Ein Testbericht von Perry Staltic,
veröffentlicht am 24.04.2026
KI-FREIER INHALT!

Üblicherweise teste ich hier keine Software, die sich noch in der Entwicklung befindet und nur als Beta-Version vorliegt. In diesem Fall mache ich jedoch einmal eine kleine Ausnahme von dieser Regel, einfach deshalb, weil der Testkandidat bereits käuflich zu erwerben ist und außerdem aus persönlicher Neugier heraus. Die Rede ist von BCMAPPER, einem Preset-Editor für die beiden anscheinend nicht totzukriegenden Klassiker BCR2000 und BCF2000, der vom kanadischen Entwickler FULL CRYSTAL angeboten wird.
Kontrollzwang…
Während wir heute in puncto MIDI-Controller ziemlich verwöhnt werden und der Markt Geräte in allen Preiskategorien und für nahezu jeden Anwendungszweck bietet, war die Auswahl vor gut zwei Jahrzehnten noch deutlich überschaubarer. Als BEHRINGER damals die beiden Geschwister BCR2000 und BCF2000 vorstellte, die eigentlich als preisgünstige Variante zu den deutlich teureren Controllern von MACKIE gedacht waren, fanden beide schnell recht viele Freunde, nicht zuletzt ob ihres relativ günstigen Preises.

Der BCR2000 (das R steht hier für „Rotary“) verfügt über zweiunddreißig Endlosdrehregler (Encoder), jeweils mit LED-Kranz, sowie zwanzig belegbare Taster und zwei Fußschalteranschlüsse, beim BCF2000 (das F steht für „Fader“) sind es acht nicht berührungsempfindliche Motorfader, acht Encoder und wiederum zwanzig Taster, ein Fußschalter- und ein Schwellerpedalanschluss. Die ganz oben gelegene Encoder-Reihe beider Geräte verfügt über eine zusätzliche Druckfunktion, zudem ist sie vierfach belegbar mit direkt anwählbaren Gruppen.

Sowohl BCR2000 als auch BCF2000 lassen sich wahlweise via DIN-MIDI oder USB betreiben. Die Stromversorgung erfolgt über ein eingebautes Netzteil. Letzteres kann im Laufe der Jahre bei einzelnen Geräten auch schon mal Mucken aufgrund alternder Kondensatoren machen. Das muss nicht zwangsläufig gleich zum Totalausfall führen, kann sich jedoch beispielsweise in Fehlern bei der USB-Verbindung äußern, wie bei einem meiner eigenen Geräte. Wer eine Lizenz zum Löten besitzt, der kann hier aber einfach und preisgünstig Abhilfe schaffen.
Meinereiner hat gleich vier Exemplare des BCR2000 in seinem Fundus, von denen derzeit aber nur einer aktiv als Controller im Einsatz ist (die Dame des Hauses steuert damit ihr Lieblings-Plugin STYLUS RMX) und ein weiterer schon vor Jahren zum ZAQUENCER umfunktioniert wurde.
Auch einen BCF2000 nannte ich mal eine Zeit lang mein Eigen, konnte mit den Fadern dann aber doch nicht so viel anfangen und verkaufte ihn daher bald wieder. Für die vergleichsweise vielen Drehregler des BCR2000 hingegen fanden sich bei mir deutlich mehr Einsatzmöglichkeiten.
BEHRINGER hat die Produktion beider Geräte schon lange eingestellt, BCR2000 und BCF2000 sind daher nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Zwar wurde vor ein paar Jahren mal ein Nachfolger des BCR2000 angekündigt, der BCR32 heißen und auch über einen zusätzlichen ZAQUENCER-Modus verfügen soll, doch bisher kommt BEHRINGER damit nicht aus dem Quark, warum auch immer.

Aufgrund ihrer recht hohen Verbreitung und ihrer langen Verfügbarkeit findet man im Netz allerlei vorgefertigte Templates für verschiedene Anwendungsgebiete, doch nicht immer ist genau das darunter, was man selbst benötigt, daher muss man dann seinen Controller eben eigenhändig programmieren. Dies ist ohne Zusatzsoftware direkt am Gerät möglich, gestaltet sich allerdings ein wenig fummelig.
BEHRINGER hatte damals zwar einen eigenen Editor namens BC EDIT veröffentlicht, der auf JAVA basiert und damit prinzipiell plattformunabhängig ist, doch dieser kam nie über einen Beta-Status hinaus, ist ziemlich buggy und funktioniert sehr häufig nicht so wie er soll, womit er eigentlich weitgehend unbrauchbar ist.

Erst als der Niederländer Mark van den Berg ein paar Jahre später aus dieser Not heraus seinen BC MANAGER entwickelte (hier kostenlos erhältlich: http://mountainutilities.eu), wurde endlich ein vernünftiges Arbeiten mit den Controllern möglich und BC MANAGER wurde schnell eine beliebte Standardanwendung für BCR/BCF2000, die über all die Jahre hinweg langsam, aber stetig weiterentwickelt wurde.
BC MANAGER erlaubt dabei sogar Dinge, die bei der Programmierung direkt am Gerät oder mit BC EDIT gar nicht möglich sind, nämlich die Belegung von Bedienelementen mit sogenanntem „Custom Output“ in der internen Scriptsprache der Controller, BCL genannt, welche zahlreiche zusätzliche Optionen bietet. Damit lassen sich unter anderem auch SysEx-Daten ausgeben oder einem Encoder zwei unterschiedliche Befehle für Drehungen mit oder gegen den Uhrzeigersinn zuweisen und allerlei mehr. Auch Labelstrips und sogar ganze Overlays der eigenen Belegungen können aus BC MANAGER heraus ausgedruckt werden.
Nun könnte man sich natürlich fragen, wozu dann jetzt mit FULL CRYSTAL überhaupt noch ein weiterer Entwickler antritt, um eine neue, zudem nicht kostenlose Editor-Software für diese alten Controller anzubieten (zumindest habe ich mich das gefragt…).
Auf Anhieb fallen mir da gleich zwei relevante Gründe ein. Zum einen wirkt die eher nerdige Bedienoberfläche des BC MANAGERS etwas in die Jahre gekommen, erscheint durch die zahlreichen Einzelfenster nicht sonderlich übersichtlich und versprüht ein wenig den Charme einer Tabellenkalkulation. Man benötigt also schon eine gewisse Einarbeitungszeit, um damit zurechtzukommen (und nach längerer Nichtbenutzung eventuell erneut…). Mit dieser Kritik möchte ich übrigens in keinster Weise die Verdienste Mark van den Bergs schmälern, der hier wirklich fantastische Pionierarbeit geleistet hat!
Zum anderen gibt es von BC MANAGER zwar Versionen für WINDOWS und macOS, Letztere läuft aber nicht nativ auf SILICON-Prozessoren, sondern benötigt für dieses das ROSETTA-Framework.
Schauen wir uns daher also einmal an, ob und inwieweit der neue BCMAPPER den guten alten BC MANAGER zu ersetzen vermag…
Startvorbereitung…
BCMAPPER ist derzeit als 64-Bit-Software für WINDOWS 10 und 11 sowie für macOS ab Version 10.15 erhältlich, eine LINUX-Version ist ebenfalls bereits angekündigt. Nach dem Download und der Installation ist für den dauerhaften Betrieb noch eine Aktivierung erforderlich.

Diese erfolgt schlicht durch Eingabe der für den Kauf benutzen Email-Adresse sowie des erhaltenen Lizenz-Codes. Der gesamte Vorgang funktioniert erfreulicherweise komplett offline, eine aktive Internetverbindung ist dabei nicht vonnöten, sehr gut!

Direkt nach dem Programmstart begrüßt BCMAPPER uns mit einem Fenster (dies lässt sich auch deaktivieren), das uns daran erinnert, ein Backup der auf dem angeschlossenen Controller eventuell schon vorhandenen Presets zu machen, damit man diese nicht im Eifer des Gefechts versehentlich überschreibt. Den Speicherort für dieses Backup kann man hier ebenfalls festlegen (oder die vorgegebene Einstellung einfach übernehmen).

BCMAPPER wiederholt diesen gutgemeinten Ratschlag sicherheitshalber ein weiteres Mal, darum sollte man ihn auch beherzigen, bevor man sich später möglicherweise ärgert, weil wichtige Presets ins digitale Nirwana entschwunden sind.

Es lassen sich sowohl einzelne Presets als auch komplette Bänke à 32 Presets importieren. BCMAPPER holt die Daten nicht selbstständig ab, vielmehr muss dazu ein entsprechender Dump auf dem Controller selbst manuell ausgelöst werden. Damit man dazu nicht erst in BEHRINGER’s Anleitung schauen muss, listet BCMAPPER die dazu notwendigen Bedienschritte praktischerweise gleich mit auf.
In der mir zu Beginn dieses Tests vorliegenden Beta-Version hat sich da allerdings ein kleiner Fehler in der Auflistung der richtigen Tastenkombination für einen Fell Bank Import eingeschlichen. Ich habe FULL CRYSTAL bereits diesbezüglich informiert, laut Rückmeldung wird dies noch korrigiert werden.

Sobald BCMAPPER in Empfangsbereitschaft ist und der Dump am Gerät initiiert wurde, muss man nur noch abwarten, bis der eigentliche Importvorgang abgeschlossen ist, was je nach Datenmenge eine kleine Weile dauert. Der Fortschritt wird in BCMAPPER angezeigt, ebenso der empfangene Datensatz als BCL-Script. Das Display im BCF/BCR-Controller zeigt währenddessen eine Animation der LEDs an.
Nachdem diese grundlegenden Schritte erledigt sind, kann man sich endlich ans Verwalten und Editieren der Presets machen, ohne unerwünschte Datenverluste befürchten zu müssen, weil man nicht aufgepasst hat. Selbstverständlich kann man die vorgenannten Schritte auch einfach überspringen, etwa wenn man einen Controller ohne bzw. nur mit unwichtigen Presets angeschlossen hat.
Bearbeitungszentrum…
Die eigentliche Bedienoberfläche von BCMAPPER gliedert sich in vier spaltenweise aufgeteilte Sektionen, von denen der große Bereich in der Mitte stets sichtbar ist, während die kleineren drei Spalten links und rechts davon sich auch ausblenden lassen.

In den Voreinstellungen lässt sich festlegen, ob die Bedienoberfläche mit einem dunklen oder mit einem hellen Farbthema dargestellt werden soll, wobei mir persönlich das dunkle (Standard) deutlich augenfreundlicher erschien.

Beim Start ist der Hauptbereich zunächst leer. Sobald man ein Preset oder eine Bank im linksseitigen Bereich, der zur Verwaltung der Presets dient, auswählt und lädt, was voraussetzt, dass man diese zuvor von der Hardware oder von der Festplatte importiert hat oder aber in BCMAPPER ganz neu anlegt, wird eine grafische Repräsentation des jeweiligen Controllers, also entweder BCR2000 oder BCF2000, angezeigt.
Die Optik weicht hier aus Gründen der Übersichtlichkeit ein wenig von der Hardware ab, so werden etwa die Schalter in den der obersten Encoder-Reihe als zusätzliche Buttons dargestellt und die Pedalbuchsen von der Rück- auf die Oberseite versetzt.
Ganz oben lassen sich übrigens die maximal 32 Presets einer Bank auswählen, belegte Speicherplätze sind dabei rot hervorgehoben.

Um ein Preset zu editieren, klickt man einfach die virtuelle Entsprechung des gewünschtes Bedienelements an. In der rechts davon gelegenen Spalte werden daraufhin die zur Verfügung stehenden Optionen angezeigt. Da diese umfangreicher sind, als die Fensterhöhe zumindest auf einem Full-HD-Monitor (oder kleiner) darstellen kann, muss man hier gegebenenfalls scrollen.
Die beabsichtigten Parameter für das jeweils ausgewählte Bedienelement des Controllers lassen sich bequem und übersichtlich einstellen. Dank Copy & Paste lassen sie sich auch einfach und flott von einem Element auf das oder die nächste(n) übertragen, sehr praktisch, wenn man beispielsweise immer dieselben Einstellungen, aber mit unterschiedlichen MIDI-Kanälen benötigt, dann muss immer nur Letzterer manuell geändert werden.
Mit gedrückter SHIFT-Taste kann man auch gleich mehrere Bedienelemente auf einmal auswählen und diese dann im sogenannten Bulk-Edit-Modus gemeinsam editieren.

Je nach Art des zu editierenden Bedienelements stehen unterschiedliche Optionen zur Auswahl. So lässt sich etwa nur ein Encoder oder (beim BCF2000) ein Fader oder ein Fußschweller mit Pitch-Bend-Befehlen belegen, während nur einem Button oder einem Fußschalter MMC-Befehle zugewiesen werden können. Diese Einschränkung wird durch die Hardware vorgegeben.

Dasselbe gilt auch für weitere spezifische Eigenschaften der einzelnen Bedienelemente, so kann zum Beispiel die Motor-Steuerung logischerweise nur bei einem Fader eingestellt werden, ebenso kann nur ein Button On- und Off-Werte besitzen und das Verhalten der LED-Kränze und die Auflösung der Drehbewegung ist nur bei einem Encoder relevant.
Alle vorgenommenen Editierungen am Bedienelement werden ganz unten in der Spalte zusätzlich auch in der BCR/BCF2000-eigenen Scriptsprache BCL dargestellt.
Mit dem BC MANAGER kann man auch die zehn Buttons auf der rechten Seite, die eigentlich nur für die Bedienung des Controllers selbst (Preset-Wechsel, globale Funktionen etc.) sowie zum Umschalten der oberen vier Encoder-Gruppen zuständig sind,
mit eigenen Funktionen belegen. Bei BCMAPPER ist dies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorgesehen (am Controller selbst geht dies ebenfalls nicht). Ich persönlich halte dies allerdings für verschmerzbar, zumal man sich bei unbedarfter Belegung dieser Sondertasten auch mal schnell den Zugriff auf wichtige Grundfunktionen des Controllers versperren kann.

Als ich BCMAPPER zu Beginn meines Tests installierte, war dies noch die Beta-Version 0.84. Dort existierte keine Möglichkeit zur Zuweisung von Custom Output bzw. von SyEx-Daten, ein klarer Nachteil gegenüber dem BC MANAGER, der dies seit einer gefühlten Ewigkeit beherrscht.
Doch bereits eine Woche später erschien v0.85, in der nun ebenfalls eine Eingabemöglichkeit für Custom Output implementiert war. Dieser lässt sich zeilenweise eingeben, so wie bei BCL üblich, entweder direkt in der Spalte mit den anderen Editier-Optionen oder im separat aufrufbaren Message Builder. Insbesondere Besitzer älterer Hardware-Geräte, die noch mit systemexklusiven Daten arbeiten, dürfte dies freuen.
Das zeigt auch, dass FULL CRYSTAL sehr um eine schnelle und umfassende Weiterentwicklung seines Produkts bemüht ist (laut Entwickler wird im Hintergrund bereits an weiteren Features gearbeitet).

Die globalen Einstellungen eines jeden Presets lassen übrigens ebenfalls mittels BCMAPPER bearbeiten, und selbst an eine Notizfunktion, mit der man seine Anmerkungen zum jeweiligen Preset festhalten kann, wurde gedacht.
Sondervermögen…
BCMAPPER bringt noch einige Zusatzfunktionen mit, die über die reine Verwaltung und Editierung von Presets hinausgehen. Eine davon betrifft das Erstellen von Labels, eine andere die Farbcodierung.
Damit man im Überblick behält, welchen Parameter man mit welchem Bedienelement zu steuern gedenkt, kann man für jedes Element ein Label mit einem eindeutigen Text definieren, dies wird in BCMAPPER als „Scribble Strips“ bezeichnet. Schriftart und -größe sind hierbei einstellbar. Allerdings stehen jeweils nur zehn Zeichen zur Verfügung, was manchmal etwas zu wenig sein, auch sind nur einzeilige Labels möglich.
Mein Vorschlag für ein Update wäre daher, mehr Zeichen sowie Zeilenumbrüche zuzulassen, man kann dann ja einfach die Schriftgröße entsprechend verkleinern, damit es unter den jeweiligen Regler passt.

Die Farbe der Labels und auch die des Textes lassen sich separat voneinander einstellen, auch dies hilft dabei, die Übersichtlichkeit zu erhöhen. Die Scribble Strips mit ihrem Text und der Farbzuweisung lassen sich zusammen mit dem dazugehörigen Preset abspeichern, allerdings ist dabei zu beachten, dass dann BCMAPPER’s natives Dateiformat mit der Dateiendung .json verwendet wird und nicht das der Kompatibilität halber ebenfalls mögliche .syx (SysEx-Datei), denn ansonsten gehen die hier gemachten Einstellungen verloren.

Die Scribble Stripsdienen nicht nur der Übersichtlichkeit in BCMAPPER selbst, sie lassen sich auch ausdrucken, um sie anschließend an BCR/BCF2000 anzubringen (zum Beispiel mit TESAFILM oder POST-IT-Klebestift). Das erspart einem das zusätzliche Hantieren mit einem Text- oder Layoutprogramm nur wegen ein paar Papierstreifen.
Komplette Overlays lassen sich zumindest bisher noch nicht mit BCMAPPER ausdrucken. BC MANAGER vermag dies zwar, allerdings habe ich das dort nie genutzt, sondern lieber eine der zahlreichen Vorlagen aus dem Netz besorgt und diese dann nach meinem Gusto angepasst. Mangels Farbdrucker habe meine Entwürfe damals dann einfach günstig über einen Online-Fotodienst im DIN A4-Format auf stabilen und wischfesten Fotokarton entwickeln lassen und daheim nur noch die Öffnungen für die Bedienelemente und das Display ausgeschnitten (das ist der lästigste Teil…).
In der Bucht der Buchten bekommt man übrigens auch fertige Blanko-Overlays zum Selbstbeschriften mit bereits fertig ausgestanzten Öffnungen: https://www.ebay.de/str/taktility.

Eine weitere praktische Funktion in BCMAPPER stellt der sogenannte „Virtual Controller Mode“ dar, der im Hardware-Menü aktiviert werden kann. Dieser verwandelt die grafischen Repräsentationen von BCR/BCF2000 im Editor in funktionierende Controller, die auch tatsächlich MIDI-Daten ausgeben, wenn man die virtuellen Regler am Bildschirm bedient.
Wozu dies gut ist? Nun, auf diese Weise lassen sich Zuweisungen von Presets und Bedienelementen zu Parametern der DAW oder von Plugins auf dem Rechner vornehmen, ohne das dazu aktuell eine Hardware angeschlossen sein muss.
Damit die Verbindung zwischen BCMAPPER und anderer Software funktioniert, benötigt man einen virtuellen MIDI-Port. Während macOS den dazu nötigen Loopback-Treiber von Haus aus integriert hat, benötigt man unter WINDOWS den eines Drittherstellers. BCMAPPER empfiehlt hier den kostenlosen LOOPMIDI, erklärt, wie dieser einzurichten ist, und präsentiert auch gleich einen direkten Downloadlink.

Zu Anzeige ein- und ausgehender Signale bietet BCMAPPER einen MIDI-Monitor, der in der Spalte ganz rechts ausgerufen werden kann. Wer möchte, kann sich dabei mit Hilfe der Filterfunktion auch nur ganz bestimmte Datentypen anschauen.
General-Anzeiger…
Zum Schluss werfen wir auch noch einen kleinen Blick auf ein paar Grundfunktionen von BCMAPPER. Im Preference-Menü etwa werden diverse Voreinstellungen getätigt.

Hier lässt sich der gewünschte Hardware-Controller als Default-Gerät festlegen. Wer nur über einen BCR2000 oder nur über einen BCF2000 verfügt, der wählt eben diesen aus und wird dann nicht mit dem jeweils nicht vorhandenen Controller behelligt.
Wer die von BCMAPPER vorgegebenen Speicherverzeichnisse für die Presets und/oder die Voreinstellungen abändern möchte dies ebenfalls hier tun.
Zudem lassen sich die MIDI-Ports, über die BCMAPPER mit der Hardware kommunizieren soll, definieren (BCMAPPER verfügt aber auch über eine Funktion zur automatischen Erkennung angeschlossener Controller).
Die Benachrichtigung über eventuell vorhandene Programm-Updates kann aktiviert werden, dies macht natürlich nur dann Sinn, wenn der Host-Rechner auch über eine aktive Internetverbindung verfügt.
Des Weiteren kann in diesem Menü auch zwischen den beiden oben erwähnten Farbthemen (hell oder dunkel) wechseln und das jeweils gewünschte als Standard setzen.

BCMAPPER verfügt über eine In-App-Dokumentation, in der alle Funktionen beschrieben werden (zum Redaktionsschluss fehlten hier allerdings noch die Abschnitte für die Custom-Output-Sektion und den Message Builder, diese werden aber vermutlich bald nachgereicht). Keyboard-Shortcuts sind hier ebenfalls aufgelistet. Diese Dokumentation findet sich übrigens inzwischen auch auf der Produktwebseite, es ist aber dennoch schön, sie direkt im Programm zu haben, falls man auf die Schnelle mal etwas nachschauen möchte,

Sofern die Update-Benachrichtigung aktiviert und der Rechner online ist, erscheint bei Verfügbarkeit einer neuen Programmversion ein entsprechender Hinweis sowie ein Button zum Download des Updates. Die Installation muss dann manuell erfolgen, auf Wunsch deinstalliert BCMAPPER aber vorab die alte Version (gespeicherte Presets und Voreinstellungen bleiben dabei erhalten).

Wenn ein Programmupdate auch Änderungen in der Dokumentation notwendig machen, wird dies dort übrigens gesondert angezeigt. Man kann dies dann via Button manuell auslösen oder auch vorerst überspringen.
Fazit:
BCMAPPER ist ein Nischenprodukt, das sicherlich nur für eine überschaubare Anzahl von Anwendern in Frage kommt, nämlich Besitzern der nicht mehr neu produzierten BCR2000 und BCF2000, die als langlebige und vielfältig einsetzbare MIDI-Controller nach wie vor eine gute Figur machen. Daher dürfte FULL CRYSTAL durch den Verkauf seines Editors wohl auch kaum unermessliche Reichtümer anhäufen.
Wer mit dem guten alten BC MANAGER auf Du und Du ist, sich an dessen Optik und Bedienkonzept gewöhnt hat und auf wessen Betriebssystem er auch weiterhin funktionsfähig ist, der braucht BCMAPPER eigentlich nicht.
Wem jedoch das Handling mit zahllosen Programm-Fensterchen nervt und stattdessen eine ein optisch ansehnliche und übersichtlich gestaltete Bedienoberfläche, die sich in weiten Teilen selbst erklärt, bevorzugt und/oder wer eine aktuelle Apfelrechner-Konfiguration nutzt und eine native darauf laufende Software benötigt, der ist bei BCMAPPER genau an der richtigen Stelle und kommt mangels adäquater Alternativen gar nicht darum herum.
Für eine Beta-Version ist BCMAPPER schon sehr weit fortgeschritten und bis zum endgültigen Release sind eigentlich nur noch Kleinigkeiten auszubessern und zu ergänzen. Sicherlich wird FULL CRYSTAL bis dahin auch noch durch Tests sicherstellen wollen, dass alle Funktionen fehlerfrei und wie gewünscht arbeiten. FULL CRYSTAL freut sich daher auch über jedes Feedback, jede Fehlermeldung und jeden Verbesserungsvorschlag.
Wer BCMAPPER innerhalb der momentan immer noch laufenden Beta-Phase erwirbt, der bezahlt dafür 19,- CAD (kanadische Dollar), was laut Währungsrechner derzeit rund 12,- Euro entspricht (alle künftigen Updates sind darin inbegriffen), bei Veröffentlichung der Version 1.0m die laut FULL CRYSTAL schon in wenigen Wochen erfolgen soll, steigt der Preis dann auf 29,- CAD, was etwa 18,- Euro sind. Beides sind für eine derart funktionelle Software angemessen und nicht zu viel.
Positives:
+ übersichtliche Programmoberfläche
+ Funktionsumfang
+ einfache Bedienung
+ Programmstabilität
+ In-App-Dokumentation
+ Offline-Aktivierung
+ fairer Preis
Negatives:
– begrenzte Zeichenanzahl bei der Scribble Strips-Beschriftung
Produktwebseite: https://bcmapper.ca
