Testbericht: STEINBERG Wavelab 13 Pro

Testbericht von Andreas,
veröffentlicht am 12.02.2026

Mit Steinberg WaveLab 13 veröffentlicht Steinberg ein Major-Update einer der traditionsreichsten und spezialisiertesten Audio-Softwarelösungen im professionellen Umfeld. WaveLab gilt seit vielen Jahren als Referenz für Mastering, Audio-Editing und finale Produktionsschritte – insbesondere dort, wo Präzision, Reproduzierbarkeit und technische Kontrolle wichtiger sind als kreative Komposition.

Der vorliegende WaveLab 13 Testbericht analysiert die Software ausführlich und praxisnah. Im Mittelpunkt stehen die Neuerungen gegenüber WaveLab 12, der deutlich ausgebaute Audio-Montage-Workflow, die Performance-Optimierungen, die internen Plug-ins sowie die erstmalig vollständig integrierte Dolby-Atmos-Unterstützung. Ziel ist eine realistische Einordnung für professionelle Anwender aus Mastering, Postproduktion, Musikproduktion und Content-Erstellung.

Steinberg Wavelab 13 Pro
Steinberg Wavelab 13 Pro

Die Version 13 baut auf den etablierten Stärken der Serie auf, bringt aber umfangreiche Erweiterungen und Verbesserungen in fast allen Bereichen – vornehmlich in der Audio-Montage, der Workflow-Effizienz und dem Dolby-Atmos-Mastering. Insgesamt enthält die neue Version mehr als 30 neue Funktionen und Workflow-Erweiterungen.

WaveLab 13 ist sowohl für Windows (64-Bit) als auch für macOS verfügbar und wird in verschiedenen Editionen angeboten, darunter Pro und Elements (Einsteigerversion). Wir testen hier die Pro Version von Wavelab 13.

Einordnung und Zielgruppe

Steinberg WaveLab 13 richtet sich klar an fortgeschrittene und professionelle Anwender. Anders als klassische Digital Audio Workstations (DAWs), wie zum Beispiel Cubase 15 die primär auf Komposition, Arrangement und Recording ausgelegt sind, versteht sich WaveLab als spezialisierte Umgebung für Stereo- und Album-Mastering, Audio-Montage komplexer Projekte, Postproduktion und Broadcast, Sprach-, Podcast- und Hörbuchproduktion, Finalisierung und Distribution sowie Bearbeitung von immersiven Audioformaten wie Dolby Atmos.

WaveLab ist dabei kein Ersatz für eine Produktions-DAW wie Cubase oder Nuendo, sondern bewusst als letzter, kontrollierender Schritt im Produktionsprozess konzipiert. Diese klare Fokussierung zieht sich auch durch WaveLab 13 konsequent weiter.

Überblick: Was ist neu in WaveLab 13?

WaveLab 13 ist kein kosmetisches Update, sondern eine gezielte Weiterentwicklung bestehender Kernfunktionen. Steinberg verzichtet bewusst auf radikale Veränderungen am Benutzerinterface und konzentriert sich stattdessen auf die Effizienzsteigerung im täglichen Workflow sowie einer eine bessere Übersicht bei großen Projekten. Auch die Plug-in-Architektur wurde modernisiert und es gibt deutliche Performance-Verbesserungen. Die vollständige Dolby-Atmos-Integration ist sicherlich für viele Produzenten ein Grund, auf die neue Version zu aktualisieren.

Steinberg Wavelab 13 Pro Benutzerinterface
Steinberg Wavelab 13 Pro Benutzerinterface

Im Vergleich zu WaveLab 12 fällt auf, dass viele Neuerungen nicht spektakulär wirken, im professionellen Alltag jedoch erheblich Zeit sparen. Gerade bei umfangreichen Album-Montagen oder Postproduktionsprojekten machen sich diese Detailverbesserungen schnell bemerkbar.

Die Audio-Montage als Herzstück von WaveLab 13

Umfangreiche Verbesserungen für die Audio-Montage

Mit WaveLab 13 liefert Steinberg ein Update seiner professionellen Audio-Mastering- und Editier-Software, das insbesondere die Arbeit in der Audio-Montage deutlich verbessert. In Version 13 stehen zahlreiche Workflow-Optimierungen, erweiterte Bearbeitungsfunktionen und neue Organisationshilfen im Vordergrund – ein deutlicher Schritt nach vorn gegenüber dem Vorgänger.

Steinberg Wavelab 13 - Audio Montage
Steinberg Wavelab 13 – Audio Montage

Fokus auf Audio-Montage: mehr Effizienz und Kontrolle

Die Audio-Montage ist das zentrale Arbeitsfeld, wenn es um das Zusammenstellen, Bearbeiten und Finalisieren ganzer Projekte geht. WaveLab 13 erweitert diesen Bereich erheblich. Es gibt einen neuen Einfügedialog für Audiodateien. Zudem erleichtern neu strukturierte Dialoge das gezielte Einfügen von Audiodateien in ein Montage-Projekt direkt aus dem Explorer-Fenster.

Referenz-Clips und Synchronisation: Anwender können nun Referenz-Audioclips automatisch hinzufügen und zur Synchronisation über mehrere Spuren hinweg nutzen. Diese Funktion erleichtert das Vergleichen und Abgleichen unterschiedlicher Versionen deutlich. Eine neue Farb-Organisation, welche die Clip- und Spurfarben individuell anpassen oder per Regelbasis automatisch generieren lässt, hilft dabei, in großen Projekten nicht den Überblick zu verlieren. Es lassen sich auch Zufallsfarben vergeben, die für einen schnellen Überblick in komplexen Projekten sorgen sollen. Mit der neuen Track-Suche wird die Suche nach Spuren erleichtert, auch dies spart viel Zeit bei der Navigation in umfangreichen Montagen.

Bearbeitungs- und Darstellungstools

Neben der Organisation wurden in WaveLab 13 auch die Bearbeitungswerkzeuge verbessert. Die visuelle Auswahl-Hervorhebung stellt die Auswahl von Clips stärker kontras­tiert dar, was die Sichtbarkeit bei komplexen Projekten erhöht. Mit dem neuen Clip-Ribbon-Tab bietet Wavelab eine zusätzliche Werkzeugleiste für Clips, welche einen schnellen Zugriff auf häufig genutzte Bearbeitungsfunktionen bietet ohne dass man sich durch mehrere Menüs kämpfen muss. Mit der schnellen Pegelanpassung lassen sich Clip-Gain-Anpassungen jetzt noch schneller durchführen oder vollständig zurücksetzen.

Rendering- und Workflow-Optimierungen

Ein zentrales Update betrifft das Rendering sowie die Performance im Arbeitsablauf. Es kann nun zwischen verschiedenen Render-Optionen gewählt werden, um das Ausgabe-Verhalten dadurch gezielter zu steuern. Zudem erleichtert die neue Bereichsauswahl „Alle Tracks abdecken“ das Zusammenfassen größerer Passagen über mehrere Spuren hinweg. Ergänzend sorgt eine Schutzoption bei geringer Spurhöhe dafür, dass bei sehr kleinen Tracks unbeabsichtigte Bearbeitungen vermieden werden.

Steinberg Wavelab 13 Pro Spektral Bearbeitung (ähnlich SpectraLayers)
Steinberg Wavelab 13 Pro Spektral Bearbeitung (ähnlich SpectraLayers)

Allgemeine Verbesserungen und Extras

Die VST3-Kompatibilität wurde erweitert und eine Sidechain-Unterstützung direkt in der Audio-Montage integriert. Verbesserte Farbmanagement-Tools mit individuellen Paletten sorgen für mehr Übersicht und Anpassungsmöglichkeiten, während eine optimierte HDPI-Waveform-Darstellung die Arbeit auf modernen hochauflösenden Displays spürbar verbessert.

Substanzielle Fortschritte für Profis

WaveLab 13 beweist, dass die Software ihre Stärken nicht nur im Mastering-Workflow hat, sondern auch in der präzisen und effizienten Bearbeitung von Projekten in der Audio-Montage. Die neuen Funktionen zur Organisation, Bearbeitung und Visualisierung erhöhen die Produktivität und erleichtern den Umgang mit komplexen Montage-Projekten – insbesondere für professionelle Anwender, die täglich mit umfangreichem Audiomaterial arbeiten. In der Summe macht Steinberg mit WaveLab 13 einen klaren Fortschritt und liefert ein Update, das vor allem in den Details der Arbeitsabläufe spürbar ist.

Referenz-Clips und A/B-Vergleiche

Ein zentraler Bestandteil professionellen Masterings ist der Vergleich – sowohl zwischen eigenen Versionen als auch mit externen Referenzen. WaveLab 13 erweitert diesen Bereich deutlich, indem Referenz-Clips nun automatisch hinzugefügt, über mehrere Spuren hinweg synchronisiert sowie schnell ein- und ausgeblendet werden können. Dadurch gestaltet sich das A/B-Hören wesentlich effizienter und praxisnäher im täglichen Workflow.

Steinberg Wavelab 13 - Visuelle Analyse
Steinberg Wavelab 13 – Visuelle Analyse

Farbverwaltung und visuelle Organisation

Erweiterte Farbregeln

WaveLab 13 verfügt über eine deutlich erweiterte Farbverwaltung für Clips und Spuren. Farben können dabei manuell vergeben, regelbasiert automatisch zugewiesen oder per Zufallsfunktion generiert werden. Besonders bei umfangreichen Projekten mit zahlreichen Spuren – etwa bei Sprachfassungen, Stems oder alternativen Mixen – sorgt diese Flexibilität für eine spürbar bessere Übersicht und effizientere Organisation.

Verbesserte Clip-Hervorhebung

Ein oft unterschätzter Punkt: die visuelle Erkennbarkeit aktiver Clips. WaveLab 13 stellt ausgewählte Clips jetzt deutlich kontrastreicher dar. Auch bei geringer Spurhöhe oder dichter Belegung bleibt klar erkennbar, welcher Clip aktuell bearbeitet wird.

Track-Suche und Navigation

Eine neue, aber im Alltag extrem hilfreiche Funktion ist die Track-Suche. In umfangreichen Montagen mit vielen Spuren können Tracks jetzt direkt über ihren Namen gefunden werden. Gerade bei Postproduktions- oder Hörbuchprojekten mit vielen Sprachspuren ist dies ein echter Produktivitätsgewinn.

Clip-Ribbon-Panel: Schneller Zugriff auf Kernfunktionen

Steinberg Wavelab 13 - Clip-Ribbon-Panel
Steinberg Wavelab 13 – Clip-Ribbon-Panel

WaveLab 13 führt mit dem neuen Clip-Ribbon-Panel eine kontextbezogene Werkzeugleiste ein, die direkt am jeweiligen Clip ansetzt und schnellen Zugriff auf häufig benötigte Bearbeitungsfunktionen ermöglicht. Dazu zählen unter anderem Gain-Anpassungen, Fades, Normalisierung sowie Clip-spezifische Effekte. Durch diese direkte Integration werden Mauswege und Menüwechsel deutlich reduziert, was den Workflow spürbar beschleunigt und exemplarisch zeigt, wie bereits kleine Anpassungen eine große Wirkung entfalten können.

Workflow-Optimierungen über die Montage hinaus

Clip-Gain und Bereichsauswahl

Clip-Gain-Anpassungen lassen sich in WaveLab 13 schneller durchführen und bei Bedarf vollständig zurücksetzen. Zusätzlich kann eine Bereichsauswahl optional alle Spuren gleichzeitig abdecken – ideal für globale Bearbeitungen oder Exporte.

Schutzmechanismen bei geringer Spurhöhe

Eine praxisnahe Neuerung ist der Schutz vor unbeabsichtigten Bearbeitungen bei sehr kleinen Spuren. Gerade auf großen Projekten mit vielen Tracks kann dies ungewollte Änderungen verhindern.

Plug-in-Handling

Plug-ins lassen sich jetzt per Drag-and-drop aus Effektketten entfernen. Zusammen mit skalierbaren Plug-in-Oberflächen verbessert dies die Bedienbarkeit spürbar – besonders auf hochauflösenden Monitoren.

Performance und Multicore-Rendering

WaveLab 13 profitiert von einem deutlich verbesserten Multicore-Rendering, wodurch große Projekte mit zahlreichen Effekten, Clips und Spuren spürbar schneller gerendert und exportiert werden. Auch die allgemeine Performance wurde optimiert: Kürzere Ladezeiten, flüssigeres Scrollen sowie ein stabileres Arbeiten bei hohen Spurzahlen tragen zu einer insgesamt reaktionsschnelleren Arbeitsumgebung bei. Im praktischen Einsatz präsentiert sich die Software sehr stabil – ein entscheidender Faktor für professionelle Produktionsumgebungen, in denen Zuverlässigkeit oberste Priorität hat.

Steinberg Wavelab 13 - Parallel Batch Rendering
Steinberg Wavelab 13 – Parallel Batch Rendering

Interne Plug-ins: Mehr als nur Beigabe

MasterRig 2 – das neue Mastering Zentrum

Sehr aufgeräumt präsentiert sich das neue MasterRig 2. Im Vergleich zu iZotopes Mastering Suite OZONE 11 (das ist die vorletzte Version, aktuell ist die Version 12, welche ich aber nicht auf dem Rechner habe) muss sich MasterRig 2 nicht verstecken. Ich finde, dass es dadurch, dass nur die wirklich wichtigen Funktionen geboten werden, einfacher zu bedienen ist und somit schneller zu guten Ergebnissen führt.

Mit MasterRig 2 erhält Wavelab eine vollständig überarbeitete Mastering-Suite, die als zentrales Werkzeug für die Klangformung dient. Das modernisierte, skalierbare User Interface passt sich flexibel an unterschiedliche Arbeitsflächen an und verbessert den Bedienkomfort deutlich. Zusätzlich ermöglicht Sidechain-Support komplexere Routing-Ketten mit dynamischen, rhythmischen Effekten. Auch die Module für Equalizing, Kompression, Limiting und Stereo-Imaging wurden funktional wie gestalterisch überarbeitet. MasterRig 2 fungiert damit als Herzstück für präzises Mastering und eignet sich sowohl als schnelle All-in-One-Lösung als auch als Ausgangspunkt für umfangreiche, individuell aufgebaute Mastering-Ketten.

Steinberg Wavelab 13 - MasterRig
Steinberg Wavelab 13 – MasterRig

VocalChain – optimiert für Sprache und Gesang

Einen klaren Fokus legt WaveLab 13 zudem auf Content-Produktion im Sprach- und Gesangsbereich. Das Plug-in VocalChain richtet sich gezielt an entsprechende Projekte und kombiniert EQ, Kompression und Reverb in einer kompakten, intuitiven Oberfläche. Ziel ist eine optimierte klangliche Präsenz und bessere Verständlichkeit, was insbesondere bei Podcasts, Hörbüchern, Voice-Overs oder der Finalisierung von Gesangsaufnahmen von Vorteil ist.

Steinberg Wavelab 13 - VocalChain
Steinberg Wavelab 13 – VocalChain

UltraShaper – Dynamik und Transienten

Mit UltraShaper erweitert WaveLab 13 die Möglichkeiten der Dynamikbearbeitung um präzises Transient-Shaping. Attack, Sustain, Punch und Präsenz lassen sich gezielt steuern, wodurch vornehmlich im Mastering oder bei der Bearbeitung von Stems zusätzliche klangliche Kontrolle entsteht.

Steinberg Wavelab 13 UltraShaper
Steinberg Wavelab 13 UltraShaper

Ergänzend stehen kreative Effekte wie Pitch Shifter oder Underwater zur Verfügung. Diese sind weniger für klassisches Mastering konzipiert, eröffnen jedoch zusätzliche Optionen in Montage- und Postproduktionsprojekten sowie im kreativen Sounddesign. Den Ultrashaper, welcher auch in der neuen Cubase 15 Pro Version zu finden ist, nutze ich inzwischen als Standardkompressor auf allen Drumspuren.

Dolby Atmos: Ein Meilenstein für WaveLab

Native Integration

Der größte qualitative Schritt gegenüber der Vorgängerversion ist jedoch die native Integration von Dolby Atmos. Erstmals können immersive Produktionen vollständig innerhalb von WaveLab bearbeitet und finalisiert werden. WaveLab 13 stellt dafür spezielle Dolby-Atmos-Master- und Album-Montagen bereit. Dabei können ADM-Dateien direkt bearbeitet werden, sie lassen sich zudem normalisieren und neu rendern, ohne dass die enthaltenen Objektinformationen verloren gehen.

Steinberg WaveLab Pro 13- Dolby Atmos
Steinberg WaveLab Pro 13- Dolby Atmos

Der Immersive Plug-in Hub ermöglicht den Einsatz von VST3-Plug-ins mit bis zu 128 Kanälen. Effekte können auf Bed-Kanäle, Objekt-Kanäle sowie auf Track- oder Clip-Ebene angewendet werden, was für professionelle Atmos-Produktionen essenziell ist. Ergänzende Atmos-spezifische Werkzeuge wie MixerDelay zur Feinjustierung von Lautsprecher-Delays und ein Bass-Manager zur kontrollierten Verteilung tiefer Frequenzen verbessern die räumliche Kohärenz und technische Konsistenz immersiver Master erheblich.

Steinberg hat gerade einen interessanten Beitrag über das Bearbeiten von immersivem Audio wie zum Beispiel Dolby Atmos gepostet:

25 Jahre Pionierarbeit im Mastering für Surround-Sound und Immersive Audio, Interview mit Michael Romanowski: https://www.steinberg.net/es/stories/michael-romanowski/

Vergleich: WaveLab 13 vs. WaveLab 12

Dolby-Atmos-Mastering (ganz neu in Version 13)

Im direkten Vergleich mit WaveLab 12 wird deutlich, dass insbesondere der Atmos-Bereich eine fundamentale Neuerung darstellt. Während die Vorgängerversion bereits umfangreiche Funktionen für Stereo-Mastering und klassische Audio-Montage bot, fehlten entsprechende Dolby-Atmos-Workspaces vollständig. WaveLab 13 erweitert diesen Bereich um spezialisierte Arbeitsumgebungen für die Bearbeitung einzelner Atmos-Dateien sowie für die Zusammenstellung kompletter Album-Master-Sessions. Funktionen wie Loudness– und TruePeak-Normalisierung, Stereo-Referenz-A/B-Vergleich und Crossfade-Unterstützung ergänzen den immersiven Workflow sinnvoll.

Verbesserter Montage-Workflow

Zudem wurde auch der Montage-Workflow insgesamt spürbar optimiert. Eine erweiterte Farbverwaltung für Clips und Spuren mit automatischen Farbrichtlinien und Zufallsfunktionen sorgt für mehr Übersicht in komplexen Projekten. Die integrierte Track-Suche erleichtert das Navigieren in umfangreichen Sessions, während eine verbesserte Visualisierung aktiver Clips die Orientierung erhöht. Das dynamische Clip-Ribbon-Panel bietet schnellen Zugriff auf zentrale Bearbeitungsfunktionen und reduziert Menüwechsel. Neue Render-Quellen-Optionen, erweiterte Clip-Gain-Kontrollen sowie die Möglichkeit, Plugin-Chains gleichzeitig auf mehrere Clips anzuwenden, steigern Effizienz und Flexibilität zusätzlich. Insgesamt agiert WaveLab 13 im Montage-Bereich spürbar schneller, strukturierter und komfortabler als sein Vorgänger Wavelab 12.

Steinberg Wavelab 13 - Globale Analyse
Steinberg Wavelab 13 – Globale Analyse

Editionen, Plattformen und Einsatzbereiche

Die aktuelle Version WaveLab 13 aus dem Hause Steinberg ist ausschließlich als 64-Bit-Anwendung verfügbar und richtet sich an moderne Betriebssysteme. Unter Windows werden aktuelle 64-Bit-Versionen von Windows 10 sowie Windows 11 unterstützt. Auf Apple-Rechnern läuft die Software auf neueren macOS-Versionen, darunter aktuelle Generationen wie Sonoma und spätere Releases. Voraussetzung ist in jedem Fall ein zeitgemäßes System mit ausreichender Hardware-Leistung, da ältere 32-Bit-Umgebungen nicht mehr kompatibel sind.

Editionen:

WaveLab 13 ist in mehreren Ausführungen erhältlich, die sich hinsichtlich Funktionsumfang, Zielgruppe und Preisstruktur unterscheiden. Damit deckt die Software sowohl professionelle Mastering-Studios als auch ambitionierte Heimproduzenten und Einsteiger ab.

Auf der Webseite von Steinberg findet ihr eine hervorragend gemachte Vergleichstabelle, die anzeigt, welche Unterschiede es zwischen den Wavelab-Versionen gibt: https://www.steinberg.net/de/wavelab/compare-editions/

Die umfassendste Variante ist WaveLab 13 Pro. Sie richtet sich an professionelle Anwender im Bereich Mastering, Audio-Postproduktion und hochwertige Content-Produktion. Diese Version enthält den vollständigen Funktionsumfang, einschließlich fortgeschrittener Audio-Montage, umfangreicher Metering-Optionen, DDP-Erstellung, Restaurationswerkzeugen sowie der nativen Dolby-Atmos-Integration für immersive Produktionen. Auch der komplette Satz interner Plug-ins wie MasterRig 2, VocalChain und weitere Dynamik- und Kreativwerkzeuge ist hier enthalten. WaveLab 13 Pro ist damit klar auf den professionellen Studioeinsatz ausgelegt.

Steinber Wavelab 13 - Versionen
Steinber Wavelab 13 – Versionen

Daneben steht WaveLab 13 Elements zur Verfügung. Diese Version ist funktional abgespeckt, bietet jedoch einen leistungsfähigen Einstieg in die Welt des Audio-Editings und Masterings. Elements eignet sich insbesondere für Musiker, Podcaster und Content-Creator, die grundlegende Bearbeitungs-, Schnitt- und Mastering-Funktionen benötigen, jedoch auf spezielle High-End-Features verzichten können. Viele Kernfunktionen der Audiobearbeitung sind enthalten, allerdings in reduzierter Form und ohne die erweiterten Profi-Workflows der Pro-Version.

Zusätzlich existiert mit WaveLab Cast 2 eine speziell auf Content-Produktion zugeschnittene Variante. Diese Version richtet sich vor allem an Podcaster, Streamer und Social-Media-Produzenten. Der Fokus liegt auf schneller Sprachbearbeitung, einfacher Veröffentlichung und optimierten Workflows für dialogorientierte Inhalte. Im Vergleich zu Pro und Elements steht hier weniger das klassische Musik-Mastering im Vordergrund, sondern vielmehr eine unkomplizierte Produktion und Distribution von Sprach-Content.

Steinberg WaveLab Cast 2
Steinberg WaveLab Cast 2

Mit WaveLab GO bietet Steinberg eine leichtere, fokussierte Variante von WaveLab an, welche sich als ARA Tool in Cubase aber auch in DAWs anderer Hersteller einbinden lässt. Diese Variante ist nicht als vollwertiger Ersatz für WaveLab Pro gedacht, bietet aber bereits eine gute Auswahl zentraler Werkzeuge in einem übersichtlichen Format, ideal für schnellere Bearbeitungen, Lautstärke-Anpassungen und einfaches Mastering. Obwohl Steinberg keine vollständige Feature-Liste ohne JavaScript-Rendering der Vergleichstabelle veröffentlicht, lassen sich aus externen Beschreibungen die folgenden Kernfunktionen von WaveLab GO ableiten:

  • Grundlegende Audiobearbeitung: Schneiden, Normalisieren, Lautstärke-Anpassungen.
  • Loudness-Presets: Automatische Anpassung an Streaming-Standards (z. B. Spotify, Apple Music, EBU R-128).
  • Zeit- und Tonhöhenbearbeitung: Time-Stretching, Pitch-Shifting, Reverse, Polaritätsumkehr.
  • ARA-Kompatibilität: Direkte Einbindung in unterstützte DAWs, z. B. zum Bearbeiten auf Timeline-Ebene.

Diese Auswahl macht WaveLab GO zu einem praktischen Werkzeug für Podcaster, Musiker und Produzenten, die einfache Mastering- und Bearbeitungsaufgaben effizient erledigen möchten, ohne den gesamten Funktionsumfang von Wavelab Pro zu benötigen. Innerhalb der Produktfamilie steht WaveLab GO unterhalb der klassischen Desktop-Programme wie WaveLab Pro oder WaveLab Elements.

Es ist etwas kurios, dass sich auf der Steinberg-Seite außer in der Vergleichstabelle keine Informationen finden lassen zu WaveLab GO. Noch seltsamer ist, dass nach einer weiteren Installation von WaveLab 13 Pro auf meinem Notebook anstatt WaveLab 13 Pro Wavelab GO erscheint, sobald ich WaveLab aufrufe.

Normalerweise können mit dem neuen Lizenzsystem von Steinberg die Steinberg-Anwendungen auf bis zu drei Rechnern installiert, aber nur auf einem Rechner genutzt werden, eine gleichzeitige Nutzung ist nicht vorgesehen. Nun ja, vielleicht liegt dieses seltsame Verhalten der Umwandlung von WaveLab 13 Pro zu GO auch daran, dass ich noch eine WaveLab 11 LE auf dem Notebook installiert habe.

Wavelab 13 als ARA-Erweiterung in Cubase 15
Wavelab 13 als ARA-Erweiterung in Cubase 15

Die Stärken und Schwächen im Überblick

Vorteile

  • Sehr ausgereifte Audio-Montage
  • Effiziente Workflow-Optimierungen
  • Leistungsfähige interne Plug-ins
  • Native Dolby-Atmos-Unterstützung
  • Hohe Stabilität und Performance

Nachteile

  • Hohe Komplexität für Einsteiger
  • Atmos-Workflow nur in Pro-Version
  • Seltsames Verhalten bei der Installation auf einem weiteren Rechner (Wavelab 13 Pro wird zu WaveLab GO)

Fazit – WaveLab 13 Pro

WaveLab 13 ist eine konsequente Weiterentwicklung einer etablierten Profi-Software. Steinberg setzt nicht auf radikale Neuerfindung, sondern auf gezielte Optimierung entscheidender Arbeitsbereiche. Besonders die Audio-Montage, die Plug-in-Architektur und die native Dolby-Atmos-Integration heben die Software deutlich über den Vorgänger hinaus.

Für professionelle Anwender, die regelmäßig mit komplexen Mastering-, Montage- oder immersiven Projekten arbeiten, ist WaveLab 13 aktuell die leistungsfähigste und durchdachteste Lösung, die ich kenne.

Wer selbst testen möchte, kann eine 60 Tage-Probierversion kostenfrei bei Steinberg herunterladen. Die Voraussetzung ist eine Steinberg ID, welche aber auch kostenfrei erstellt werden kann. (https://www.steinberg.net/wavelab/trial/)

Wavelab 13 - 60 Tage TRIAL Version
Wavelab 13 – 60 Tage TRIAL Version

Weitere Informationen findet Ihr bei Steinberg: https://www.steinberg.net/wavelab/