Aktualisiertes Traumpaar? REASON 5 und RECORD 1.5.

Die beiden voneinander unabhängigen aber auch sehr gut zusammenarbeitenden Audio Software Produkte von Propellerhead wurden beide einem Update unterzogen, sowohl REASON wie auch RECORD haben dabei sehr nützliche neue Funktionen erhalten.

Record ist jetzt in der neuen Version 1.5 erhältlich, Reason machte nach nunmehr 3 Jahren ohne größeres Update den Sprung auf die Version 5 und bringt genau wie Record einiges an Neuheiten mit.

Ein ganz besonderes Angebot macht Propellerhead denjenigen die RECORD 1.5 und REASON 5 direkt für aktuell ca. 400,- Euro als Paar kaufen, hier kann man dann 180,- Euro sparen, einzeln soll REASON 5 momentan 300,- Euro und RECORD 1.5 280,- Euro kosten.

Man bekommt also für einen Hunnie mehr, direkt beide Programme und ist mit diesem Powerpack bestens gerüstet für so ziemlich alle Belange in der Musikproduktion. Schauen wir uns nun einmal die Neuheiten in einer kurzen Zusammenfassung an, der gute alte Dr. REX Player ist nun nicht mehr in Reason 5 enthalten, allerdings wurde dafür der neue Dr. OctoRex Loop Player in das Reason 5 Rack verfrachtet, dieser kann nun gleichzeitig mehrere Loops laden, auch der als Kong bezeichnete Drum Spezialist ist Propellerhead perfekt gelungen, hier werden verschiedenste Techniken eingesetzt um Drum- und Perkussion- Sounds nahezu perfekt zu emulieren.

Blocks heißt der neue sehr hilfreiche Arrangement Mode, diese Neuheit ist nun sowohl in Reason 5 wie auch in Record 1.5 enthalten, die Technik des Pattern basierten Arrangierens erinnert ein wenig an Ableton Live, bei dem ja schon immer auf das innovative arrangieren mittels einzelnen Song Events wert gelegt wurde, wie auch an Steinbergs Cubase 5 oder Sequel, denn auch hier gibt einen sehr effektiven Arranger Mode.

Beide Programme wurden auch unter der Haube deutlich aufgemotzt, die Performance konnte gesteigert werden was sicherlich damit zu tun hat das die Programme auf den Betrieb mit Mehrkern Prozessoren optimiert wurden. Auch die bisher vermisste Mute Funktion ist nun bei beiden Programmen enthalten. Es sind sehr viele kleine Änderungen hinzugekommen, die wenn wir sie hier einzeln aufzählen wollten, den Artikel hier sicherlich sprengen würden, daher beziehen wir uns nur auf das wesentliche neue.

Propellerhead Record 1.5 Channel-Strip

Der Block Modus, neu in Reason 5 und Record 1.5

Mittels des neuen Block Modus können Teile eines Songs zu einem Block zusammengefasst werden, dies könnte so aussehen, Intro, 2 x Strophe, Refrain, Strophe, Bridge, Solo, Refrain, Strophe, 2 x Refrain, Ende.

Also stellen wir für diese Teile des Songs die Blocks zusammen, das schöne beim Pattern basierten arbeiten ist ja das wir wenn wir einmal die Strophe oder den Refrain definiert haben diese Blöcke auch für die weiteren Vorkommen im Song nutzen können. Das ganze lässt sich dann später sogar live zusammensetzen zum Beispiel mit einer Grovebox.

Der Block Modus ist nun nichts wirklich neues, ich habe schon mit meinem uralten ESQ-1 von Ensoniq vor ewigen Zeiten so gearbeitet, da dieser Synthesizer auch einen Pattern basierten Sequenzer integriert hat, irgendwie ist die Blocks Funktion so etwas wie „back to the roots“, sehr nützlich und sehr zeitsparend.

„King“ KONG oder der Drum Designer der Extraklasse in REASON 5

Das Design des KONG erinnert ein wenig an Akais MPC Grove Boxen, vier unterschiedliche Klangerzeuger sorgen hier für fette und amtliche Drum Sounds.

Jedes Pad kann bei KONG auf eine der verschiedenen Klangerzeugungstechniken zugreifen, wir finden einen Sampler, ein Physical Modelling Drumsound Emulator, mehrere Drumsynthesizer und einen REX Loop Player.

Die Ausstattung ist gigantisch, was erst auf den zweiten Blick auffällt den KONG ist im Normalmodus auf die 16 Drumpads und einige wenige sichtbare Bedienungselemente eingeschränkt, erst der Klick auf das unscheinbare „Pfeil nach unten“ Element unten links, öffnet die Einstellungen für die verschiedenen Klangerzeugungen.

Außerdem gibt es im KONG auch integrierte Effekte wie Compressor, Transientenformer, Overdrive, Equalizer bis hin zum Bandecho und zum Reverb ist hier schon alles vorhanden.

Beeindruckend sind auch die kleinen Buttons für den mächtigen und äußerst effektiven Quick Edit Modus, der für fast viele Funktionen in KONG bereitsteht, einfacher gehts nimmer….

Den KONG Drumdesigner über die Tastatur oder die Maus zu „spielen“ macht keinen Spaß, ich empfehle daher unbedingt ein PAD Kontroller alá AKAI MPD 18 oder das Novation Launchpad zu nutzen, der MusicStore in Köln hat jetzt einen PAD Controller für gerade mal 99,- Euro im Angebot, der Fame Tweak 100 kommt inclusive EZ-Drummer Lite von Toontrack, ob das Teil etwas taugt ist fraglich da die Kundenbewertungen auf der Music Store Webseite sehr weit auseinandergehen, die einen sagen „absolut tauglich“, die anderen sagen „absoluter Schrott“, falls jemand das Teil gekauft hat würden wir uns über eine kleine Bewertung in den Kommentaren zu diesem Artikel sehr freuen.

Aber wir waren ja hier eigentlich bei Reason 5 und Record 1.5 von Propellerhead und dort beim KONG Drumdesigner, dieser ist eine wirklich geniale Allzweckwaffe in Sachen Drumsound Design, ich bin froh das ich eigenes Haus in Spanien habe und hier auch mal etwas aufdrehen kann, würde ich das in einer Mietwohnung abziehen müsste ich wohl längst unter der Brücke schlafen, was ich damit sagen will ist KONG macht Spaß und der kleine Joke in der Kapitelüberschrift ist absolut ernst gemeint KONG ist der KING unter den Drumsound Designer Instrumenten.

Eine weitere Neuheit ist der nur in RECORD 1.5 enthaltene Pitch Effekt Neptune

Ich glaube keine der großen DAW`s kommt mehr ohne aus, was Cher da damals mit Ihrem Song „Belive“ losgetreten hat wusste sie sicher selber nicht, der Firma Antares die Autotune herstellt hat es sicherlich nicht geschadet.

Der neue Effekt Neptune kann als Problemlöser bei Vocalisten die kleine Intonations- Probleme haben dezent eingesetzt werden. Hier kann sogar der tonale Bereich in dem Neptune tätig werden soll vorher festgelegt werden, stellt man die Parameter und den Tonumfang extrem ein dann haben wir den sogenannte Cher Effekt.

Sehr interessant finde ich die Override Funktion die es erlaubt per Midi gesendete Noten in den Prozess der Tonhöhen- Korrektur einfließen zu lassen, dies wurde genial gelöst denn wenn ich keine Noten auf dem Keyboard spiele macht Neptun seinen ganz normalen Job, er korrigiert dann die Tonhöhen anhand der vorgenommenen Einstellung, spiele ich etwas auf dem Keyboard dann konzentriert sich Neptune für diesen Moment auf die Midi Eingangsignale die ich gerade sende und justiert die Tonhöhe anhand dieser eingehenden Werte.

Der eingebaute Voice Synthesizer kann die Stimme anfetten oder auch einen virtuelle Zweit oder Drittstimme liefern, eine klasse Funktion die sicherlich in Zukunft bei einigen Produktionen eingesetzt werden wird.

Schlussendlich kann NEPTUN auch noch als Transponierer eingesetzt werden, monophones Audiomaterial wird hier ähnlich wie beim zPlane Elastique nach oben oder unten transponiert, wobei auch die Formanten geregelt werden können.

Propellerhead Record 1.5 Neptune Pitch-Adjuster
Propellerhead Record 1.5 Neptune Pitch-Adjuster

Propellerhead Reason 5 - Kong
Propellerhead Reason 5 – Kong

Propellerhed Record 1.5 Rack Rückseite
Endlich wieder Kabelsalat 🙂 Rack Rückseite

DR. OctoREX, ein sehr vielfältiges „Instrument“, neu in REASON 5

Hier haben wir nun mal wieder ein Instrument das mir das fette Grinsen auf die Wangen zaubert, nicht das DR. OctoREX nur REX Files wiedergeben könnte und zwar derer nun acht, was nicht nur der Übersichtlichkeit im virtuellen Rack dienlich ist sondern auch die CPU unseres Audio Computers gewaltig entlastet, man kann diese Audio Files so richtig schön verwursten.

Die Möglichkeiten im Dr. OctoREX sind enorm aber, und dazu ein großes Lob an Propellerhead, einfach verständlich und zugänglich, learning by doing ist hier gar kein Problem und der Spieltrieb erwacht sehr schnell.

Besonders der Slice Edit Mode, der die Veränderungen im REX File durch einfaches Einzeichnen mit der Maus möglich macht, hat es mir angetan. Auch die umfangreiche Sammlung an REX Files in verschiedenen Instrumentengruppen soll hier positive Beachtung finden.

Der DR. OctoREX ist eine wahre Inspirationsquelle und dabei einfach bedienbar, wir haben es hier mit einem weiteren Highlight in REASON 5 zu tun.

On the fly Sampling

Eine weitere Neuheit ist die Möglichkeit des „mal eben was samplen“ Direkt Sampling Funktion, die in jedem Sample Instrument von REASON 5 enthalten ist. Hiermit ist es möglich irgendetwas zu samplen und mit in die laufenden Musikproduktion aufzunehmen, warum sollte nicht der Klang der halbleeren Flasche Bier als perkussives Instrument eingesetzt werden? Eine sehr interessante Sache die spontanes samplen erlaubt, mal sehen wie weit dies führen wird, meine Fantasie ging gerade mit mir durch, ich behalte das was ich da gerade im Kopf hatte aber besser für mich 🙂

Propellerhead Record 1.5 Mixing Console
Propellerhead Record 1.5 Mixing Console

Propellerhead Record 1.5 Benutzeroberfläche
Propellerhead Record 1.5 Benutzeroberfläche

FAZIT: REASON 5 und RECORD 1.5 sind ein Traumpaar und auch als solches zu empfehlen, besonders für diejenigen die gerne selbst Audioaufnahmen durchführen ist REASON 5 inklusive RECORD 1.5 die bessere Wahl, mal abgesehen davon das die Entscheidung sich direkt beide Produkte anzuschaffen von Propellerhead, mit dem Sonderpreis von aktuell 400,- Euro für das Doppelpack, sehr leicht gemacht wird, man bedenke das beide Programme solo gekauft mit jeweils ca 300,- Euro zu Buche schlagen.

Das Update hat sich gelohnt, REASON 5 hat sehr profitiert von den neuen Instrumenten und Funktionen, viele kleine Neuerungen und Überarbeitungen sind natürlich auch in die Aktualisierung eingeflossen, diese alle hier zu erwähnen würde den Rahmen dieses Testberichts allerdings sprengen.

REKORD 1.5 ist ein wirklich guter „mal eben was aufnehmen“ Audio Sequenzer, die mitgelieferten Effekte, zum Beispiel ein Line 6 Guitar und Bass Amp, und Instrumente sind hochwertig und ohne viel Gefrickel einsetzbar, das riesige Mischpult ist sicherlich Geschmakssache macht aber was her.

Wenn Ihr Reason 5 und Record 1.5 im Pack gekauft habt stehen Euch in Record 1.5 auch alle Reason Instrumente und Effekte zur Verfügung, Plugins von anderen Anbietern sind weder in Reason noch in Record einsetzbar, dies ist nicht unbedingt ein Nachteil, da eigentlich mehr an Instrumenten und Effekten als erforderlich mitgeliefert wird.

Meckerecke

Einen großen Haken gibt es leider und das will ich auch hier nicht verschweigen, ich schätze das es ein Problem mit dem Kopierschutzkey von Record 1.5 ist, Reason 5 kann ich starten und beenden und wieder starten, sooft ich eben will, Record 1.5 kann ich starten und auch wieder beenden, nur danach spinnt mein Rechner, ich kann Record 1.5 nicht erneut starten und auch kein anderes Programm lässt sich mehr zur Arbeit motivieren.

Damit nicht genug ist es mir nicht mehr möglich den Taskmanager von Windows XP aufzurufen um den Prozess der meinen Rechner lahmlegt abszuschießen und darüber hinaus kann ich Windows nicht mehr beenden.

Somit muss ich zum Netzschalter greifen und das mache ich überhaupt nicht gerne. Es ist möglich das dieses Problem nur auf meinem Rechner besteht, bitte schreibt mir wenn Ihr ähnliche Probleme habt, wir könnten uns dann gemeinsam an Propellerhead wenden um Abhilfe zu schaffen.

Aufgrund dieses Problems gibt es vorerst noch keinen buenasideas.de Tipp.

Testumgebung:

Rechner: COMPAQ Dual Core 2.5 GHz, 4 GB RAM, Windows XP SP II

EMU TRACKER PRE Audiointerface

TEUFEL OMNITON 202 Abhöre (über Pioneer Amp angesteuert)

Testzeitraum: 14 Tage

Abstürze oder sonstige Probleme während des Tests: Reason 5 keine, Record 1.5 siehe oben geschildertes Problem beim beenden des Programms.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*