Exhale von Output Testbericht

Der Musikproduzent hat Heute für den Zusammenbau eines Stücks, das in irgend einer Form Gesang enthält etliche Quellen aus der Konserve, die vom einfachen Vocal-Samplepack bis hin zu großen Chorbibliotheken in Kontakt reichen. EXHALE von Output beansprucht für sich das erste moderne Vokalinstrument zu sein, abgestimmt auf Pop, Hip Hop und EDM im allgemeinen und eben nicht auf (neo)klassische Settings, wie sie in der Filmmusik anzutreffen sind. 

Dazu beitragen soll vor allem das direkte, schnelle Handling der One-Shot Samples oder Loops und die Modulations- und Effekt-Abteilung. Das Grundmaterial, aus dem die Bibliothek aufgebaut ist spielt natürlich auch eine Rolle, die eingesungenen Vocals sind von vorneherein für eine eher vom Rhythmus bestimmte stilistische Umgebung produziert.

Der Main Screen von EXHALE
Der Main Screen von EXHALE

Die Installation ist etwas aufwendiger als bei kleineren Kontakt-Bibliotheken, der Connect-Downloader bringt die neun Gigabyte gewohnt verlässlich auf die Platte. Dann sollte man Kontakt in der Stand Alone -Version öffnen und die Bibliothek hinzufügen, sie läuft auch im Kontakt-Player. Die Aktivierung geht über das NI Service Center, dann folgt zum Abschluss noch ein Batch Resave, was ich noch nie machen musste, was aber sehr empfohlen wird, um die Ladezeit der Patches abzukürzen. Zu all dem gibt es Anleitungsvideos, also alles gut machbar und klappte auch reibungslos.

Oberfläche

Das User-Interface von EXHALE sieht dem von SIGNAL, der großen rhytmischen Sound Design Bibliothek von Output sehr ähnlich mit den Bogenförmigen Slidern und dem dunklen Design. Ein eigenwilliges Detail stellt die Gitterstruktur zwischen den Bögen dar, die wohl einen Ausschnitt aus einem Mikrofon-Korb darstellen soll.

Die GUI unterteilt sich in zwei Seiten, der Main, auf der sich die Macro-Slider befinden, mit denen man die Klangfarbe und Effekte beeinflussen kann und der Preset-Browser. Auf der Engine-Seite liegen die Auswahl und Zusammenstellung der Klangquellen sowie die Effekte.

Grundsätzlich stehen drei Typen von Play Modes zur Verfügung: Notes, Loops und Slices. Auf der Main Page kann man zwischen ihnen wählen und je nachdem zeigt der Preset-Browser unten eine andere Auswahl an.
Eingrenzen lässt sich diese Auswahl durch Stichwörter, die dazu angezeigt werden. Wenn man also unter Notes ein Pad sucht, das „Airy“ „Soft“ und „Clean“ ist schmilzt die Anzahl der angebotenen Presets schnell zusammen.

Die vier Macro Regler können je bis zu sechs Werte gleichzeitig regeln und sind mit Controllern der Effekte verbunden. So gelingen schnelle Eingriffe in die Kangfarbe oder das rhythmische Verhalten des aktuellen Sounds.
Ansonsten finden sich hier noch die Buttons zum Laden und Speichern eigener Presets und zum Transponieren von Loops on the fly.

Alle weiteren Einstellungen finden auf der Engine-Seite statt.

Presets

Die Presets in EXHALE sind mit vorgegebenen Stichwörtern versehen, die im Preset Browser in zwei Reihen auf Buttons erscheinen. Drückt man diese Buttons wird die Auswahl an Presets immer weiter eingegrenzt, je mehr Buttons man dazu nimmt. Je nach Kombination der Stichwörter ist früher oder später die Grenze erreicht und es existiert kein Klang mehr, auf den diese Kriterien alle zutreffen oder nur noch wenige.

Speichert man eigene Presets ab kann man aus der Stichwortliste auswählen was passt und der Tag „User“ wird immer vergeben.

Je mehr Begriffe ausgewählt werden, je weiter wird die Auswahl eingeschränkt.
Je mehr Begriffe ausgewählt werden, je weiter wird die Auswahl eingeschränkt.

Die Presets von EXHALE sind immer mit Effekten versehen. Meist massiv, was zur Gesamtrichtung des Instruments passt.

Der Notes Mode verfügt über 250 Presets, Hier eine Auswahl davon angespielt, aufgeteilt auf zwei Files:

Presets Notes Mode Teil 1

 

Presets Notes Mode Teil 2

 

Im Loops Mode stehen 125 Presets zur Verfügung:

Presets Loops

 

Im Slices Mode ebenfalls 125 Presets:

Presets Slices

 

Sources

Die Engine Page gliedert sich in drei Bereiche. oben die Sources, hier werden Samples in einen oder beim Notes-Mode zwei Player geladen.
In der Mitte befinden sich die Modulationen und unten die Effekte, die moduliert werden.

Note Mode

Die Sources unterscheiden sich je nach Play Mode. Beim Note Mode gibt es zwei Quellen, die gelayert werden. Diese können über die Power-Buttons jeweils ein- oder ausgeschaltet werden. Jede Souce hat eigene Volumen und Pan Regler, kann in Halbtönen hinauf und hinuntergestimmt werden und wie könnte es bei Output anders sein: es gibt einen Reverse-Button. Auch für jede Source extra kann mit einem Vierband Equalizer und einer Hüllkurve an dem Grundklang herumgeschnitzt werden, unter einem Zahnradsymbol verbergen sich Regler für Glide, Velocity-Sensivität und Monophon.

Der Engine Tab für die weiteren Einstellungen an den Sounds, hier im Notes Mode mit zwei Sample Playern.
Der Engine Tab für die weiteren Einstellungen an den Sounds, hier im Notes Mode mit zwei Sample Playern.

 

Die zwei Sample Player im Notes Mode mit eingeblendeten ADSR Hüllkurven.
Die zwei Sample Player im Notes Mode mit eingeblendeten ADSR Hüllkurven.

 

Die zwei Sample Player im Notes Mode mit eingeblendeten Wellenformen. Die Schieberegler darunter bestimmen den Startpunkt.
Die zwei Sample Player im Notes Mode mit eingeblendeten Wellenformen. Die Schieberegler darunter bestimmen den Startpunkt.

 

Ein Klick auf Symbol und Namen der Source öffnet ein Panel mit nebeneinanderliegenden Symbolkacheln der einzelnen Quell-Klänge und einer Erklärung der Symbole. Im Note Mode gibt es als Typen One Shots, Pads und Tape mit unterschiedlichem Abspielverhalten. One Shots loopen nicht, Pads haben einen unmerklichen langen Loop-Bereich und können ewig gehalten werden und Tape sind klassische Loops.

Die Auswahl der Sources im Notes Mode.
Die Auswahl der Sources im Notes Mode.

Bei den Tape Sounds bestimmt das eingestellt Zeitmaß, wie lange man von diesem Sound etwas zu hören bekommt, es reicht von einem Takt bis zu einem 128stel. Mit dem Start Point Button bekommt man eine symbolische Wellenform eingeblendet, bei den Tape-Loops mit einem Loop-Bereich. Mit einem Schieber unter der Wellenform kann man den Startpunkt verschieben. Die Länge des Loop-Bereichs richtet sich nach dem eingestellten Notenwert UND dem Host-Tempo. Als ich mal wissen wollte, wie der ganze Loop klingt, schaffte ich es erst, wenn ich die BPM ganz nach unten auf ca. 20 (!) stellte, dass der ganze Loop abgespielt wurde. Ein Button, der zumindest mal vorübergehend aus einem Loop einen One Shot macht wäre praktisch und würde die Anwendbarkeit dieses Sound-Typs erweitern.


Die Tape-Sources im Note Mode verändern ihre Länge bei unterschiedlichem Host-Tempo.

Weil so sind das ja keine nahtlosen Loops, sondern je nach Startpunkt eben etwas unvermittelt beginnende und dann abgehackte Soundschnipsel, die sich penetrant wiederholen. Das kann zwar auch je nachdem passen, aber eben längst nicht immer.
Die Tape Sounds kennen auch noch einen „Stack“-Button, bei gehaltenem Sustain-Pedal retriggern die Loops dann unabhängig voneinander, schichten sich übereinander und bilden verschobene Rhythmen. In Cubase funktioniert das, in FL Studio aber nicht mit dem Sustain Pedal, sondern nur mit einem Controller, der den MIDI CC Wert 64 sendet. Aber das kann an der etwas verschrobenen MIDI-Automation von FL Studio liegen, das wäre nicht das erste mal.


Einzelne Sources pur im Notes Mode geladen. Ausser einem Reverb wirkt kein Effekt.

Loops/Slices Sources

Die Kontrollen für die Sources im Loops und Slices Play Mode sind identisch. Eine Loop Bank enthält dreizehn Loops, die über eine Oktave gemappt sind. Es werden sowohl für Loops als auch für Slices jeweils 40 Bänke angeboten. EQ, Hüllkurve und Glide sind gleich, wie bei den Sound Sources im Note Mode. Links unter dem Symbol für die geladene Loop Bank ist ein allgemeiner Lautstärke-Regler, daneben ein Formant-Shift Regler, der die Obertöne verändert und ein Speed-Schalter, der das Abspieltempo halbiert oder verdoppelt. Auf einer kleinen Tastatur wird der ausgewählte oder zuletzt gespielte Ton der Oktave gelb hervorgehoben. Diese einzelnen Loops kann man nun separat in der Lautstärke, dem Tuning und Stereoposition einstellen. Auch die Startposition kann wieder mit einem Slider verstellt werden.
Hier gibt es nun unter dem obligtorischen Reverse-Button einen Loop-Button, der das Looping auch ausschalten kann.
Der Slice Mode teilt einen Loop in dreizehn Abschnitte auf, die unabhängig voneinander auf dem Keyboard getriggert werden können. Das ergibt dann diese typischen zerhackten Slice/Stutter Effekte.

Der Engine Tab im Slice Mode.
Der Engine Tab im Slice Mode.

Loops und Slices sind im Gegensatz zu den Sounds im Notes Mode Temposynchron, das heisst, sie werden bei einer niedrigen BPM-Zahl langsamer abgespielt, die Tonhöhe bleibt aber gleich. Während selbst die Tape-Loops im Notes Mode immer gleich schnell abgespielt werden und sich die Tonhöhe ebenfalls nicht ändert, nur die Länge des Loop-Ausschnitts passt sich dem Zeitraster an.
Loops/Slices können über die Settings auf monophon oder polyphon eingestellt werden. Im polyphonen Modus werden nicht bei jeder angeschlagenen Note alle Noten neu getriggert, so können die zusammenklingenden Loops abwechslungsreichere Muster bilden.

Auf der Main Page befindet sich im Loops/Slice Mode ein Button für den Key der ausgewählten Loop-Kollektion. Je nach harmonischem Zusammenhang des Stücks passt das nicht und hier kann man den Key ändern und alle Loops werden entsprechend transponiert.

Die Key-Auswahl für Loops und Slices.
Die Key-Auswahl für Loops und Slices.


Einzelne Sources pur im Loops Mode geladen.


Einzelne Sources pur im Slices Mode geladen.

Modulationen

Das moderne dieser „Modern Vocal Engine“ kommt meinem Eindruck nach vor allem im Modulations-Trakt zum Ausdruck, der Rhythm Panel genannt wird.
Die wahlweise durch einen LFO oder einen Step Sequencer modulierten Parameter oder Effekte sind die allgemeinen Werte Volume und Pan und vier Effekte, ein Filter, das ein Hi Pass / Low Pass ist, ein Phaser, Talk, bei dem es sich um ein Formant-Filter handelt, das Vowels oder Vokale wie Oohhh zu Eehhh morpht. Zum Schluss noch ein Sättigungseffekt, der die Eigenschaften einer Bandsättigung nachahmt. Diese Effekte snd in einer Reihe unter Rhythm-Sektion angeordnet und über senkrechte Balken-Slider darüber wird die Modulationstiefe für den jeweiligen Effekt eingestellt.

Unabhängig von diesen modulierten Effekten gibt es ganz unten im Effekt-Rack eine Reihe weitere Effekte, die Insert-Effekte, die damit nicht verbunden sind.

In der Rhythm Sektion werden die Modulationsquellen für die obere Reihe der Effekte eingestellt.
In der Rhythm Sektion werden die Modulationsquellen für die obere Reihe der Effekte eingestellt.

Wellenformen für den LFO und Patterns für den Step Sequencer gibt es zuhauf. Der Step Sequencer ist eher einfach und kennt zwar bis zu 16 Steps, aber keine Zusammenfassung von Schrittlängen. Der Wert eines Steps oder die Schwingung eines LFOs wirken immer auf alle Effekte in ihrem Wet/Dry Verhältnis gleichzeitig, es gibt nicht mehrere Sequencer, die man separat auf die Effekte routen könnte (jetzt mag ich von dem kürzlich geschriebenen Falcon-Testbericht beeinflusst sein, seit dem frage ich mich eigentlich ständig, warum dies und das nicht geht – für ein Kontakt-Instrument wäre das ein bisschen viel verlangt…)

Es gibt für die Rhythm-Sektion eine reiche Auswahl an Wellenformen und Step-Pattern.
Es gibt für die Rhythm-Sektion eine reiche Auswahl an Wellenformen und Step-Pattern.

Aber es existiert ein verborgener weiterer Step Sequencer, dessen Einfluss über den Flux-Regler ganz rechts bestimmt wird. Der Edit-Button darunter blendet ihn ein und enthüllt ein etwas einfacheres Modell, das nur einige feste Rate-Werte kennt, statt dem normalen Regler, der einen weiteren Bereich an möglichen Geschwindigkeiten abdeckt (wobei mir auffällt, dass mir in dem ganzen EXHALE nur Notenwerte begegnet sind, frei laufende LFOs mit Hertz-Werten kennt das Programm nicht). Was macht das Ding nun? Es variiert noch mal zusätzlich je nach Step-Wert die Rate des ersten Modulators, das heisst, die Geschwindigkeit des LFOs oder des Sequencers wird mehr oder weniger stark nach oben oder unten verändert, je nach Einstellung des Amount des Flux. Da sich die Step-Anzahl und die Rate unterscheiden können wird das ganze Verhalten dadurch deutlich unregelmäßiger, die Anzeige der tatsächlichen Geschwindigkeit des Modulators springt um den eingestellten Wert herum . Der Flux-Sequencer wird nicht retriggert und startet also bei jedem Tastenanschlag mit einem anderen Step und die Modulation hört sich immer anders an. Das ist eine Methode eine Variation so halb zufällig zu machen, man kann mit den Steps im Flux Sequencer fest legen, was es macht und mit dem Amount Regler, wie stark sich die Variation auswirkt, aber nicht wann. Nur richtig polyrhythmisch kann es nicht werden, da nur eine geradzahlige Anzahl von Steps möglich sind. Aber da der Flux-Sequencer nur eine mehr oder weniger subtile zusätzliche Abwechslung in die Modulation der Effekte bringt, fällt das wirklich nicht ins Gewicht.

In FL Studio fällt auf, dass härtere und schnellere Modulationen öfters ein Knistern hervorrufen. Oder in manchen Fällen das Reverb auch bei den empfohlenen 512 Samples Latenz bei einem bestimmten Tempo Knistern oder rhythmische Störgeräusche erzeugt, ändert man das Host-Tempo verschwindet es wieder. In Cubase tritt das alles nicht auf und FL Studio macht ähnlich wie bei den Artefakten bei Kaleidoscope damals keine so gute Figur.

Generell machen die Modulationen auf den länger klingenden Presets im Notes Mode mehr Sinn, als bei den meist kurzen Sequenzen im Loops oder Slices Mode. Oft ändert sich kaum wahrnehmbar etwas, wenn man die Rhythm-Sektion ausschaltet, manchmal macht es einen großen Unterschied.

Insert Effekte

Diese Effekt-Kette könnte man auch als Master-Effekte sehen, sie werden nicht durch das Rhythm Panel moduliert. Ganz links sitzt Pitch und stellt eine ADSR Hüllkurve dar, deren Verlauf die Tonhöhe bestimmt. Damit lässt sich bei Gesang schon etwas anfangen. Ein eigener LFO moduliert alternativ den Pitch mit einem Flutter-Effekt.

Daran schließt sich Dirt an, ein Distortion Effekt mit den drei Ausprägungen Overdrive, Amp-Simulation und Bit-Reduktion.

Motion umfasst einen Chorus, einen Flanger und ein Rotor Cabinet, womit sich zusätzlich Bewegung in das Geschehen bringen lässt.

Es folgt ein klassischer Kompressor ohne weitere Schnörkel.

Tone ist eine Kombination eines 3-Band EQs und einem Hochpass/Tiefpass Filter und hellt den Ton auf oder macht ihn Bassslastiger.

Delays sind zwei einfache Echoeffekte, die zusammenwirken.

Zum Abschluss folg ein Reverb, das einen etwas ausgebauteren Eindruck macht. Es handelt sich um ein Convolution Reverb mit zwanzig mitgelieferten Impulsantworten, die sich in realistische und kreative Varianten aufteilen.

In der unteren Zeile befinden sich die Insert-Effekte.
In der unteren Zeile befinden sich die Insert-Effekte.

Alles in allem bilden die modulierten und unmodulierten Effekte eine Kette, die die Grundsounds, wie sie aus den Sources kommen ziemlich weitgehend verändern und rhythmisieren kann. Sicher könnte man ähnliche Verfärbungen und verwandte zeitbasierte Effekte mit einem externen Multi-Effekt oder einem selbst zusammengestellten Rack erreichen. Doch so eingebaut und mit dem Sequencer animiert ist das wesentlich übersichtlicher und einfacher. Und das wird durch die Macro-Regler noch Benutzerfreundlicher gemacht.

Wie stark die Effekte den Charakter der Presets bestimmen kann man einfach feststellen indem man die Effekt-Sektion abschaltet, oder nur den Rhythmus/Modulationsteil. Oder ein anderes FX-Preset lädt, die gibt es tatsächlich separat.


Die Rhythm-Sektion und alle Effekte mal ein- mal ausgeschaltet. Zum Schluss die Auswirkung verschiedener FX-Presets und externer Effekte.

Macros

Die Macro-Regler auf der Main Page von EXHALE sind Multicontroller, die mehrere, bis zu sechs Parameter pro Controller in den Tiefen der Effekte von EXHALE steuern können. Der Macro-Button rechts oben im Interface aktiviert den Macro Edit Mode. Auf der Engine-Seite kann man nun fast jeden Parameter einem der Macro-Slider zuordnen, Icons erscheinen beim Überfahren der Regler der Effekte und zeigen an, ob man den Parameter zuweisen, wenn schon zugewiesen wieder entfernen oder auf einen anderen Schieberegler übertragen kann. Auf der Main Page kann man im Editier-Modus den Bereich und die Stärke, innerhalb derer geregelt werden soll festlegen. So werden Grenzen gesetzt, in denen in dieser Situation die Regler sinnvoll bewegt werden können.
Wie stark sich die Reglerbewegungen auswirken kommt darauf an, was für Klangquellen man vor sich hat, welche Volumen-Parameter oder Effekte in welchem Bereich gesteuert werden. Manchmal sind es nur Nuancen, bei rhythmischen Veränderungen können die Auswirkungen auch drastisch sein.


Die Auswirkungen einzelner Macro-Regler bei diversen Presets.

Fazit

Die fünfhundert Presets von EXHALE zeigen ein weites Spektrum an vokalen Ausdrucksmöglichkeiten und Sound Design. Es gibt im Notes Mode Grundbausteine, die man miteinander kombinieren kann und die diesen Modus für mich den interessantesten und flexibelsten machen. Aber auch Loops und Slices bringen Abwechslung und Charakter in einen Track. Mit Hilfe der Effektmodulationen gelingen im Handumdrehen weit reichende Veränderungen der Grundsounds. Dies erweitert das Klangspektrum von EXHALE hin zu einem vokalen Synthesizer bei dem die ursprünglichen Sounds kaum mehr zu erkennen sind. Die großzügigen Macro-Slider erleichtern schnelle Eingriffe in das Klanggeschehen, mappt man sie auf einen externen Controller hat man EXHALE gut im Griff.

Die Sounds aus EXHALE eignen sich für vokale Einwürfe in einen Track um ihn interessanter zu machen und Hintergrundstimmen, über die man wieder eine Leadstimme, sei es instrumental oder vokal legen kann. Es gibt viele Möglichkeiten diese Mittel in elektronischen Tracks bis hin zu Pop kreativ einzusetzen. Bei klassischer Filmmusik und Ambient sind andere Bibliotheken und Werkzeuge eher geeignet, wie zum Beispiel Vocalise, das kürzlich bei BuenasIdeas getestet wurde (hier der Testbericht) oder klassische Chorbibliotheken.

Mit EXHALE bekommt man etwas anderes, als bisher in diesem Bereich, es erschien mir manchmal wie ein extrem ausgebautes und viel flexibleres Vocal Sample Pack für elektronische Tanzmusik, das vom Prinzip her ähnliches Material enthalten kann. Wobei auffällig ist, dass die Grundsounds und Loops meist in einem etwas abstrakteren, allgemeinen Bereich bleiben, als irgendwelche typischen Vocal-Hooks und damit breiter einsetzbar. Man kann mit EXHALE grundsätzlich einen Trap-Track ebenso aufwerten, wie ein Ambient-Stück und das ist Ausdruck des intelligenten Instrumenten Designs, das hier vorgeführt wird.

Produktseite von EXHALE: http://output.com/products/exhale/

Ein Testbericht von Stefan Federspiel

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