XLN-Audio Addictive Drums 2 – Testbericht

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Die recht beliebten und in der Musikproduktion oft eingesetzten Addictive Drums gehen in die zweite Runde, die Firma XLNaudio aus Stockholm beschert uns mit dem Update auf die Version 2 ein interessantes selbst konfigurierbares Software Paket für das Erstellen authentisch klingender Drum Produktionen.

Angeboten wird Addictive Drums 2 in drei Varianten jeweils als Bundle, die günstigste Variante ist das Artist-Bundle das die freie Auswahl von 2 Addpacks (Drumkits), 2 Midi Packs und 2 Kitpieces (Snare, Kick usw.) erlaubt und mit einem Preis von 149,95 Euro in der gleichen Preisliga spielt wie Toontracks EZDrummer 2 (139,- Euro). Selbigen haben wir erst kürzlich hier getestet, daher leigt es nahe hier und da einen kleinen Vergleich vorzunehmen.

Das zweite Addictive Drums 2 Bundle mit der Bezeichnung „Producer“ kostet 199,95 Euro und erlaubt die freie Auswahl von jeweils 3 Addpacks, Midi Packs und Kit Pieces, wem das noch nicht ausreicht der kann zum XXL-Studio Bundle greifen, welches für 349,95 Euro zu haben ist, hier werden jeweils 6 Addpacks, Midi Packs und Kitpieces inkludiert. Addictive Drummer 2 ist sowohl für MAC wie auch für Windows in 32 bit oder 64 bit in den Formaten, AAS, AU und VST verfügbar und kann zudem StandAlone betrieben werden.

Die Installation:

Um Addictive Drums 2 auf den Rechner zu bekommen muss der XLN Online Installer vorab auf dem Rechner installiert werden, in diesem gebt Ihr dann Eure Zugangsdaten (Nutzername und Passwort) ein und dort werden dann die verfügbaren Produkte gelistet, die dann installiert werden können. Dies bedeutet, das ohne Internetverbindung hier NICHTS geht, was wiederum dem Einen oder anderen Kopfschmerzen bereiten könnte, denn gerade die Computer, die für die Musikproduktion genutzt werden, haben oft absolutes Internetverbot, einfach deshalb um zu verhindern das ein Virus oder eine sonstige Schadsoftware die getätigten Investitionen oder die laufende Produktion ins Nirvana befördert. Wer allerdings nur den XLN online Installer nutz und nicht nebenbei noch auf „seltsamen“ Internetseiten die Zeit welche für die Installation notwendig ist überbrückt, dürfte wohl keine Probleme haben.

Nach der Installation der Software müssen noch die einzelnen Drumkits eins nach dem anderen installiert werden, ebenso die Midi Packs und die Kit-Pieces. Auf unserem Testrechner ging das alles relativ flott und Addictive Drums war nach einer kurzen Midi und Audio Konfiguration sofort startbereit. Wir haben uns für die Addpacks Studio Prog, Studio Pop und Studio Rock entschieden und das Fairfax sowie das Vintage Dry Addpack optional dazu installiert

Die Testumgebung:

Für den Test haben wir einen DELL Inspiron One Rechner mit 3 GB RAM und DualCore CPU welcher verbunden ist mit einem Edirol UA4 FX Audiointerface das den Ton an zwei ESI aktiv 05 Studio Monitore weiterreicht genutzt. Als Betriebssystem kam Windows 7 in der 64 bit Variante zum Einsatz.

Addictive-Drums2-Addpacks
Addictive-Drums2-Addpacks AudioPreview-DEMO

Online Shop integriert:

Hier werden sich sicherlich die Geister scheiden, dem Einen mag es gefallen und nützlich erscheinen der andere wird davon nicht so begeistert sein. Addictive Drums 2 zeigt in der Drumkitauswahl nicht nur die installierten und bereits erworbenen Drumkits (Addpacks) an, sondern auch die welche noch erworben werden können, das Ganze wird dann auch noch mit zahlreichen Klangbeispielen garniert. Also besteht hier durchaus die Gefahr das ein geneigter Kunde von Rechner fernzuhalten ist da dieser vielleicht die ganzen Drumkits durcgeht, sich das eine oder andere Klangbeispiel anhört und sich dann in eines dieser Addpacks verliebt, im besten Fall kauft Ihr das Addpack und schreibt den Preis dafür mit auf die Rechnung, es kann aber auch sein das der Kunde davon nicht so ganz angetan ist und Ihr habt ein Addpack mehr aber 79,95 Euro weniger in der Kasse. Das Gleiche finden wir übrigens auch bei den Midi Packs, zwar ist ein wirklich guter Beat Browser mit einer ausgeklügelten Suchfunktion in Addictive Drums 2 integriert, dumm ist aber auch hier, dass wiederum sehr viele Kaufanreize geschaffen werden, da aus allen verfügbaren Midi Packs einzelne Patterns als Demo mit in den Pool der Drumpatterns integriert wurden, die könnt Ihr dann auch wieder kaufen, Kostenpunkt pro Midi Pack 19,95 Euro. Das dies mit den Kit-Pieces auch genauso umgesetzt wurde war zu erwarten.

Ich finde diese Geschäftstüchtigkeit geht etwas zu weit, auch wenn es bequem ist, stört es doch ein bisschen, stellt Euch vor Ihr sucht zusammen mit Eurem Kunden den passenden Beat und genau der Beat der absolut passt ist nur als einzelnes Pattern ohne die weiteren Pattern für die Songstruktur vorhanden (Strophe, Chorus, Fill usw.) schon sind knappe 20,- Euros futsch, schlussendlich gefällt dem Kunden dann doch ein anderes Pattern und …. OK ich breche das hier ab, Ihr wisst sicherlich, was ich meine. Ich fände gut, wenn sich die Shopfunktion in Addictive Drums 2 einfach abschalten ließe, so könnte jeder selbst entscheiden, ob er dies braucht oder eben nicht.

Addictive-Drums2-All-Drumsets
Addictive-Drums2-All-Drumsets

Die Drumkit Auswahl:

Beim Start von Addictive Drums 2 erscheint eine Gallerie an Drumkits, wie bereit oben erwähnt sind sowohl die Drumkist die bereits käuflich erworben wurden wie auch die noch erwerbaren hier aufgelistet. Das erste Drumkit mit der ersten Soundeinstellung wird automatisch geladen, die Ladezeit hält sich in Grenzen, ich will damit sagen es geht sehr flott. Von der Gallery geht es zum Explorer hier finden sich zu den einzelnen Drumkits, die auch grafisch ansprechen dargestellt werden, jeweils 20 Presets, welche sich aus Klangeinstellungen, Effekteinsatz und einem passenden Drumpattern zusammensetzen. So ist es recht einfach einen Eindruck zu bekommen, wie das gewählte Preset in den Mix passt oder ob es eben das hergibt, was gerade gesucht wird. Für die ganz schnellen wurden hier schon 5 Drehregler eingebaut, so kann das Lautstärkenverhältnis der Kick, Snare, der Hihats sowie der Raumanteil und der Overhead-Mikrophonierung angepasst werden.

Addictive-Drums2- DrumKIT Zusammenstellung
Addictive-Drums2- DrumKIT Zusammenstellung

Ein Drumkit selbst zusammenstellen:

Im Bereich KIT wird das gerade ausgewählte Drum Kit verändert, es können weitere Schlaginstrumente hinzugefügt und mit der Kick oder der Snare verbunden werden. Die Verbindung, zum Beispiel einer synthetischen Sinuswelle mit der Kickdrum oder der Snare mit einem Klatschen ist recht einfach zu bewerkstelligen, es wird dazu einfach im Geberinstrument auf das liegende Acht Symbol geklickt und dann per Drag und Drop das Schlaginstrument ausgesucht, das mit dem Geberinstrument synchronisiert werden soll, nun kann noch festgelegt werden, auf welchem Schlag die Synchronisation stattfinden soll, genauso einfach ist die Verbindung auch wieder lösbar, es reicht dazu aus auf das Nehmerinstrument klicken und die Funktion „unlink“ auszuwählen.

Einzelne Instrumente in der Drumset Zusammenstellung können auf Solo oder Mute gestellt werden, ducrh einen Klick, auf den „E“ Button wird der Edit Modus aufgerufen, in dem wir Compressor und Equalizer usw. einstellen können aber dazu später mehr. In allen Edit Bereichen, also Kit, Edit und FX wird im unteren Bereich der Mixer dargestellt und ist somit immer verfügbar.

 

Addictive-Drums2-Instrument-Auswahl
Addictive-Drums2 Instrument-Auswahl

Je mehr AddPacks und KitPieces installiert sind um so größer wird die Auswahl der zur Verfügung stehenden Schlaginstrumente, schön ist das hier die Originalnamen der Hersteller, wie Sonor, Paiste oder Yamaha und auch die Modellbezeichnungen angezeigt werden.

Addictive-Drums2-EDIT
Addictive-Drums2-EDIT

 Der Edit Bereich:

Hier kann ich mir nun einen Vergleich mit Toontracks EZDrummer 2 nicht sparen, denn genau das, was mir beim EZDrummer 2 fehlt, ist in Addictive Drums 2 vorhanden, die Möglichkeit einen parametrischen Equalizer, einen Compressor eine Bandsättigung und einen Transientendesigner dann einzusetzen, wenn ich das für notwendig erachte. Aber OK dafür hat der EZDrummer 2 einige geniale Features die Addictive Drums 2 nicht vorweisen kann, ich denke da mal nur an den Beat Designer oder die Tap 2 find Funktion.

Neben den gerade schon erwähnten virtuellen Studio Tools Compressor, Bandsättigung, Transientendesigner und EQ finden wir auch noch einen Low und High-Cut, einen Rauschgenerator (wers braucht, ich stamme noch aus der Generation in der wir rauschen gehasst haben wie die Pest) und einen Sättigungseffekt der mehrere Simulationen beherrscht, angefangen von Tube Distortion über Trafo bis hin zu Air Pressure ist hier alles vorhanden, sogar einige Wellenformen können hier missbraucht werden, um den Drumsound ordentlich anzufetten.

Die Schlaginstrumente, die mit Mehrfachmikrofonierung abgenommen wurden, sind im Verhältnis der Mikrofone untereinander im Pegel regelbar. Eine wirklich klasse Idee hatten die Entwickler von XLN mit der Snapshot Funktion, unten rechts finden wir ein kleines Kamerasymbol, wann immer wir dort klicken, wird ein Snapshot der aktuellen Bearbeitung erstellt und so könne wir jederzeit wieder zu einer Einstellung zurück oder sind in der Lage Vergleiche zwischen verschiedenen Einstellungen vorzunehmen.

 

Addictive-Drums2-FX
Addictive-Drums2-FX

Der FX Bereich:

Hier finden wir zwei Slots, in denen „Delerb“ Effekte geladen werden können, nein das ist kein Tippfehler die aus Delay und Reverb zusammengestellten Effekte wurden von XLN tatsächlich Delerb getauft, dies rührt daher das Wir zwischen Dealy und Reverb Effekt stufenlos überblenden können, sowohl der Hall wie auch das Delay klingen gut und sind für Drums absolut gut geeignet, besonders gefallen hat mir die Hallplatte, welche die richtige Prise Hall auf eine Snare geben kann, außerdem finden wir noch die Halltypen Room, Ambience und Hall.

In der FX Sektion ist auch ein weiterer Equalizer vorhanden der zwei Bänder und eine Lowcut und Highcut Funktion bietet, die Equalizer in Addictive Drums 2 sind grafisch umgesetzt und wahrlich einfach und intuitiv bedienbar, klasse! Im Output Bereich können wir neben dem Pegel der Effektslots auch noch festlegen ob das Routing Prefader oder Postfader geschehen soll.

Addictive-Drums2-BEAT-Browser
Addictive-Drums2 BEAT-Browser

Die Beats bzw Drumpattern Auswahl:

Und wieder ein kleiner Abstecher zu EZDrums 2, im Browserbereich der Drumpattern sind die Addictive Drums 2 genauso gut wie der EZDrummer 2 allerdings nerven die vielen Einträge, die nur Demo Pattern sozusagen als Appetithäppchen anzeigen. Neben der Auswahl der einzelnen Midi Packs können wir hier auch nach Musikrichtungen und Taktzählzeiten filtern. Sehr gut gelungen finde ich auch die Gridauswahl, hier können wir ein Drumpattern selbst zusammenklicken und dann die dazu passenden Pattern suchen die uns Addictive Drums 2 bereitstellt, auch hier gilt natürlich wieder je mehr Midi Packs installiert sind umso größer wird die Auswahl.

Im rechten Bereich finden wir neben der Auflistung der Midi Packs eine Ablage um gefundene Drumpattern dort zu parken sowie die Funktion Transform, hier sind die Velocity Werte global anpassbar und die Akzente eines Drumpattern können mittels zweier Drehregler auf die 8 oder 16tel Schläge verändert werden, was dazu führt das sich ein Drumpattern einzig durch die Anschlagstärke der Betonungen sehr stark verändern kann. Eine Zufallsfunktion für das Timing und die Anschlagsstärke ist auch vorhanden, ich will es mal so sagen je weiter wir den Timingregler nach rechts drehen um so mehr hört es sich an, ob da noch jemand übt, wer hier allerdings nur zaghaft regelt, ist eindeutig im Vorteil 🙂

Weiter unten finden wir eine Sektion, in der wir einzelne Schlaginstrumente in der Lautstärke regeln und austauschen können, so ist es schnell möglich ein Drumpattern nach eigenem Gutdünken anzupassen, ohne das wir das gesamte Drumkit verändern müssten. Weiterhin finden wir im Beats Bereich noch eine Play und Record Funktion sowie die Synchronisierungseinstellungen und Geschwindigkeitsauswahl.

Der Klang von Addictive Drums 2:

Gehen wir mal davon aus, dass die meisten aktuellen Musikproduktionen mit Schlagzeugklängen aus dem Computer versehen sind, ob nun mit EZDrummer oder Addictive Drums usw. sei einmal dahingestellt, jeder Hersteller ist der Meinung das meist eingesetzte Produkt am Start zu habe, die Wahrheit ist einfach, die sind alle gut und klingen authentisch. Um Euch einen Eindruck von den Klangqualitäten zu geben, habe ich einige Klangbeispiele erstellt. Ich bin der Meinung das Addictive Drums 2 sehr authentisch und gut klingt aber das ist eben nur meine Meinung, macht Euch einfach selbst ein Bild … neh einen Klangeindruck ….

Addictive Drums 2 Klangbeispiele:

FAZIT

Addictive Drums 2 ist eine ganz hervorragende Software um amtliche Drums zu reproduzieren, die Bedienung ist einfach und intuitiv und die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten im Bereich Klang sind fast schon einzigartig. Ich habe Addictive Drums 2 in Cubase 7 getestet und war verblüfft wie einfach es war die einzelnen Schlaginstrumente auf Einzelspuren zu routen (im Mixer Bereich der Pfeil ganz unten).

Das Einzige was, zumindest mich, ein wenig genervt hat sind die vielen „Angebote“ in Addictive Drums 2, aber des einen Freud ist halt manchmal des anderen Leid, denn andererseits ist es ja auch recht hilfreich, wenn eine direkte Bestelloption integriert ist, eigentlich sollte XLN noch eine Eingabemaske für die Kreditkartendaten in Addictive Drums 2 einbauen so wäre es doch noch einfacher für gute Drumsets und Midi Pattern sein Geld nach Schweden zu überweisen, OK ist nur ein kleiner Spaß…..

Was hier auch auf jeden Fall noch erwähnt werden muss sind die vielen und umfangreichen Anpassungen an das Mapping auch für E-Drum Sets, hier wird wirklich sehr ins Detail gegangen und einige bekannte E-Drums (Roland, Yamaha, Alesis, 2box und Megadrum) sind bereits als Preset in den Anpassungen zu finden.

Alles in allem ist Addictive Drums 2 eine ausgereifte und sehr professionelle dabei aber einfach bedienbare Software, die sehr gute Drumsounds und Beats schnell und effektiv produzieren kann.

 

 

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