Testbericht ProjectSAM – LUMINA

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ProjectSam wurde im Jahr 2001 von dem Komponisten Maarten Spruijt, dem Songwriter Vincent Beijer sowie dem Komponisten und Arrangeur Marco Deegenaars gegründet, seit dem stellt ProjectSam hochwertige und weltweit eingesetzte Sample-Bibliotheken her die hervorragend für die Komposition von Filmmusik und Soundtracks eignen.

LUMINA ist das neueste Produkt der drei Holländer, es handelt sich um eine professionelle Sammlung von Instrumenten für Native Instrument KONTAKT die sich ganz hervorragend für die Vertonung von Fantasyfilmen alá „Herr der Ringe“ eignet aber auch Animationsfilme, wie zum Beispiel „Tom und Jerry“ zu gutem Ton verhilft.

Lumina ist entweder per Download oder auf einem USB Stick erhältlich, wir haben uns für die Downloadversion entschieden. Satte 32 Gigabyte mussten sich also durch das Telefonkabel quetschen, wie gut das in unserem Studio eine 10 Megabit ADSL Verbindung bereitsteht.  Vertrieben wird Lumina im deutschsprachigen Raum von Best Service.

Lumina Download
Lumina Download

Der Download ist zwar mächtig aber die ProjetSam Server sind extrem schnell und stabil, so war das Ganze in einer Nacht erledigt. Die LUMINA Bibliothek muss dann in KONTAKT über den „Add Library“ oben links hinzugefügt werden und schon kann es los gehen. Somit kann hier bescheinigt werden das der Download und die Installation vorbildlich einfach gelöst wurden.

Kurz nach dem wir Lumina installiert hatten flatterte auch schon die erste Benachrichtigung für ein kostenfreies Update ein, sehr schön Produktpflege wird also bei ProjectSam groß geschrieben.

Lumina teilt sich auf in sechs verschiedene Kategorien von Instrumenten, die erste Kategorie heißt „Stories“ und beinhaltet liebevoll zusammengestellte Instrumente, die schon so passend auf der Tastatur verteilt wurden, dass nur ein KONTAKT Instrument ausreicht um kreativ einen Soundtrack zu erstellen. Die Zweite „Textures und Gestures“ beinhaltet alles, was dem Filmvertoner Spaß machen dürfte, in der dritten Kategorie finden wir spielbare Solo-Instrumente, die vierte Kategorie beinhaltet Solo Instrumente mit Legato Effekt, die fünfte Kategorie nennt sich Dystopia und enthält spezielle Sounds zur Filmvertonung.

Lumina
Lumina

Zu guter letzt finden wir dann noch die Kategorie „Timestreched enabled“ in der einige Loops und Sounds, dem zeitlichem Ablauf angepasst sind. Aber der Reihe nach:

LUMINA Storytelling

Um eine erste Idee umzusetzen, kann zum Beispiel ein Klavier erst einmal vollkommen ausreichen, arrangiert wird dann eben später mit den passenden Klängen. ProjectSam hat hier aber einen besseren Einfall um eine Filmsequenz komfortabel und schnell zu vertonen. Es handelt sich um die sogenannten Storys, hier wurden mehrere Instrumente clever auf der Tastatur verteilt und so kann mit nur einem KONTAKT Instrument schnell und einfach eine Szene „on the fly“ vertont werden. Ob dies nun später penibel nachgearbeitet wird oder ob das dann so schon ausreicht, muss jeder für sich selbst entscheiden, ich wage zu behaupten, dass hier durchaus vorzeigbare Ergebnisse ohne großes weiteres Nachbearbeiten möglich sind. Variationen können via Modulationsrad und Anschlagsstärke angesprochen werden, sodass zum Beispiel bei leichtem Anschlag das Orchester vorwiegend aus Streichern besteht und die Hornsektion erst dann in Erscheinung tritt, wenn wir etwas fester in die Tasten greifen.

Die Storys sollen bei jedem Update ergänzt werden, sodass immer wieder neue Inspirationsquellen dazu kommen werden. Es macht einen Heidenspaß mit den Storys zu experimentieren, hier finden sich abgrundtiefe Paukenschläge, wunderschöne Chöre, Orchester und auch Cartoon Sounds, alles sehr schön zusammengestellt und ohne Weiteres spielbereit.

Die einzelnen Parameter, die für die Story Instrumente zur Verfügung stehen sind, übersichtlich aber ausreichend, wir können zum Beispiel zwischen mehreren Mikrofonierungen stufenlos überblenden, was einfach genial gelöst ist, so findet jedes Instrument im Mix seinen richtigen Platz ohne das es mulmig und matschig wird. Wir finden zudem noch Regler für die Attack und Release Zeiten, das Reverb und den weiteren Effektanteil. Die einzelnen Instrumente, die zu dem jeweiligen Story Instrument zusammengefasst wurden, können einzeln hinzugefügt oder entfernt werden. Ein dreibandiger Equalizer steht auch zur Verfügung und die Tonhöhe kann mittels einem Pitchregler angepasst werden.

Textures und Gestures

Hier findet sich so ziemlich alles, was der Filmvertoner benötigen könnte, wunderschöne Soundcollagen, Loops und Chöre sind ebenso vorhanden wie bereits fertige Phrasen, die in verschiedenen Tonhöhen vorliegen.

Ich musste beim Probieren der verschiedenen Instrumente immer wieder an mir bekannte Filme denken, da einige Elemente in dieser Kategorie wohl früher schon zur Filmvertonung eingesetzt wurden und sicherlich auch in Zukunft rege Verwendung finden. Lumina macht es hier sehr einfach, da das Rad nicht neu erfunden werden muss und somit schnell ansprechende Ergebnisse erzielt werden können.

Spielbare Instrumente(playable Instruments)

Hier finden wir einen spielbereiten Glockenturm, das Instrument klingt sowas von authentisch das ich gleich mal ein Glockengeläut gezaubert habe, so etwas haben die Spanier (Ich wohne in Spanien) hier bei uns noch nicht gehört, ich hätte mir auch nicht gedacht das mir das Zusammenspiel von mehreren Kirchen, so wie in Deutschland üblich, irgendwann einmal fehlen würde, nun jetzt kann ich es mir selbst zusammen basteln 🙂 Im Ernst der „Bell Tower“ ist eines der absoluten Highlights von Lumina.

Lumina in KONTAKT 5
Lumina in KONTAKT 5 und Cubase 7

Sehr schön und wertvoll ist auch das Symphobia Sordino Instrument, dieses stammt aus der ProjectSam Symphony Orchester Bibliothek Symphonia und bietet absolut authentische Streicher. Weiterhin gibt es in dieser Kategorie Chöre, Pianos, Flöten und weitere Holzblasinstrumente sowie zahlreiche Perkussionsinstrumente. Leider ist hier kein nicht geschichteter Klavierklang vorhanden, das Piano wurde immer mit weiteren Klängen wie zum Beispiel Harfen oder Vibrafon gemischt.

Legato Soloist

Hier handelt es sich um verschieden hochwertige Instrumente, die monofon mit Legatoeffekt spielbar sind, zauberhafte Flöten, ein absolut authentisches Klarinett, eine Oboe und eine Trompete sowie weitere Instrumente wurden aufwendig gesampelt und mit einem Round Robin Effekt, der dafür sorgt, dass jede Note ihren individuellen Touch bekommt, versehen. Wie aufwendig hier gesampelt wurde belegen die Größen der einzelnen Instrumente, so kommt zum Beispiel die Klarinette auf über ein halbes Gigabyte und das bei gerade mal zwei ein halb spielbaren Oktaven. Noch ein Hammer ist hier das Instrument Legato Sopran, eine wunderschöne Sopranstimme, die zwischen Uhh und Ahh via Anschlagstärke wechselt und so richtig schön Gänsehaut erzeugen kann.

Dynostopia nichts für schwache Nerven

Wer nachts nicht gerne in den Keller geht, sollte bei diesen Sounds vorsichtig sein, ungelogen beim Durchhören standen mir teilweise die Haare zu Berge. Gruselige dunkle Klänge, sehr wuchtige perkussive dabei aber seltsame noch nicht gehörte Drumsounds sind hier ebenso vorhanden zahlreiche sphärische Klanglandschaften und Vintage Orchester Sounds, wobei „vintage“ hier bedeutet das der Chor oder die Flöte sich so ähnlich anhört, wie die ersten Versuche der Musikinstrumentenbauer Orchesterinstrumente elektronisch nachzubauen. Diese Klänge sind sicherlich gut dazu geeignet, auf alt getrimmte Filme mit dem notwendigen Sound zu versorgen.

Lumina in KONTAKT 5 im Edit Modus
Lumina in KONTAKT 5 im Edit Modus

Time streched enable

Hier sind einige der oben besprochenen Instrumente mit eingeschaltetem Time Stretch Algorithmus zu finden.

Klangbeispiele

Hier sind zwei kleine Klangbeispiele, die ich in kurzer Zeit produziert habe, darunter sind die offiziellen Klangbeispiele von ProjectSam die Euch einen weiteren Eindruck vermitteln, was mit Lumina alles machbar ist.

Klangbeispiel LUMINA-1:

Klangbeispiel LUMINA-2:

Ein Video zu ProjectSam Lumina, das Euch zeigt, wie Lumina in Eurer DAW (Hier Cubase) eingesetzt werden kann:

FAZIT

Lumina von ProjectSam ist ein absolut innovatives und professionelles Produkt, selten hatte ich soviel Spaß beim Testen wie bei Lumina. Wer mit möglichst wenig Zeitaufwand ansprechende Filmmusik produzieren möchte, kommt an Lumina eigentlich nicht vorbei. Die Auswahl an Instrumenten darf getrost als Genre und Flächendeckend bezeichnet werden. Auch wenn Lumina hauptsächlich für die Vertonung von Fantasy und Animationsfilmen produziert wurde, kann diese Klang- und Loop- Bibliothek für weitere Genres im Film eingesetzt werden.

buenasideas-tippBombastische Orchesterklänge, der Glockenturm, die fantastischen Chöre und die gruselige Dynostopia Instrumente gemischt mit einer Solo Sopran Sängerin sorgen für extreme Vielfalt. Die Ladezeiten halten sich in Grenzen wenn bedacht wird wie viele Möglichkeiten zum Beispiel bei den Story Instrumenten geboten werden. Der Klang aller Instrumente ist warm und voll, durch die Möglichkeit zwischen mehreren Mikrofonierungen umschalten zu können sind die einzelnen Instrumente recht einfach im Mix einsetzbar.

Lumina ist genial, einfach und preiswert aber nicht billig, der Preis von aktuell knapp 990,- Euro, geht für das Gebotene meiner Ansicht nach voll in Ordnung. Lumina erhält von uns einen absolut verdienten buenasideas.de Tipp! Prädikat: WERTVOLL!

Weitere Infos sowie Videos und Klangbeispiel findet Ihr bei: www.projectsam.com und bei: Best Service

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