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Testbericht: ARTURIA V COLLECTION 11 PRO – Virtuelles Déjà-vu

ARTURIA V COLLECTION 11

ARTURIA V COLLECTION 11

Ein gemeinschaftlicher Testbericht von
Andreas Eberhardt, Perry Staltic und Stefan Federspiel,
veröffentlicht am 22.08.2025

ARTURIA hat mit der V COLLECTION 11 ein neues Update der virtuellen Synthesizer-Sammlung herausgebracht. Inzwischen ist die V COLLECTION nicht mehr nur ein Konvolut begehrter Synthesizer-Legenden, sondern enthält auch Pianos und E-Pianos sowie Instrumente aus der AUGMENTED-Serie. Dabei handelt es sich um Streicher, Piano, Holz- und Blechbläser, chinesische Instrumente, Chor und Stimmen sowie jetzt ganz neu auch Mallets.


Nachfolgend findet Ihr eine alphabetische Auflistung aller Instrumente der V COLLECTION 11, die insgesamt sieben Neuzugänge und Revisionen sind in Fettschrift hervorgehoben:

ACID V, ANALOG LAB V, ARP2600 V, AUGMENTED BRASS, AUGMENTED GRAND PIANO, AUGMENTED MALLETS, AUGMENTED STRINGS, AUGMENTED VOICES, AUGMENTED WOODWINDS, AUGMENTED YANGTZE, B-3 V, BUCHLA EASEL V, CLAVINET V, CMI V, CP-70 V, CS-80 V 4, CZ V, DX7 V, EMULATOR II V, FARFISA V, JUN-6 V, JUP-8 V, JUP-8000 V, KORG MS-20 V, MATRIX-12 V, MELLOTRON V, MINI V4, MINIBRUTE V, MINIFREAK V, MODULAR V, OP-XA V, PIANO V, PROPHET-5 V, PROPHET-VS V, PURE LOFI, SEM V3, SOLINA V, SQ80 V, STAGE-73 V, SYNCLAVIER V, SYNTHI V, SYNTHX V, VOCODER V, VOX CONTINENTAL V und WURLY V3.

Wir finden insgesamt 45 virtuelle Instrumente, von denen die Mehrzahl aus Synthesizer-Plugins besteht. Hierbei finden sich neben Emulationen, welche an berühmte Vintage-Hardware angelehnt sind, auch einige Eigenkreationen von ARTURIA. Hinzu gesellen sich einige weitere klassische Keyboard-Instrumente sowie die von ARTURIA entwickelte AUGMENTED-Reihe, die Sampling-Technik mit subtraktiver Synthese kombiniert.

ARTURIA V COLLECTION 11 PRO – Übersicht der enthaltenen Instrumente

Mit dem ANALOG LAB V schließlich finden wir noch eine Art „Meta-Plugin“ vor, das die Sound-Engines aller in der V COLLECTION enthaltenen Einzelinstrumente zusammen mit unzähligen Presets unter einer vereinfachten Bedienoberfläche beherbergt und das auch die beliebige Kombination zweier Klänge erlaubt. Dafür sind beim ANALOG LAB V die Editiermöglichkeiten stark reduziert und beschränken sich auf einige wenige Parameter.

Insgesamt haben wir mit der ARTURIA V COLLECTION 11 PRO Zugriff auf über 12.000 Preset-Sounds. Klar können auch selbst Sounds programmiert werden, das geht dank der ARTURIA-Bedienoberflächen bei einigen der Synthesizer sogar sehr viel einfacher als bei der ihnen zugrundeliegenden Original-Hardware (etwa beim DX7 V, beim CZ V oder beim SQ80 V).

Wir haben in den letzten Jahren zu nahezu jeder neuen Version der V COLLECTION einen Testbericht verfasst, daher möchten wir Euch hier einen Link zu unserem Testbericht der ARTURIA V COLLECTION X nahelegen. Darin findet Ihr wiederum auch Links zu unseren Testberichten der noch älteren Vorgängerversionen. Hier dagegen schauen wir uns nur die Neuzugänge der ARTURIA V COLLECTION 11 PRO an.

ARTURIA V COLLECTION 11 INTRO

Neben der großen PRO-Version der ARTURIA V COLLECTION 11 gibt es nun auch eine kleinere, preiswertere INTRO-Version, welche 10 Instrumente und 2.500 Presetsounds enthält. Die Intro-Version besteht aus folgenden Instrumenten: ANALOG LAB V mit mehr als 500 Presets, der neue PURE LOFI, mit MINI V4, JUN-6 V und PROPHET-5 V sind 3 Emulationen analoger Synthesizer dabei, die digitalen Synthesizer-Emulationen MINIFREAK V und DX7 V gehören dazu sowie das akustische Piano Stage 73 V und 2 Instrumente aus der AUGMENTED-Serie: Hier handelt es sich um AUGMENTED GRAND PIANO und AUGMENTED STRINGS. Die INTRO-Version kostet 199,– Euro. Für dieses Geld ist die INTRO-Version der V COLLECTION 11 schon recht gut ausgestattet.

ARTURIA V COLLECTION 11 INTRO

Die neuen Instrumente:

ARTURIA V COLLECTION 11 PRO – Neuzugänge

AUGMENTED MALLETS (von Stefan Federspiel)

AUGMENTED MALLETS ist die jüngste Instrumentensammlung in der Reihe der AUGMENTED-Instrumente von Arturia und ergänzt, anders als das vorangehende AUGMENTED YANGTZE wiederum das Repertoire an klassischen westlichen Orchesterinstrumenten.

Der Aufbau ist nach wie vor exakt gleich, wie bei den anderen AUGMENTED-Instrumenten und wurde in den Testberichten zur V COLLECTION X zuletzt genauer beschrieben. Hier daher nur zusammenfassend:

Oberflächliches

In der Play-Ansicht sieht man nur die Volumen-Regler der vier Parts und die Makro-Regler, der große zentrale Morph-Knopf und die anderen Regler für Color, Time usw. darum herum angeordnet.

ARTURIA AUGMENTED MALLETS – Play View

In der Layer-Ansicht sieht man die Kontrollen und Preset-Menüs der zwei Multisampler mit den gesampleten Haupt-Instrumenten und die zwei Synth-Tabs, die über zwei Layer verteilt sind. Darunter befinden sich die Envelopes für die Instrumente und Filter, in weiteren Tabs unten die LFOs und rechts unten die Macro-Knobs von der Frontseite.

ARTURIA AUGMENTED MALLETS – Layers

In einem weiteren Tab, findet man die Effekte für die Layer A und B und unter Main ein Delay und ein Reverb.

ARTURIA AUGMENTED MALLETS – FX

Der Arpeggiator nimmt einen weiteren Tab ein und ist gut mit verschiedenen Modi und Parameter-Lanes ausgestattet.

ARTURIA AUGMENTED MALLETS – Arpeggiator

Mit dem aus Pigments übernommenen Modulationssystem kann man sehr detailliert Einfluss auf das Klanggeschehen nehmen. Speziell ist hier das Makro-System mit dem Morph-Regler, der den Übergang zwischen den Layern bestimmt. Einerseits über die Lautstärke der Parts, andererseits über Parameteränderungen meist in den Synth-Parts oder den FX-Ketten.

ARTURIA AUGMENTED MALLETS – Morph Parameters

Dafür, dass man so viel bei dem Morph-Vorgang beeinflussen kann, ist in vielen Presets der Übergang zwischen den Layern eher subtil. Hier einige Beispiele, bei denen der Morph-Regler zunächst bei 50% ist, dann auf 100% hochgefahren wird und dann den ganzen Weg hinunter auf Null. Meist hört man erst dann einen deutlichen Unterschied und manchmal nicht mal das. Von da geht es am Ende der Parameterfahrt wieder hoch auf die ursprünglichen 50%.

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Morph

Wenn man die Regler auf der Play-Seite links des Morph-Reglers auch automatisiert, Color, Time und Motion, ergibt das deutliche bis extreme Veränderungen im Sound. Das ist aber aufwendig, weil man jeden Parameter angepasst an das Preset individuell anpassen muss.

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Morph Color etc

Instrumente

Für die Multi-Sampler von AUGMENTED MALLETS wurden eine Marimba, ein Vibraphon, eine Celesta und Röhrenglocken gesampled. Immer in einer Pure-Artkulation und Reverse long und Short und dann zusätzlich Variationen mit Stick oder Coin oder ähnlichem. Darüber hinaus gibt es noch zwei Sammlungen einzelner Sounds, Processed Samples und Additional Samples. Von den klassischen polyphonen Mallet-Orchesterinstrumenten fehlt noch ein Glockenspiel oder ein Xylophon, was in den beiden Haupt-Instrumenten Marimba und Vibraphon, nur ungefähr dem Charakter nach mit abgebildet ist.

ARTURIA AUGMENTED MALLETS – Samples

Von diesen zentralen Multisamples habe ich von jeder Artikulation ein Loop aufgenommen, damit man sich ein Bild machen kann. Die Velocity-Kurve ist linearer, als bei AUGMENTED GAND PIANO, beginnt jedoch bei ca. 20%. Sehr leise kann man diese Multisamples also nicht spielen.

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Motifs A

Die zwei Synth Parts, die meist im Layer B platziert sind sind vom Prinzip her die gleichen, wie die in den anderen AUGMENTED Instrumenten und bestehen aus Engines, die aus Pigments entnommen wurden. Das sind Analog, Granular, Harmonic, Simpler, Wavetable.

Bei den Sample-basierten sind die Samples vorgegeben und nicht austauschbar, auch eigene Wavetables kann man nicht importieren. Hier findet man bei den Samples auch Mallet-artiges Ausgangsmaterial. Im Simpler sind Drohnes, Field Recordings und allerlei Effektmaterial, das nicht tonal spielbar ist, sondern nur als Hintergrundsound abgespielt werden kann.

ARTURIA AUGMENTED MALLETS – Synths

Presets

Um sich ein konkretes Bild von den verschiedenen Preset Kategorien machen zu können, habe ich aus jeder Abteilung einige beispielhafte Sounds herausgegriffen.

Mallets und LoFi Keys:

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Presets AB Mallets Lofi

Classic Synth Keys und Percussive Keys:

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Presets AE Classic Synth Percussive

Evolving Keys:

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Presets AC Evolving Keys

Evolving Pads:

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Presets AD Evolving Pads

Atmospheres:

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Presets AD Atmospheres

Sequences:

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Presets AF Sequence

Insgesamt bietet AUGMENTED MALLETS eine sehr breite Palette an Sounds, von klassischer Marimba und Vibraphon bis zu Pads aus gestrichenen Platten und Synth-Elementen. Hier reicht es fast an AUGMENTED GRAND PIANO heran, das meinem Eindruck nach noch etwas mehr unterschiedlich klingende Presets hat.

Hier noch zwei Beispiele, in denen jeweils drei Presets aus AUGMENTED MALLETS zugleich zu hören sind und nach und nach in andere Zusammenstellungen überblendet werden.

Ein dichter Mix, der von externen Arpeggiatoren angetrieben wird.

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Harmony Bloom BB Mix

Etwas reduziertere Phrasen, in denen sich nach und nach die Sounds in den Tracks abwechseln.

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Klangbeispiel ARTURIA AUGMENTED MALLETS Phrasebox Mix

Ich bin ein Fan von Schlagwerk aller Art und deshalb gefällt mir vom Charakter her AUGMENTED MALLETS an sich schon sehr gut. Ich kenne bisher kein Plugin, das eine so große Vielfalt an Möglichkeiten für Mallet-Sounds bietet. Es gibt natürlich sehr hochwertig gesamplete Einzelinstrumente, die die Originale so präzise wie möglich abbilden. Aber einen Layer- Modulations- und Effekt-Wahnsinn wie diesen könnte man nur in einem großen Hybrid-Synthesizer mühsam nachbauen. Hier hat man aber alles aus einem Guß, kombiniert mit vielen interessanten Presets. So etwas wie AUGMENTED MALLETS hat der Serie noch gefehlt und das Instrument wurde von den Designern bei ARTURIA sehr schön umgesetzt.


AUGMENTED YANGTZE

Dieses Plugin aus der AUGMENTED-Reihe erschien bereits im vergangenen Jahr, und Stefan Federspiel hatte es auch sogleich einem Test unterzogen, seinen Bericht dazu findet Ihr hier.


MINIBRUTE V

Auch der virtuelle MINIBRUTE ist schon seit letztem Jahr auf dem Markt und wurde seinerzeit von Perry Staltic getestet, was der dazu meint, könnt Ihr hier nachlesen.


JUP-8000 V (von Andreas Eberhardt)

Der JUP-8000 V ist eine Emulation des 1996 erschienenen Synthesizers der Firma ROLAND. Werfen wir zunächst einen Blick auf den Original-Hardware-Synth:

Mit der Einführung des JP-8000 im Jahr 1996 stieg ROLAND in den Markt der virtuell-analogen Synthesizer ein. Diese Geräteklasse verfolgte das Ziel, den Klangcharakter klassischer analoger Synthesizer mithilfe digitaler Technologie nachzubilden. Der JP-8000 gilt in diesem Zusammenhang als digitales Gegenstück zu den bekannten ROLAND-Modellen JUPITER-6 und JUPITER-8 aus den 1980er-Jahren.

ROLAND JP-8000

Der Synthesizer bot eine Vielzahl an Echtzeit-Kontrollmöglichkeiten, darunter Schieberegler zur direkten Parametersteuerung, einen Arpeggiator, ein berührungsempfindliches Ribbon-Controller-Feld sowie Funktionen wie „Realtime Phrase Sequencing“ (RPS). Technisch basiert das Gerät auf einem 16-Bit-Soundprozessor und einem digitalen Oszillatoren-Design, das trotz begrenzter analoger Wärme neue kreative Möglichkeiten eröffnete.

Besonders interessant ist die von Roland entwickelte Supersaw-Wellenform, bei der mehrere gegeneinander verstimmte Sägezahn-Oszillatoren simultan erzeugt werden. Dieses Klangprinzip ermöglichte breite, schwebende Leads und wurde insbesondere in der Trance-Szene populär. Der Supersaw-Sound entwickelte sich rasch zum Markenzeichen des sogenannten „Anthem Trance“, vergleichbar mit der Rolle des TB-303 in Acid House und Acid Techno.

Im Jahr 1998 erschien mit dem JP-8080 eine Rack-Variante des JP-8000. Dieses Modell erweiterte das ursprüngliche Konzept um zusätzliche Funktionen wie einen internen Vocoder, eine Rauschgenerator-Wellenform (Noise) für den zweiten Oszillator, einen Distortion-Effekt sowie einen größeren Speicherumfang für Patches und Performances. Während sämtliche JP-8000-Patches mit dem JP-8080 kompatibel sind, gilt dies umgekehrt aufgrund der zusätzlichen Features nicht in vollem Umfang.

Der JP-8080 wurde auch in bekannten Musikproduktionen eingesetzt. Ein prominentes Beispiel ist der Track Sandstorm von Darude, dessen Name auf ein Pad-Preset zurückgeht, das beim Starten des JP-8080 automatisch geladen wird.

Die Bedeutung der Supersaw-Wellenform reichte über Roland-Geräte hinaus. Seit Einstellung der JP-Serie wurde das Klangprinzip von vielen anderen Herstellern in Software- und Hardware-Synthesizern aufgegriffen. So finden sich vergleichbare Technologien in Plugins wie SUPERWAVE P8, SUPERSAW PLUS oder SUGARWAVE BIG EDITION, ebenso wie in der VIRUS TI-Serie von ACCESS MUSIC, die mit ihrer „Hypersaw“ einen ähnlichen Sound erzeugt. Auch spätere ROLAND-Modelle wie der SH-201, der SH-01 oder die V-Synth-Serie beinhalten supersaw-ähnliche Oszillatoren.

Der charakteristische Supersaw-Klang hat sich seitdem als feste Größe in der elektronischen Musik etabliert – insbesondere in Genres wie Trance, Hardcore und Future Bass, aber auch in EDM-Remixen von Popsongs.

Soviel zum Original: Das von ARTURIA auf Basis des JP-8000 entwickelte Plugin weist nicht nur mehr Möglichkeiten, sondern auch eine erweiterte Bedienmöglichkeit dank des Advanced Panel, auf.

ARTURIA JUP-8000 V

Der JUP-8000 V basiert auf einer weitgehend exakten Nachbildung der Klangarchitektur des originalen ROLAND JP-8000. Ziel der Entwicklung war es, den charakteristischen Klang dieses virtuell-analogen Klassikers vollständig zu rekonstruieren. Im Zentrum stehen sieben Oszillatormodi, darunter der bekannte Supersaw-Modus, der für breit gefächerte, detunierte Sägezahnwellen sorgt – ein Klangmerkmal, das vorwiegend in elektronischer Musik breite Anwendung findet.

Ergänzt wird der Oszillatorbereich durch weitere Modi wie Triangle Mod, Feedback-Oszillator, Rauschen, Rechteck, Sägezahn und Dreieck. Diese Optionen ermöglichen eine vielseitige Klangerzeugung – von weichen, fließenden Tonverläufen bis hin zu typischen Lead-Sounds klassischer Synthesizer.

Für komplexe rhythmisch-melodische Strukturen steht ein polyphoner Stepsequenzer zur Verfügung, der in Kombination mit einem vielseitigen Multi-Arpeggiator die Erstellung dynamischer Pattern erlaubt. Die Steuerung erfolgt dabei über ein modulares Modulationssystem mit Drag-and-drop-Funktionalität, das Echtzeit-Feedback für präzise Eingriffe bietet.

Zur Klangformung dient ein flexibles Multimode-Filter mit auswählbaren Tiefpass-, Bandpass- und Hochpass-Charakteristiken. Die Flankensteilheit lässt sich zwischen 12 dB und 24 dB umschalten, während Parameter wie Cutoff und Resonanz für gezielte Klangverläufe sorgen.

Die interne Effektsektion umfasst 18 hochwertige Effekt-Engines. Neben klassischen Effekten wie Delay, Chorus und Reverb sind auch moderne Gestaltungselemente wie das Trance Gate enthalten, das besonders für rhythmisch segmentierte Klänge genutzt wird. Die Effekte lassen sich in bis zu vier frei belegbaren Slots kombinieren.

Die Signalverarbeitungseinheit des JUP-8000 V wurde vollständig überarbeitet und bietet eine umfangreiche Steuerarchitektur mit Echtzeitkontrolle über Oszillator-Mischungen, LFO-Geschwindigkeiten und Filterverläufe. Trotz der funktionalen Erweiterungen bleibt die Benutzeroberfläche dem Aufbau des Originalgeräts treu und unterstützt so einen intuitiven Workflow im Studioeinsatz.

ARTURIA JUP-8000 V – Advanced Panel mit Multi-Arp

Das für ARTURIA so typische ADVANCED PANEL findet man auch beim JUP-800 V. Dieses enthält unter anderem auch den neuen Multi-Arp, einen sehr flexiblen Arpeggiator, der mir gut gefällt. Ein detaillierte Beschreibung dieses Tools sowie der weiteren Beigaben im ADVANCED PANEL schenke ich mir an dieser Stelle jedoch, ganz einfach deshalb, weil Kollege Perry dies gleich beim SEM V3 und beim SYNTHX V, die ja beide über eine nahezu identische Ausstattung verfügen, sowieso erledigt. wir wollen Euch ja schließlich nicht mit ständigen Wiederholungen langweilen… 😉

Wenden wir uns stattdessen lieber den Klängen des JUP-8000 V zu. Ich habe mich als Erstes mal durch die Presets gehangelt, und ja, da waren alle die bekannten Sounds aus den 90ern vertreten. Der JUP-8000 V ist ein wahres Soundmonster, ob ultrafette Basssounds oder schrille, schneidende Solos, alles ist möglich (Supersaw-Sounds sowieso), und dazu noch der sehr ausgereifte Sequenzer und Arpeggiator, das ist eine perfekte Mischung.

Ich habe für Euch mal eine Auswahl der wirklich vielen mitgelieferten Presets aufgenommen:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-JUP-8000-V.mp3
Klangbeispiel ARTURIA JUP-8000 V

Wie nah das Plugin dabei nun tatsächlich an den JP-8000 herankommt, kann ich Euch auch nicht sagen, ich habe ja keinen zum Vergleich hier stehen (wenn Ihr das haben solltet, hinterlasst gerne einen entsprechenden Kommentar!), aber rein subjektiv ist die Ähnlichkeit für mich unüberhörbar.

Alles in allem finde ich, das der JUP-8000 V ein tolles Teil ist, das interessante Sounds aus vergangenen Tagen inklusive der heute schon klassischen Superwave zurückbringt und über einen coolen Arpegggiator verfügt, letztendlich würde ich dieses Plugin aber auch nicht als unbedingtes Must-have betrachten, dazu ist die Konkurrenz, die Ähnliches liefert, in diesen Zeiten einfach zu groß.


PURE LOFI (von Stefan Federspiel)

Mit PURE LOFI bringt ARTURIA ein Hybrid-Instrument heraus, das auf imperfekte Klänge mit einem Vintage-Touch spezialisiert ist. Es gibt alle möglichen Effekt-Plugins, die die Soundqualitat eines Synths oder Samplers nachträglich vermindern, mit hinzugefügten Röhrenverzerrungen, Tape Wobble, Vinyl-Knistern usw. Hier sind eine große Anzahl solcher Möglichkeiten an verschiedenen Stellen des Instruments integriert und interagieren mit dem Modulationssystem.

ARTURIA PURE LOFI – Play View

Zunächst mal, grob gesagt ist PURE LOFI ein Synth mit zwei Sound Engines und einem Sample-Noise Oszillator, einem Filter, zwei Hüllkurven für Amp und Filter, einem Modulationssystem und einer Effektabteilung. Das hört sich nicht gerade spektakulär an.

Jedoch kommt es hier auf die überbordende Fülle der Details an, die PURE LOFI letztendlich zu einem besonderen Instrument machen.

Das Advanced Panel bietet dann den vollen Zugriff auf alle Regler, Dialoge und Effekte.

ARTURIA PURE LOFI – Advanced Panel Main

Vintage Sounds satt

Ins Auge springt das obere Viertel der Benutzeroberfläche, der LoFi Processor, der einen großen Drehregler enthält und eine Auswahlliste als Buttons für sechs unterschiedliche Vintage- Einfärbungs-Algorithmen, die grafisch als Floppy-Discs visualisiert sind. Ganz rechts ist ein Feld mit sechs kleineren Drehreglern, die LoFi Effekte wie Drive, Wobble und Speaker kontrollieren, auf die wiederum der große Regler als eine Art Dry/Wet wirkt. Je nach gewähltem Algorithmus kontrollieren die kleinen Drehregler eine etwas andere Variante von z. B. Verzerrung oder eine andere Speaker-Impulse-Response ist geladen.

ARTURIA PURE LOFI – LoFi Processor

Ein Akkord, anfangs mit dem LoFi Processor in Null-Stellung, dann auf 100% hochgefahren, alle sechs Processor-Algorithmen hintereinander. Der aufgedrehte Regler erhöht auch die Lautstärke.

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Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – LoFi Processor

Sound Engines

Es gibt zwei Sound-Engines und einen Noise-Sampleplayer. In die Sound Engines können entweder ein Multi-Sampler geladen werden, der unter “Realistic Instruments” ausgewählt wird oder ein Creative Sampler, der einfache Samples abspielt. Aber in diese Slots kann auch ein LoFi Oscillator geladen werden, der verschiedene Wellenformen aus klassischen Synths beherrscht.

ARTURIA PURE LOFI – Engine Types

Unter Realistic Instruments finden sich Multisamples in den Kategorien Bells und Mallets, Brass und Winds, Gitarre und Bass, Piano und Keys, Strings, Synth. Es gibt drei Regler, Coarse für die Stimmung in Halbtönen, Start für die Verschiebung des Samplestarts und Level für das Volumen der Engine. In jeder Engine finden sich numerische Felder für Oktave, Fine Tuning und Panning, außerdem ein einfacher Low/High Shelf EQ.

ARTURIA PURE LOFI – Realistic Instrument
ARTURIA PURE LOFI – Realistic Instrument Browser

Oben rechts befindet sich ein Button, der ein Auswahlmenü für den Hardware Mode öffnet. Ähnlich wie der LoFi Processor ganz oben im Interface analoge Sättigung und Tape aufprägt, werden hier die Charakteristiken von Vintage Digital Samplern und Drum Machines in den Signalweg eingeklinkt. Das geht von Fairlight CMI, Emulator II bis zu einer Akai MPC60. Das ist subtil und kaum wahrnehmbar oder ein deutliches Summen oder Rauschen während die Engine aktiv ist. Weiter regelbar, wie der LoFi-Processor ist das nicht.

ARTURIA PURE LOFI – Hardware Modes

Die verschiedenen Hardware Modes hintereinander, ein Mal mit einem Oszillator-Akkord und ein Mal mit dem Grand Piano Multisample. die Auswirkungen sind jeweils etwas anders hörbar.

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Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Hardware Modes
https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-Hardware-Piano.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Hardware Piano

Der Creative Sampler spielt einfache Samples ab und hat an der Oberfläche keinen Sample Start Regler. Das liegt daran, dass der Creative Sampler über fünf Sample Slots verfügt. Jeder dieser Slots kann befüllt werden und je nach Mode wird dann nur einer abgespielt oder alle befüllten Slots hintereinander, bei jedem Trigger das nächste oder die Reihenfolge wird zufällig ausgewählt.

ARTURIA PURE LOFI – Creative Sampler

ARTURIA PURE LOFI – Creative Sampler Browser mit Preset-Kategorien

Das jeweilige Sample kann getrimmt und ein Ausschnitt geloopt werden, wobei es auch eine Loop Fade in / out Kontrolle gibt. Damit ist einiges möglich, zumal auch eigene Samples importiert werden können. Wobei man hier darauf achten sollte, dass diese Samples eher perkussiv sind, wie Mallets oder Piano oder längere Samples relativ gleichförmig sind, denn der Sample Player spielt höhere oder niedrigere Noten, als die der angegebenen Root-Note einfach nur schneller oder langsamer ab. Von einem Time-Stretching-Algorithmus ist hier leider weit und breit nichts zu sehen, gleich wie in PIGMENTS. Im Reverse-Mode funktioniert das Loop Fade in/out nicht und bei mehreren Noten gleichzeitig werden diese hintereinander von hoch nach tief abgespielt.

ARTURIA PURE LOFI – Creative Sampler Edit Fade

ARTURIA PURE LOFI – Creative Sampler Edit mit Sample-Browser

Der LoFi Oscillator bietet Wellenformen in fünf Kategorien: Analog, Basic, Digital, Harmonic und Natural. Also im Hintergrund klassische analoge, Wavetables und additive Harmonics, wie man sie auch in Pigments findet. Jedoch unter Analog und Digital dezidiert die Wellenformen bestimmter Vintage- Synths.
Der zentrale Regler ist hier Timbre, der je nach Art der Wellenform, ob es eine klassische analoge, im Hintergrund ein Wavetable oder eine additive harmonische Wellenform ist, unterschiedlich eingreift. Damit lässt sich der Klang am stärksten beeinflussen, je nach Preset mal drastischer, mal subtiler. Die Wellenform-Anzeige in der Engine ändert sich entsprechend.

ARTURIA PURE LOFI – LoFi Oscillator

ARTURIA PURE LOFI – LoFi Oscillator Preset-Browser

Die Noise Engine ist in zwei Unterkategorien eingeteilt, Texture und Transient. Je nach Mode stehen unterschiedliche Kontrollen zur Verfügung, im Texture Mode zusätzlich ein Regler für die Stereobreite und ein Keyboard Tracking Button, der im Transient Mode fehlt. Die Samples in Transients werden als One-Shots abgespielt.
Die Noise Engine beherbergt eine Menge an Rauschen, Summen und Knistern, aber auch Fieldrecordings. Die Transienten sind Drums und Mallets entnommen.

ARTURIA PURE LOFI – Noise Texture

Filterauswahl

Das Filter ist in drei Kategorien, clean, analog und lofi aufgeteilt und beherrscht viele verschiedene Filter-Typen, die meisten im Modus clean mit Low-, High- und Bandpass sowie Notch und je drei Pole-Varianten mit 12, 24 und 36 dB pro Oktave. In der LoFi-Variante wirkt je nach Stellung des Frequency-Reglers zusätzlich ein Bitcrusher.

ARTURIA PURE LOFI – LoFi Filter

Bewegungstherapie im Altenheim

Ähnlich wie bei den Augmented Instrumenten von Arturia sind die Module des Modulationssystem von PURE LOFI aus PIGMENTS übernommen und bringen ordentlich Bewegung und Variation in das Klang- Geschehen. Es gibt viele Parameter, gerade in den LoFi-Komponenten, die als Ziel hier Sinn machen, oder bei der Noise Engine, wenn man darauf z.B. die Extra-Envelope oder das Function-Modul routet.

Prinzipiell sind das unter Main die zwei hartverdrahteten Hüllkurven für Amp und Filter. In drei Slots können Modulatoren geladen werden. LFOs, eine Envelope, Function, eine Multipoint-Kurve, einen Mod-Sequencer mit verschiedenen Werten pro Step, einen Voice-Modulator, der auch bipolar sein kann und eine Random-Funktion. Jeder Modulator-Typ hat ein eigenes kleines Preset-Menü. Die Modulatoren werden einfach per Drag & Drop auf die Ziel-Parameter gezogen, da kann dann die Modulations-Tiefe geregelt werden.

ARTURIA PURE LOFI – Function

Es gibt einen Effekt-Tab mit vier Slots für Effekte, die eine reiche Auswahl an Möglichkeiten bieten, den Sound zu verändern. Hall und Delay, Kompressoren, Filter und EQ, Distortion und klassische Modulationseffekte, wie Flanger, Phaser, aber auch ein Trance Gate, Chorus und Unison.

ARTURIA PURE LOFI – Effects

In den anderen Tabs unten finden sich die Einstellungen für das Keyboard, wie Velocity, Tracking und auch MPE.

Ganz unten rechts befinden sich vier Makro-Regler, die viel unauffälliger sind, als in den AUGMENTED Instrumenten und auch diesen kann man Ziele zuweisen. Eine interne Modulation von Makros oder Modulatoren, wie neuerdings in PIGMENTS ist nicht möglich.

ARTURIA PURE LOFI – Macros

Presets

Eine Auswahl aus den verschiedenen Preset-Kategorien. Wobei das eine Mischung aus Klängen darstellt, die keinen so starken Vintage-Charakter haben und solchen, die stark von dem LoFi Processor beeinflusst sind.

Bass:

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Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Bass

Leads:

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Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Lead

Piano:

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Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Piano VBR

Organ:

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Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Organ

Brass und Winds:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-Brass-Winds.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Brass Winds

Drone:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-Ambient-Drone.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Ambient Drone

Keys Teil A:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-Keys-A.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Keys A

Keys Teil B:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-Keys-B.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Keys B

Pads:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-Pads-VBR.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Pads VBR

Electric Piano:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-Electric-Piano.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Electric Piano

Strings:

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Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – Strings

Eine kleine LoFi Hip Hop Demo:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-PURE-LOFI-HipHop.mp3
Klangbeispiel ARTURIA PURE LOFI – HipHop

Alles in Allem ein voll mit Modulatoren und Effekten ausgestatteter hybrider Synthesizer. Das ist etwas einfacher gehalten als in den AUGMENTED Instrumenten und deutlich einfacher als in PIGMENTS, doch das ist ein auf LoFi-Klänge spezialisiertes Instrument und kein Flaggschiff-Synth.

Ich finde diese mit Vintage-Effekten etwas degradierten, unsauberen, staubigen, angenagten Sounds in sich interessant. Sicher kann man ähnliche Sounds mit allen möglichen Samplern und Hybrid-Synths auch erzeugen, indem man Vintage/ Tape/ Tube/ Wobbel/ Hiss/ und sonstwas -Effekte dahinter schaltet, etwas Rauschen und Knistern in den Hintergrund legt und vielleicht noch eine Speaker-Simulation verwendet. Doch das muss man mit externen Effektketten machen, kann diese nur bedingt mit den Instrumenten abspeichern oder man muss ein komplexes Container-Werkzeug hernehmen, wie Unify und da all die Instrumente und Effekte layern.

Hier ist aber alles Wesentliche für diese Art Sounds unter einer Oberfläche versammelt und man kann viele Parameter intern modulieren. Auch das ist im Vergleich zu PIGMENTS zwar nur vereinfacht möglich und beschränkt, ebenso, wie die analogen Oszillatoren nicht die Flexibilität und tiefen Einstellmöglichkeiten haben. Aber man hat wirklich viele Möglichkeiten Sounds zu gestalten. Sicher wäre es eine deutliche Erweiterung, wenn man eigene Multisamples importieren könnte, z. B. im SFZ-Format wie in Unify oder Rapid, aber PIGMENTS hat bisher überhaupt keine Multisamples und PURE LOFI zumindest die eingebauten.

Ich finde, PURE LOFI ist nicht nur ein weiteres Sampler/Synth-Instrument, wie die der AUGMENTED-Reihe, wenn auch eng damit verwandt, sondern ein spezielles, eigenständiges Projekt, das sehr brauchbar ist und in seinem Bereich interessante Sounds liefert.


SEM V3 (von Perry Staltic)

ARTURIA’s virtuelle Nachbildung des OBERHEIM SEM hat inzwischen die dritte Versionsnummer erreicht, einhergehend mit einer Generalüberholung respektive einer kompletten Neuprogrammierung des Plugins.

Dabei wurde nicht nur die Bedienoberfläche verbessert, sondern auch die darunterliegende Soundengine erneuert, so dass es sich bei SEM V2 und SEM V3 faktisch um völlig verschiedene Plugins handelt. Aus diesem Grund sind auch die Presets der beiden nicht mehr kompatibel zueinander. Ein Konvertierung alter Presets ist beim SEM V3 nicht vorgesehen.

Die Polyphonie wurde übrigens beim Neuen von bis zu 32 Stimmen auf maximal acht Stimmen reduziert, was mir persönlich völlig ausreicht, zumal das analoge Vorbild eigentlich bloß monophon ist. Keyboardvirtuosen, die in schneller Folge oppulente Akkordklänge mit langen Releasezeiten absondern, könnten allerdings möglicherweise einen Stimmenklau bemerken.

ARTURIA SEM V3

Hatten ARTURIA’s Grafikdesigner bei der Vorgängerversion noch dem Skeuomorphismus gefrönt, der zwar nett aussah, aber wenig praktikabel war, so hat heben sie sich beim SEM V3 eines Besseren besonnen und eine deutlich schnörkellosere Bedienoberfläche kreiert, die ohne Pseudo-3D-Optik und perspektivische Verzerrung auskommt. Mir persönlich jedenfalls gefällt die Bedienoberfläche der neuen Version sehr viel besser. Ich hätte mir lediglich noch gewünscht, dass man das virtuelle Keyboard auch ausblenden kann.

ARTURIA SEM – V2 (links) vs V3 (rechts)

Während die zentrale Sektion, die optisch und strukturell einem OBERHEIM SEM nachempfunden ist, bei beiden Versionen weitgehend übereinstimmt, wenn man einmal davon absieht, dass beim SEM V3 die Regler weniger zusammengedrängt wirken, wurden einige andere Bereiche umgestaltet oder sind nun ganz vom Main Panel verschwunden (etwa der Arpeggiator). Neu ist auch der VINTAGE-Regler, mit dem die Unregelmäßigkeiten alternder analoger Hardware nachgebildet werden sollen.

ARTURIA SEM – Advanced Panel – V2 (links) vs V3 (rechts)

Auch beim sogenannten Advanced Panel haben diverse Neuerungen Einzug gehalten. Beim SEM V3 klappt es im Gegensatz zum Vorgänger nach unten aus und die Tabs mit den einzelnen Sektionen befinden sich nicht mehr auf der linken Seite, sondern am oberen Rand.

ARTURIA SEM V3 – Multi-Arp

Wer den beim SEM V2 noch auf dem Main Panel untergebrachten Arpeggiator vermissen sollte, der findet in beim SEM V3 nun im Advanced Panel. Er hat allerdings nicht mehr viel mit seinem Vorgänger gemein, handelt es sich doch hierbei um den erstmals mit dem SYNTHX V eingeführten Multi-Arp, der aus bis zu vier parallel laufenden Arpeggiatoren besteht, die jeweils bis zu sechzehn Schritte umfassen können und mit denen sich überaus komplexe Muster und bei Bedarf auch polyrhythmische Figuren erzeugen lassen. Das geht natürlich weit über das hinaus, was ein ein klassischer Arpeggiator zu leisten vermag.

ARTURIA SEM V3 – Effects

Die integrierte Effektsektion bietet nun vier statt nur drei Slots, die sich jeweils mit einem von insgesamt achtzehn Effekt-Algorithmen aus diversen Kategorien befüllen lassen. Die Qualität entspricht dabei dem inzwischen hinglänglich bekannten hohen Standard von ARTURIA, der sich auch in den separaten FX-Plugins dieses Herstellers widerspiegelt.

Die folgenden drei Tabs rechts der Effektsektion sind Slots für zusätzliche Modulationsquellen und lassen sich mit verschiedenen Modulatoren frei belegen. Zur Verfügung stehen hier ENVELOPE, FUNCTION, RANDOM, VOICE MODULATOR und MOD SEQUENCER. Bei Bedarf lassen einzelne Modulatoren auch mehrfach verwenden, dann jeweils in einem eigenen Slot.

Die Zuweisung eines jeden Modulators zu einem oder mehreren Zielen geschieht ähnlich wie beim PIGMENTS via Drag & Drop auf den bzw. die gewünschten Parameter. Die Modulationsintensität lässt sich für jedes Ziel separat einstellen

ARTURIA SEM V3 – Envelope

ENVELOPE bietet eine grafische ADSR-Hüllkurve mit einer zusätzlichen Einsatzverzögerung von bis zu vier Sekunden. Außerdem lassen sich die drei Phasen Attack, Decay und Release durch Ziehen mit der Maus weg von einem linearen Verlauf in eine exponentielle oder eine logarithmische Form ziehen.

ARTURIA SEM V3 – Function

Mit FUNCTION der der für ARTURIA typische Funktionsgenerator gemeint, der entweder als komplexe Hüllkurve oder als ebenso komplexer LFO arbeitet und bei dem die Verlaufskurven vorgefertigte Muster annehmen, aber auch frei eingezeichnet werden können. Bei Letzterem kann man mit der Maus neue Knotenpunkte anlegen und die Kurven der einzelnen Phasen verbiegen. Diverse Zeichenwerkzeuge helfen dabei, schnell zum gewünschten Ziel zu gelangen.

ARTURIA SEM V3 – Random

RANDOM bezeichnet einen Zufallsgenerator, der sowohl uni- als auch bipolar funktioniert. Mit Hilfe des SMOOTH-Parameters lässt sich in einem Bereich von null bis einhundert Prozent einstellen, wie abrupt oder wie fließend die Übergänge zwischen den einzelnen Modulationswerten erfolgen sollen.

ARTURIA SEM V3 – Voice Modulator

Der VOICE MODULATOR erlaubt es, für jede der bis zu acht Stimmen des SEM V3 Offsets einzustellen, die sich auf einen oder auch auf mehrere Parameter gleichzeitig auszuwirken vermögen und die mehr oder weniger starke klangliche Abweichungen bei jeder gespielten Stimme bewirken. Die Resultate reichen von etwas mehr Lebendigkeit bis hin zu einem eher chaotisch erscheinenden Klanggeschehen. Ein Eight Voice wird aus dem SEM V3 dadurch aber natürlich auch nicht.

ARTURIA SEM V3 – Mod Sequencer

Mit dem MOD SEQUENCER erzeugt man keine Notenwerte, sondern ausschließlich schrittweise Modulationen. Die Sequenz kann vorwärts, rückwärts, alternierend oder in zufälliger Reihenfolge abgespielt werden. Der Swing-Faktor lässt sich ebenfalls einstellen und auch hier steht wieder ein SMOOTH-Parameter für weniger abrupte Übergänge zur Verfügung.

ARTURIA SEM V3 – Keyboard

Im nächsten Tab, KEYBOARD genannt, lassen sich verschiedene Anpassungen die Tastatur und die Spielhilfen betreffend vornehmen, nämlich für das Modulationsrad, das Keyboard Tracking, die Anschlags- und die Loslassdynamik, den Aftertouch sowie die MPE-Funktionen (einen entsprechenden Controller vorausgesetzt).

ARTURIA SEM V3 – Macros

Der letzte Tab ganz rechts beherbergt Einstellmöglichkeiten für die vier virtuellen Macroregler. Hier lässt sich jedem Macro die gewünschte Anzahl und Art von Parametern zuweisen, die anschließend mit nur diesem einem Regler gleichzeitig gesteuert werden können. Die Bezeichnungen der vier Macros dienen dabei nur der Orientierung und sind nicht obligatorisch. Jedes Macro lässt sich mit beliebigen Parametern verkoppeln und zudem auch passend umbenennen.

Kommen wir nun endlich zum Wichtigsten, dem Klang. Wenn man zunächst nur die Presets beider Versionen anspielt und vergleicht, wird man nicht unbedingt signifikante Unterschiede feststellen, was in erster Linie dem häufig sehr exzessiven Einsatz der Effektsektion geschuldet ist. So mancher Sound ertrinkt förmlich in den Effekten, erinnert dann gar nichr mehr an einen OBERHEIM SEM und könnte auch von irgendeinem anderen Synthesizer stammen. Ich habe sogar Klänge vernommen, die mich eher an meinen früheren (rein digitalen) ROLAND JD-800 erinnerten…

Für einen ernsthafteren Vergleich müssen die ganzen Effekte also erstmal ausgeschaltet werden. Ich habe daher jeweils die trockenen Init-Sounds (Sägezahn, geöffnetes Filter, keine Resonanz) bei SEM V2 und SEM V3 aufgerufen. Zunächst klingen beide sehr ähnlich, man muss schon sehr genau hinhören, um sie unterscheiden zu können (der SEM V3 klingt einen Ticken weicher). Wenn man dann zusätzlich noch das Filter ins Spiel bringt, werden die Unterschiede deutlicher, insbesondere bei Einsatz der Resonanz, die beim SEM V2 extremer und aufgesetzter klingt als beim SEM V3, der hier weniger aufdringlich wirkt. Bin mal gespannt, ob das hauseigene FX-Plugin FILTER SEM künftig ebenfalls davon profitieren wird.

Im folgenden Klangvergleich hört Ihr immer vier Noten in verschiedenen Oktavlagen abwechselnd aus dem SEM V2 und dann aus dem SEM V3, zunächst mit offenem Filter anschließend mit unterschiedlichen Cutoff- und Resonanzeinstellungen.

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangvergleich-ARTURIA-SEM-V2-vs-SEM-V3.mp3
Klangvergleich ARTURIA SEM V2 vs SEM V3

Übrigens laut numerischer Anzeige des Parameters reicht die Filterfrequenz beim SEM V3 bis 14.000 Hz, während es beim SEM V2 noch 15.000 Hz waren (sofern diese Angaben tatsächlich stimmen).

Zum Abschluss gibt es auch noch eine kleine Auswahl an Factory Presets des SEM V3:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-SEM-V3-Factory-Presets.mp3
Klangbeispiel ARTURIA SEM V3 – Factory Presets

Beim Grundklang hat der SEM V3 also in der Tat wahrnehmbar zugelegt und wirkt so gegenüber seinem direkten Vorgänger insgesamt etwas stimmiger. Mit Effekten darauf nivelliert sich das Ganze aber wieder ein Stück weit. Auch die Bedienung und die zusätzlichen Funktionen wurden verbessert.

Ob einem dies alles ein Upgrade abseits der V COLLECTION 11 wert ist, bleibt allerdings eine persönliche Entscheidung. Für ein Must-have halte ich den SEM V3 jetzt nicht, insbesondere angesichts der zahlreichen Konkurrenz, etwa von GFORCE, BRAINWORX oder CHERRY AUDIO (Letzgenannte bieten sogar eine kostenlose SEM-Emulation an). Im Rahmen des V COLLECTION Upgrades hingegen nimmt man den SEM V3 aber trotzdem gerne mit, insbesondere wenn man gerne zugunsten eines konsistenten Bedienkonzepts im ARTURIA-Ökosystem verbleiben möchte.


SYNTHX V (von Perry Staltic)

Dieser Name, der auf dem ersten Blick wie ein Zungenbrecher anmuten mag, liest sich ganz einfach „Synthex V“ und verweist damit auf nachgeahmte Vorbild, nämlich den SYNTHEX der italienischen Firma ELKA aus den 80ern, der vielen hauptsächlich durch den prägnanten Sync-Sound bekannt sein dürfte, den Jean-Michel Jarre einst mit seiner Laser Harp spielte.

Neben XILS-LAB und CHERRY AUDIO ist ARTURIA damit der bereits dritte Plugin-Hersteller, der eine SYNTHEX-Emulation im Programm hat.

Die Optik der Bedienoberfläche- und elemente orientieren sich sehr stark am Vorbild, weist bei genauerem Vergleich mit der Hardware aber einige Unterschiede hinsichtlich des Layouts auf, so wurde etwa die Position diverser Regler abgeändert.

Schön ist auch hier der weitgehende Verzicht auf verspieltes Pseudo-3D-Gedöns, das zwar nett aussehen mag, aber meist doch bloß die Bedienung erschwert.

ARTURIA SYNTHX V

Die duo-timbrale Klangarchitektur entspricht der des Vorbilds, bietet somit zwei separate Layer (A und B), die ihrerseits wiederum jeweils über zwei Oszillatoren und einen Rauschgenerator sowie ein Multimode-Filter, einen LFO und zwei Hüllkurven verfügen. Klassische subtraktive Synthese also.

Hinzu gesellen sich ein zweiter, etwas einfacher aufgebauter (Master-)LFO, der wahlweise auf einen oder beide Layer wirksam ist und ein vierstufiger Chorus. Durch die Ringmodulation und den Hardsync sind auch experimentellere Klänge drin.

ARTURIA SYNTHX V – Dispersion-Parameter

Wie schon einigen seiner früheren Synthesizer hat ARTURIA auch dem SYNTHX V eine „versteckte“ Sektion spendiert, in der sich die sogenannte Dispersion-Funktion verbirgt.

Diese umfasst acht kleine Regler, mit denen sich klangliche Abweichungen für diverse Parameter einstellen lässt, die sowohl bei mehrstimmiger als auch bei monophoner Spielweise zum Tragen kommen.

Im einzelnen sind dies Tonhöhe, Lautstärke, Filterfrequenz und -resonanz, Hüllkurvenzeiten, Pulsweite, Filterübersteuerung und Stereo-Panorama.

ARTURIA SYNTHX V – Arpeggiator

Auf den Vierspursequencer des Originals hat ARTURIA zugunsten eines ausgefuchsten Arpeggiators verzichtet, der beim SYNTHX V das erste Mal zum Einsatz kam und inzwischen auch in weiteren Instrumenten Einzug gehalten hat, so etwa in den weiter oben besprochenen JUP-8000 V und SEM V3.

ARTURIA SYNTHX V – Multi-Arp

Das Main Panel bietet lediglich eine vereinfachte Ansicht dieses sogenannten Multi-Arp, erst ein Klick auf EDIT oder wahlweise auch auf ADVANCED rechts oben öffnet das allseits bekannte Advanced Panel, in dem man auch der Zugriff auf alle Parameter der insgesamt vier simultanen Arpeggiatoren erhält.

Diese bestehen jeweils aus drei Sektionen, nämlich ARP, RHYTHM und NOTE. ARP legt das melodische Pattern fest, also den Notenverlauf. Mit RHYTHM hingegen, man mag es kaum glauben, wird die rhythmische Struktur des Patterns definiert, aber auch seine Länge, die bis zu sechzehn Schritte umfassen kann. Unter NOTE schließlich stellt man die Gate-Länge sowie weitere Parameter wie Anschlagsdynamik, Zufallsvariationen und Notenwiederholungen ein. ARTURIA liefert viele vorgefertigte Muster mit.

ARTURIA SYNTHX V – Effects

Auch ansonsten ähnelt das Advanced Panel so ziemlich dem des eben abgehandelten SEM V3. Das betrifft etwa die Effektsektion, die abgesehen von ihrem Farbschema identisch ausfällt, also ebenfalls vier Slots sowie achtzehn verschiedene Effekt-Algorithmen zur Auswahl bietet.

Die nächsten drei Tabs beherbergen wieder je einen Slot, der eine frei auswählbare Modulationsquelle aufnehmen kann, die sich wiederum mittels Drag & Drop den gewünschten Modulationszielen zuweisen lässt. ENVELOPE, FUNCTION, RANDOM und MOD SEQUENCER hier zur Auswahl. Auf den beim SEM V3 vorhandenen VOICE MODULATOR hat ARTURIA dieses Mal verzichtet, stattdessen gib es beim SYNTHX V ja die Dipersion-Sektion.

ARTURIA SYNTHX V – Envelope

ENVELOPE stellt eine ADSR-Hüllkurve zu Modulationszwecken bereit. Neben den üblichen Parametern (entweder per virtueller Drehregler oder frei mit der Maus einstellbar) gibt es eine zusätzliche Einsatzverzögerung sowie „verbiegbare“ Verlaufskurven für die drei Phasen Attack, Decay und Release.

ARTURIA SYNTHX V – Function

Der Funktionsgenerator, ein Hybride aus Hüllkurve und LFO, geht noch sehr viel weiter als ENVELOPE und erlaubt deutlich komplexere Verlaufsmuster, die wahlweise als One-Shot oder zyklisch wiederholt ablaufen können. Wer keine Muße hat, hier selbst Hand anzulegen und sich dabei von allerlei Zeichenwerkzeugen unterstützen zu lassen, der kann auch einfach auf eines der zahlreichen vorgefertigen Muster zurückgreifen.

ARTURIA SYNTHX V – Random

Wer bei seinen Modulationen mehr den Zufall zum Zuge kommen lassen möchte, der ist RANDOM richtig. Egal, ob man nun eher sprunghafte oder sanft fließende Werteänderungen bevorzugt, dies lässt sich detailliert mit dem SMOOTH-Parameter einstellen, auch moderate Mischformen zwischen diesen beiden Extremen sind damit keinerlei Problem.

ARTURIA SYNTHX V – Mod Sequencer

Schrittweise Modulationen bekommt man mit dem MOD SEQUENCER hin, der repetitive Muster erzeugt, die vorwärts, rückwärts, alternierend oder in zufälliger Reihenfolge wiedergegeben werden können. Auf Wunsch kann man den Swing-Parameter hinzuziehen und ebenfalls wieder mittels des SMOOTH-Parameters für abgemilderte Wertesprünge sorgen.

ARTURIA SYNTHX V – Keyboard

Um Spielhilfen wie etwa das Modulationsrad, die Anschlagsdynamik, oder den Aftertouch einzustellen und zuzuweisen, ist die Sektion mit der Bezeichnung KEYBOARD gedacht. Auch das Keyboard Tracking und sogar die Loslassdynamik lassen sich einbeziehen, und wer über einen MPE-kompatiblen Controller verfügt, der ist hier ebenfalls an der richtigen Stelle.

ARTURIA SYNTHX V – Macros

Die vier Macros, die jedes der Instrumente von ARTURIA mitbringt werden im gleichnamigen Tab beliebigen Parametern zugewiesen. Dies erfolgt bequem und einfach via Drag & Drop. Die Verlaufskurve und die Modulationsintensität lässt sich für jeden dieser zugewiesenen Parameter separat einstellen. Die von ARTURIA vorgegebenen Bezeichnungen für die einzelnen Macros lässt sich nach eigenem Gusto abändern.

Nach diesem kurzen Abriss der Klangarchitektur und der zahlreichen Zusatzfunktionen soll uns am Ende natürlich auch noch der Klang des SYNTHX V interessieren, denn wenn der nicht stimmt, dann kann man sich die Installation dieses Plugins auch gleich sparen.

Hier kann ich aber sogleich Entwarnung geben, denn der SYNTHX V klingt für mein Empfinden wirklich gut! Wie nah er tatsächlich an sein Vorbild ELKA SYNTHEX herankommt vermag ich an dieser Stelle zwar ebenso wenig zu beantworten, wie seinerzeit bei seinem direkten Konkurrenten, dem ELKA-X von CHERRY AUDIO, Fakt ist aber, dass er einen guten Grundklang sowie ein für einen subtraktiven Synthesizer doch recht breites Klangspektrum bietet. Schöngeistige Pads beherrscht er ebenso wie aggressive Leadsounds oder sehr wuchtig aus den Boxen kommende Bässe, und Dank des Ringmodulators gibt es auch viel ungewöhnlicheres Klanggut.

Doch lassen wir den SYNTHX V einfach mal für sich selbst sprechen, im nachfolgenden Klangbeispiel habe ich eine ganze Reihe an Presets ausprobiert, den Anfang macht der wohl unvermeidliche Laser Harp-Sound:

https://www.buenasideas.de/wp-content/uploads/2025/08/Klangbeispiel-ARTURIA-SYNTHX-V.mp3
Klangbeispiel ARTURIA SYNTHX V

Wen nun wissen möchte, ob ich eher den SYNTHX V oder den ELKA-X bevorzuge, dem antworte ich, dass sich die zwei Emulationen hinsichtlich ihres Klangvermögens nicht sonderlich viel tun, in dieser Hinsicht finde ich beide gleichermaßen überzeugend. Und wo wo ARTURIA mit seinem ausgefuchsten Multi-Arp winkt, kontert CHERRY AUDIO mit einem ebenso flexiblen Vierspur-Sequencer. Lediglich im Bereich der zusätzlichen im Advanced Panel untergebrachten Modulationsmöglichkeiten liegt der SYNTHX V eindeutig vorne, dafür lockt der ELKA-X mit einem ungleich attraktiveren Verkaufspreis. Ein klassisches Remis also…


Fazit:

Da wir auch dieses Mal wieder zu dritt angetreten sind, einen Testbericht zu erstellen, gibt es von uns einmal mehr ein dreigeteiltes Fazit, in dem jeder von uns seinen eigenen Senf zur V COLLECTION 11 beisteuern möchte…

Andreas meint:
Ja, es gibt wieder einiges Neues in der V COLLECTION zu bewundern. Aber Hand aufs Herz: Weder der JUP-8000 V noch die anderen Neuzugänge würden mich dazu verleiten, ein Update zu kaufen. Dazu ist mir zu wenig dabei, das bei mir nicht bereits anderweitig abgedeckt wird und das ich somit auch tatsächlich nutzen würde.

Es wäre schön, wenn ARTURIA auch mal den hauseigenen POLYBRUTE virtualisieren und mit in die V COLLECTION aufnehmen würde. Auch ein neuer Drumcomputer wäre sicherlich interessant, nachdem SPARK wohl in Rente geschickt wurde.

Perry Staltic meint:
Nun schon das dritte Mal in Folge lässt mich die neue V COLLECTION mit recht ambivalenten Gefühlen zurück.

Auf der Habenseite stehen eine Handvoll neuer, gutklingender Instrumente und eine Legion an teilweise sehr guten Presets sowie eine weitgehend konsistente Bedienung. Allein damit dürfte man schon für sehr lange Zeit beschäftigt sein. Und wenngleich ich persönlich überhaupt auf diesen Supersaw-Sound stehe, so gefällt mir der JUP-8000 V doch recht gut, denn er liefert auch jede Menge tolle Klänge jenseits aller Kirmestechno-Klischees.

Auf der anderen Seite jedoch halte ich die immer mehr werdenden AUGMENTED-Plugins, so gut sie ja durchaus sein mögen, nach wie vor für Fehl am Platze in diesem Bundle. Ob man damit wohl gerne NATIVE INSTRUMENTS Konkurrenz machen möchte…?

Und auch der PURE LOFI macht auf mich eher den Eindruck, als handele es sich dabei eigentlich um eine weitere Verwertung der PIGMENTS-DNA (womit ich ihn aber jetzt nicht etwa schlechtreden möchte!).

Stattdessen sollte sich ARTURIA doch vielleicht einmal überlegen, wieder ein oder mehrere Drummachine-Plugins ins Portfolio aufzunehmen bzw. den alten SPARK wiederzubeleben, und wenn ich hoch zu Kollege Andreas schiele, bin da offensichtlich nicht der einzige, der so denkt.

Mein letzter Kritikpunkt betrifft die aktuelle Preispolitik in Bezug auf Upgrades. In einigen Foren konnte ich vernehmen, dass selbst langjährige Bestandskunden mit vielen ARTURIA-Produkten einen Preis offeriert bekamen, der ihnen für das Gebotene deutlich zu hoch erschien, so dass sie beschlossen, das Upgrade diesmal einfach auszulassen oder auf ein Sonderangebot am Black Friday zu warten. Ein wenig liegt hier der Verdacht nahe, dass die Kunden der V COLLECTION 11 zur Querfinanzierung der bisher kostenlosen PIGMENTS-Updates herhalten müssen. Auch die regulären Preise für die einzelnen Instrumente der V COLLECTION halte ich für etwas zu hoch angesetzt, insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz.

Stefan Federspiel meint:
Ich hatte sehr wenig Zeit, mich mit den anderen Neuerscheinungen außer AUGMENTED MALLETS und PURE LOFI zu beschäftigen.

Der JUP-8000 V bietet noch mehr sehr reiche, fette Sounds, die auch schon in anderen Synth-Emulationen von ARTURIA zu finden sind. Das ist alles etwas überwältigend. Speziell und eigen finde ich den SYNTHX V, der ELKA hat einfach einen prägnanten Sound und ist eine willkommene Bereicherung. MINIBRUTE bietet auch in der V-Variante eine ziemliche Breitseite Urgewalt.

Nun hatte ich die Gelegenheit mich mit AUMENTED MALLETS und PURE LOFI auseinanderzusetzen und so schön MALLETS auch klingen – ich bin wirklich ein Fan der verschiedenen tonalen Schlaginstrumente, die es auf diesem Planeten gibt -, PURE LOFI faszinierte mich noch mehr. Das ist schon etwas besonderes und ich gehe davon aus, dass dieses Instrument auch im Bereich Ambient, Downbeat oder LoFi Jazz gut einsetzbar ist.


Positives:
+ gut klingende Neuzugänge
+ Klangverbesserung bei den runderneuerten Emulationen
+ viele brauchbare Klassiker
+ zahlreiche gute Presets
+ leicht erlernbare Bedienung
+ praktische In-App-Tutorials
+ umfangreiche MIDI-Learn-Sektion
+ Offline-Aktivierung möglich

Negatives:
– allgemein: Inkonsistenzen bei der der Installation einiger Instrumente
– allgemein: Bei den Presets nach wie vor keine Favoritenbewertung mit mehreren (5) Stufen/Sternen/Herzen möglich
– allgemein: immer noch kein Drum-Plugin / Ersatz für SPARK
– nur AUGMENTED-Plugins: konzeptionell etwas unpassend im Bundle


Produktwebseite: https://www.arturia.com/products/software-instruments/v-collection/overview#de

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