SKYLIFE SampleRobot, einfacher und komfortabler kann das samplen fast nicht mehr sein.


Sampling hat die Welt der Musikproduktion revolutioniert, was einst mittels Bandschleifen auf dem Mellotron begann ist heute bei der elektronischen Erzeugung von Musik nicht mehr wegzudenken. Die deutsche Firma SKYLIFE aus Berlin bietet mit SampleRobot „das Produkt“ für alle Samplingaufgaben, wir haben uns SampleRobot in der aktuellen Version einmal näher angesehen und waren überrascht wie einfach es heute sein kann Hardware Instrumente, echte Instrumente wie Gitarren und Klavier oder Perkussion aber auch Instrumente die im VST Plugin Format vorliegen automatisiert abzusamplen.

Die Vorteile dabei liegen auf der Hand, zum Beispiel kann man anstatt klobige und stromfressende evtl. brummende und rauschende Hardware Synthesizer oder Rack Module zu nutzen, dank der Sampling Technologie und dem heute nicht mehr so teuren Speicherplatz diese auf den Computer transferieren um diese dann in virtueller Form so stets auf dem Computer verfügbar zu haben.

Meine ersten Berührungen mit der Samplingtechnik fanden mit einem Casio SK-1 statt, ein Minikeyboard das eine eingebaute Samplingfunktion hatte, die Qualität war schlichtweg grauenhaft aber es war ein nettes Spielzeug.

casio sk1 mini sampling keyboard

Immerhin konnte man samplen und die Samples auf der Tastatur in verschiedenen Tonhöhen wiedergeben, die Technik wurde zwar weiter entwickelt aber der Vorgang des Sampling war immer sehr zeitaufwändig und mit viel Arbeit versehen.

Loop Bereiche mussten meist per Hand gesetzt werden und zwar bei jedem Sample, spätestens zu dieser Zeit hat so mancher Sample Bibliothek Hersteller das aufkommen der 88 Tasten Masterkeyboards verflucht, nehme ich an.

Das ganze ist ja rechenbar nehmen wir nur 3 verschiedene Velocity Stufen (Anschlagsdynamik) bei 88 Tasten und gehen wir davon aus A) jede Taste ein eigenes Sample bekommen soll und B) ein Profi am Werk ist der nur ca. 10 Min für die Bearbeitung pro Sample benötigt, das wären dann also 3 mal 88 mal 10 = 2640 Minuten entspricht 44 Stunden also ca. eine Arbeitswoche.

Mit SampleRobot kann man das getrost vergessen, 10 Minuten Zeit für das Einstellen der Parameter am Programm und das Herstellen der nötigen Audio und Midi Verbindungen und dann kann man getrost mit der liebsten Essen gehen, SampleRobot erledigt den Rest alleine, OK insofern das vollautomatische Sampling via MIDI Connection eingestellt ist.

SKYLIFE SampleRobot screen active

Zum vergrössern bitte in das Bild klicken.

Nun um das ganze auch einmal in der Praxis zu erleben bin ich hergegangen und habe eines meiner liebsten VST Instrumente gesampelt nennen wir es mal Andreas privates Orchester, ich habe hier den Vorteil das ich über mehrere Audio Computer verfüge und so habe ich es mir einfach gemacht, die beiden Midi Interfaces verbunden und den Ausgang des Audiointerfaces von dem Rechner der das zu sampelnde Instrument beinhaltet mit dem Eingang des Audiointerfaces des Rechners auf dem SampleRobot seinen Dienst versieht verbunden.

Für das sampeln eines Midi fähigen Keyboards oder eines Romplers bzw. eines sonstigen im Rackformat gebauten Klangerzeugers braucht es dann nur ein Midikabel und die Verbindung Ausgang Klangerzeugung zum Eingang des Audio Interfaces das mit SampleRobot kommuniziert.

VST und DXi Plug-Ins können auch mit einem internen MIDI Routing auf dem gleichen Computer auf dem auch SampleRobot installiert ist abgesampelt werden, dazu ist allerdings etwas Umbau an den Midi und Audio Einstellungen an diesem Rechner nötig.

Ideal wäre ja wenn SampleRobot über einen eigenen VST Host verfügen würde in den wir das VST Plugin nur noch laden müssten und dieses wäre dann automatisch via MIDI und AUDIO mit SampleRobot verbunden.

Aktuell kann man sich aber mit der frei erhältlichen Software Maple Virtual Midi Cable und VSTHost von Hermann Seib für das ausführen der VST Instrumente, insofern ihr noch keine DAW besitzt, behelfen.

Aber zurück zu meinem Sample Projekt, ich habe mittels dem Assistenten der beim Start von SampleRobot erscheint die Grundeinstellungen leicht vornehmen können, dies passiert in ein paar einfachen und gut erklärten Schritten:

  1. Welchen Namen soll das Projekt haben?
  2. Wo sollen die Samples gespeichert werden? (Vorsicht, je nach Umfang des Projekts können da schon mal ein paar Gigabyte zusammenkommen)
  3. Wahl des Audiointerfaces das für den Audioeingang zuständig ist.
  4. Festlegen in welcher Qualität die Samples erstellt werden sollen. (SampleRobot bietet von 22 kHz Mono 8 bit bis hin zu 192 kHz Stereo 24 bit alle Formate an!)
  5. Soll vollautomatisch (Midi Klangerzeuger) oder halbautomatisch (akustische Instrumente ohne Midi) gesampelt werden?
  6. Wahl des Gerätes das den Midi Output bietet. (Kann hier auch das oben angesprochene Maple Virtual Midi Cable sein, zum Beispiel für VST oder DXi Instrumenten Plug-Ins)
  7. Welcher Midikanal und welches Midi Programm sollen genutzt werden?
  8. Welche Anzahl von Tasten wird gesampelt 37 Tasten bis zu 128 Tasten können hier gewählt werden, wobei immer von der Mitte der Tastatur ausgegangen wird.
  9. Wie viele Velocity Layer sollen angelegt werden und soll jede Taste gesampelt werden oder nur jede Terz (3) oder Quinte (5) oder Septime (7) oder was auch immer, hier könnt Ihr einen numerischen Wert eintragen.
  10. Die Länge der Zeit die jede einzelne Note aufgenommen wird und die Länge der Release Zeit muss festgelegt werden.
  11. Wenn die Autoloop Funktion Euch viel Arbeit abnehmen darf könnt Ihr das hier eintragen.
  12. Wie komplex ist Euer Audio Material, dies ist wichtig für die automatische Loop Erkennung.
  13. Wann startet ungefähr der Loop Bereich ? Bei 30%, 50% oder bei 70% der zeitlichen Länge des Samples?

Ende mit der Fragerei und los kann es gehen, SampleRobot gibt noch ein Infofenster an in dem die voraussichtliche Dauer des Samplingvorgangs angezeigt wird, also hier könnt Ihr dann festlegen ob Ihr bei 45 Minuten nach MC- Dee essen gehen wollt oder bei umfangreicheren Projekten lieber nach Paris essen fahren möchtet 🙂

Also wegfahren ist keine schlechte Idee, ich habe mir anderthalb Stunden lang mein Orchester Sampling Projekt angehört, drei Velocity Stufen mal 88 Samples und jeder Ton einzeln das kann nerven.

OK, ich hätte ja auch einfach die Monitore abstellen können, hmm wo man so alles drauf kommt beim schreiben ….

Cakewalk Dimenson LE Private Orchestra

Um die gesampelten Werke direkt auch nutzen zu können liefert SKYLIFE den Sampleplayer Dimenson von Cakewalk in der LE Version kostenlos mit, anders wie bei vielen weiteren Sampleplayern kann der Dimenson LE auch die Release Samples wiedergeben.

Der Export der Samples ist in vielen bekannten Formaten möglich:

  • WAV
  • Cakewalk Dimension Pro (*.sfz)
  • SoundFont2 (*.sf2)
  • Steinberg HALion 3 (*.xml, clipboard copy & paste)
  • Apple Logic Pro EXS 24 (*.sf2)
  • Tascam Gigastudio (*.wav)
  • Propellerhead Software Reason 3.0 NN-XT (*.sxt)
  • Emu Emulator X, X2 (*.wav)
  • Wusik.com Wusikstation (*.SND)
  • Yellow Tools Independence (*.sf2)
  • MOTU Machfive (*.wav)
  • rgc:audio (*.sfz)
  • Maz Sound Tools VSampler 3 (*.sf2)
  • NI Kontakt (*.sf2)
  • Multi-Sample-Exportformate inkl. Automapping und Multi-Velocity-Layers

So zeigt sich SampleRobot also recht aufgeschlossen zu vielen Studio Standards, ich habe als erstes nach dem ich mein „Private Orchester“ Testprojekt fertiggestellt habe, bzw. das war ja SampleRobot der das für mich erledigt hat, voller Ungeduld das Projekt in das Cakewalk Dimension LE Format exportiert.

SampleRobot bietet hierbei eine Besonderheit denn die exportierten Sample Projekte werden im virtuellen Sampleplayer Dimension LE  direkt unter dem Punkt „SampleRobot“ automatisch angezeigt und können sofort als Preset ausgewählt werden.

Desweiteren habe ich noch einen Export in das Wusik Format vorgenommen und in ein SF2 File, sollte Interesse daran bestehen meldet Euch bitte, ich muss ein wenig auf meinen Speicherplatz auf dem Server achten.

Jetzt habe ich schon eine ganze Menge über SampleRobot geschrieben und kratze eigentlich noch immer an der Oberfläche der Menge der Möglichkeiten die dieses hervorragende Programm bietet, denn bisher habe ich mich ja nur auf die automatische Sampling Funktion gestürzt.

SampleRobot bietet noch sehr viel mehr Editierfunktionen und verfügt auch noch mit WaveRobot über ein spezielle Programm das extra für die komfortable Nachbearbeitung von Samples kreiert wurde.

SKYLIFE WaveRobot

Bitte zur Vergrößerung in das Bild klicken.

Wer selbst einmal testen möchte was SampleRobot zu leisten vermag der kann sich eine kostenlose Demoversion beim Hersteller SKYLIFE herunterladen: www.samplerobot.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*