Testbericht von Andreas, 03. August 2026
Mit der neuesten Version von SpectraLayers 13 schrumpft der Vorsprung von iZotope RX erheblich, in SpectraLayers sind jetzt mehre Tools zur Sprachbearbeitung und für die Audio-Postproduktion enthalten. Es handelt sich bei diesem Update nicht um ein kleines Wartungsupdate, sondern eher um eine umfangreiche Aktualisierung, welche neben neuen Funktionen auch zahlreiche Verbesserungen bestehender Funktionen beinhaltet.
Um das Rad nicht neu zu erfinden, verweise ich hier auf unseren letzten SpectraLayers-Testbericht. Wir widmen uns in diesem Test hauptsächlich den Neuheiten von SpectraLayers Pro 13.
Die wichtigsten Neuerungen von SpectraLayers 13 Pro
Mit SpectraLayers 13 Pro baut Steinberg die Möglichkeiten der spektralen Audiobearbeitung in nahezu allen Bereichen weiter aus. Während frühere Versionen vor allem durch ihre leistungsfähigen Werkzeuge zur Restaurierung und Trennung von Audiosignalen überzeugten, erweitert die aktuelle Version den Funktionsumfang insbesondere für die moderne Audio-Postproduktion. Gleichzeitig profitieren aber auch Musikproduzenten, Sounddesigner, Podcast-Produzenten und Rundfunkanstalten von zahlreichen neuen Werkzeugen, die den täglichen Workflow beschleunigen und viele bislang zeitaufwendige Arbeitsschritte automatisieren.
Unmix Sound Effects
Eine der auffälligsten Neuerungen ist das neue Modul Unmix Sound Effects. Während SpectraLayers bislang bereits Stimmen, Instrumente oder verschiedene Klangbestandteile voneinander trennen konnte, konzentriert sich dieses Werkzeug speziell auf die Trennung kurzer Einzelereignisse von kontinuierlichen Hintergrundgeräuschen.
Das Programm erkennt etwa Schritte, Türschläge, Vogelrufe, Hupen, Explosionen oder andere impulsartige Geräusche und kann diese automatisch von Umgebungsgeräuschen wie Wind, Regen, Verkehr, Menschenmengen oder Naturatmosphäre separieren. Die extrahierten Geräusche landen dabei auf einer eigenen Ebene, während die eigentliche Hintergrundatmosphäre erhalten bleibt.
Gerade in der Film- und Fernsehproduktion, aber auch bei Dokumentationen oder Podcasts eröffnet dies deutlich effizientere Bearbeitungsmöglichkeiten, weil einzelne Geräusche gezielt entfernt, ersetzt oder weiterbearbeitet werden können, ohne die gesamte Aufnahme aufwendig restaurieren zu müssen.
Ambience Heal
Direkt daran knüpft eines der intelligentesten neuen Werkzeuge der Version 13 an: Ambience Heal. Wer bereits mit spektraler Audiobearbeitung gearbeitet hat, kennt das Problem. Werden Stimmen oder störende Geräusche aus einer Aufnahme entfernt, entstehen zwangsläufig Lücken im Frequenzspektrum.
Diese leeren Bereiche wirken häufig künstlich oder lassen den Raumklang unnatürlich erscheinen. Ambience Heal analysiert deshalb die umgebenden Klanginformationen und rekonstruiert automatisch eine passende Hintergrundatmosphäre. Dabei orientiert sich das Modul an den bereits vorhandenen Raumanteilen und füllt die entfernten Bereiche mit einer möglichst natürlich klingenden Textur auf.
Vor allem bei Filmdialogen, Sprachaufnahmen oder der Restaurierung historischer Aufnahmen dürfte dieses Werkzeug einen erheblichen Zeitgewinn ermöglichen, da viele bislang manuell durchgeführte Retuschen automatisiert werden können.
Reconstruct
Ebenfalls neu ist das Modul Reconstruct, das beschädigte oder entfernte Signalanteile auf intelligente Weise wiederherstellt. Während klassische Restaurierungswerkzeuge häufig lediglich vorhandenes Material kopieren oder interpolieren, analysiert Reconstruct die spektrale Umgebung wesentlich genauer.
Dabei unterscheidet das Modul zwischen drei unterschiedlichen Signalbestandteilen: tonalen Anteilen, Transienten und Rauschanteilen. Für jeden dieser Bereiche lässt sich individuell festlegen, wie stark die Rekonstruktion erfolgen soll. Tonale Bestandteile werden anhand ihres Verlaufs vor und nach der beschädigten Stelle nachgebildet, Transienten orientieren sich an den darüber- und darunterliegenden Informationen im Spektrum, während Rauschanteile passend ergänzt werden.
Dadurch lassen sich beschädigte Stellen oftmals erstaunlich unauffällig rekonstruieren, was insbesondere bei der Restaurierung älterer Aufnahmen oder beschädigter Sprachaufnahmen von großem Vorteil ist.
Attenuate
Mit Attenuate führt Steinberg außerdem ein Werkzeug ein, das sich hervorragend für unauffällige Pegelanpassungen innerhalb einer Spektralauswahl eignet. Anstatt ausgewählte Signalbestandteile einfach starr abzusenken, analysiert das Modul die maximale spektrale Energie der umgebenden Bereiche und passt die Lautstärke des ausgewählten Bereichs entsprechend an.
Dadurch entstehen wesentlich weichere und natürlichere Übergänge. Gerade beim Entfernen von Störgeräuschen oder bei kleineren Reparaturen lassen sich auffällige Pegelsprünge vermeiden, sodass Bearbeitungen deutlich unauffälliger wirken.
Voice DeClick
Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Version liegt eindeutig auf der Sprachbearbeitung. Mit Voice DeClick integriert Steinberg erstmals ein spezialisiertes Werkzeug zur Entfernung typischer Mundgeräusche. Lippenbewegungen, Zungenschnalzer oder andere kleine Nebengeräusche gehören vorwiegend bei Podcast-, Hörbuch- und Sprachproduktionen zu den häufigsten Problemen.
Das neue Modul erkennt diese Störungen automatisch und reduziert sie gezielt. Über verschiedene Parameter wie Schwellenwert, Bearbeitungsbreite oder Reduktionsstärke kann die Wirkung präzise an unterschiedliche Sprecher angepasst werden. Dadurch bleibt die Natürlichkeit der Stimme weitgehend erhalten, während störende Nebengeräusche zuverlässig entfernt werden.
Unmix Two Voices
Besonders beeindruckend wirkt auch Unmix Two Voices. Während bisher oftmals zunächst individuelle Stimmprofile erstellt oder verschiedene Bearbeitungsschritte kombiniert werden mussten, kann SpectraLayers 13 nun zwei gleichzeitig sprechende Personen automatisch voneinander trennen.
Das spart nicht nur Zeit, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten bei Interviews, Podcasts oder Archivaufnahmen, in denen Sprecher versehentlich gleichzeitig gesprochen haben. Gerade im journalistischen Umfeld oder bei der Nachbearbeitung von Interviews dürfte diese Funktion schnell zu einem unverzichtbaren Werkzeug werden.
Voice DeCrosstalk
Noch einen Schritt weiter geht schließlich Voice DeCrosstalk. Dieses Modul wurde speziell dafür entwickelt, störende Hintergrundsprecher oder übersprechende Stimmen von der eigentlichen Zielstimme zu trennen. Selbst wenn sich mehrere Sprecher zeitlich überlagern, kann SpectraLayers die gewünschte Stimme deutlich besser isolieren als bisher. Für Filmton, Synchronisation, Rundfunk oder Videoproduktionen eröffnet dies völlig neue Möglichkeiten der Dialogbearbeitung und reduziert den Aufwand für aufwendige Nachsynchronisationen erheblich.
Level Check
Auch im Bereich der Lautheitsanalyse erweitert Steinberg den Funktionsumfang deutlich. Das neue Modul Level Check berechnet umfangreiche Loudness-Daten wie True Peak, verschiedene LUFS-Werte und weitere Messgrößen direkt innerhalb des Projekts. Besonders praktisch ist dabei die Möglichkeit, nicht nur komplette Projekte, sondern auch einzelne Ebenen oder sogar Spektralauswahlen separat auszuwerten.
Ein weiteres Komfortmerkmal besteht darin, dass sich über die Messwerte unmittelbar zu den entsprechenden Stellen innerhalb der Zeitleiste springen lässt. Dadurch können problematische Pegelspitzen oder Lautheitsschwankungen wesentlich schneller lokalisiert und korrigiert werden.
Bearbeitungsworkflow
Neben den zahlreichen neuen Audiomodulen hat Steinberg auch den gesamten Bearbeitungsworkflow von SpectraLayers 13 Pro überarbeitet. Viele der Neuerungen wirken auf den ersten Blick unscheinbar, entfalten im täglichen Einsatz jedoch ein enormes Potenzial, da sie wiederkehrende Arbeitsschritte deutlich beschleunigen und die Bedienung der Software insgesamt flüssiger gestalten.
Paste Into Selection
Eine der interessantesten Erweiterungen betrifft die Möglichkeiten beim Kopieren und Einfügen von Spektralauswahlen. Mit Paste Into Selection können kopierte Spektralinhalte jetzt gezielt innerhalb einer zuvor definierten Auswahl eingefügt werden. Dabei dient die neue Auswahl praktisch als Fenster, in das ausschließlich der entsprechende Ausschnitt des kopierten Materials übernommen wird.

Gerade bei der Restaurierung beschädigter Aufnahmen oder beim gezielten Austauschen einzelner Geräusche eröffnet diese Funktion völlig neue Möglichkeiten. Kleine Klangereignisse lassen sich wesentlich präziser ersetzen, wiederholen oder verschieben, ohne dass umfangreiche Nachbearbeitungen notwendig werden.
Paste Insert
Ergänzend dazu führt Steinberg mit Paste Insert eine weitere praktische Funktion ein. Beim Einfügen von Audiomaterial wird nun auf Wunsch automatisch zusätzlicher Zeitbereich geschaffen, sodass bestehende Inhalte nicht überschrieben werden. Stattdessen erweitert SpectraLayers die Zeitleiste an der gewünschten Position und fügt das neue Material sauber ein. Besonders bei Sounddesign-Projekten oder komplexen Restaurierungsarbeiten erleichtert diese Funktion das strukturierte Arbeiten erheblich.
Auswahlwerkzeuge
Auch die Auswahlwerkzeuge wurden weiterentwickelt. Bislang konnten Zeit- und Frequenzbereich einer Auswahl nur getrennt verändert werden. SpectraLayers 13 ergänzt jetzt einen Eckgriff, über den beide Dimensionen gleichzeitig angepasst werden können. Dadurch lassen sich Spektralauswahlen wesentlich intuitiver skalieren und positionieren. In Kombination mit den neuen Kopier- und Einfügefunktionen entsteht ein deutlich flüssigerer Bearbeitungsablauf, der das Arbeiten direkt im Spektrum natürlicher wirken lässt.

Dynamic Fade-Shaping Controls
Ebenfalls neu sind die Dynamic Fade-Shaping Controls. Die bereits bekannten Regler für Zeit- und Frequenz-Fades können jetzt direkt auf aktive Auswahlen angewendet werden. Dadurch lassen sich Übergänge wesentlich komfortabler gestalten, ohne zusätzliche Bearbeitungsschritte durchführen zu müssen. Ergänzend können Auswahl-Fades jetzt vollständig deaktiviert werden. Anwender können somit jederzeit zwischen weichen Übergängen und exakt definierten Auswahlkanten wechseln – ein Detail, das insbesondere bei präzisen Restaurierungsarbeiten von Vorteil ist.
Interface Layout Presets
Großen Wert hat Steinberg außerdem auf die Individualisierung der Benutzeroberfläche gelegt. Mit den neuen Interface Layout Presets lassen sich komplette Arbeitsumgebungen speichern und jederzeit wieder aufrufen. Dabei werden nicht nur die Positionen einzelner Fenster gespeichert, sondern sämtliche sichtbaren Module, Werkzeugleisten, Docking-Einstellungen und Größenverhältnisse.
Wer etwa zwischen Musikproduktion, Sprachrestaurierung und Filmton wechselt, kann für jeden Anwendungsbereich eine eigene Arbeitsumgebung anlegen und mit einem einzigen Mausklick aktivieren. Gerade professionelle Anwender, die täglich unterschiedliche Projekte bearbeiten, profitieren von dieser deutlich flexibleren Oberfläche.
Verlaufshistorie
Auch die Verlaufshistorie wurde sinnvoll erweitert. Bisher wurden sämtliche Auswahlvorgänge in der History protokolliert, was bei umfangreichen Projekten schnell unübersichtlich werden konnte. Nun können Auswahländerungen auf Wunsch vollständig von der Historie ausgeschlossen werden. Dadurch bleiben bestehende Selektionen erhalten, während Bearbeitungsschritte weiterhin komfortabel rückgängig gemacht oder wiederhergestellt werden können. Dieses Detail mag zunächst unspektakulär erscheinen, verbessert den täglichen Workflow jedoch spürbar.
Suchfunktion
Da SpectraLayers mittlerweile eine enorme Anzahl spezialisierter Module bietet, wurde zusätzlich eine neue Suchfunktion integriert. Module lassen sich jetzt nicht mehr ausschließlich über ihre Namen finden, sondern auch über passende Schlüsselbegriffe. Wer etwa nach Funktionen rund um Sprache, Rauschunterdrückung, Ambience oder Reparatur sucht, kann einfach entsprechende Begriffe wie Speech, Noise, Heal oder Ambience eingeben und erhält sofort die passenden Werkzeuge. Gerade Neueinsteiger finden sich dadurch wesentlich schneller in der umfangreichen Modulsammlung zurecht.
Messsystem
Ebenfalls überarbeitet wurde das Messsystem. Der bekannte VU-Meter kann jetzt nicht nur klassische Pegel anzeigen, sondern wahlweise auch Peak-, RMS- oder Loudness-Werte darstellen. Zusätzlich steht mit Level Check ein eigenes Analysemodul zur Verfügung, das umfassende Lautheitsinformationen für komplette Projekte, einzelne Ebenen oder sogar beliebige Spektralauswahlen liefert. Diese engere Verzahnung von Bearbeitung und Messung erleichtert insbesondere das Arbeiten nach modernen Broadcast- und Streaming-Standards.
Modulhilfe
Für eine bessere Orientierung innerhalb der Software sorgt außerdem die neue Modulhilfe. Sobald Tooltips aktiviert sind, erscheinen beim Überfahren eines Moduls zusätzliche Informationen zur jeweiligen Funktion, zu verfügbaren Tastenkombinationen sowie Hinweise darauf, ob das betreffende Werkzeug von der aktuell eingestellten FFT-Größe beeinflusst wird. Gerade bei den komplexeren Restaurierungswerkzeugen hilft diese kontextbezogene Unterstützung dabei, schneller das passende Modul für eine bestimmte Aufgabe auszuwählen.
Tastenkürzel
Auch Tastaturfreunde kommen auf ihre Kosten. Steinberg hat den Umfang der verfügbaren Tastenkürzel massiv erweitert. Für mehr als einhundert zusätzliche Funktionen können nun individuelle Shortcuts vergeben werden. Dazu gehören unter anderem Interface-Layouts, Werkzeugvorgaben, Modul-Presets sowie deren direkte Anwendung. Besonders erfahrene Anwender können dadurch ihre Arbeitsgeschwindigkeit nochmals deutlich steigern.
Optimierung professioneller Produktionsabläufe
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Optimierung professioneller Produktionsabläufe. Die Batch-Verarbeitung wurde erheblich erweitert und kann jetzt mehrere gleichzeitig geöffnete Projekte in einem einzigen Arbeitsgang bearbeiten. Anwender definieren zunächst die gewünschten Bearbeitungsschritte, wählen anschließend die Zielprojekte und deren Ebenen aus und lassen SpectraLayers sämtliche Prozesse automatisch nacheinander ausführen. Gerade bei Serienproduktionen, umfangreichen Restaurierungsprojekten oder Podcast-Produktionen mit vielen Episoden spart diese Funktion wertvolle Arbeitszeit.
Pro Tools Integration
Auch die Integration in Avid Pro Tools wurde weiter verbessert. Die überarbeitete AudioSuite-Bridge unterstützt jetzt die Bearbeitung mehrerer Audioclips innerhalb eines einzigen Roundtrip-Prozesses und arbeitet dabei eng mit der neuen Batch-Verarbeitung zusammen. Besonders im professionellen Postproduktionsbereich dürfte diese Erweiterung den Datenaustausch zwischen beiden Programmen erheblich vereinfachen.

Gleichzeitig unterstützt SpectraLayers nun komplexe Mehrkanalformate wie Dolby Atmos mit Konfigurationen bis 9.1.6 sowie Ambisonics, wodurch sich die Software noch stärker für immersive Audioproduktionen empfiehlt.
Hardware-Kompatibilität
Auch hinsichtlich der Hardware-Kompatibilität wurde nachgelegt. Während frühere Versionen auf maximal 128 Audiokanäle beschränkt waren, kann SpectraLayers 13 jetzt Geräte mit deutlich höheren Kanalzahlen verwalten. Für große Studios, Rundfunkanstalten oder Filmproduktionen mit komplexen Routing-Strukturen eröffnet dies erheblich mehr Flexibilität.
Unmix Transcription
Eine weitere Verbesserung betrifft die automatische Transkription. Das Modul Unmix Transcription unterstützt jetzt zusätzliche Exportformate und Bildraten, darunter auch die in Filmproduktionen häufig verwendeten 23,976 Bilder pro Sekunde. Dadurch lassen sich erzeugte Transkripte einfacher in bestehende Video- und Schnittworkflows integrieren und anschließend komfortabel weiterbearbeiten.
Insgesamt zeigt sich bei SpectraLayers 13 Pro sehr deutlich, dass Steinberg nicht lediglich einzelne neue Werkzeuge ergänzt hat. Vielmehr wurde an zahlreichen Stellen gleichzeitig angesetzt. Neue KI-gestützte Trennverfahren, intelligente Rekonstruktionswerkzeuge, deutlich erweiterte Sprachbearbeitung sowie viele kleine Workflow-Verbesserungen greifen ineinander und machen die tägliche Arbeit spürbar effizienter.
Besonders Anwender aus der Audio-Postproduktion, dem Rundfunk, der Filmvertonung oder der professionellen Audiorestaurierung dürften von den neuen Funktionen profitieren. Aber auch Musiker, Sounddesigner und Produzenten erhalten mit SpectraLayers 13 Pro eine nochmals leistungsfähigere Umgebung für die spektrale Bearbeitung von Audiosignalen, die den ohnehin schon beeindruckenden Funktionsumfang der Software konsequent erweitert.
In der Praxis
Am meisten interessiert mich bei den neuen SpectraLayers-Versionen die Funktion „Song entmischen„. Wollen wir sehen oder besser hören, was die neue SpectraLayers-Version Pro 13 da liefern wird? Dazu habe ich ein kurzes Stück Musik genommen, welches ich jetzt in Einzelteile sezieren werde. Ich hoffe, es stört niemanden das dass Stück in spanischer Sprache ist, ich lebe nun mal in Iberia.
Hier ist der noch komplette Song:
Nutzen wir jetzt die Funktion „Song entmischen“ mit folgenden Einstellungen: Alle möglichen Instrumente ausgewählt und die Qualität auf „Hoch“ gesetzt.

Nach dem Start der Funktion beginnt SpectraLayers mit der „Initialisierung“, welche allerdings auch schon 2 bis 3 Minuten dauert, das liegt sicherlich an meinem Rechner. Ich habe im Studio einen i5 der neuesten Generation mit 64 GB Speicher und 3 Terabyte SSD stehen. Was auffällt, ist, dass die Auslastung der CPU-Kerne, nur bis zur Hälfte genutzt wird.


Nach ca. 15 Minuten war die Funktion „Song entmischen“ abgeschlossen und ich hatte in der rechten Seitenleiste, sowohl die komplette Mischung als auch die einzelnen Instrumente zur Auswahl. Diese könne entweder auf „Solo“ oder auf „Mute“ gestellt werden. Also alleine wiedergegeben oder alleine unterdrückt werden.
Direkt im Anschluss an die „Song entmischen“ Aktion habe ich auch noch das Schlagzeug in seine Einzelteile zerlegt, daher seht ihr unten in der Grafik auch die einzelnen Schlagzeugspuren. Die Funktion „Schlagzeug entmischen“ war in rasanten 3 Minuten abgeschlossen.
Bilder sind nett, und schön anzusehen, aber Audiodateien geben hier eher eine Information über das Resultat der Sezierung. Also bin ich hergegangen und habe alle Einzelspuren aus SpectraLayers exportiert, was erfreulich einfach und schnell über die Funktion „Ebenen exportieren“ machbar war.
Hier sind die einzelnen Instrumente
Es ist bei jedem Song oder wie hier bei meinem Ausschnitt aus einer meiner Produktionen so, dass nicht alle Instrumente immerzu gleichzeitig spielen. Ich merke das daher an, dass einige Audiofiles am Anfang erst einmal gar nichts wiedergeben. Auch die Instrumente, die SpectraLayers einfach als leere Audiodatei exportiert hat, liste ich der Vollständigkeit halber hier auf.
Bei der Bassdrum hat SpectraLayers die Transienten beschnitten, ich denke, das Signal taugt nur noch als Trigger für eine Redrum Funktion, also um eine Drumcomputer Spur zu steuern.
Die Bassspur ist recht gut gelungen, keine Artefakte und auch die Transienten blieben so weit erhalten. Sicherlich kann hier noch nachgearbeitet werden, aber für einen ersten Eindruck sollte das so ausreichen.
Hier sind einige kleine Schmatzgeräusche aus den Vokalen mit hereingerutscht, klatschen kann ich in dieser Einzelspur nicht wahrnehmen.
Auch hier fehlen wieder die Transienten, das Instrument kann aber recht gut identifiziert werden.
Die Gesangsspur ist ausgezeichnet extrahiert worden, es fällt allerdings ein leichtes Flattern am Ende der gesungenen Wörter auf. Dieses kann auch noch nachträglich, zum Beispiel mit einem Gate behoben werden.
Bei den Gitarren ist sehr viel Audiomaterial aus den anderen Spuren mit hiniengerutscht, ich muss allerdings dazu sagen, dass die Gitarren in diesem Song nur sehr spärlich eingesetzt wurden und daher auch schwer zu isolieren waren.
Bei den Hi-Hats haben wir auch wieder ein kleines Problem mit den Transienten, ansonsten ist diese Einzelspur aber durchaus brauchbar.
Am Ende der Klavierspur sind einige Töne zu hören. Ich bin gespannt, in welcher Spur sich letztendlich die Klaviertöne finden werden.
Mit viel Fantasie finde ich hier einige Fragmente eines Ride-Beckens.
Hier erscheinen anfangs die Töne der Synthesizer-Melodielinie und dann nichts mehr. Ich muss aber gestehen, dass ich in diesem Teil, den wir hier als Beispiel herangezogen haben, gar keine Blasinstrumente eingesetzt habe. Was soll SpectraLayers also da finden, Sorry das ist mein Fehler.
Bei der Snare fehlen auch wieder die Transienten, ansonsten wurde sie gut extrahiert.
Auch bei den Toms haben wir wieder das Transientenproblem, das Ergebnis aber dennoch recht gut brauchbar.
In die Einzelspur namens „Weitere“ legt SpectraLayers all die Audioevents ab, die der Algorithmus keinem Instrument zuordnen konnte.
Dies ist das Ergebnis der Funktion „Song entmischen“. Ich denke, hier ist immer noch reichlich Luft nach oben. Man muss sich hier aber vor Augen führen, welch ein Aufwand das ist, einzelne Instrumente aus einem gemischten und gemasterten Song herauszuarbeiten. Das grenzt schon an Magie.
Wo wir gerade bei Magie sind: Ich habe gehört, dass KI-Musik-Ersteller wie SUNO in den Pro-Versionen auch anbieten, die einzelnen Instrumente aus den von der KI generierten Songs zu extrahieren, und das soll auch recht gut funktionieren. Klar, das ist ein etwas blödes Beispiel, da SpectraLayers ja die Songs nicht erstellt hat, die es entmischen soll. Die KI ist da eindeutig im Vorteil, denn sie hat die Songs ja erstellt.
Verrauschte Sprachaufnahme
Immer wieder gerne nehme ich auch diese Beispiel auf, denn das Entrauschen oder Entstören von Sprachaufnahmen ist eines der wichtigsten Einsatzgebiete in der Postproduktion. Schauen oder besser hören wir einmal, was SpectraLayers Pro 13 da liefern kann.
Klangbeispiele verrauschte Sprache entmischen
Das ist wirklich hervorragend gelungen, Chapeau Steinberg.
FAZIT
Die Version 13 von SpectraLayers ist ein gelungenes Update, die neuen Module übernehmen Funktionen, die bisher nur in iZotopes RX so zu finden waren. Der Workflow wurde deutlich verbessert und bietet ein ergonomischeres Arbeiten an. Anzumerken ist zudem die sehr stabile Performance, welche SpectraLayers 13 auch auf älterer Computerhardware liefert. Das Programm läuft ohne Mucken und zuverlässig. Auch wenn die Ergebnisse der „Song entmischen“ Funktion noch nicht zu 100 % sauber sind, insbesondere dann, wenn man direkt, so wie ich, einen ganzen Song in seine Bestandteile zerlegt, ist der Weg klar gezeichnet und SpectraLayers scheint sich zum Platzhirsch in der Spektralanalyse zu etablieren.
Hier ist der Link: https://www.steinberg.net/de/spectralayers/








