FULL BUCKET MUSIC veröffentlicht FURY-800 – kostenlose Emulation des KORG POLY-800

Die Anzahl der Anbieter kostenloser Synthesizer-Plugins, die tatsächlich ein professionelles Niveau erreichen, ist doch eher überschaubar. FULL BUCKET MUSIC alias Björn Arlt gehört aber fraglos dazu. Neuestes Pferd im Stall ist der FURY-800, spätestens beim Anblick seiner Bedienoberfläche wissen die älteren Semester unter uns Bescheid, dass es sich hierbei um eine Nachbildung des POLY-800 handelt, der einst von KORG in den frühen 80ern auf den Markt gebracht wurde.

Zugegeben, der POLY-800 war damals nie wirklich mein persönlicher Favorit. Die „digitale“ Art und Weise der Sound-Programmierung fand ich wenig einladend und alles andere als intuitiv (fast schon wie bei einem Videorekorder…). Der Klang war zwar ganz okay, aber fegte mich auch nicht unbedingt vom Hocker und bot wenig Bandbreite (mein JUNO-106 gefiel mir jedenfalls deutlich besser, war klanglich etwas flexibler und vor allem um Längen besser bedienbar).

FULL BUCKET MUSIC FURY-800
FULL BUCKET MUSIC FURY-800

Als ich seinerzeit mit dem Leiter eines Synthesizerkurses an der Volkshochschule darüber fachsimpelte, dass beim POLY-800 in meinen Ohren ja alles irgendwie gleich klänge, klärte er mich darüber auf, dass dies wohl daran läge, dass der POLY-800 seine Wellenformen aus einer Rechteckwelle generiere, auch den Sägezahn, zudem sei für alle Stimmen zusammen lediglich ein einziges Filter vorhanden („PARAPHONIC-800“ wäre also wohl ein passenderer Name für diesen Synthesizer gewesen…).

Ich selbst nannte nie einen POLY-800 mein eigen, aber ein Bekannter von mir besaß die tastaturlose Expanderversion namens EX-800. Eine der Sequenzen, die er damals mit diesem Gerät erstellt hatte, ist mir bis heute im Ohr geblieben und stellte damals für mich eines der ganz wenigen positiven Klangbeispiele dar, die ich mit diesem Synthie verband.

Aus der heutigen Perspektive heraus allerdings, nachdem ich in den mittlerweile vergangenen rund drei Jahrzehnten mit allen möglichen Formen realer und virtueller Klangerzeuger Kontakt hatte, kann ich dem Klang des POLY-800 inzwischen durchaus etwas nostalgisches abgewinnen, das mich sofort an den Synthiepop der 80er zurückdenken lässt.

Und eben genau diesen Aspekt hat FULL BUCKET MUSIC meiner Meinung nach auch beim FURY-800 hervorragend umgesetzt und in Software gegossen. Hinsichtlich der Klangerstellung wurde sich aber löblicherweise nicht so strikt an das unsägliche Bedienkonzept des Vorbilds gehalten, so dass der FURY-800 diesem deutlich überlegen ist. Zwar ist die gruselige schrittweise Eingabe von Parametern über zwei VALUE-Taster ebenfalls möglich, doch darüber hinaus bietet jede Parameternummer (bei Original war das ja lediglich eine aufgedruckte Liste…) beim Draufklicken auch einen Direktzugriff mittels virtuellem Schieberegler, zudem verfügt der FURY-800 über eine MIDI-Learn-Funktion, so dass ich eigentlich keinen Grund sehe, warum man das Plugin überhaupt nach Manier eines POLY-800 bedienen sollte, es sein denn, man verfügt über leicht masochistische Tendenzen…

Wer sich also zu den Freunden des klassischen Synthiepops oder auch des im Rahmen der derzeitigen Retro-Welle in Mode gekommenen Synthwaves zählt, dem sei der FURY-800 sehr an Herz und Ohr gelegt. Einen gut dazu passenden rhytmischen Begleiter findet er übrigens hier, der ist allerdings nicht kostenlos.

Der FURY-800 ist für WINDOWS (VST, 32 Bit und 64 Bit) und MAC OSX (VST und AU, nur 64 Bit) erhältlich, der Download ist wie immer bei FULL BUCKET MUSIC ohne irgendwelchen Firlefanz direkt möglich, und auch die Installation besteht nur in einem einfachen Entpacken am gewüschten Zielort, ganz wie ich’s am liebsten mag.

Produktwebseite: https://www.fullbucket.de/music/fury800.html

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