Testbericht: CHERRY AUDIO RACKMODE SIGNAL PROCESSORS – Die Rackjobber

Ein Testbericht von Perry Staltic,
veröffentlicht am 27.03.2022

Nach seinem Erstling STARDUST 201 TAPE ECHO hat CHERRY AUDIO sich erneut an die Emulation von Vintage-Effekten gewagt. Herausgekommen ist das Bundle RACKMODE SIGNAL PROCESSORS, das virtuelle Nachbildungen einiger seltener MOOG-Gerätschaften aus vergangenen Tagen beeinhaltet und aus sieben FX- sowie einem Instrumenten-Plugin besteht. Auf zum Test…


Weil i di moog…

Beim Namen MOOG denkt ja vermutlich jeder erst einmal an Instrumente wie dem MINIMOOG, dem Prototypen des analogen Synthesizers schlechthin. Dass unter diesem Firmennamen bereits vor über vierzig Jahren und damit auch schon lange vor den MOOGERFOOGER-Tretminen diverse Effektgeräte verkauft wurden, dürfte aber längst nicht allen bekannt sein. Zumindest ging es mir so, denn die alten 19-Zoll-Geräten, die CHERRY AUDIO hier emuliert hat, waren, vom Vocoder einmal abgesehen, bis dato tatsächlich immer unter meinem Radar geflogen.

MOOG SIGNAL PROCESSORS Werbeanzeige
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Mit MOOG hatten diese Rack-Effekte auch nur insoweit zu tun, dass zu ihrer Zeit, also Ende der 1970 bzw. Anfang der 1980 diese Markenbezeichnung in Besitz der damaligen Herstellerfirma NORLIN gelangt war, der namensgebende Robert Moog hingegen war schon gar nicht mehr Teil des Teams…

Bei MOOG alias NORLIN war man seinerzeit also auf die Idee gekommen, das firmeneigene Produktportfolio um einige Effekt-Geräte zu erweitern, eben die besagten SIGNAL PROCESSORS. Übermäßig viele Exemplare dürfte davon allerdings nicht hergestellt und verkauft worden sein, denn heutzutage sind sie eher selten zu finden und dann auch nur zu Preisen jenseits von Gut und Böse.

MOOG SIGNAL PROCESSORS - einige Exemplare aus CHERRY AUDIOs Bestand
MOOG SIGNAL PROCESSORS – einige Exemplare aus CHERRY AUDIOs Bestand

Und da ich den besagten MOOG SIGNAL PROCESSORS niemals persönlich begegnet bin und mir bisher von ihnen auch keine freigestellten und aussagekräftigen Klangbeispiele zu Ohren gekommen sind, dürfte es wohl auch fast von alleine verstehen, dass ich mich außerstande sehe, die klangliche Authentizität der Emulationen von CHERRY AUDIO zu beurteilen. Deshalb werde ich dies auch gar nicht erst versuchen. Punkt.


Gruppenzwang…

Zunächst einmal zu den Gemeinsamkeiten der im Bundle enthaltenen Plugins. CHERRY AUDIO setzt – das sicher nicht weiter verwunderlich – ausschließlich auf 64-Bit-Betriebssysteme. Ab WINDOWS 7 oder ab macOS 10.9 ist man dabei, wobei die neuesten Version, also WINDOWS 11 und macOS 12, ebenfalls unterstützt werden. APPLE-User werden sich über die native Unterstützung von M1-Prozessoren freuen.

An Plugin-Formaten werden VST2, VST3, AAX sowie AU geboten, bei Bedarf lassen sich zudem autark lauffähige Standalone-Versionen der RACKMODE SIGNAL PROCESSORS installieren. Ich habe hier aber lediglich die VST-Plugins unter WINDOWS 10 getestet.

Mein zum Test verwendeter Studiorechner verfügt über einen i7-4790K-Prozessor mit 4 x 4,0 GHz sowie über 16 GB Arbeitsspeicher.

Üblicherweise ist bei den Plugins von CHERRY AUDIO keine Offline-Aktivierung vorgesehen, man benötigt also einen Internetzugang auf dem Rechner, auf dem die RACKMODE SIGNAL PROCESSORS später laufen sollen, zumindest für den Zeitraum der Installation, bei der das Setup-Programm noch einige Daten nachlädt, und der anschließenden Freischaltung mittels der persönlichen Account-Daten (Email-Adresse und Passwort). Für den eigentlichen Betrieb der Plugins kann der Rechner aber wieder vom Netz genommen werden.

Die Plugins des Bundles müssen zwar prinzipiell jeweils einzeln aktiviert werden, seltsamerweise war dies im Test jedoch nicht bei allen notwendig, ein paar von ihnen liefen auch ohne die gesonderte Eingabe meiner Daten. Übrigens, sofern die Plugins nicht aktiviert werden, funktionieren sie als Demo-Versionen mit einer Laufzeit von dreißig Tagen, wobei sie ab und zu Laut geben in Form eines störenden Rauschens.

Bezüglich der Installation der VST2-Versionen möchte ich noch anmerken, dass alle Plugins in einem frei definierbaren gemeinsamen Ordner abgelegt werden. Wer, so wie ich, für seine VST2-Plugins zur besseren Übersicht individuelle Ordner und Unterordner angelegt hat (etwa „Delay“, „Reverb“, „EQ“, „Filter“, „Modulation“ usw.), der muss die einzelnen Plugins des Bundles dort nachträglich von Hand einsortieren und kann das vorher erstellte gemeinsame Installationsverzeichnis anschließend wieder löschen.

CHERRY AUDIO RACKMODE SIGNAL PROCESSORS
CHERRY AUDIO RACKMODE SIGNAL PROCESSORS

Die skalierbaren Bedienoberflächen der RACKMODE SIGNAL PROCESSORS orientieren sich allesamt an ihren jeweiligen Vorbildern aus dem Hause MOOG und fallen daher mit ihrer dunklen Farbgebung etwas düster aus. Zusätzliche Themes mit anderen Farben, wie bei einigen seiner anderen Plugins, stellt CHERRY AUDIO diesmal nicht zur Verfügung, der Bedienung tut dies jedoch keinen Abbruch, denn der Kontrast ist ausreichend hoch.

Der oben gezeigte Screenshot, wie er auch auf der Produktwebseite von CHERRY AUDIO zu finden ist, ist übrigens nur eine „künstlerische Darstellung“, in Wirklichkeit gibt es nämlich kein solches gemeinsames Rack, sondern nur separate Plugins.

CHERRY AUDIO RACKMODE - MIDI-Learn-Funktion
CHERRY AUDIO RACKMODE – MIDI-Learn-Funktion

Typisch für die Plugins von CHERRY AUDIO sind die UNDO- und REDO-Funktionen sowie die umfangreichen MIDI-LEARN-Optionen, die bei Bedarf eine exakte Feinabstimmung der verschiedenen Regelbereiche und Kurvencharakteristika erlauben. Wer die virtuellen Regler auf dem Bildschirm lieber mit dem Mausrad bedient, kann dies gerne tun, und auch die Automation von Parametern in der DAW ist selbstverständlich möglich.

CHERRY AUDIO RACKMODE - Settings
CHERRY AUDIO RACKMODE – Settings

Jedes der Plugins bietet ein eigenes Settings-Menü, dessen Auswahlmöglichkeiten sich über drei Tabs verteilen. Die Grundeinstellungen, die hier vorgenommen werden können, sind jeweils identisch und betreffen beispielsweise das Verzeichnis, in dem die Presets abgelegt werden, verschiedene Optionen bezüglich der Bedienung oder auch möglicher Updates.

CHERRY AUDIO RACKMODE - Preset Browser
CHERRY AUDIO RACKMODE – Preset Browser

Auch den mittlerweile schon bekannten Preset-Browser hat CHERRY AUDIO nicht vergessen. Dieser verfügt über aussagekräftige thematische Kategorien, bietet eine Suchfunktion sowie eine persönliche Favoritenliste zum schnellen Auffinden passender Voreinstellungen, und die kleine, aber feine Pin-Funktion, die bei Bedarf verhindert, dass sich der Browser automatisch wieder schließt, nachdem man ein Preset ausgewählt hat, findet sich hier ebenfalls wieder.


Wir sind die Roboter…

Der vermutlich nicht nur für mich persönlich interessanteste Effekt im Bundle stellt der RACKMODE VOCODER dar. Genauer gesagt handelt es sich dabei um gleich zwei Plugins, eine Instrumenten- und eine FX-Version. Der CHERRY AUDIOs Emulation zugrunde liegende Vocoder von MOOG wurde übrigens damals vom deutschen Ingenieur Harald Bode entwickelt.

Vielen von Euch dürfte wohl hinlänglich bekannt sein, dass Vocoder (ein Kofferwort aus „voice“ und „encoder“) ursprünglich einmal für militärische Einsatzzwecke entwickelt worden waren, nämlich zur verschlüsselten Übertragung sprachlicher Kommunikation. Die ersten dieser Geräte gab es bereits in den 1930er Jahren. Jahrzehnte später fanden sie ihre Renaissance im Sound Design (etwa für Roboterstimmen) und in der Musik. Insbesondere KRAFTWERK haben einen exessiven Gebrauch vom Vocoder gemacht, aber sie waren natürlich längst nicht die Einzigen.

CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER
CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER

Beginnen wir mit der Instrumenten-Version des RACKMODE VOCODER. Diese unterscheidet sich vom RACKMODE VOCODER FX vor allem dadurch, dass sie eine integrierte Klangerzeugung in Form einer einfachen virtuell-analogen Synthesizers mitbringt.

Synthesizer ist hier eigentlich schon übertrieben, denn es handelt sich dabei lediglich um zwei gegeneinander verstimmbare Oszillatoren mit gemeinsamer Wellenformauswahl (aufsteigender Sägezahn, manuell in der Weite regelbare Pulswelle sowie eine „glottal wave“ genannte Nachahmung der Stimmbänder). Hinzu kommt noch ein LFO für Vibrato-Anwendungen und eine Glide-Gunktion (Portamento), das war’s dann auch schon, sollte für den anvisierten Zweck als Carrier-Signal jedoch ausreichen.

Tatsächlich ist diese Oszillator-Sektion immer aktiv und auch der einzig mögliche Carrier in der Instrumenten-Version. Wer hingegen mit eigenen Carrier-Signalen arbeiten möchte, muss auf die FX-Version des Vocoders ausweichen.

Letzteres ist auch dann der Fall, wenn die verwendete DAW keine Sidechain-Optionen für Instrumenten-Plugins anbieten sollte, denn sowohl beim Instrumenten- als auch beim FX-Plugin wird das Modulator-Signal ausschließlich über einen Sidechain-Kanal zugeführt. Im Test musste ich feststellen, das bei STUDIO ONE 4/5 etwa keine Möglichkeit existiert (zumindest vermochte ich keine zu entdecken), die Instrumenten-Version des RACKMODE VOCODER mit einem Sidechain-Signal zu füttern, während dies bei CUBASE 11/12 und auch bei MIXCRAFT 9 ohne Weiteres möglich ist. Mit der FX-Version hingegen konnten all der genannten DAW-Programme arbeiten.

CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER - QWERTY Keyboard
CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER – QWERTY Keyboard

Übrigens, wer gerade kein externes MIDI-Keyboard zum Spielen des Carriers bereit hat, der kann dazu auch das integrierte QWERTY KEYBOARD benutzen, das CHERRY AUDIO bei allen seinen Instrumenten-Plugins eingebaut hat. Das ist eine kleine, mehroktavige Bildschirmklaviatur, die entweder mit der Maus oder über die alphanumerische Tastatur des Rechners bedient wird und neben einer Notenerzeugung auch diverse Spielhilfen beinhaltet.

CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER FX
CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER FX

Die eigentliche Vocoder-Sektion ist bei Intsrumenten- und FX-Version identisch. Zur besseren Sprachverständlichkeit existiert ein Detektor für stimmlose (HISS) und stimmhafte (BUZZ) Modulator-Signale mit einstellbarem Mischungsverhältnis. Damit bekommt man zum Beispiel auch heisere Flüsterlaute hin.

Weitere Anpassungen lassen sich mit den drei Parametern RESONANCE (regelt die Filtergüte, also den Q-Faktor, für alle Bandpassfilter gleichzeitig), ARTICULATION (regelt die Decay- bzw. Release-Zeiten der Hüllkurvenverfolger in der Analyse-Sektion) sowie HOLD (friert bei Aktivierung das momentane Frequenzspektrum ein, hilfreich zum Beispiel für chorartige Fächenklänge) vornehmen.

Abweichend von der MOOGschen Hardware hat CHERRY AUDIO beim RACKMODE VOCODER noch eine manuell und per synchronisierbarem LFO veränderbare Formanten-Steuerung eingebaut, mit der ein Offset zwischen den Bandfiltern der Analyse- und der Carrier-Sektionen erzeugt wird. Auch einen Chorus-Effekt sucht man beim Vorbild vergeblich, CHERRY AUDIO hingegen hat seiner Emulation einen solchen spendiert. Und einen weiteren sehr nützlichen Zusatz stellt der MIX-Regler in der der Ausgangs-Sektion dar. Damit kann man nämlich das Mischungsverhältnis zwischen trockenem Eingangssignal und Vocodersound einstellen. Das ist beispielsweise ideal, wenn man hybride „Mensch-Maschine-Klänge“ erzeugen will.

CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER - Patchbay im Einsatz
CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER – Patchbay im Einsatz

Was den MOOG-Vocoder von seinen Konkurrenten abhebt, ist das integrierte Steckfeld, das es ermöglicht, die Ausgänge der Analyse-Sektion mit den Eingängen der Synthese-Sektion mittels Patchkabeln zu verbinden und damit die interne Vorverdrahtung aufzubrechen.

Auch beim RACKMODE VOCODER ist dies möglich, was aber angesichts der Erfahrungen, die CHERRY AUDIO mit virtuellen Modularsystemen gesammelt hat, keinen verwundern dürfte. Viele Funktionen wurden daher auch vom hauseigenen VOLTAGE MODULAR übernommen, so zum Beispiel die Möglichkeit, die Farben der einzelnen Kabel nach eigenem Gusto anzupassen oder den Grad der Transparenz einzustellen.

CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER- unsichtbare Patchkabel
CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER- unsichtbare Patchkabel

Wen das virtuelle Kabelgedöns auf dem Bildschirm stört, der kann es auch ganz einfach aus dem Sichtfeld verbannen, entweder per Mausklick oder via Tastenkombination, die zuvor erstellten Verknüpfungen sind dann aber weiterhin anhand der Farbcodierungen der Buchsen ersichtlich.

Klanglich weiß der RACKMODE VOCODER zu gefallen und bei entsprechenden Einstellungen ist auch die Sprachverständlichkeit sehr gut. Es ist ein weites Feld an klanglichen Variationen möglich, sowohl mit der Instrumenten- als auch der FX-Version. Insbesondere bei Letzterer ist durch die freie Wahl des Carrier-Signals kaum eine Grenze gesetzt.

Das erste Klangbeispiel nutzt die Instrumenten-Version und damit dessen integrierte Oszillator-Sektion als Carrier, als Modulator kommt einmal mehr unser altbekanntes BuenasIdeas-Speechie zum Einsatz. Der erste Durchlauf ist unbearbeitet, dann folgen sieben Variationen mit jeweils unterschiedlichen Vocoder-Einstellungen:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER – Vox

Für das zweite Klangbeispiel habe ich die FX-Version verwendet und diese mit einem Drumloop gefüttert, das Carrier-Signal wird dabei von CHERRY AUDIOs Synthesizer-Plugin CA2600 beigesteuert. Zuerst hört Ihr vier Takte lang den trockenen Drumloop, anschließend drei ebenso lange Bearbeitungen mit dem RACKMODE VOCODER FX:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE VOCODER FX – Drumloop

Klar, dass sich ein Vergleich mit dem ebenfalls auf dem MOOG-Vocoder basierenden ARTURIA VOCODER V aufdrängt, den wird ja bereits vor einiger Zeit im Rahmen der V COLLECTION 8 getestet hatten. Nun, der Grundklang ist durchaus ähnlich, wenn auch nicht identisch, es lässt sich sich mit beiden Emulationen eine große Schnittmenge vergleichbarer Ergebnisse erzielen.

Ausschlaggebend bei der Wahl dürfte hier, neben dem persönlichen Geschmack, in erster Linie das jeweilige weitere Feature-Set der beiden Konkurrenten sein, dass je nach dem bevorzugten Workflow und der verwendeten DAW gewisse Vor- und Nachteile bietet.

Wer vorrangig einen Vocoder mit integrierter Klangerzeugung sucht, jedoch eine DAW einsetzt, die bei Instrumenten-Plugins keine Nutzung externer Modulator-Signale via Sidechain ermöglicht, also etwa STUDIO ONE, der findet eine gute Lösung mit dem eingebauten Sample-Player im VOCODER V. Wer hingegen eigene Carrier-Signale, eventuell auch von Hardware-Synthesizern, einzusetzen gedenkt, dem spielt der RACKMODE VOCODER FX zu. Ich selbst habe für mich die beste aller Lösungen gefunden, ich habe einfach beide Emulationen… 😉


Rechenschieber…

Auch das Vorbild des RACKMODE FREQUENCY SHIFTER basiert auf einem Schaltungsdesign von Harald Bode (viele dürften sogar seinen Namen hauptsächlich mit eben diesem Gerät in Zusammenhang bringen).

Um von vornherein keine Verwechselungen aufkommen zu lassen, ein Frequency Shifter ist KEIN Pitch Shifter, wie man ihn etwa gerne zur Erzeugung von nervtötenden Chipmunk- oder finsteren Goa’uld-Stimmen verwendet!

Denn während ein Pitch Shifter die Frequenzen des eingehenden Audiosignals um den gleichen Faktor anhebt oder absenkt und dabei das innere harmonische Gefüge bewahrt (bei einer Verschiebung beispielsweise um den Faktor zwei werden alle vorhandenen Frequenzen verdoppelt, aus 500 Hz wird dann 1000 Hz, aus 1000 Hz dementsprechend 2000 Hz, das Verhältnis zwischen diesen beiden Frequenzen bleibt also gleich), verschiebt ein Frequency Shifter alle vorhandenen Frequenzen um den selben festen Wert (bei einer Verschiebung um zum Beispiel 1000 Hz werden aus den 500 Hz dann 1500 Hz, aus den 1000 Hz jedoch weiterhin nur 2000 Hz, das Verhältnis zwischen den beiden Frequenzen verändert sich somit) und leistet damit einer mutwilligen Zerstörung des Audiosignals regen Vorschub.

CHERRY AUDIO RACKMODE FREQUENCY SHIFTER
CHERRY AUDIO RACKMODE FREQUENCY SHIFTER

Beim RACKMODE FREQUENCY SHIFTER umfasst die Frequenzverschiebung einen Bereich von maximal 5000 Hz nach oben und nach unten, wobei herauf- und herabgesetzte Signale gleichzeitig mit einem frei einstellbaren Mischungsverhältnis abgegriffen werden können.

Der Frequenzbereich im linearen Modus lässt in vier Stufen (5/50/500/5k) eingrenzen, darüber hinaus existiert auch noch ein exponentieller Modus, der einen Bereich von 2 Hz bis 2000 Hz abdeckt. Der (beim Original nicht vorhandene) integrierte LFO mit vier Wellenformen und einer bedarfsweisen Synchronisation zum Host-Tempo erlaubt eine dynamische bzw. rhythmische Frequenzverschiebung. Via REGENERATION-Parameter der einer Feedback-Regelung entspricht, sind noch extremere Effekteinstellungen möglich.

Vor allem bei der analogen Hardware war das integrierte NOISE GATE sehr praktisch, um ein Übersprechen des unbearbeiteten Eingangssignals zu unterbinden. Wenngleich dies bei moderner Software eher weniger der Fall sein dürfte, hat CHERRY AUDIO diese Funktion ebenfalls übernommen, um das Vorbild möglichst genau zu nachzubilden. Der Schwellwert reicht dabei von -60 dB bis 0dB.

Wie schon angedeutet, eignet sich so ein Frequency Shifter nicht unbedingt zur Erzeugung gefälligen Schönklangs, vielmehr vermag er das Audiosignal bei Bedarf bis in einen Bereich jenseits aller Wiedererkennbarkeit zu treiben. Aber natürlich sind auch weniger radikale Bearbeitungen damit möglich. Auf Stimmen angewandt erhält man unter anderem allerlei Variationen von Alien-Kommunikation oder imperialen Sonden-Droiden.

Für die Klangbeispiele habe ich die selben beiden Signale wie schon gerade beim Vocoder verwendet. Bei unserem Sprachsample gibt es wieder einen trockenen sowie sieben bearbeitete Durchläufe:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE FREQUENCY SHIFTER – Vox

Dem unbearbeiteten ersten Durchlauf des Drumloops folgen fünf weitere, die durch den RACKMODE FREQUENCY SHIFTER gejagt wurden.

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE FREQUENCY SHIFTER – Drumloop

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich künftig noch häufiger Gebrauch von diesem interessanten Effekt-Plugin machen werde.


Der Herr der Zwiebelringe…

Ring-Modulatoren gibt es ebenfalls schon seit den 1930ern, und ursprünglich waren sie eigentlich für irgendwelche Telefonieanwendungen entwickelt worden. Hierzu ein lustiger Auszug aus CHERRY AUDIOs Online-Manual, leider nur für Anglophile verständlich: The original application was in the field of analogue telephony for frequency-division multiplexing for carrying multiple voice signals over telephone cables. We’re not totally sure what that means either, and if it sounds like we cut-and-pasted that blurb from Wikipedia, it’s because we did.“

Im Bereich der Musik und des Sound Designs wurden und werden Ring-Modulatoren gerne zur Erzeugung unharmonischer Klänge eingesetzt, etwa für glockenartige oder metallische Klänge, aber auch für die Stimmen der Daleks bei Doctor Who oder für so manchen Klangeffekt bei Star Wars.

CHERRY AUDIO RACKMODE RING MODULATOR
CHERRY AUDIO RACKMODE RING MODULATOR

Technisch gesehen stellt ein Ring Modulator die Summe und die Differenz der Frequenzen zweier Audiosignale an seinen Ausgängen bereit. Daraus folgt, dass stets zwei Audioquellen benötigt werden, nicht selten dient ein eingebauter Oszillator bedarfsweise als eine davon, so auch beim RACKMODE RING MODULATOR.

Das Plugin verfügt über drei Modi zur Kombination zweier Signale: Interner Oszillator und eingehendes Stereosignal, Sidechain-Signal und eingehendes Stereosignal sowie linkes und rechtes Eingangssignal (dieser Modus funktioniert logischerweise nicht bei reinen Mono-Signalen).

Der Oszillator wartet mit den fünf Wellenformen Sinus, Dreieck, aufsteigender und abfallender Sägezahn und Rechteck auf. Sowohl die Fußlage (Oktave) als auch die Feinstimmung lassen sich regeln, letztere kann auch mittels LFO moduliert werden.

Bei aktiviertem KEYB(oard) TRACK-Schalter lässt sich der Oszillator zudem in Halbtonschritten über ein MIDI ansteuern, dies allerdings nur dann, wenn die verwendete DAW eingehende MIDI-Befehle auch an Effekt-Plugins weiterzureichen vermag, was leider nicht immer der Fall ist. Zumindest für AU-Plugins in LOGIC PRO weist das Manual einen Workaround auf.

Der schon erwähnte LFO verfügt über die Wellenformen Sinus, Dreieck, aufsteigender Sägezahn, Rechteck sowie über eine Zufallsfunktion. Seine Polarität ist umschaltbar, und natürlich lässt sich auch hier die Geschwindigkeit wieder frei einstellen oder aber zum Host-Tempo synchronisieren.

Der zuschaltbare SQUELCH-Regler hat eine vergleichbare Funktion wie das eben erwähnte Noise Gate beim Frequency Shifter. Ich kenne diese Bezeichnung eigentlich sonst eher von der Rauschsperre bei Funkgeräten.

Soundmäßig ist der RACKMODE RING MODULATOR ebenfalls nichts für zartbesaitete Schöngeister, er bietet zum Teil ähnliche, aber keinesfalls identische Klangverbiegungen wie sein Bruder, der RACKMODE FREQUENCY SHIFTER, die beiden ergänzen sich hier ganz gut.

Für die beiden Klangbeispiele habe ich ein weiteres Mal das BuenasIdeas-Speechie und den Drumloop bemüht. Das Speechie ist zunächt wieder unbearbeitet, dann folgen sieben jeweils mit dem Ring Modulator bearbeitete Variationen:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE RING MODULATOR – Vox

Die ersten vier Takte des Drumloops sind ebenfalls wieder trocken, daran schließen sich fünf verschiedene Bearbeitungen an:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE RING MODULATOR – Drumloop

Auch mit diesem Plugin werde ich in Zukunft sicherlich noch das eine oder andere Experiment anstellen.


Streichholz…

Das STRING FILTER von MOOG war mir bis dato nicht bekannt gewesen, ich habe tatsächlich erst durch die RACKMODE SIGNAL PROCESSORS Kenntnis davon erhalten. Anscheinend ist dieses Effektgerät wohl auch niemals in Serie produziert worden, sondern lediglich im Rahmen einer Sonderaktion auf Einzelbestellung (mit „Custom Engineering“-Label). Mit Hilfe zahlreicher Bandpass-Filter sollten damit dem zu bearbeitenden Klang die typische Charakteristik des hölzernen Korpus eines Streichinstrumentes verliehen werden.

CHERRY AUDIO RACKMODE STRING FILTER
CHERRY AUDIO RACKMODE STRING FILTER

Das RACKMODE STRING FILTER verfügt über 36 derartiger Bandpässe. Gegenüber dem Original ist nicht nur die Bandweite der Filter (RESONANCE OFFSET) global einstellbar, ihre Einsatzfrequenzen lassen sich ebenfalls gemeinsam verschieben. Zudem können die vier Frequenzgruppen LO, LO-MID, HI-MID und HI (mit ihren jeweils neun Filtern) nicht nur an- oder abgewählt, sondern stufenlos geregelt werden.

Auch AM SWEEP und FM SWEEP sucht man beim Gerät von MOOG vergeblich. Hinter beiden Bereichen verbergen sich jeweils vier nicht zueinander synchronisierte LFOs , einmal für Tremolo-Effekte und einmal für Frequenz-Modulationen der obengenannten vier Gruppen (also je ein AM- und ein FM-LFO für jede Frequenzgruppe). Bei Aktivierung der SYNC-Schalter lassen sich die vier LFOs eines Bereiches sowohl zueinander als auch zum Host-Tempo synchronisieren.

Die Filter sind in ungerade und gerade Sets angeordnet, die jeweils dem linken oder dem rechten Stereokanal zugewiesen sind. Mit Hilfe des WIDTH-Reglers lässt sich dieser Stereoversatz bei Bedarf reduzieren oder auch komplett aufheben. CHERRY AUDIO weist darauf hin, das das RACKMODE STRING FILTER dafür geeignet ist, Mono-Signale in stereophone Signale zu transformieren, und im Test konnte ich diesen Effekt gut wahrnehmen, insbesondere über Kopfhörer.

Das erste Klangbeispiel basiert diesmal auf einem sehr einfachen Sägezahn-Flächenklang aus dem DCO-106, der einen viertaktigen Loop mit zwei Akkorden spielt. Der erste Durchlauf ist wie immer ohne Bearbeitung, anschließend hört Ihr nacheinander fünf verschiedene Bearbeitungen mit dem RACKMODE STRING FILTER:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE STRING FILTER – Pad

Dem nun schon hinlänglich bekannten Drumloop habe ich die gleiche Behandlung zukommen lassen:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE STRING FILTER – Drumloop

Ich muss gestehen, das ich mir anhand der Kurzbeschreibung und der Bedienoberfläche zunächst nicht sonderlich viel vom RACKMODE STRING FILTER versprochen hatte, verfüge ich doch bereits über allerlei Filter im Plugin-Format und als Hardware-Geräte. Umso überraschter war ich dann von den Ergebnissen, vor allem in Bezug auf die Räumlichkeit, die sich einem faden Klang mit diesem Effekt-Plugin aufprägen lässt und die nichts mit einem herkömmlichen Hall oder dergleichen zu tun hat. Subtil eingesetzt, kann sich das RACKMODE STRING FILTER tatsächlich als ein sehr brauchbarer Klangverschönerer erweisen.


Phasenweise…

Normalerwerise ist man ja im Audiobereich bemüht, das Signal frei von Phasenverschiebungen und -auslöschungen zu halten. Im Falle eines Phasers-Effekts gilt dies jedoch nicht, ganz im Gegenteil, hier sind solche Nebenwirkungen sogar geradezu erwünscht.

Erreicht wird die durch den Einsatz von sogenannten Allpass-Filtern (diese Bezeichnung klingt eigentlich wie ein Widerspruch in sich, nicht wahr…?), die zwar alle Frequenzen durchlassen, dabei jedoch eine Verschiebung der Phase bewirken, welche sich bei Kombination mit dem unbearbeitetem Signal in Form von Auslöschungen und Verstärkungen bemerkbar macht. Wenn die Filterfrequenz dann dabei auch noch durch einen LFO moduliert wird, entsteht dieser typische „Düsenflieger-Sound“.

CHERRY AUDIO RACKMODE 12 STAGE PHASER
CHERRY AUDIO RACKMODE 12 STAGE PHASER

Mit dem RACKMODE 12 STAGE PHASER hat CHERRY AUDIO ein entsprechendes Plugin im Bundle. Wie der Name schön verrät, kann es bis zu zwölf Phaser-Stufen (PHASING STAGES) generieren, die der Anzahl der durchlaufenen Allpass-Filter entspricht. Nicht immer sind gleich so viele gewünscht, daher hat der Anwender die freie Wahl zwischen zwei, vier, sechs, acht, zehn oder eben zwölf Stufen.

Per Schalter lässt sich festlegen, ob nur der Ausgang dieser Allpass-Filterkette oder aber eine Mischung desselben mit dem trockenen Audiosignal zu hören ist. RESONANT STAGES hingegen bestimmt, ob und an welcher Stufe eine in ihrer Intensität regelbare Rückkopplung abgegriffen wird.

Unter dem Label SWEEP SECTION verbirgt sich der LFO. Er lässt sich manuell in seiner Geschwindigkeit von 0,01 Hz bis zu 10 Hz regeln oder aber mit musikalischen Teilern synchron zum Host-Tempo einstellen. Fünf Modulations-Wellenformen sind verfügbar (Sinus, Dreieck, aufsteigender und abfallender Sägezahn und Rechteck).

AMOUNT dient der Einstellung der Modulationsintensität, während OFFSET den gesamten Modulationsbereich nach oben oder unten verschiebt.

Bei Aktivierung des STEREO-SWEEP-Schalters werden vom LFO zwei um 180° zueinander verschobene Phasen abgegriffen und diese jeweils einer separaten Allpass-Filterkette zugeführt. Dies funktioniert sowohl mit Mono- als auch mit Stereo-Quellen.

Der FAST/SLOW-Schalter in der Ausgangssektion ersetzt die offenbar etwas verwirrende „Motor-Speed“-Steuerung des Originals. Während der FAST-Modus der tatsächlichen Position des LFO-RATE-Reglers entspricht, beträgt die Geschwingkeit im SLOW-Modus lediglich ein Sechzehntel der Reglerstellung. Ein Umschalten zwischen den beiden Modi bewirkt keine abrupte, sondern eine fließende Geschwindkeitsänderung.

OUTPUT ROUTING definiert, ob die durch die Allpass-Filter erzeugten Kerben (A) oder die Spitzenwerte (B) auf den Stereokanälen ausgegeben werden (oder beides). In Stellung A liegen auf beiden Kanälen nur die Notches an und in Stellung B nur die Peaks, in Stellung AB hingegen erfolgt die Ausgabe der Notches auf dem linken und die der Peaks auf dem rechten Kanal.

Im ersten Klangbeispiel habe ich erneut den Flächenklang aus dem DCO-106 verwendet, die ersten vier Takte sind unbearbeitet, gefolgt von fünf Varianten unter vollem Phaser-Beschuss:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE 12 STAGE PHASER – Pad

Für das zweite Beispiel musste wieder mal der Drumloop dran glauben, wenngleich es sicherlich nicht üblich ist, die komplette Rhythmus-Sektion durch einen Phaser zu schicken (insbesondere nicht die Kickdrum…), eher wendet man diesen Effekt nur auf Einzelinstrumente an, wie etwa Hihat oder Shaker. Auch hier wieder ein trockener und fünf feuchte Durchläufe mit jeweils vier Takten Länge:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE 12 STAGE PHASER – Drumloop

Klanglich liefert der RACKMODE 12 STAGE PHASER meiner Meinung nach durchaus solide Ergebnisse, ich würde für ihn jetzt allerdings nicht alle anderen Vertreter dieser Zunft, die schon bei mir im Plugin-Ordner residieren und die mir in der Vergangenheit gute Dienste geleistet haben, über Bord werfen.


(Ent-)Zerrspiele…

Bei den verbleibenden beiden Plugins im Bundle handelt es sich um Equalizer, sie seien hier gemeinsam in einem Abschnitt abgehandelt. Ich gestehe an dieser Stelle, dass ich persönlich Equalizer jetzt nicht sooo spannend finde, ebenso geht es mir übrigens auch mit Kompressoren. Zwar braucht man in der Regel sowohl das eine wie das andere für einen vernünftigen Mix, und ich habe auch allerlei Vertreter beider Kategorien in meinem Plugin-Verzeichnis, doch vermag ich ihnen nicht mehr Begeisterung entgegenzubringen als beispielsweise einem Kochtopf oder einem Schraubendreher, das sind für mich bloß notwendige Mittel zum Zweck, die einfach nur funktionieren sollen…

CHERRY AUDIO RACKMODE THREE BAND PARAMETRIC EQ
CHERRY AUDIO RACKMODE THREE BAND PARAMETRIC EQ

Der RACKMODE THREE BAND PARAMETRIC EQUALIZER ist genau das, was sein Name verspricht, nämlich ein dreibandiger parametrischer Equalizer (was auch sonst…). Abgesehen von den jeweils um eine Oktave verschobenen Einsatzfrequenzen (31 Hz bis 4 kHz, 62 Hz bis 8 kHz sowie 125 Hz bis 16 kHz) sind alle drei Bänder identisch aufgebaut. Es lassen sich dabei nicht nur die auf der Bedienoberfläche angegebenen Frequenzwerte anwählen, sondern stufenlos auch alle Werte dazwischen. Die Bandweite, also die Filtergüte reicht von einer Vierteloktave bis zu vier Oktaven. Die Anhebung oder Absenkung der eingestellten Frequenz kann jeweils bis zu 20 dB betragen.

Neben einer Lautstärkeregelung inklusive Übersteuerungsanzeige finden wir in der Ausgangssektion, wie beim Original, noch einen DRIVE-Regler, mit dem das Audiosignal sanft angezerrt und bis ins Clipping gefahren werden kann.

Zu Demonstration der klanglichen Fähigkeiten darf der Drumloop einmal mehr fünf unterschiedliche Bearbeitungen über sich ergehen lassen, der erste Durchlauf ist dabei zum Vergleich wieder trocken:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE THREE BAND PARAMETRIC EQ

Beim RACKMODE TEN BAND GRAPHIC EQ handelt es sich, Ihr habt es bereits erraten, um einen zehnbandigen Graphic-Equalizer, wobei das GRAPHIC im Namen nicht etwa auf eine opulente Anzeige verweist, wie wir sie häufig in modernen Software-EQs vorfinden, sondern lediglich andeuten soll, dass sich die Verlaufskurve der Entzerrung anhand der Reglerstellung einfach ablesen lässt.

CHERRY AUDIO RACKMODE TEN BAND GRAPHIC EQ
CHERRY AUDIO RACKMODE TEN BAND GRAPHIC EQ

Die zehn Bänder umfassen die Einsatzfrequenzen 31 Hz bis 16 kHz, jedes Band weist dabei einen Abstand von rund einer Oktave zum benachbarten auf und kann um bis zu 15 dB abgesenkt oder angehoben werden.

Die Ausgangssektion entspricht der seines parametrischen Geschwisters, beinhaltet also ebenfalls Regler für GAIN und DRIVE.

Ein allerletztes Mal nötige ich Euch nun den Drumloop auf, der erste vier Takte sind trocken, die darauf folgenden 20 Takte präsentieren fünf verschiedene EQ-Einstellungen:

Klangbeispiel CHERRY AUDIO RACKMODE TEN BAND GRAPHIC EQ

Obgleich ich weiter oben kundgetan habe, dass Equalizer bei mir generell nicht auf ein sonderlich großes Interesse stoßen, so komme ich dennoch nicht umhin, den beiden RACKMODE EQs einen guten Klang zu attestieren. Im direkten Äpfel-und-Birnen-Vergleich geflallen mir die Ergebnisse beim TEN BAND GRAPHIC EQUALIZER einen kleinen Ticken besser, aber das ist natürlich eine rein subjektive Bewertung und ausschließlich auf die obigen Klangbeispiele beschränkt.


Fazit:

Mit den RACKMODE SIGNAL PROCESSORS hat CHERRY AUDIO ein interessantes Plugin-Bundle am Start. Dabei ist es für mich nicht sonderlich relevant, dass es sich dabei um die Emulation von irgendwelchen MOOG-Geräten aus dem letzten Jahrhundert handelt, die ich nie besaß oder sehnsüchtig besitzen wollte und zu denen ich daher sowieso keinen persönlichen Bezug habe.

Nein, nicht die Herkunft, sondern vielmehr die Gattung zumindest eines Teils der enthaltenen Effekte hat meine Aufmerksamkeit gewonnen. Vocoder mochte ich prinzipiell schon immer, und der RACKMODE VOCODER weiß in seinen beiden Varianten zu überzeugen. FREQUENCY SHFTER und RING MODULATOR sind ein wahrer Quell außerweltlicher Klanggefilde und den STRING FILTER hatte ich tatsächlich zunächst unterschätzt, wurde dann aber von ihm recht positiv überrascht. Auch der 12 STAGE PHASER macht eine gute Figur, ebenso die beiden Equalizerm, und dass ich mich gerade für diese jetzt nicht ganz so enthusiastisch zu begeistern vermag, liegt nicht etwa an ihrer Qualität, sondern ganz allein an meinem sehr begrenzten Interesse bezüglich derartiger Klangregler, das ist alles.

Und aus dem letztgenannten Grund sei hier auch noch einmal auf die Demo-Version verwiesen, möge der geneigte Leser sich damit selbst einen Eindruck vom Klang und vom persönlichen Nutzwert dieser Plugins verschaffen.

Die RACKMODE SIGNAL PROCESSORS gibt’s wie immer direkt bei CHERRY AUDIO oder in den einschlägigen Onlineshops. Der ausgerufene Einführungspreis lautet 99,- US-Dollar (das sind rund 90,- Euro), während der reguläre Listenpreis 129,- USD (etwa 117.- Euro) betragen soll (vermutlich aber nie zum Zuge kommen wird…).


Positives:
+ guter Grundklang
+ einfache Bedienung
+ beinhaltet auch etwas exotischere Effekte
+ Vocoder als Instrumenten- und als FX-Plugin verfügbar
+ umfangreiche MIDI-Learn-Sektion
+ CPU-freundlich
+ günstiger Verkaufspreis

Negatives:
– keine Offline-Aktivierung bzw. -Installation möglich


Produktwebseite: https://cherryaudio.com/products/rackmode

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