Mir passierte das Gleiche wie den meisten an EZKeys interessierten Musikern und Musikproduzenten: Der erste Gedankengang war „Nun ja, noch nen Piano Plugin, mal hören, wie es klingt“. Die Frage lässt sich im Fall von EZKeys einfach beantworten: Gut und authentisch klingen sowohl der Steinway Concert D?Flügel, der in EZKeys Grandpiano seinen Dienst tut, als auch das Ostlind & Almquist Klavier, das im EZKeys Upright Piano für den guten Ton sorgt.
Aber bei EZKeys geht es primär gar nicht um eine weitere Flügel- oder Klavier-Emulation, viel interessanter ist das, was hier sozusagen unter der Haube verbaut wurde. Spätestens nach dem Update auf die Version 1.1.0 überzeugt EZKeys als geniales und mächtiges Tool für das Songwriting.
Aber der Reihe nach, soviel kann ich hier schon verraten: Es gibt eine Menge an Klangbeispielen und ein Video, welche sowohl den Klang als auch ganz besonders die Hilfestellung beim Songwriting von EZKeys näherbringen.
Nach dem Start (für diesen Test wurde zu 95 % mit der Standalone Version gearbeitet) benötigt EZKeys noch etwa 15 Sekunden Ladezeit für den Konzertflügel bzw. ca. 12 Sekunden Ladezeit für das Upright Piano, was natürlich abhängig ist von eurer Systemkonfiguration. Ich habe hier auf einem DELL Inspiron One Dual Core mit 3GB Speicher und Win 7 getestet.
Wer die EZKeys-Version mit dem Konzertflügel besitzt, kann das Upright Piano kostengünstig nachrüsten, andersherum geht das natürlich auch. Ich würde mich an der Stelle freuen, wenn Toontrack bald auch noch eine E-Piano-Emulation anbieten würde, am liebsten ein dynamisches Rhodes.

Bedienoberfläche im Detail:
Schauen wir uns mal um in der EZKeys-GUI, ganz links, finden wir die etwas spärlich bemessene Menüzeile. Hier können EZKeys-Projekte neu angelegt, gespeichert oder geöffnet werden. Das nächste Menü dient zur Einrichtung der Midi und Audio-Hardware und zum Einstellen des Metronoms, wobei mich hier stört, dass es bisher für das Metronom keinen Vorzähler gibt – kommt sicherlich im nächsten Update. Das dritte Menü im Bunde zeigt uns unter dem Punkt Help bisher nur den Dateipfad für das Plugin von EZKeys an.
Weiter rechts kann dann das Instrument gewählt werden, wenn mehrere Instrumente für EZKeys installiert wurden. Daneben finden wir die Liste der mitgelieferten Klang-Presets, welche von sehr natürlich bis extrem verfremdet reichen. Mir hat für den Test meist die Standard-Variante genügt.
Ganz rechts befindet sich dann ein wichtiges Menü. Hier werden sowohl das Handbuch als auch eine Einführung in die Musiktheorie angeboten als auch einige weitere Einstellungsmöglichkeiten und, ganz wichtig, die Exportfunktionen, mit denen die in EZKeys komponierten Werke entweder als Wave oder als Midi?Datei den Weg in die DAW finden. Auch der Import für Midi?Dateien kann hier vorgenommen werden.
Dieser funktioniert aber viel einfacher per Drag & Drop einer Midi-Datei in das Bearbeitungsfenster von EZKeys. Ich empfinde es als etwas verwirrend, dass diese Menüeinträge nicht in dem links oben befindlichen Standardmenü zu finden sind. Dies liegt allerdings an der doppelten Verwendungsmöglichkeit, einerseits als Einzelprogramm oder als Plugin in einer DAW von EZKeys, da im Plugin Mode das Menü links oben nicht mehr zur Verfügung steht. Leider können somit auch keine im Standalone-Mode abgespeicherten Projekte im Plugin Modus geladen werden, schade, hier bleibt also nur der Umweg über MIDI-Datei Ex- und Import.
Unterhalb der gerade beschriebenen Bedienelemente finden wir nun eine Abbildung des gerade in EZKeys geladenen Instruments. In unserem Screenshot ist dies der Konzertflügel. Hier können im linken Bereich Einstellungen am Dynamikverhalten des Instruments vorgenommen werden und im rechten Bereich kann der „virtuelle“ Klavierstimmer sich austoben, soll heißen: Hier finden wir Bedienelemente zur Grob- und Feinstimmung der Tasteninstrumente. Optimal ist die Anzeige auf dem Notenständer, welche die gerade gespielten Akkorde darstellt.
Diese Funktion ist im rechten Menü abschaltbar. Ich schätze, dass durch die Deaktivierung die Akkorderkennung umgangen wird und so etwas Computerpower für umfangreichere Projekte eingespart werden kann. Für das Songwriting finde ich diese Akkorderkennung und deren Darstellung äußerst nützlich. Auf der virtuellen Tastatur werden, solange die Akkorderkennung aktiviert bleibt, alle gespielten Tasten in Echtzeit angezeigt. Auch dies ist sehr nützlich, insbesondere wenn man sich hier vor Augen führt, dass wir das Tempo frei einstellen können. So können auch die wildesten Phrasen „ganz langsam“ eingeübt werden.
Unterhalb der Tastatur sehen wir nun noch die drei Pedale, welche sich dann, wenn sie gespielt werden, dementsprechend senken.
Songwriters Paradies:
Weiter geht es mit den Songwriting-Bedienungselementen. Oberhalb des Songwriting-Bearbeitungsbereichs finden wir links einen Taster, der via Mausklick neue Noten einfügt, abhängig von der gewählten Ton- und Taktart. Rechts daneben befindet sich der magische Knopf mit der Bezeichnung „Use Browser Midi„, auf den wir hier noch detaillierter eingehen werden.
Am linken Rand finden wir drei kleine, aber nützliche Werkzeuge: den Pfeil zum Auswählen eines Blockes, die Schere zum Zerteilen eines Blockes und das Add/Remove-Werkzeug, das dazu dient, die korrekte Erkennung der Noten anzupassen. Wenn es mal ungewollt disharmonisch wird, ist dieses Tool die Lösung. Allerdings die einzige, denn so schön das Bearbeitungsfenster von EZKeys auch ist, einzelne Noten können hier leider nicht editiert werden, dies ist insbesondere dann nervig, wenn im Standalone-Modus gearbeitet wird.
Ich hatte zum Beispiel zu einer mit EZKeys erstellten Akkordfolge eine Melodie eingespielt und mich in den letzten 5 Tönen verhackt, der Versuch, die eine Note, die nicht passte, nach oben oder unten zu bewegen, schlug fehl, die Undo-Funktion löschte mir die gesamte Melodie wieder und so blieben mir nur zwei Möglichkeiten: löschen und noch einmal einspielen oder den Umweg über eine DAW gehen, um das Midi-File dort zu bearbeiten.
Klar, EZKeys ist keine DAW und will auch keine sein, aber der Bereich, in dem die Akkorde anhand ihrer Notenzusammensetzung dargestellt werden, lädt dazu ein, einen Doppelklick darauf zu versuchen, um einzelne Noten dahin zu rücken, wo sie für das menschliche Musikverständnis mehr Sinn machen würden 😉 . Daher mein Tipp an Toontrack: Baut doch bitte eine Edit-Funktion ein, mit welcher auch einzelne Noten in der Tonhöhe und im zeitlichen Raster verschoben werden können.
Ja, wo sind se denn??
Kommen wir nun zu zwei Funktionsknöpfen, die ich lange gesucht und erst durch einen Chat mit dem deutschen Toontrack-Vertrieb gefunden habe. Ich weiß, das hört sich jetzt blöd an, aber ich habe die UNDO- und REDO-Knöpfe wirklich übersehen, wahrscheinlich deshalb, weil ich die Undo-Funktion immer dann brauche, wenn ich irgendetwas „versemmelt“ habe und dann eh schon unter Stress stehe. Ein Windows-User sucht diese Funktion standardmäßig im „Bearbeiten“-Menü oder quetscht die Kombination von STRG+Z in die Tastatur. Leider führen A) die Suche im Bearbeiten-Menü von EZKeys wie auch B) die Windows-Standard-Tastenkombination STRG+Z bei EZKeys zu nichts.
Die UNDO-/REDO-Knöpfe befinden sich links unter dem Bearbeitungsbereich und weisen die typischen Pfeile als Kennzeichnung dafür auf, leider winzig und an wenig präsenter Stelle.
Rechts am Bearbeitungsfenster finden wir einen Taster zum Umschalten der Darstellungsart zwischen Quarter und Triplets, zwei Taster zum Hinein- und Hinauszoomen und zwei kleine Pfeile, um innerhalb des Bearbeitungsbereichs nach links und rechts zu navigieren.
Unterhalb des Bearbeitungsbereichs sind vier kleine virtuelle Drehregler untergebracht, die für den Klang mit den Reglern Tone und Detail und für den Effektanteil mit den Reglern Reverb (Hall) und Comp (Anteil der Kompression) zuständig sind. Rechts daneben befindet sich die Transportkontrolle mit den Tastern Loop, Stop, Play und Record. Leider fehlt mir hier die Funktion „Zurück zum Start“, die wäre sicherlich noch eine Bereicherung.
Neben der Transportkontrolle fristet der Knopf mit der Bezeichnung „Browser“ sein eher unscheinbares Dasein. Ich habe mehrmals nach der Funktion „Browser“ gesucht. Es wäre echt cool, wenn sich dieser ja doch so wichtige Knopf entweder an präsenterer Position befinden würde oder deutlicher gekennzeichnet wäre. Nun, nach dem fünften Mal Suchen weiß ich jetzt, wo er sich befindet.
Jetzt wird es multimedial:
Ich denke, das war jetzt erst einmal eine Menge Text. Lassen wir nun Bilder, Klangbeispiele und ein selbst erstelltes Video die weitere Führung durch die Welt des Songwritings mit EZKeys übernehmen.
Um das Thema Klang gleich abzuhaken, habe ich hier sowohl für den Konzertflügel als auch für das Upright Piano ein allseits bekanntes und gerade bei Klavierschülern äußerst beliebtes Klangbeispiel erstellt: Beethovens Superhit „Für Elise“ (Die Midi-Files stammen von der Webseite www.midi-files.de)
Beethoven – für Elise- Toontrack EZKeys Grandpiano (Konzertflügel)
Beethoven – für Elise- Toontrack EZKeys Upright Piano (Klavier)
Und noch zwei Klangbeispiele: Ich finde es immer hochinteressant, wie sich ein gesampelter Flügel oder ein gesampeltes Klavier in den unteren Lagen anhört und insbesondere, wie lange es ausklingt. Daher habe ich das tiefste C sowohl für den Konzertflügel als auch für das Klavier so lange gehalten, bis der Ton ausgeklungen war.
C1 -EZKeys-GrandPiano (Konzertflügel)
C1- EZKeys-Upright Piano (Klavier)
Als Nächstes seht Ihr ein Video, in dem ich die Songwriting-Tools aus EZKeys genutzt habe. Zuerst habe ich aus dem Midi-File-Browser vier Blocks in das Bearbeitungsfenster eingefügt. Diese habe ich dann mit dem SmartTranspose-Tool bearbeitet. Dann bin ich hergegangen und habe mittels der „Use Browser Midi“ Funktion den mittels SmartTranspose generierten Akkorden Leben eingehaucht.
Daraufhin habe ich den so erstellten Block kopiert und am Ende wieder eingefügt, um wiederum mittels „Use Browser Midi“ eine andere Variante hinzuzufügen. Dies habe ich dann nochmals mit einer weiteren Kopie des Blocks wiederholt und am Ende den Chorus ein zweites Mal eingefügt.
Ihr hört das Ergebnis zuerst im Standardsound des EZKeys Grandpiano, dann habe ich eines der Presets „Swedish Pop“ ausgewählt und wieder zurück aus dem Browsermode geschaltet, damit ihr die Tastatur in Aktion sehen könnt. Entschuldigt bitte die ein bis zwei längeren Pausen im Video, so sieht das aus, wenn Andreas denkt 🙂
Video Songwriting easy mit Toontrack EZKeys 1.1.0
Das Smart-Transpose-Tool:
Mit dem Smart-Transpose-Tool ist es tatsächlich recht einfach, die Blöcke in verschiedene Tonarten zu transponieren. Dazu genügt ein Klick auf die Akkordbezeichnung im Bearbeitungsbereich. Nun können direkt die passenden Tonarten angeklickt werden. Zusätzlich ist es möglich, verschiedene Spielweisen und Harmonien in den Akkord einzufügen. Ein geniales Tool, das auf dem Quintenzirkel beruht und mit dem es sich schnell und effektiv arbeiten lässt.
Wer von der Theorie der Musikkomposition ein wenig Ahnung hat, ist hier natürlich eindeutig im Vorteil, aber auch die Anfänger werden von Toontrack nicht im Stich gelassen, denn ein zwar englischsprachiges, aber sehr ausführliches Tutorial zur Musiktheorie wird von Toontrack für EZKeys mitgeliefert.
Auch hier wieder eine Bitte nach Schweden: Bitte übersetzt das doch in die jeweiligen Landessprachen, da draußen gibt es eine Menge Leute, die machen das sicher für relativ kleines Geld!
Der Browser Mode:
Im Browser-Modus sehen wir von links nach rechts: die Favoritenliste, die ihr euch selbst aus dem mitgelieferten Content zusammenstellen könnt, um die Lieblingsspielarten im direkten Zugriff zu haben. Daneben stehen die einzelnen MIDI-Libraries. Wir haben hier die Standard-Library EZKeys Midi, welche schon einiges an interessanten Spielweisen mitbringt, und die mitgelieferten Music-Theory-Tutorial-Beispiele (Music Theory Examples). Zusätzlich haben wir die Libraries Blues, Gospel und Pop & Rock installiert, auf die wir am Ende dieses Testberichts noch einmal kurz eingehen wollen.
In der nächsten Spalte werden die einzelnen Unterverzeichnisse der jeweils gewählten Library angezeigt. Diese unterscheiden sich anhand der unterschiedlichen Spielweisen und Taktarten. Eine weitere Spalte zeigt nun die verschiedenen Parts im Song, also Intro, Verse, Refrain (Chorus), Bridge und so weiter.
Hier sind auch Effekte wie Falls und Endings für die verschiedenen Musikrichtungen zu finden. Die nächste Spalte zeigt uns dann die unterschiedlichen Variationen des gewählten Parts an, wobei es hier von oben nach unten komplizierter wird. Eine Anmerkung dazu: Wer das Video hier geschaut hat, der wird bemerkt haben, dass ich ca. bei der Laufzeit von 2,50 Minuten Probleme hatte, die Spielweise zu ändern, als ich auf „8Notes Swing“ Variation 6, geklickt habe. Das scheint ein Bug oder so etwas zu sein, auf jeden Fall wollte EZKeys da partout nichts mehr von sich geben.
Meine Lieblings- Funktion „Use Browser Midi“:
Mit dieser Funktion ist es möglich, aus vier Akkorden einen Songpart zu stricken. Es müssen nur die zu bearbeitenden Blöcke markiert und die Taste „Use Browser Midi“ betätigt werden, dann kann im Midi-Fundus des Browser Mode nach passenden Spielweisen gefahndet werden.
Um das zu verdeutlichen, habe ich A) das Video erstellt, das ihr hier findet, und B) habe ich Klangbeispiele gebastelt, welche ich nun kommentieren werde. Ihr hört immer zuerst die vier grundlegenden Akkorde C-Dur, A-Moll, F-Dur und G-Dur (ich gebe zu, dass die ziemlich trivial sind, aber gerade deshalb habe ich sie ausgewählt). Nun habe ich mittels der „Use Browser Midi“ Funktion Variationen daraus erstellt:
Toontrack-EZKeys-Test-01-Only-Chords (vier Akkorde, so bin ich gestartet mit dem Konzertflügel in der Standardeinstellung)
Toontrack-EZKeys-Test-03-Pop-Rock-Ballad (hier habe ich mittels der „Use Browser Midi“ Funktion im zweiten Teil auf eine Pop Rock Ballade Variante gewechselt, wir hören den Konzertflügel)
Toontrack-EZKeys-Test-04-Motown (und hier auf eine Motown Variante, wir hören den Konzertflügel)
Toontrack-EZKeys-Test-05-Blues-Klavier (hier hören wir eine Blues Variante aus dem Add On Pack Blues von Toontrack, hier hören wir nun das Klavier)
Toontrack-EZKeys-Test-06-Gospel-Klavier (dies ist ein Beispiel aus dem Gospel Add On Pack, wiederum hören wir hier das bei Toontrack als Upright Piano bezeichnete Klavier)
Toontrack-EZKeys-Test-07-Pop-Rock-Klavier (Ein Beispiel aus dem Pop/Rock Add On von Toontrack sollte natürlich auch nicht fehlen, auch hier spielt wieder das Klavier)
Toontrack-EZKeys-Test-08-Pop-Rock-Flügel (und hier im direkten Vergleich das gleiche Thema aus dem Pop/Rock Add On im Konzertflügelsound)
Toontrack-EZKeys-Test-09-Pop-Rock-Ballad-Ending-Flügel (dies ist der Konzertflügel mit einer Pop Balladen Variante und einem passenden Ending)
Die Add-on-Packs:
Toontrack bietet zusätzliche Quellen an Variationen und Spielweisen für EZKeys an. Diese sind recht gut sortiert und meiner Ansicht nach mit aktuell 25,– Euro pro Add One auch preislich fair eingeordnet. Die Registrierung der Add-ons gestaltet sich erfreulich einfach. Mit den einzelnen Add-ons kann der EasyKeys-Nutzer sein musikalisches Repertoire erheblich erweitern.
Die Klang-Presets in EZKeys:
Ich schätze, dass diese Preset mit EZMix von Toontrack erstellt wurden. Mit EZMix spielt EZKeys übrigens hervorragend zusammen, schade nur, dass hier nicht selbst an die Parameter Hand angelegt werden kann.
Konzertflügel Steinway and Sons Concert D
- Standard: Der Werksklang von EZkeys. Ein voller und brillianter Klang, der perfekt in den meisten modernen Genres wie Pop/Rock, Country oder auch Klassik funktioniert. Über die Presetkontrollen lassen sich Reverbanteil und Kompression individuell einstellen.
- Raw Tweaks: Ein Preset, welches den Bypass-Modus darstellt und zeigt, wie der Flügel nach der ursprünglichen Aufnahme geklungen hat. Über die Effektparameter lassen sich die Pegel der Hammergeräusche, des Sustainpedals und dessen Release ebenso steuern wie eine stufenlose Verstimmung der Saiten.
- Swedish Jazz: Ein Plate-Reverb, der dezent mit einem weichen und angenehmen Klang gemischt wird. Hierdurch erhält der Flügel den charakteristisch warmen Sound vieler klassischer Jazzaufnahmen.
- Retro Space Ballad: Ein charakteristisches Retro-Feel entsteht durch einen alten Federhall, der mit einem sich schnell wiederholenden Tape Delay kombiniert wird.
- Swedish Pop: Ein Preset auf der Basis eines Chorus, der ebenfalls mit einem Federhall (Spring Reverb) kombiniert wurde, um den authentischen Sound der schwedischen Popmusik der 1970er Jahre zu erhalten. Abba watt isn hier los? 🙂
- Old Time Boogie: Verzerrt durch eine 15 IPS-Bandmaschine mit zusätzlichem Federhall und Tape-Slap-Delay. Dieser Sound ruft den schmutzigen Vintage-Charakter der Recordings der 1960er Jahre in Erinnerung.
- On Stage: Optimiert mit zusätzlichen Hochmitten- und Höhenanteilen für die Verwendung über einen Bühnenmonitor.
- Drive In Cabinet: Bei diesem Preset wird der Piano-Klang durch eine Lautsprecherbox geschickt und wird dabei nicht unwesentlich verzerrt.
- Electric Dirt: Hier geht es durch einen Gitarren-Verstärker mit einem Distortion-Pedal und einem eingebauten Federhall. Dieses Preset eignet sich besonders für überzeugende Solo-Sounds oder für lang gezogene, anschwellende Akkorde.
- Grand Tremolo: Ein Tremolo-Preset mit Parametern für Tape Delay, Spring Reverb (Federhall) und Tremolo-Geschwindigkeit und Intensität.
- Atmospheric Depth: Ein klassischer Flügelklang kombiniert mit einem Pad-Sound sorgt für den typischen, verträumten Balladensound aktueller Produktionen.
- Dreamscapes: Eignet sich perfekt für lang gezogene, anschwellende Akkorde und atmosphärische Ambiences.
- Dreampads: Dieses Preset baut auf dem Prinzip der Dreamscapes auf, fügt dem Sound aber eine eigene charakteristische Nuance hinzu.
Die Presets des Klaviers (Upright Piano) von Ostlind und Almquist
- Standard: Dieser volle Werksklang verkörpert den exzellenten natürlichen Grundklang des Upright Pianos. Der zeitlose Sound soll sich in jede Art von Song und Mix perfekt einfügen.
- Raw Tweaks: Hier kann man den Klang des Uprights so erleben, wie er nach der ursprünglichen Aufnahme ohne weitere Bearbeitung geklungen hat.
- Britpop 1: Ein moderner und zeitgemäßer Popsound, der mit EQ, Reverb und Kompression bearbeitet wurde.
- Britpop2: Ein wirklich angesagter British Pop Sound, der mit ein wenig mehr Raumklang voll zur Geltung kommt.
- Living Room: Ein Klangeindruck, als ob man im heimischen Wohnzimmer vor seinem eigenen Upright Piano sitzen würde. Dieser Sound wurde mit etwas EQ und Reverb verfeinert und erhält so seine subtile Ambience.
- Saloon: Ein wahres Wild-West-Preset, das eine klangliche Zeitreise um 150 Jahre zurück in die Vergangenheit erlaubt. Ein Room Reverb sowie Bearbeitungskontrolle für das Stereo-Panorama, den EQ und natürlich die Intensität des Saiten-Detunings.
- 70s Ballad: In diesem Preset sorgen Tape Simulation, Room Reverb und kaum wahrnehmbare, aber charakteristische Phasenauslöschungen für einen wundervollen Retro-Sound des Uprights.
- 70s Epic: Ein mit Chorus bearbeitetes Piano für ausgedehnte Rock-Hymnen.
- 80s Chorus: Der Sound dieses Presets wurde speziell für mächtig klingende Mixes bearbeitet. Neben dem allgegenwärtigen Chorus ermöglicht es Kontrolle über Reverb, EQ/Tone und Kompression.
- 90s Dance: Eine große Portion Chorus sowie starke Bearbeitung mit EQ und Delay verwandeln diesen Sound in eine gute klangliche Basis für jede Art von Dance-Produktion.
- Balladesque: Perfekt für sanftere Songs und Balladen ist dieser sehr räumliche Ambient-Sound, der durch Tape Delay und Reverb entsteht.
- Southern Comfort: Ein warmer, voller und doch sehr intimer und direkter Sound, der sich hervorragend für Country und Blues oder für Genres der Musik des US-amerikanischen Südens eignet.
- Swedish House Piano: sehr klarer und räumlicher Klang, der durch die Bearbeitung mit Chorus, Exciter, Reverb und Delay entsteht.
- Plate in the mix: Ein klassischer Piano Sound mit Klangkontrolle für die hohen und tiefen Frequenzanteile sowie einem wundervollen Plate Reverb.
- Filter Sweep: Dieses Preset nutzt einen LFO, über den die Bearbeitung der Wellenform, Frequenz, Resonanz und Geschwindigkeit eines Filters ermöglicht wird.
FAZIT:

EZKeys ist ein hervorragend klingendes virtuelles Tasteninstrument, das sowohl mit dem Konzertflügel, als auch mit dem Klavierklang begeistern kann. Die Songwriting-Funktionen sind bisher einmalig und machen Spaß. Es ist sehr einfach, so verschiedene Spielweisen eines Songs auszuprobieren. Einige kleine Macken konnte ich beim Test noch entdecken, der deutsche Vertrieb teilte mir allerdings auf Anfrage mit, dass die meisten kleinen Unstimmigkeiten mit dem nächsten Update behoben sein werden. Wer sich selbst über die Leistungsfähigkeit des Songwritingtools und den Klang der Instrumente überzeugen möchte, der kann bei Toontrack eine kostenlose Demoversion herunterladen.
Bewertung nach Schulnoten:
- Klang: Sehr gut (1)
- Klangnachbearbeitung: Ausreichend (4)
- Bedienoberfläche: Befriedigend (3)
- Songwritingtool: Sehr gut (1)
- Innovation: Sehr gut (1)
- Preis/Leistung: Gut (2)
Gesamt: GUT (2)
Da mir der Test sehr viel Spaß gemacht hat und ich die Idee hinter EZKeys einfach genial finde, gibt es hier einen verdienten buenasideas.de Tipp!
Und hier ist noch eine Komposition, die irgendwie in den Herbst passt und den treffenden Titel rainy October trägt, welche ich nur mit EZKeys komponiert habe. Soll heißen, dass die Bassspur (Steinberg HALionOne aus CUBASE 6 LE) und die Streicher (Steinberg HALionOne CUBASE 6 LE) auch mit EZKeys erstellt wurden. Das Schlagzeug kommt aus EZDrums und die Effekte aus EZMix es hat also gewaltig „geTOONtrackt“ hier bei mir im Studio, was wiederum beweist, dass die Toontrack-Produkte es wirklich drauf haben, aber das nur am Rande.
Nein, dies ist keine Dance Produktion, eher etwas zum Zurücklehnen und Durchatmen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Solo-Takes noch fehlen. Irgendwann bekomme ich das dann auch noch auf die Reihe, vielleicht wenn Toontrack EZSolo herausbringt, oder ich muss es doch selbst einspielen. 😉 Viel Spaß beim Hören, euer Andreas.
rainyOctober
Weitere Informationen, Klangbeispiele, Videos und die kostenlosen Demoversionen oder aber die Kaufmöglichkeit findet Ihr bei: https://www.toontrack.com/product/ezkeys-2/






2 Gedanken zu “Toontrack EZKeys – Testbericht”
Hallo Buenas Ideas, ich habe eine völlig andere Frage, die diesen Rahmen hoffentlich nicht sprengt: 2013 habe ich mir ein EZkey gekauft, nach Beratung in einem riesigen Musikhaus in Köln. Ich wollte ein Klavier haben, das über den Akku meines Laptops laufen kann. Ich möchte einfach nur Klavierspielen und das Klavierim Auto daabei haben können. Zunächst kam der Ton immer völlig verzögert im Kopfhörer an, man sagte mir: ja klar, siemüssen dich ein… dazu bestellen… schon blöd, es nicht gleich mit zu liefern. Aber nachdem ich es hatte, kam überhaupt gar kein Ton mehr- wir haben es einfach nicht angeschlossen bekommen- Haben Sie eine Idee, was ich tun könnte ?
Ist es mittlerweile so veraltet, dass ich es einfach wegschmeißen und was Neues suchen soll, oder wissen Sie, wer mir helfen könnte das alte dochnoch zu nutzen?
Mit freundlichen Grüßen
Susanne Weischer
Hallo Susanne, frohes neues Jahr zu allererst
Ich schätze das dein Problem ein fehlender asio Treiber ist. Selbiger wird mit jedem gängigen Audio Interface mitgeliefert. Wenn du kein Audio Interface besitzt oder erwerben möchtest, probiere doch einfach einmal den ASIO4ALL Treiber aus. Schaue einfach mal hier: https://www.buenasideas.de/2014/asio4all-asio-treiber-auch-ohne-asio-audiointerface/
Ich hoffe dass es dir hilft.