällen einen Wert über 90% auf, mein Tipp dazu nehmt da mal ruhig einen kleineren Anteil an Hall. Ganz besonders wichtig wird dies beim Einsatz mehrerer Drones oder Pads. Hier ist es besser, im Pro Edit Bereich eine Effektspur mit einem Halleffekt einzurichten und die einzelnen Kanäle darauf zu routen. Dies spart nicht nur einiges an kostbarer Rechenleistung, sondern vermindert auch die Gefahr von dickem schlammigem Klangbrei.

Best Service Engine-Pro-Edit
Best Service Engine-Pro-Edit Epic World

Im Pro Edit Modus zeigt der Engine 2.1 Sampleplayer dann, was in ihm steckt, zahlreiche Parameter können angepasst werden und das Highlight ist zumindest für mich die gigantische Auswahl an einsetzbaren Effekten. Hier ist von den Brot und Butter Effekten wie Chorus, Phaser, Flanger, Reverb, Delay, Compressor, Limiter usw. bis hin zu Mikrofon und Preamp sowie auch Lautsprecher-Emulationen alles und noch ein wenig mehr zu finden. Insbesondere hat mich begeistert, mit wie viel Liebe zum Detail hier gearbeitet wurde, tatsächlich werden zum Beispiel bei dem Mikrofon Emulations Effekt die verschiedenen Mikrofone wie ein U87 oder C414 grafisch angezeigt!

Neben Quick und Pro Edit finden wir auch noch ein ausgewachsenes Mischpult im Engine 2.1 Sampleplayer, hier können wir sowohl Insert Effekte wie auch Send Channels einrichten. Leider ist auch hier, bedingt durch die festeingestellte Fenstergröße von Engine, immer nur ein Teilbereich des Mischpults zu sehen. Daher habe ich die untenstehende Grafik aus zwei Screenshots zusammen „gebastelt“.

Best Service Engine-Mixer
Epic World – Best Service Engine-Mixer

Genug der vielen Worte hier sind zwei Klangbeispiele, das Erste spielt im Weltraum und das zweite im Elfenwald, also lasst mal einfach eure Fantasie spielen.

 

Klangbeispiel 1 Best Service Epic World:

Major Tom verliert den Kontakt auf der Reise nach Antares.

Klangbeispiel 2 Best Service Epic World:

In Mittelerde unterwegs im selbst gebauten Einbaum, es ist von Vorteil das die äußerst schicke Elfe, welche glücklicherweise das gleiche Ziel hat, einige Zaubersprüche drauf hat die das Näherrücken der im dunklen Wald herumstrolchenden hungrigen Orks effektiv verhindern. (oder so 🙂  )

FAZIT: Ein tolles Paket an beeindruckenden Klängen, sehr gut sortiert und mit vielen Kombinationsmöglichkeiten versehen können mit Epic World sowohl Filmvertonungen wie auch Klanglandschaften einfach, intuitiv und schnell geformt werden.

Der Engine 2.1 Player überzeugt in fast allen Bereichen und bietet eine gigantische Auswahl an Effekten und Modulationsmöglichkeiten. Der Preis von aktuell knapp 200,- Euro geht meiner Ansicht nach dafür in Ordnung.

Nicht gefallen hat mir die feste Fenstergröße des Engine Players und das nicht Vorhandensein von Übersetzungen der gesprochenen Texte im Bereich Voices.

Bewertung nach Schulnoten:

  • Auswahl und Zusammenstellung der Klänge:  Gut (2) (Abzug für die magere Auswahl im Bereich Voices)
  • Bedienung: Gut (2)
  • Spaßfaktor: Sehr gut (1)
  • Klang: Sehr gut (1)

Gesamtnote: Gut + (1,5)

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