Testbericht: CHERRY AUDIO LOWDOWN – Tiefstapler

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Ein Testbericht von Perry Staltic,
veröffentlicht am 18.06.2022

Nur ein paar Wochen nachdem CHERRY AUDIO seinen Software-MINIMOOG namens MINIMODE (inzwischen zu MINIVERSE umgetauft) veröfftenlicht hatte, bringt die in Kalifornien beheimatete Firma bereits eine weitere Emulation eines MOOG-Klassikers an den Start. Dieses Mal wurde das TAURUS-Basspedal aus dem Jahre 1976 virtualisiert und soll uns als Plugin auch noch das letzte Staubkorn aus den Tieftönern fönen. Ich schmeiß dann schon mal den Seismographen an…


Quantenmechanik…

Mit dem TAURUS brachte MOOG seinerzeit einen Spezialisten für Bassklänge auf den Markt, der nicht mit den Händen gespielt wurde, sondern mit den Füßen. Der Entwickler war nicht etwa Robert Moog, vielmehr zeichnete der Chefingenieur und spätere Firmenpräsident David Luce verantwortlich, der ein Jahr früher auch schon den POLYMOOG hervorgebracht hatte.

Im Gegensatz zu anderen MOOG-Synthesizern verwendete der TAURUS zur Spannungssteuerung nicht die übliche Volt/Oktave-Charakteristik, stattdessen kam hier das Hertz/Volt-Schema zum Einsatz, welches maßgeblich für den speziellen Klang des TAURUS verantwortlich war, da es bei gegeneinander verstimmten Oszillatoren für gleichbleibende Schwebungsverhältnisse („beating“) über den gesamten Notenumfang und damit verbunden für geringere Phasenauslöschungen sorgte.

MOOG TAURUS
MOOG TAURUS

Das eigenwillige Instrument fand schnell Verwendung bei damals bekannten musikalischen Größen wie etwa Yes, Genesis, Saga, Rush, Asia und Marillion (alles Bands, mit denen ich geschmacklich nie was an der Brause hatte…), aber auch Jean-Michel Jarre (mit dem schon viel mehr…).

MOOG baute den ersten TAURUS, bis 1981, danach erschien der auf dem ROGUE basierende Nachfolger TAURUS II, der allerdings deutlich schwachbrüstiger klang und daher auch nicht an den Erfolg des TAURUS I anschließen konnte, was zu einem Produktionsstop im Jahre 1983 führte. Von 2010 bis 2012 war dann schließlich auch noch der TAURUS III erhältlich, der eine modernisierte Form des ursprünglichen TAURUS mit zahlreichen Zusatzfeatures wie MIDI, USB, Anschlagsdynamik, LFO und sogar einem Arpeggiator darstellen sollte.

CHERRY AUDIO hat beim LOWDOWN ausschließlich die erste Inkarnation des TAURUS zum Vorbild genommen, irgendwelche Erweiterungen, die von der reinen Lehre abweichen, wurden hier strikt unterlassen, um das Konzept nicht zu verwässern. Wie auch schon bei den vorhergehenden MOOG-Emulationen MINIVERSE und den RACKMODE SIGNAL PROCESSORS, steckt hinter dem Code des LOWDOWN der erfahrende Software-Ingenieur Mark Barton.


Copycat…

In den grundlegenden Eigenschaften gleichen sich die CHERRY AUDIO-Plugins allesamt so sehr, dass es sich fast erübrigt, diese jedes Mal von neuem beschreiben zu wollen. Daher habe ich an dieser Stelle auch einfach meiner Faulheit nachgegeben und den Text des folgenden Abschnitts größtenteils aus dem Testbericht zum MINIVERSE übernommen… 😉

Wie schon seine Geschwister, ist auch LOWDOWN nur als 64-Bit-Plugin verfügbar, das dürfte heutzutage aber wohl kaum jemand mehr enttäuschen. Ab WINDOWS 7 beziehungsweise ab macOS 10.9 ist man dabei, auch die neuesten Versionen dieser beiden Betriebssysteme werden unterstützt. Auf M1-Prozessoren läuft LOWDOWN ebenfalls, und zwar nativ.

Es existiert wieder eine Standalone-Version, darüber hinaus werden die Plugin-Formate VST2, VST3, AAX sowie AU angeboten, ich habe jedoch lediglich die VST-Plugins des LOWDOWN installiert und getestet. Meine Testumgebung besteht aus einem stationären Rechner mit i7-4790K-CPU (4 x 4,0 GHz) und 16 GB RAM, der wahlweise mit WINDOWS 7 oder WINDOWS 10 läuft.

Einmal mehr muss ich einen kleinen Minuspunkt bezüglich der Installations- und Aktivierungs-Prozedur vergeben, denn CHERRY AUDIO besteht dabei auch beim LOWDOWN auf eine Internetverbindung, und die ist nun mal nicht unbedingt in jedem Studio vorhanden, auch wenn das in unseren Zeiten für den einen oder anderen überraschend erscheinen mag. Ich selbst erlaube meinem Studiorechner jeweils nur temporär den Zugang zum Netz, eben für solche Aktivierungsgeschichten, und begrüße es immer, wenn ein Hersteller auch zumindest alternativ eine Offline-Aktivierung anbietet.

Bei CHERRY AUDIO ist der Internetzugang allerdings auch bereits für die reine Installation vonnöten, da hierbei noch diverse Daten nachgeladen werden. Möchte man den LOWDOWN anschließend freischalten, so sollte man die Zugangsdaten in Form von Email-Adresse und Passwort bereithalten, mit denen man sich auch in seinen Online-Account bei CHERRY AUDIO anzumelden pflegt. Ohne eine derartige Freischaltung verbleibt LOWDOWN in einem dreißigtägigen Demo-Modus, in dem zwar alle Funktionen verfügbar sind, jedoch immer wieder mal ein Rauschen als Störsignal ertönt.

CHERRY AUDIO LOWDOWN
CHERRY AUDIO LOWDOWN

Bei der (skalierbaren) Bedienoberfläche des Plugins hat sich CHERRY AUDIO sich bis auf wenige Ausnahmen ziemlich genau an der ersten Version des TAURUS orientiert. Das betrifft sowohl Farbe, Form und Anordnung der Bedienelemente als auch den Font für die Beschriftungen. Löblicherweise haben die Designer aber auf ein fotorealistisches GUI verzichtet, ich finde diese nämlich zumeist suboptimal, insbesondere wenn man dabei auch noch Schatten, Lichtreflexionen und dergleichen zu imitieren versucht.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - Focus-Funktion
CHERRY AUDIO LOWDOWN – Focus-Funktion

Auch beim LOWDOWN gibt es eine FOCUS-Funktion, mit der sich einzelne Bereiche der Bedienoberfläche fensterfülllend vergrößern lassen, wenngleich diese bei einem derart übersichtlichen Plugin mit nur wenigen Reglern vielleicht nicht ganz so unabkömmlich ist.

Die Möglichkeiten, seinen bevorzugten MIDI-Controller zur bequemeren Steuerung mit dem LOWDOWN zu verbinden, sind ebenfalls wieder vorbildhaft. Man kann sämtliche getätigten Mappings auch im Nachhinein noch anpassen, unter anderem lässt sich für jedes Element getrennt der Regelbereich mit Minimal- und Maximalwerten definieren und sogar invertieren, zudem lässt sich auch seine Regelkurve mit der Maus stufenlos verbiegen, so dass hier neben linearen auch exponentielle und logarithmische Verläufe möglich sind.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - MIDI Learn
CHERRY AUDIO LOWDOWN – MIDI Learn

Bereits mit dem MINIVERSE hat CHERRY AUDIO die MIDI-LEARN-Funktion um die Möglichkeit erweitert, einzelne oder gleich alle vorgenommenen Einstellungen sowohl global als auch nur für das jeweilige Preset geltend abzuspeichern. Der aktuelle Status lässt sich dabei jederzeit ändern. Auf diese Weise können die Bedienelemente eines MIDI-Controllers bei dem einen Preset etwas völlig anderes regeln als bei dem anderen.

Selbstredend lässt sich der LOWDOWN auch mittels Parameter-Automation steuern, wer mag, der kann dazu auch das Mausrad verwenden, und die praktischen UNDO- und REDO-Funktionen fehlen ebenfalls nicht. Besitzer eines MPE-fähigen Controllers können diesen zusammen mit LOWDOWN verwenden.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - QWERTY Keyboard
CHERRY AUDIO LOWDOWN – QWERTY Keyboard

Aber auch ganz ohne MIDI-Eingabegerät lässt sich der LOWDOWN spielen, dem sogenannten QWERTY KEYBOARD sei Dank. Dieses wird wahlweise mit der Maus oder der alphanumerischen Tastatur bedient, neben Noten können damit auch diverse Kontrollwerte wie etwa Anschlagsdynamik, Pitch Bender oder Modulationsrad erzeugt werden.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - Settings
CHERRY AUDIO LOWDOWN – Settings

Das Settings-Menü des LOWDOWN folgt ebenfalls dem CHERRY AUDIO-Standard, verteilt sich auf drei Tabs (GENERAL, INTERFACE und ACCOUNT) und ermöglicht diverse Grundeinstellungen, beispielsweise in Bezug auf Darstellung und Bedienung, Zugangsdaten und Updates oder des Verzeichnisses für die Presets. Auch der MPE-Modus kann hier aktivert werden, sofern man über entsprechende Hardware verfügt.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - eine kleine Auswahl der virtuellen Bodenbeläge...
CHERRY AUDIO LOWDOWN – eine kleine Auswahl der virtuellen Bodenbeläge…

Beim LOWDOWN findet man hier zudem die überaus wichtige Funktion, den virtuellen Bodenbelag unter dem Pedal zu ändern. Denn ein flauschiger Teppich lässt den Bass viel weicher erklingen, während Laminat oder Parkett für hölzerne Bässe geeigneter erscheint und ein Beton-Fußboden für gnadenlos harte EBM-Bässe die erste Wahl darstellt. Ein farbenfrohes 70er-Jahre-Muster hingegen sorgt für total psychedelische Sounds.

Nee, da habe ich natürlich frech geflunkert, ich Schelm, ich! In Wirklichkeit hat das Ganze keinerlei praktischen Nutzen, sondern ist nur eine Nebensächlichkeit für verspielte Naturen, möglicherweise bloß aus der Langeweile des Entwicklers heraus geboren.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - Preset-Browser
CHERRY AUDIO LOWDOWN – Preset-Browser

Die Verwaltung der Klangkreationen erfolgt wie gewohnt über den Preset-Browser, der dazu über Optionen wie thematische Kategorien, eine Suchfunktion sowie eine vom Anwender bestückbare Favoritenliste verfügt. Die altbekannte Pin-Funktion verhindert bei Aktivierung, dass sich das Browser-Fenster sofort wieder schließt, nachdem man ein Preset ausgewählt hat. Die Presets können innerhalb des Browsers auch mit Hilfe der Cursortasten ausgewählt werden.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - Oversampling-Einstellungen
CHERRY AUDIO LOWDOWN – Oversampling-Einstellungen

Zu guter Letzt finden wir noch ein kleines Pulldown-Menü, das sich bei Betätigung der Schaltfläche mit dem Q öffnet. Hierin lässt sich der Oversampling-Faktor anpassen, die Voreinstellung beträgt dabei stets 1x. Höhere Werte verbessern die Klangqualität und beugen Aliasing-Artefakten vor, stellen aber gleichzeitig auch etwas höhere Ansprüche an die CPU.


Fußhupe…

Die Klangarchitektur des LOWDOWN orientiert sich nahezu akribisch an seinem Vorbild und kann damit als höchst übersichtlich bezeichnet werden. Ein MINIMOOG (bzw. der MINIVERSE) wirkt dagegen fast schon üppig ausgestattet. Ich kann und möchte dies allerdings beim LOWDOWN nicht als Minuspunkt bewerten, weil es sich hier schließlich um die Emulation einer gleichermaßen beschränkten Hardware handelt und nicht um ein völlig eigenständiges Plugin.

Zugriff auf alle einstellbaren Parameter erhält man nur, sofern über die großen Buttons in der Sektion PRESETS nicht einer der drei festen, vom Original übernommenen Werksklänge BULL, TUBA oder BASS angewählt ist, sondern VARIABLE.

Wer aber eben gerne genau diese „festverdrahteten“ Presets als Grundlage nehnem möchte, um diese nachträglich abzuändern, der findet sie zusätzlich noch einmal im oben erwähnten Preset-Browser. Dort ausgewählt, können sie im VARIABLE-Modus ebenfalls editiert werden.

CHERRY AUDIO LOWDOWN - verfügbare Klangparameter
CHERRY AUDIO LOWDOWN – verfügbare Klangparameter

Die drei Parameter TUNE (Gesamtstimmung im Bereich von je einem Halbton aufwärts und abwärts), BEAT (Verstimmung der Oszillatoren gegeneinander) und GLIDE (stufenlose Portamento-Funktion mit einem zusätzlichem großen Ein-/Ausschalter) sind übrigens stets verfügbar, unabhängig davon, welcher der großen Preset-Buttons aktiv ist.

Es gibt zwei Oszillatoren (OSC A und B), die jeweils einen verzerrten Sägezahn zu erzeugen vermögen, weitere Wellenformen sind nicht vorgesehen. Die Tonhöhe von OSC B kann stufenlos um bis zu eine Oktave gegenüber OSC A angehoben werden. Die globale Oktavlage des LOWDOWN lässt in drei Stufen (LO, MED, HI) einstellen. Unabhängig davon hebt der große Button namens OCTAVE bei Betätigung die Gesamttonhöhe um eine Oktave an, dies ist jedoch eher für die Live-Performance gedacht, zumindest beim Original.

Schließlich lässt sich auch noch das Mischungsverhältnis beider Oszillatoren über den MIX-Regler definieren. CHERRY AUDIO empfiehlt hierzu in der Anleitung zum LOWDOWN, einen der Oszillatoren lauter als den anderen einzustellen, um auf diese Weise mögliche Phasenauslöschungen zu mindern und somit kraftvollere Bassounds zu erzielen.

Eine dreiphasige Hüllkurve, bestehend aus ATTACK, SUSTAIN LEVEL und DECAY, regelt die Lautstärke, wobei allerdings DECAY vielmehr dem entspricht, was in einer herkömmlichen ADSR-Hüllkurve mit RELEASE (also die Ausklingsgeschwindigkeit nach dem Loslassen der Taste) bezeichnet wird. Der große DECAY-Button, beim TAURUS ebenfalls für eine Fußbetätigung beim Live-Spiel vorgesehen, muss aktiviert sein, damit der DECAY-Regler seine Wirkung zeigt. Anderenfalls ist lediglich eine sehr kurze Release-Phase zu hören.

Ein weitere Besonderheit dieser Hüllkurve ist die Tatsache, dass damit keine wirklich perkussiven Verläufe ohne Sustain möglich sind, denn sobald der SUSTAIN LEVEL-Regler auf Minimum steht, verschwindet das Signal komplett, wird also lautlos. Einzig durch eine entsprechende Spielweise lassen sich auch kurze Klänge erzeugen, nicht jedoch bei gehaltenen Tasten.

Die Filter-Sektion emuliert ein klassisches Ladder-Filter à la MOOG mit einstellbarer (CUT-OFF) und bis zur Selbstoszillation reichender Resonanz (EMPHASIS). Der Einfluss der lediglich aus ATTACK und DECAY bestehenden Filter-Hüllkurve lässt sich ebenfalls stufenlos regeln. Wie bei diesem Filter-Design üblich, bewirkt eine Erhöhung der Resonanz einen Abfall der Bassfrequenzen, der LOWDOWN bildet dies recht authentisch nach, ohne dabei allzu dünn zu werden.

Zu guter Letzt finden wir noch zwei virtuelle Pedale, eines für die Lautstärke und eines für die Grenzfrequenz des Filters. Das erste der beiden regelt die Gesamtlautstärke, während das zweite die Filterfrquenz in Abhängigkeit zur Einstellung des CUT-OFF-Reglers ändert.

Beim Original wurden diese Pedale natürlich mit den Füßen bedient, CHERRY AUDIO empfiehlt jedoch beim LOWDOWN, von dieser Vorgehensweise abzusehen, sondern stattdessen lieber die Computermaus zu verwenden… 😉

Klar, CHERRY AUDIO hat einige der Bedienlemente, die so bei einem Plugin eher weniger Sinn machen, nur der Authentizität halber beibehalten, allerdings ließe sich der LOWDOWN ja durchaus mit einem entsprechenden MIDI-Basspedal verbinden (sofern man überhaupt eines findet, dass ebenso viele programmierbare Bedienelemente aufweist, die mir bekannten, und recht teuren Pedale etwa von STUDIOLOGIC, CRUMAR, HAMMOND, VISCOUNT oder ROLAND tun dies jedenfalls nicht…).


Brummbär…

Ich hatte bisher noch nie einen TAURUS unter den Füßen, daher kann ich auch nicht wirklich kompetent beurteilen, wie weit die Klangtreue des LOWDOWN wirklich reicht. Was ich aber hören kann, ist die Tatsache, dass LOWDOWN sich durchaus „moogish“ anhört, was aufgrund des Filtermodells auch nicht sonderlich verwundert. Tief runter geht er ebenfalls, in dieser Hinsicht macht er also seinem Namen alle Ehre. Hochkalorische Bass-Drones der Sorte Vollfettstufe sind im Handumdrehen mit ihm erzeugt.

Da die Bandbreite der möglichen Klänge beim LOWDOWN doch sehr übersichtlich ausfällt und sich auf quasianaloge und nonperkussive Bass- und Leadsounds beschränkt, habe ich dieses Mal auf einen vollständigen Track als Klangbeispiel verzichtet, sondern lediglich eine Auswahl an Presets jeweils kurz angespielt. Dabei habe ich es mir nicht nehmen lassen, Euch mit immer der gleichen Notenfolge zu langweilen… 😉

Klangbeispiel CHERRY AUDIO LOWDOWN

Als erstes hört Ihr übrigens die drei fest eingestellten Werksklänge BULL, TUBA und BASS, danach folgen noch neun weitere Bassklänge und zum Schluß auch noch fünf Leadsounds.

Was die Letztgenannten betrifft, so muss ich zugeben, dass ich persönlich nun nicht unbedingt den LOWDOWN bemühen würde, wenn ich auf der Suche nach einem Lead wäre. Nicht, dass er sowas nicht hinbekommt (sind ja letztendlich bloß in höheren Oktaven gehaltene Töne), doch fallen mir hier die Modulationmöglichkeiten etwas arg rudimentär aus.


Fazit:

Wer jetzt DEN ultimativen Basssynthesizer für alle Fälle sucht, der dürfte von LOWDOWN mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit enttäuscht werden, denn diese Erwartung kann er einfach nicht erfüllen, ebensowenig wie schon das Original. Dazu ist das Spektrum an tieftönenden Varianten doch viel zu groß.

Wen es hingegen nach einer virtuellen Nachbildung des ersten TAURUS gelüstet, der möge sich einmal näher mit LOWDOWN befassen, denn möglicherweise wird er hier genau das finden, was er sich darunter vorstellt, die Wahrscheinlichkeit ist zumindest sehr hoch.

Insofern kann ich LOWDOWN auch keine unbedingten Must-have-Qualitäten zusprechen, er ist eher ein Nischenprodukt, das – adäquate Lautsprecher vorausgesetzt – mit seinem fetten moogartigen Bass durchaus in der Lage ist, den einen oder anderen Nierenstein zu pulverisieren oder das Verhältnis zur Nachbarschaft nachhaltig zu beeinträchtigen.

Der (vermutlich permanent gültige) Einführungspreis des LOWDOWN beträgt 25,- US-Dollar (das sind derzeit etwa 24,- Euro), der wie immer nur der Form halber angegebene Listenpreis soll 39,- US-Dollar (37,- Euronen und ein paar Zerquetschte) sein.


Positives:
+ guter Grundklang
+ einfache Bedienung
+ umfangreiche MIDI-Learn-Sektion
+ geringe CPU-Anforderungen
+ günstiger Verkaufspreis

Negatives:
– keine Offline-Aktivierung bzw. -Installation möglich


Produktwebseite: https://cherryaudio.com/products/minimode

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