Testbericht: Synthogy American Concert D Flügel

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(Einleitung Andreas:) Einen Steinway Flügel zu besitzen, tja das ist nicht jedem möglich. Der Pianist von Path Metheny zum Beispiel hat einen und schleppt diesen auch auf alle Konzerte mit, ein normaler Keyboarder wird kaum in diesen „Genuss“, (in Anführungszeichen, die Rowdys dürften sicherlich jedes mal ihre wahre Freude beim Aufstellen und Stimmen des Steinway Flügels haben… ), kommen und muss daher andere Wege gehen, um den Klang eines legendären Konzertflügels auf die Bühne zu bringen.

Gott sei Dank hat die Firma Steinberg mit der VST Plugin Erfindung dazu den Grundstein gelegt und wir können heute nahezu jedes Instrument in digitaler Form mittels eines Computers wiedergeben. So geschehen mit dem Steinway Modell D dieser 1951er Konzertflügel wurde von Steinway & Sons für Konzert Promotions extra angefertigt und wird seit dem von den besten Handwerkern und Technikern kontinuierlich gepflegt und gewartet.

Der Steinway D wurde von grossen Künstlern für Konzerte und Aufnahmen verwendet, da er ausgereifte Obertöne mit einer jugendlichen Frische kombiniert, wie es nur ein Instrument dieser Klasse vermag. (Martin:) Die Firma Synthogy hat nun ihre Ivory II Serie mit einem American Concert D Flügel der Firma Steinway & Sons erweitert. Wie alle Flügel und Pianos der Ivory II Serie wurde auch der American Concert D wieder sehr aufwendig gesampelt. Wir haben die Software vor kurzer Zeit mit allen Features in unseren News schon einmal hier vorgestellt.

Daher soll es jetzt um die Installation, die Handhabung sowie den Klang gehen, ihr findet dazu auch zwei Klangbeispiele.

Installation:

Nach dem Öffnen der Verpackung findet sich ein schmales Handbuch leider nur in englischer Sprache sowie 7 DVD’s. Das Handbuch beinhaltet, neben der Seriennummer, nur wenige Sätze zur Installation und ein wenig mehr zur Registrierung. Die 7 DVD’s enthalten sowohl die 32BIT wie auch die 64BIT Versionen des virtuellen Steinway Modell D.

Die Installation der DVD’s gestaltet sich unproblematisch, dauert aber, bedingt durch den nicht ganz unerheblichen Datenumfang, fast eineinhalb Stunden. Ich habe die Software direkt in den Ordner installiert, in dem auch meine anderen VST Plugins liegen. Das Programm belegt nach der Installation fast satte 50 GB auf der Festplatte.

Für die Registrierung wird zwingend ein iLok USB Key benötigt. Dieser kostet bei Best Service in München, dem deutschen Vertrieb für die Software, stolze 39,- Euro. Wenn ihr noch keinen iLok Key habt, bestellt ihr ihn am besten gleich mit, denn so spart ihr euch die Versandkosten. Zudem sind die 39,- Euro am unteren Ende der Preispalette für einen solchen Key angesiedelt. Manche Versender verlangen bis zu 60,- Euro dafür!

Registrierung:

Nach der Installation geht es zunächst an die Registrierung, ohne die die Software nicht benutzt werden kann. Dazu muss zunächst der iLok USB Key in einen freien USB-Port gesteckt werden. Als nächsten Schritt muss auf der Webseite von PACE der iLok registriert sowie ein Benutzerkonto angelegt werden.

Nachdem ihr das Konto eingerichtet habt, lasst ihr nach dem iLok USB Key suchen. Wenn dieser erkannt und eingetragen wurde, könnt ihr die Webseite verlassen. Nun geht ihr auf die Webseite von Synthogy, um das Produkt zu registrieren. Dazu gebt ihr den im Handbuch eingetragenen Produktcode ein, sowie eure iLok Kontodaten. Nun werdet ihr wieder auf die iLok Webseite geleitet, wo ihr den Produktcode erneut registrieren und auf den USB Key übertragen könnt.

Wer schon einen solchen iLok Key hat, muss nur die Seriennummer registrieren und dann auf den Key übertragen.

Tipp: Wenn ihr eine 64 BIT Version von Windows verwendet, kann es euch passieren, dass der iLok Key bei Verwendung der 64 BIT Versionen des Firefox und des Internet Explorer nicht erkannt wird! Ihr solltet dann die 32 BIT Version des Internet Explorer benutzen.

ACHTUNG: Wenn ihr euch auf der Seite von PACE iLok registriert, findet ihr ganz unten, unter den Eingabefeldern für eure Daten 2 Zeilen, mit einem kleinen Kästchen davor. Dort könnt ihr ein Häkchen setzten, wenn ihr einen Newsletter von PACE bekommen wollt. Darunter werdet ihr gefragt, ob PACE iLok eure Daten an andere Firmen weitergeben darf.

Dort ist das Häkchen allerdings schon gesetzt und ihr solltet es unbedingt weg klicken, wenn ihr auf zahlreiche Verbraucherinformationen in eurem E-Mail Postfach verzichten wollt! Unverschämtheit so was!!!

Bedienung:

Ist dies dann alles erledigt, kann die Software endlich verwendet werden. Dies funktioniert sowohl als Stand Alone wie auch als VST in einer DAW (Digital Audio Workstation) wie Cubase, Samplitude, MuLab usw. .

Die 3 oberen Reiter sind in Home, Record und Setup unterteilt. Hier können unter anderem die Hardware konfiguriert werden, sowie der gewünschte Takt und die Geschwindigkeit eingestellt werden. Zudem gibt es verschiedene Einstellungen und Knöpfe für die Aufnahme. Darunter gibt es noch ein Menu, das sich Racks and Plugins nennt und in dem auch noch Einstellungen für die Ein- und Ausgabe Hardware gemacht werden können.

Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D Start Bildschirm
Der Startbildschirm des American Concert D Programmfenster als Standalone.

Insgesamt finde ich die vielen Möglichkeiten der Einstellungen zumindest für den Einsteiger recht verwirrend.

Im unteren, dunklen Teil des Fensters, gibt es 4 Schaltflächen, mit deren Hilfe man zu noch mehr Einstellungen gelangt. Dies sind von links nach rechts: Session, Program, Effects und Preferences.

Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D - Session fenster
Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D – Session fenster

Das Session Fenster: Hier können unter anderem die Einstellungen zur Anschlagstärke (Velocity Map Preset), zur Oktave und zu den Pedalen vorgenommen werden. Im Program Fenster stellt man das Piano Model (Piano Keyset) ein.

Wenn mehrere Pianos von Synthogy installiert wurden, kann einer Liste das entsprechende Piano gewählt werden. Weiterhin gibt es Einstellungen für den Flügeldeckel (offen, halboffen usw.) und die eventuell geladenen Effekte. Unter Synth Layer kann man noch aus verschiedenen Pads wählen, die sich eher für Popmusik eignen. Links unten gibt es noch eine kleine, rote LED, wo angezeigt wird, dass ein Midi Signal anliegt.

Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D - Effects Fenster
Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D – Effects Fenster

Im Effects Fenster können, wie es der Name schon erahnen lässt, verschiedene Effekte eingestellt werden.

Die Effekte beziehen sich auf unterschiedliche Raumgrößen, Equalizer, Chorus und Special FX. Dazu gibt es dann noch zu jedem Parameter die Möglichkeit der Feineinstellung. Es lassen sich dann noch diverse Klangvoreinstellungen laden, die das Resonanzverhalten des Flügels beeinflussen.

Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D - Preferences Fenster
Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D – Preferences Fenster

Im Preferences Fenster können die vorgenommenen Einstellungen überprüft werden.

Ich wollte den Flügel auch als 64BIT VST testen und habe ihn daher einmal in MuLab geladen. Hier der Screenshot:

Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D - in MuLab 4 64bit
Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D – in MuLab 4 64bit

Nun zum Klang:

Ich habe mir für den Test einige, Gema freie MIDI Dateien aus dem Internet geladen. Darunter Chopin und Haydn.

Der Flügel klingt absolut natürlich und überzeugend! Als „Testgegner“ musste ein Flügel aus dem Magix Samplitude Music Studio und die virtuellen Flügel aus der Pianoteq Trial Version herhalten. Nun sind die Geschmäcker und Hörgewohnheiten ja verschieden, aber der Magix Flügel kam an den Klang nicht heran, obwohl auch er schon recht gut ist.

Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D – Klangbeispiel Chopin (Ausschnitt)

Synthogy Ivory 2 American Concert Modell D – Klangbeispiel Haydn

Beim Pianoteq sind 3 verschiede Flügel enthalten, wovon mir 2 ebenfalls sehr gut gefallen. Alles in allem handelt es sich bei Modartts Pianoteq um eine tolle Software, die besonders daher besticht das hier keine 7 DVD`s vonnöten sind die deftige 50 GB an Daten auf die Festplatte bügeln, denn Pianoteq erzeugt den Flügelklang mit physical modelling!

Damit das Potential des Synthogy Modell D auch voll ausgeschöpft werden kann, sollte schon ein 88 Tasten Master Keyboard mit einer 3 Pedal Einheit vorhanden sein, ein 25 Tasten Desktop Mini Keyboard macht hier wenig Sinn.

Fazit: Der American Concert D von Synthogy ist absolut überzeugend. Der Preis schwankt immer etwas, da er sich nach dem Verhältnis Euro zu Dollar berechnet. Die momentanen 175,- Euro sind aber wohl angemessen für die sehr umfangreiche Software.

Ganz anders sieht es da schon bei der Registrierung aus. Auch wenn die Firma Best Services den iLok Key für 39,- Euro anbietet, finde ich den Preis einfach Wucher. Ein „normaler“ USB Stick mit 8GB wird schon für unter 5,- Euro verkauft. Was bitte schön ist mit den restlichen 34,- Euro?

Zudem geht es mir absolut gegen den Strich, das ich ein Produkt der Firma A kaufe und mir dann bei der Firma B, mit der ich eigentlich gar nichts zu tun haben will, einen Benutzeraccount anlegen und mich registrieren muss. Ich habe nichts dagegen, das Firmen ihre Software gegen Raubkopierer schützen wollen!!! Das geht aber auch ganz anders! Mehr Infos und reichlich Kommentare  dazu findet ihr hier:

ILok, vielen Dank an alle Raubkopierer, die Zeche zahlen die ehrlichen User.

Bewertung nach Schulnoten:

  • Registrierung: Mangelhaft 5 da iLok Abzocke
  • Klang: Sehr gut 1
  • Bedienung: Gut 2
  • Preis/ Leistung: Gut 2

Gesamtnote: Befriedigend 2,5

Weitere Infos und Klangbeispiele findet Ihr bei: Best Service.

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