Testbericht MODARTT Pianoteq 4 Pro

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Im Jahr 2009 hatten wir uns Pianoteq Pro, damals in der Version 3.2, schon einmal für einen Testbericht genauer angesehen bzw. angehört.

Nun, nach 3 Jahren ist die Nachfolgeversion Pianoteq 4 auf dem Markt. Die Entwickler um den Erfinder von Pianoteq, Philippe Guillaume, haben sich also viel Zeit gelassen, die auf physical modelling basierende Software weiter zu verbessern.

Ein wenig zur Historie von Pianoteq:

Philippe Guillaume war zunächst Instrumentenbauer und spezialisierte sich im Laufe der Zeit auf die Restaurierung von alten Tasteninstrumenten. Im Alter von 30 Jahren begann er ein Mathematikstudium in Toulouse, Südwest Frankreich. Irgendwann dachte er sich, als er mal wieder ein Klavier stimmte, das man die beiden Welten zusammenbringen könnte und begann, mit physical modelling zu experimentieren. Das war quasi die Geburtsstunde von Pianoteq. Heute ist Philippe Guillaume Doktor der Mathematik, Professor und Leiter der mathematischen Abteilung an der Uni, wo er als Student begonnen hat.

Die Installation:

Die Installation geht ratz fatz. Kein Wunder bei nur ca. 20MB! Zur Verfügung stehen die Sprachen Englisch und Französisch. Es kann bei der Installation zwischen 32 und 64 Bit sowie unter VST, RTSA usw. gewählt werden. Zudem ist die Software als Standalone nutzbar.

Die Registrierung:

Für den Registrierungsprozess sollte die Software zunächst im Standalone Modus gestartet werden , die Registrierung kann entweder online, oder offline durchgeführt werden. Bei der online Variante erfolgt eine Weiterleitung auf die Webseite von Modartt. Für die offline Variante wird ein Formular ausgefüllt und abgespeichert welches dann von einem anderen Computer, der mit dem Internet verbunden ist, für die Registrierung abgesendet werden muss.

Anmerkung: Pianoteq 4 ist nicht nur für Windows und OSX erhältlich, sondern auch für Linux! Daran sollte sich so manch anderer Softwarehersteller ein Beispiel nehmen!

Was ist neu in Pianoteq 4?

Ein neuer Flügel, der Grand D4, ist in die Software eingezogen. Er basiert auf einem Steinway& Sons Flügel aus Hamburg.

Der Grand K1, der auch schon in der Vorgängerversion enthalten war, wurde mit neuen Basssaiten versehen. Dadurch wurde die Dynamik erhöht. Auch neu in Pianoteq 4 ist die Möglichkeit, die Größe der Benutzeroberfläche einzustellen. So das die Software sowohl mit einem kleinen Notebook mit 9“ Bildschirm, wie auch mit einem Riesenbildschirm mit 30“ genutzt werden kann.

Entweder stellt man die Größe in den Settings unter Options/General oder mit den Tasten „+“ und „-“ ein. Ich finde das ganz toll, denn so können auch Menschen, die eine Sehschwäche haben, mit der Software arbeiten.

Zusätzlich kann man noch einige kostenlose AddOns herunterladen. Darunter 1 Cimbralom, diverse Harpsicords, mehrere Pianofortes, einige Grand Pianos, ein Yamaha CP 80, sowie Glocken und Glockenspiele.

Es gibt auch noch AddOns, die man entweder einzeln, oder als Bundle erwerben kann. Darunter ist auch ein Blüthner Flügel, den ich auch testen konnte.

Die Benutzeroberfläche:

Hier sieht man den Dialog mit den Einstellungen, vergrößert auf 150%. Dieser Dialog ist klar gegliedert und auch für den Neuling leicht verständlich.

Nach dem Start sieht die Benutzeroberfläche freundlich und aufgeräumt aus:

Pianoteq Pro 4 Benutzeroberfläche
Pianoteq Pro 4

Klickt man auf die 3 Menupunkte „Tuning, Voicing und Design“, oder in die 3 Bilder darunter, erscheinen die entsprechenden Einstellungen:

Pianoteq Pro 4 Einstellungen
Pianoteq Pro 4 Einstellungen

Im unteren Teil unter „Output“ kann man Effekte wählen und fein einstellen, die Lautstärke, sowie die Dynamik regeln. In der Mitte, gleich unter dem Schriftzug „Output“ stellt man ein: Stereo, Mono, Sound Recording und Binaural. Klickt man daneben auf das Mikrofon Symbol, gelangt man zu einer sehr interessanten Einstellung:

Pianoteq Pro 4 Mikrofon Positionierung
Pianoteq Pro 4 Mikrofon Positionierung

Hier kann man das Instrument im Raum bewegen und bis zu 5 Mikrofone zur Klangabnahme platzieren. Auch den Deckel des Flügels kann man stufenlos öffnen, oder schließen. Zudem ist es noch möglich eine Kompression und/oder ein Delay dazu zu mischen und die Stereoweite, und die Soundgeschwindigkeit einzustellen.

Wie schon erwähnt, kann man in der Pro Version jeder einzelnen Note bis zu 26 Parameter zuordnen. In der Vorgängerversion waren es 22. So kann man sich sein „eigenes“ Instrument „bauen“ und abspeichern. Auf der Internetseite von Modartt unter FXP findet man einige dieser Presets, die von Pianoteq Benutzern frei zur Verfügung gestellt werden. Diese kann man dann in den eigenen FXP Ordner auf der Festplatte speichern und benutzen. Andreas hatte im zu Anfang erwähnten Testbericht einige selbsterstellte FXP’s zum Download angeboten.

Nach einem Klick auf „Note Edit“ erscheint der nachstehende Dialog:

Pianoteq Pro 4 Mikrofon Noten-Editor
Pianoteq Pro 4 Mikrofon Note-edit

Wer nicht unbedingt seinen eigenen Flügel „zusammenschrauben“ will und mit den schon sehr umfangreichen Einstellmöglichkeiten auskommt, der ist mit der Standard Version sicher sehr gut bedient, zumal sich die angesprochenen, kostenlosen FXP Dateien auch in dieser Version nutzen lassen. Zudem kann man später immer noch updaten.

Klangbeispiele:

Modartt Pianoteq – Chopin D4 Ausschnitte

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Modartt Pianoteq – Chopin K1 Ausschnitte

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Modartt Pianoteq – Haydn Bluethner Fügel (addOn)

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Die Midi Files für die Klangbeispiele stammen von der Webseite:  www.piano-midi.de

Fazit:

buenasideas-tippEs grenzt wirklich an ein Wunder, was das Team von Modartt in nur 20MB für Pianoteq 4 untergebracht hat! Das ist physical modelling auf höchstem Niveau und „state of the art“! Ich würde diese Sofware jedem, auf Samples basierten Piano, oder Flügel vorziehen, denn es kommt wirklich das an Tönen heraus, was der Anwender spielt! Ein „must have“ für jeden ambitionierten Pianisten und Keyboarder!

Bewertung nach Schulnoten:

  • Software: Note 1
  • Bedienbarkeit: Note 1.5 (wäre die Software auch in Deutsch verfügbar, gäbe es eine glatte 1)
  • Preis: Note 2 (3 Jahre Arbeit haben halt ihren Preis)

Gesamt:  1,5 GUT +

Weitere Infos und Klangbeispiele sowie eine kostefreie Demoversion findet Ihr auf der Website des Herstellers.

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