Hammerwerfen im Tonstudio, Anekdoten aus dem Alltag eines Tonstudioinhabers.

Da saß ich nun, mein Tonstudio fertig eingerichtet, 400qm² Aufnahmeraum, Gesangs und Schlagzeugkabine, eigenes Klavier und die Regie mit Scheibe abgetrennt vom Aufnahmeraum. Und dann kam er der Hammerwerfer.

Die Neueröffnungsparty war schon 2 Wochen vorbei, die Zeitungen waren da und ich starte das rote Telefon an, auf das doch bitte nun bei so viel Werbung auch endlich einmal klingeln solle. Das tat es dann irgendwann auch, wie immer haben solche Zeitgenossen eine angenehme Stimme und kommen dermaßen echt herüber das man denen einfach glauben will.

Ob er denn bitte einmal das Studio besichtigen dürfte, er hätte da ein großes Projekt am Laufen, mit einem bekannten Schlagersänger und suche eine geeignete Produktionsumgebung für die Pre-Produktion. Ja Klasse, auf den hatte ich doch gewartet, meine Brieftasche hüpfte auch schon voller Erwartung endlich mal wieder etwas Futter zu bekommen, also Termin vereinbart und im Geiste schon mal das Bankkonto auf die da kommenden Summen vorbereitet.

Den ersten Termin ließ er dann auch prompt platzen aber das nimmt man solchen Menschen ja nicht übel, also weiterer Termin vereinbart. Das klappte dann auch, zwar mit 2 Stunden Verspätung aber der sehr gepflegte Mann im Anzug von der Stange traf endlich ein. Fröhliches Händeschütteln im Eingangsbereich, ein Käffchen, na klar!

Ja er arbeite für solche Größen wie Roy Black und so weiter … zwar nicht ganz meine Richtung aber egal, Hauptsache die Kohle rollt. Dann folgte die Studio Besichtigung, viel Ahhh und Ohhh, ich fühlte mich natürlich gebauchpinselt, war ja auch reichlich Arbeit, weiß gar nicht mehr, wie viele Kilometer an Kabeln da hinter den Wänden gelegt waren, nur soviel dazu wir haben alleine 2 Wochen lang durchgehend Stecker an Kabel gelötet.

Ja alles kein Thema, das Studio eignet sich doch hervorragend für die Pre-Produktion das machen wir, sofortiger Gedankenblitz bei mir ne Flasche Sekt muss her, ach was Champanger ist für solche Anlässe pflichtlich! Nochmals haben wir die Kärtchen ausgetauscht, wieder ein verbindliches Händeschütteln und weg war er wieder.

An dem Abend habe ich mit meiner Angebeteten eine Flasche feinsten Moet & Chandon genossen, ach wie herrlich kann das Leben sein, endlich der Lohn für den Fleiß und das viele investierte Geld. Tags darauf habe ich auf den avisierten Anruf gewartet, da kam aber nichts, na ja kann ja passieren, vielleicht hat er was anderes zu tun, man weiß das ja nicht. Nach dem, der dritte Telefon Anstarr Tag verstrichen war, dachte ich mir, ich rufe ihn mal an, die Visitenkarte hatte ich ja, kein Anschluss unter dieser Nummer, Hmmmmm, was denn da los?

Auch die Adresse war erfunden, Leute ich kann euch sagen …. Der Frust über solche Hammerwerfer, die anderen einen Bären aufbinden und sich dadurch in irgendeiner Weise selbst befriedigen, war enorm. Also aufpassen, die Herren in den adretten Anzügen müssen nicht immer echt sein, mir war von da an lieber, wenn jemand in Jeans kam und dann auch meinte, was er sagte!

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